Interview mit Beilunker Reiter Nebbi

Über Nebbi

Nebbi (1031 BF*); im Reichsforst, während der Ausbildung zum Beilunker Reiter (klick for action!)

Nandurion: Hallo Nebbi! Beginnen wir mit einigen Fragen zum Leben außerhalb von DSA. Wie heißt du und wer ist Nebbi im echten Leben?

Nebbi: Hallo Nandurion! 😉

Nebbi (* 29.10.1987 in Lübeck, bürgerlich Torben Breitkreutz) ist seit 2008 im Besitz der Allgemeinen Hochschulreife, das ihn zum Studium an einer Fachhochschule oder Universität berechtigt. Seinen ersten Anlauf, Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, nahm er in Angriff, nachdem in den letzten Jahren seines Schülerlebens im Fach Rechtslehre sein Interesse für dieses Gebiet geweckt wurde. Allerdings verlief das Ganze nicht wie erhofft. Darauf versuchte das computerversierte Nebbi sich an Informatik, gab dieses Studium jedoch auf, als er merkte, dass es ihm weniger lag als erwartet und er erkannte, dass Informatik nicht das ist, was er für den Rest seines Lebens machen möchte. Aktuell sucht er daher nach seiner „Traumausbildung“ bzw. seinem „Traumstudium“, ist jedoch noch unschlüssig, was genau er als nächstes angehen und probieren möchte. Das Nebbi lebt alleine in einer viel zu großen Wohnung in Kiel.

Zu seinen liebsten Aktivitäten zählt nahezu alles, was mit dem Rollenspiel „Das Schwarze Auge“, insbesondere dem Kontinent „Aventurien“ zu tun hat.

Nandurion: Welchen Hobbies frönst du noch, wenn du dich nicht gerade in Foren herumtreibst?

Nebbi: Wenn ich mich nicht gerade mit den facettenreichen Beschäftigungsmöglichkeiten des Computers (chatten, zocken, schreiben, lesen) widme oder ingame am Spieltisch sitze und DSA spiele, verbringe ich meine Zeit eigentlich am liebsten mit meinen Freunden. Von Video- bzw. Serienabenden, über Spazierengehen, bis hin zu selten mal Weggehen und derlei. So Sachen eben, die sich mit sozialen Kontakten anfangen lassen.

Ansonsten, auch wenn das etwas abgedroschen klingt, überlege ich gerne. Oo Was können meine Charaktere als nächstes anfangen; worüber könnte ich etwas für meinen Charakter und unser Heldentagebuch (siehe nächste Frage) schreiben; wie ließe sich bspw. der eigene Blog oder der von Diana noch optimieren? Ab und an feile ich darüber hinaus noch gerne an meinen alten Excel-Tabellen für den in … der nächsten Frage genannten … Freeshard und reiche sie dann an Diana oder Claas weiter, nur für den Fall, dass sie mal so etwas brauchen könnten. Aus dem Nähkästchen geplaudert: Eine davon beinhaltet alle Sachen die ein Schneider herstellen kann und nimmt einem die umständliche Preisbildung praktisch ab. Klingt jetzt nicht sonderlich spannend, aber dieses Ding existiert seit 2006-07 und wurde seither immer wieder überarbeitet. Steckt einiges an Zeit drin und wer von uns sieht nicht gerne etwas entstehen? xD Naja. Etwas anderes fällt mir spontan aber nicht ein. Ich meine, ich sammle nichts besonderes. Ich bin nicht fähig ein Instrument zu spielen und treibe keinen Sport. Einige sagen mir nach, dass eines meiner liebsten Hobbies wohl noch das Nölen sei. Sich beschweren. Hm. ^^

Nandurion: Hast du andere Aktivitäten oder Projekte im Internet laufen? (Links)

Nebbi: Neben meinem privaten Blog, auf den ausschließlich meine Freunde Zugriff haben, arbeite ich mit den üblichen Verdächtigen aus meinem Umfeld an www.rahjafluch.de – einer Seite, die sich ganz und gar unserer Spielgruppe, unseren Charakteren und was sonst noch dazugehört widmet. Sonst zähle ich mich noch zur Community des Ultima Online Freeshards „Astaroth“ (www.freeshard-astaroth.de), dem ich vermutlich immer in irgendeiner Weise treu bleiben werde, wenn auch nicht mehr als Spieler, denn immerhin habe ich dort ab 2005 meine ersten Erfahrungen mit diesen ganzen Mehrspielerrollenspielen gesammelt. 🙂

Abgesehen davon pflege und verwalte ich www.dianarahfoth.de, den Blog der freiberuflichen Illustratorin Diana Rahfoth.

Nandurion: Spielst du noch andere Rollenspiele außer DSA?

Nebbi: Gerade nicht, nein. In meiner Gruppe sind jedoch Ausflüge in andere Systeme und Welten geplant, ganz oben stehen dabei Shadowrun und HEX. Allerdings bezweifle ich, dass es vor 2013 zu so etwas kommen wird. Es fehlt uns aktuell nicht nur an Zeit für Shadowrun, nein, sondern auch noch sowohl an Charakteren als auch Regelverständnis, während wir bei HEX noch nicht einmal ein Regelwerk besitzen. In der Vergangenheit habe ich außerdem Ultima Online gespielt und ein Heidengeld für LARP-Sachen herausgeworfen. Nebbi war also Liverollenspieler, aber auf Dauer wurde es mir zu teuer und mein Interesse entwickelte sich weiter, hin zum heimischen Rollenspiel.

Nandurion: Kommen wir nun zu deiner DSA-Vergangenheit. Seit wann spielst du schon DSA und wie hat alles angefangen?

Nebbi: Angefangen hat es 2006, als ich mich mehr oder weniger nichtsahnend auf ein Wochenende im beschaulichen Ratekau (nahe Lübeck) einließ, um DSA zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt war mir „Das Schwarze Auge“ zwar schon ein Begriff, allerdings auch nur weil mein Bruder früher im Besitz eines der Brettspiele von Schmidt-Spiele war … Diana hatte sich für dieses Wochenende ein Abenteuer ausgedacht und ich musste versuchen damit klarzukommen. Allen voran war ich skeptisch, weil Rollenspiele für mich bis dato eine Sache für „hinter dem Bildschirm“ waren, Avatar steuern und gut ist. Am Anfang nicht leicht, doch ich glaube, dass mein erster Charakter einen Teil dazu beigetragen hat, dass es am Ende ganz ordentlich lief.

Mohammed al-Fessir, ein Maraskaner. Streuner und Hochstapler, der seinem flüchtigen Bekannten Luciano das Leben zur Hölle gemacht hat. Allerdings muss ich zugeben, da ich es heute besser weiß, dass ich mich rückblickend ein wenig für die Darstellung des Charakters schäme. Es hat ohne Frage Spaß gemacht, aber als absoluter Neuling verstand ich schlicht herzlich wenig von Kulturen, während Meister und Mitspieler etwas eingestaubt waren. Heißt, dass Maraskan für dieses eine Abenteuer zu Saudi-Arabien und die Bewohner zu wütenden Arabern oder wahlweise auch zu einer Abart von angeberischen, prahlenden und protzenden Klischee-Deutschtürken wurden.

Von wegen Bruderschwester. Rur und Gror? Nie gehört.

Im Anschluss folgte eine längere Durststrecke, die einige  Jahre andauerte, ehe im Frühjahr 2010 eine neue Spielrunde entstand, in der übrigens keiner der Charaktere von 2006 auch nur im Ansatz erwähnt wurde. Aber vielleicht ist das besser so…

Nandurion: Plaudere etwas aus dem Nähkästchen: Welche Heldentypen spielst du besonders gerne? Hast du Vorlieben für bestimmte Regionen Aventuriens? Interessierst du dich auch für Myranor, Uthuria, Tharun oder Rakshazar? Wie würdest du deinen favorisierten Spielstil und dein Lieblingsgenre beschreiben?

Nebbi: Aktuell könnte ich mit meinem Taugenichts (Stutzer) mit Einbrecher- und Schmugglereinschlag kaum glücklicher sein. Weiterhin kann ich mich für Streuner und Schwertgesellen begeistern, wohingegen mich die klassischen Krieger, Ritter oder Magier völlig kalt lassen. Ich glaube das liegt daran, dass meine favorisierten Typen einen großen Wert auf gesellschaftliches Allerlei legen, wohingegen ein Krieger meistens eben eher kriegerisch ist. Macht Sinn. Ich mag vor allem auch die Klassen, die nicht enorm „gut“ sind. Mehr Spaß habe ich und interessanter finde ich es Personen auszuspielen, die auch ihre deutlichen Fehlerchen haben.

Dass ich Vorlieben für bestimmte Regionen Aventuriens habe, lässt sich wohl auch nicht leugnen, gerade mit Blick auf die Publikationen die ich bisher unserem Gruppenfundus beisteuern konnte. Land der Ersten Sonne, In den Dschungeln Meridianas und Efferds Wogen … am liebsten habe ich Al’Anfa, danach die Tulamidenlande und insbesondere Khunchom, zu guter Letzt kommt schließlich das Meer. Nicht umsonst wurde Rychard als annehmbarer Boote- oder Seefahrer angelegt. 😉

Zu den anderen Kontinenten, nun ja, alles in allem ist keiner dabei, der mich auf Anhieb so sehr zu begeistern wüsste wie Aventurien. Vielleicht weiß ich aber auch noch zu wenig darüber. Myranor betrachte ich ein wenig skeptisch, da es nicht nur riesengroß ist, sondern auch nahezu alles beherbergt was ein Autor sich nur auszudenken vermag. Vielleicht irre ich mich aber auch und es spielt sich ganz ordentlich. Abwarten. Meine Hoffnungen ruhen aktuell jedoch eher auf Uthuria, allein schon deshalb, weil Al’Anfa zu Beginn eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen soll. Was letztendlich aus dem Kontinent wird, keine Ahnung. Es wäre jedoch nicht schlecht, wenn zwischen Aventurien und Uthuria mehr Interaktion möglich wird, als mit Myranor, wo reger Austausch mehr oder weniger gegen Null geht.

Was ich von Tharun halten soll, weiß ich selbst noch nicht und Rakshazar? An und für sich interessant, leider (noch) inoffiziell. Dabei könnte ich es mir durchaus spannend vorstellen, wenn aventurische Helden das beschriebene Riesland erkunden, durchqueren oder was auch immer.

Beim favorisierten Spielstil bin ich unsicher. Folgt man der GNS-Theorie, leide ich am ehesten unter „Narrativism“, also dem Erzählungsspielstil. Berücksichtige ich außerdem die Ergebnisse von „What type of roleplayer are you?“, bin ich zu 92% ein „Method Actor“ und die Gruppe stimmte dem weitestgehend zu. Insofern passt das, denke ich. Genretechnisch ist es etwas schwieriger sich herauszuwinden, hm, ich bin weder Freund noch Feind von Low- oder High-Fantasy. Besser ein Mittelding! Dark muss es auch nicht unbedingt sein, aber wenn wir uns einmal auf Abenteuer und Kampagnen beschränken, dann bin ich ein Fan von Detektiv- und Mystikabenteuern. Horror und Reise (Phileasson!) geht auch in Ordnung, nur Schlacht und Kampf müssen es nicht unbedingt sein. Oo

Nandurion: Erzähle uns doch über das was du am Rollenspielsystem DSA besonders zu schätzen weißt. Warum spielst du vorrangig DSA? (Tust du doch, oder?)

Nebbi: Zu schätzen weiß ich an DSA insbesondere die Freiheiten, die es mir bietet. In meinen Augen ist nahezu nichts unmöglich. Wenn ich möchte, kann ich noch heute von G nach A reisen, mir K oder W besorgen, J oder H kennenlernen und zwischenzeitlich noch mit F flirten. Es ist verhältnismäßig realistisch, das mag ich. Das macht mir Spaß. Hinzu kommt die meiner Meinung nach lebendige Geschichte. Zugegeben, richtige Vergleiche zu anderen Systemen kann ich nicht ziehen, weil ich kein anderes je so exzessiv gespielt habe wie DSA. Damit habe ich angefangen, mich festgespielt und neben einigen Infos über Shadowrun und einer Demorunde HEX, kenne ich mich nicht sonderlich gut aus. Bei LARP und MMORGPGs sieht das etwas anders aus, und diesen Vergleich gewinnt DSA haushoch. Keine teuren Eintrittspreise und Fahrtkosten, keine Grenzen örtlicher Gegebenheiten und natürlich die bereits von mir genannten Möglichkeiten des Rollenspiels. Ich glaube nicht, dass ich mehrere Systeme parallel spielen möchte. Lieber konzentriere ich mich auf eines und bleibe dem treu.

Nandurion: Aber DSA hat auch seine Nachteile: Was magst du nicht so gerne an Regelsystem und Spielwelt? Was würdest du gerne anders haben? Was sollte sich da deiner Meinung nach in Zukunft ändern?

Nebbi: Regeltechnisch bin ich gar nicht sonderlich unzufrieden, das ist das Problem bei dieser Frage.

Um dennoch ein konkretes Beispiel für Unzufriedenheit zu nennen: Handel.

Handel gehört meiner Meinung nach zu den elementaren Bestandteilen eines Spiels wie DSA, auch im ganz gewöhnlichen Heldenalltag – irgendwoher müssen schließlich Proviant und Waffen kommen. In der bestehenden Form kann ich auf die sechs Seiten (H&K 182-187) jedoch verzichten, da es auf mich mit den unzähligen %-Symbolen unpraktikabel wirkt. Wir haben diese „Expertenregeln“ einmal und nie wieder angewandt und ich hoffe auch, dass es dabei bleibt. Eine einfache Handeln-Probe gefolgt von Ausspielen kann schließlich schwierig genug sein, nur gerade bei größeren Einkäufen möchte ich nicht stundenlang mit dem Meister herumsitzen und rechnen, feilschen, rechnen.

Aber auch Kämpfe ziehen sich manchmal wie Gummi.

Nandurion: Du hast kürzlich den Charakter-Contest von Daedalic Entertaiment gewonnen und dein Held Rychard wird im kommenden DSA-Computerspiel „Satinavs Ketten“ mitspielen (Nandurion berichtete). Warum hast du Rychard ausgewählt, und was macht ihn so besonders?

Nebbi: Die Entscheidung Rychard einzuschicken habe ich allen voran deshalb getroffen, weil er zum Zeitpunkt der Ausschreibung und auch davor praktisch mein einziger, aktiv bespielter und wirklich ausgefeilter Charakter war. In den letzten 1½ Jahren habe ich eigentlich kaum etwas anderes gespielt (und ich denke, dass sich das gelohnt hat xD). Was ihn so besonders für mich macht ist, grob gesagt, das Gesamtpaket. Es gibt keinen Charakterzug, keinen Vor- oder Nachteil der nicht bewusst gewählt wurde, sich nicht irgendwie in seiner Geschichte niederschlägt und den ich nicht gerne ausspiele. Das gilt insbesondere für die Nachteile, die ich in seinem Fall auch gerne als Vorteile bezeichne, da sie für seinen gruppeninternen Pseudo-Kultstatus mitverantwortlich sind. Wenn ich etwas mehr ins Detail gehen soll, dann empfinde ich seine Talentspezialisierung auf Überreden (Lügen) als äußerst gelungen. 😀 Wenn man bedenkt, wo er wirklich herkommt (Al’Anfa, Grandenbastard) und er sich früher lediglich für Piratengeschichten begeistern konnte, eine nach der anderen verschlungen hat und der ganze offizielle Hintergrund des bukanischen Einbrechers und Schmugglers erstunken und erlogen ist … Seinen Traum konnte er sich dank Liebliche Prinzessin Yasmina allerdings erfüllen, dadurch wird auch die Brücke zum Satinavs Ketten-Auftritt geschlagen.

Er lebt die Rolle, die er spielt!

Nandurion: Warst du schon als Autor von Fanpublikationen tätig oder wirkst du an Fanprojekten mit?

Nebbi: Autor solcher Publikationen war ich bisher nicht, dafür darf ich jedoch die Wettbewerbsbeträge von Diana immer wieder lesen und korrigieren, wenn ich nicht gerade ihren Blog verwalte. Allerdings muss ich sagen, dass ich schließlich erst im letzten Sommer wirklich auf die internetuöse DSA-Szene gestoßen bin und für vieles daher noch nicht die Gelegenheit hatte. Ich bin halt noch ein ziemlicher Frischling.

Nandurion: Hast du schon oder gedenkst du in Zukunft an offiziellen Publikationen für DSA mitzuwirken?

Nebbi: Mehr oder weniger. Trotz bescheidener Kenntnisse über Myranor hatte ich mich an der ersten Runde des diesjährigen Wettbewerbs versucht – und diese sogar überstanden! Die zweite Runde habe ich dann sein lassen, da ich mit Archetypen herzlich wenig anfangen kann und meine Ideen für Rituale alle schon in einer ähnlichen Form existierten. Ansonsten überlege ich an Zwischen Wölfen und Schwertern teilzunehmen, bin allerdings noch unschlüssig, insbesondere was die Wahl des Abenteuers betrifft. Grundsätzlich hätte ich jedoch Lust irgendwann etwas beizutragen, nur eben nicht zum gegebenen Zeitpunkt.

Nandurion: Auf einer Skala von 1-10, wie nerdig bist du?

Nebbi: Sonderlich nerdig bin ich eigentlich nicht, denke ich. Vielleicht eine 4 oder 5. Zwar bin ich schon ein Computer-Nerd, denn da verbringe ich gefühlte 90% meines Tages. Speziell auf DSA bezogen hält es sich aber im Rahmen. Es wird definitiv nicht alles gekauft, sondern nur das, was ich brauche und ich war bisher auch nur auf drei Conventions (eher zweieinhalb, da die UniCon in Kiel kaum zählt – ansonsten dieses Jahr Nord- und RatCon).

Nandurion: Wie viele Stunden verbringst du täglich oder wöchentlich in DSA-Foren (und Blogs)? In welchen Foren verbringst du am meisten Zeit? Was ist dein „Lieblings-“ oder „Stamm“-Forum?

Nebbi: Zu viele Stunden, fürchte ich. Um das Nötigste bzw. Wichtigste mitzubekommen, muss schließlich mehr als ein Forum gewälzt oder Blog durchstöbert werden. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass täglich etwa vier Stunden in den dsa’schen Forenalltag investiert werden. Kommt davon, wenn man zu viel Zeit hat. Die meiste davon verbringe ich zweifellos im Ulisses und Vinsalt-Forum, wobei ich letztgenanntes auch als mein „Lieblings“-Forum bezeichnen würde. Alles in allem machen die Benutzer dort auf mich einen recht sympathischen Eindruck. Darüber hinaus haben sie teils einen schön sarkastischen Humor, das mag ich, und die Themen stimmen auch.

Beispiel: Al’Anfa-Workshop. >.<

Nandurion: Woher kommt der Name und das Bild für deinen Forenavatar in deinem Lieblings/Stammforum?

Nebbi: Im Vinsalt bin ich als „Richard“ unterwegs, das ist die vereinfachte und falsche Form von Rychard (IG schreiben ihn nahezu alle falsch) und das Bild? Das Bild war ein Weihnachtsgeschenk von Diana.

Nandurion: Wir haben dich auf der RatCon im T-Shirt der Beilunker Reiter gesehen. Wie war denn das Feedback beim ersten „Außeneinsatz“? Sind DSA-Fans mit konkreten Fragen auf dich zugekommen?

Nebbi: Um ehrlich zu sein hatte ich mir vom ersten Aufeinandertreffen mit den Leuten hinter dem Benutzernamen mehr erhofft, als ein paar Randkommentare zum Scheitern des ersten Einsatzes rund um Caryad und Mia. „Ist wohl nicht so gut gelaufen, was? He he.“ Das war es eigentlich auch schon. Dabei wird sich so viel beklagt, dass so vieles falsch läuft und nicht stimmt, immer wieder liest man wie doof Ulisses doch ist, aber Beilunker Reiter sitzt als Annahmestelle für Feedback in Dortmund und denkt sich in etwa „kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich“.

Einige detailliertere Gespräche hatte ich mit freien Mitarbeitern, aber leider nicht mit „reinen Fans“.

Nandurion: Kommst du zur SPIEL nach Essen oder zur Dreieich-Con? Auf welchen Cons kann man dich meist antreffen?

Nebbi: Dieses Jahr werde ich auf keiner größeren Veranstaltung mehr zu sehen sein. 🙁

SPIEL liegt zeitlich ungünstig. Dreieich ist mir etwas zu weit weg. Sofern es Zeit und Geld zulassen werden in den kommenden Jahren allen voran die NordCon und RatCon die zwei Cons sein, auf denen man mich mit ziemlicher Sicherheit antreffen kann. Inwieweit und ob sich die FeenCon oder Hannover spielt! etablieren können, abwarten. Sie stehen auf jeden Fall auf dem Plan für einen Erstbesuch 2012.

Über die Beilunker Reiter

Nandurion: So, jetzt geht’s ans Eingemachte, nämlich um unsere Fragen rund um die Beilunker Reiter. Zuerst einmal die wichtigste Frage: Was hat dich dazu bewogen dich für den Job zu bewerben?

Nebbi: Nach 16 Fragen geht’s ans Eingemachte … Eins muss man euch lassen, Humor habt ihr Nanduriaten.

Beworben habe ich mich, weil ich grundsätzlich von der Idee überzeugt war, sich ein paar kritische Menschen aus der Community zu nehmen und diese quasi für die Community arbeiten zu lassen. Zu informieren, zu vermitteln, das Verständnis für Verlagsentscheidungen zu fördern und, naja, dass es dann zu einem eher negativen Echo kam, konnte zu dem Zeitpunkt keiner ahnen.

Nandurion: Wie siehst du deine Rolle als Beilunker? Was sind deine Aufgaben, für was möchtest du dich einsetzen, was ist dir wichtig?

Nebbi: Grundsätzlich sehe ich meine Beilunker-Rolle … passiv. Nicht permanent in der ersten Schlachtreihe stehen und Diskussionen bestreiten, sondern eher Feedback sammeln, vielleicht im Forum selbst noch einmal eine gescheite Frage an XY stellen, um es dann ggf., sofern es sich anbietet, an Clemens‘ Ohren dringen zu lassen. Ansonsten verstehe ich unter einem Beilunker wie schon erwähnt einen Informanten der für beide Seiten arbeitet und die Stimme des Fandoms aus verschiedenen Quellen zusammenklamüsert und an die Ohren des unnahbaren Verlags befördert, der Ahörnchen und Behörnchen einander näher bringen soll, vermitteln halt. Wofür ich mich einsetzen möchte, nun ja, die genannten Aufgaben gewissenhaft erfüllen mit dem Ziel, dass beide Seiten wieder etwas entspannter an DSA arbeiten können. Problem an der Sache ist manchmal, dass die Infos dafür nicht schnell genug kommen. Ein Paradebeispiel ist der erste Einsatz – der noch nicht einmal ganz offiziell war, weil die Beilunker vom Verlag noch nicht vorgestellt worden waren, weswegen ich mich auch zurückhielt – die Illustratorengeschichte, als die ersten verwertbaren Infos erst nach einer halben Woche verfügbar waren. Lag ein Wochenende dazwischen, dumm gelaufen. Bis wir etwas mehr zum Tippen hatten, hatte sich die Sache leider schon hochgeschaukelt. Hmpf.

Nandurion: Wie gedenkst du deine Rollen als Beilunker Reiter und Forennutzer zu trennen? Ist das überhaupt nötig?

Nebbi: Lässt sich das, nachdem uns in mindestens zwei Foren der Titel „Beilunker Reiter“ verliehen wurde, überhaupt noch realisieren? Eher nicht, aber ich denke auch nicht, dass es überhaupt notwendig ist. Ich war bisher ohnehin eher Beobachter und nicht jemand, der wirklich überall seine Meinung zu kund tun musste. Ich werde schlicht und ergreifend, wie gewohnt weiter schreiben, wenn ich meine, dass ich etwas zu einem Thema sagen MUSS, was wie gesagt eher vereinzelt vorkommt. Möglicherweise kommt es mal vor, dass ich schreibe: „Wir Beilunker Reiter haben dazu noch keine offiziellen Infos, aber ich finde Aktion XY gut/nicht gut von Ulisses.“ Ich will gerne ein eher passiver, Meinungen sammelnder, kritischer und nebbistischer Beilunker Forennutzer-Reiter sein.

Nandurion: Wie gehst du mit Infos um, die du von Ulisses erfährst. Markierst du die entsprechend mit einem „Clemens hat mir gesagt…“?

Nebbi: Nein und ich hoffe, dass ich auch nie auf diesen abstrusen Gedanken der Betonung komme. Wenn ich meine Beiträge o.Ä., um solche Zusätze erweitere oder entsprechend markiere, wäre es kein Wunder, wenn den Beilunker Reitern ihre eigene Meinung komplett abgesprochen werden würde. xD

Nandurion: Als Beilunker Reiter weißt du manchmal mehr als du sagen darfst. Brennt es dir da manchmal unter den Nägeln, wenn du dir in einer Foren-Diskussion das Tippen verkneifen musst?

Nebbi: Manchmal. In den ersten Wochen gab es wahrscheinlich drei Mal so viel Interna zu hören oder lesen, wie Sachen, die auch kommuniziert werden durften. Das ist natürlich nur bedingt hilfreich. Du verstehst zwar mehr über die Art und Weise wo und wie genau der Hase bei Ulisses langläuft, aber was bringt es dem Fan? Sinn der Sache war schließlich nicht, die Beilunker so lange mit Interna vollzustopfen, bis sie platzen. Ich persönlich denke, dass es dem Verlag ab und zu ganz gut täte zumindest Teile ihrer internen Informationen für uns freizugeben, um sie marktschreiend unter das Volk zu bringen.

Nandurion: Wie gehst du mit dem Vorwurf um, dass deine persönliche Meinung durch dein Amt als Beilunker Reiter beeinflusst wird. Ist da was dran?

Nebbi: Das kann ich nicht abstreiten. Selbstverständlich beeinflussen die 2/3 zusätzliche Interna, die ich wie oben genannt erhalten habe, meine persönliche Meinung(-sbildung) über Ulisses und derlei. In den letzten Tagen und Wochen konnte der Verlag bei mir auf jeden Fall sowohl Plus- als auch Minuspunkte sammeln, sowohl durch offizielle als auch durch interne, inoffizielle Infos, Publikationen und Aktionen. Um nur das letzte Minus zu nennen: Der Aventurische Bote 149 (siehe auch Kommentar bei Nandurion). Da muss man was machen, was die Entwicklung des Heftes betrifft, finde ich. Für so etwas würde ich keine drei fuffzig ausgeben wollen. Wie dem auch sei: Letztendlich werden ein T-Shirt, Clemens in Hotpants und die paar Kröten pro Monat aber nicht dafür sorgen, dass ich zum „Jubelperser“ werde. Wenn etwas schlecht ist bzw. mir nicht gefällt, werde ich es ggf. auch weiterhin ansprechen, genauso wie wenn es mir gefällt.

Nandurion: Es kam in der Community die Befürchtung auf, dass die Beilunker die „Überbringer schlechter Nachrichten“ für Ulisses spielen müssen. Dürft ihr auch gute Nachrichten überbringen?

Nebbi: Sofern es sie denn gibt, die guten Nachrichten, dürfen wir sie auch überbringen. Beilunker Reiter sollten demnach nicht per se als „Reiter der Apokalypse“ und „Überbringer schlechter Nachrichten“ verstanden werden. 😉

Nandurion: Es gibt in der Community sowohl „Dauernörgler“ als auch „Jubelperser“. Wie gehst du mit solchen extremen Forenschreibern um?

Nebbi: Wie mit jedem anderen auch, solange sie mit sich reden lassen. Sollte mir jemand allerdings permanent unter die Nase reiben, dass meine Sicht der Dinge für ihn unerheblich ist und er sich alles zurechtdreht wie es ihm passt, sollte er sich nicht wundern, wenn seinen Beiträgen etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Nebbi ist, an und für sich, ein geduldiger Mensch. Aber wenn jemand dem Verlag aus jedem missverstandenen Scheiß direkt einen Strick drehen möchte und ein Hirngespinst erschafft oder eine böse Absicht unterstellt … na ja. Für so etwas ist mir meine Zeit zu schade und es ist auch nicht meine Aufgabe, den Leuten ihre Nörgeligkeit oder ihren Hurra-Patriotismus in bester Bannstrahler-Manier auszubrennen. Wer nicht will, der hat schon und darf von mir aus weiter auf Nörgler oder Perser machen, sollte sich aber eben auch nicht wundern, wenn er irgendwann als guter oder böser Troll unter den Tisch fällt. Ich meine, ich werde die Meinungen von Nörgler und Perser dennoch weiterleiten, aber nur zusammengefasst à la: „Es wurde wie gewohnt dauergenörgelt und andere haben ‚Hurra‘ geschrien.“

Meistens kann ich aber besser mit den Nörglern, als mit den Jubilierenden. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich in meinem Bekanntenkreis als Dauernörgler gelte.

Nandurion: Ulisses hat in den letzten Monaten viel Gegenwind aus der Community bekommen. Zu recht? Bist du der Meinung, das Ulisses dadurch zum Umdenken im Umgang mit den Fans bewegt wurde?

Nebbi: Würden wir dieses Gespräch führen, wenn der Verlag nicht zum Umdenken bewegt worden wäre? Glaube nicht. Allem Anschein nach hat Ulisses seine Lehren aus den letzten Monaten gezogen, das zeigen meines Erachtens auch die immer wieder veröffentlichten FAQ. Gut, dem ging zwar das eine oder andere Mal ein Patzer voraus, aber hey … ich bleibe bei meiner Antwort von der RatCon: „Jeder macht mal Fehler.“ Vielleicht ist es für einen Verlag etwas peinlicher als für den kleinen Alrik, aber jetzt auch kein ultimatives Argument für mich, Ulisses hemmungslos zu boykottieren. Immerhin scheinen sie Besserung zu geloben und die Chance will ich Truant & Co. auch einräumen. Weiterhin hoffe ich, dass jetzt auch einige Fans umdenken, die durch Ulisses‘ letztmaligen Fauxpas bewusst oder unbewusst die Einstellung entwickelt haben, erst einmal alles, wirklich alles, was der Verlag verlauten lässt, mit purem Misstrauen zu beäugen und sich langsam wieder an ihn gewöhnen und sich gedanklich auch versöhnen.

Nandurion: Am häufigsten wurde wohl die Kommunikation von Ulisses mit den Fans kritisiert. Siehst du hier eine Besserung? Wie können die Beilunker zu einer besseren Kommunikation beitragen?

Nebbi: Besserung sehe ich schon, sagte ich das nicht eben? 😀 Zu allererst wäre zu nennen, dass es jetzt die Feedback-Adresse gibt.
Wie dem auch sei, die Frage danach wie die Beilunker zu einer besseren Kommunikation beitragen können, hm.. Im Grunde genommen lässt sich dazu bloß sagen, dass sie ihre Aufgabe als Bindeglied zwischen Community und Verlag ordentlich erledigen müssen. Ein Beilunker Reiter muss seine Rolle ausfüllen, die Wünsche der Community an den Verlag und umgekehrt übermitteln, ggf. erklären et cetera.  Wenn das Beilunker-Reiter-Konzept nicht funktioniert wie es soll, müssen sie eben als Fehlversuch wieder abgeschafft werden. Aber ich habe die Hoffnung, dass unsere Bemühungen und unsere reiterliche Existenz sich mit der Zeit wirklich als sinnvolle Alternative einbürgern, mit dem Verlag in Kontakt zu treten und dass wir unsere Aufgabe so gut machen, dass wir wirklich den Gesamtmeinungstenor des Fandoms in den Weiten des Netzes einfangen und vermitteln können. Dann kann der Verlag direkt reagieren und Fan ist glücklich.

Nandurion: Zu deinen Aufgaben als Beilunker Reiter gehört auch, zwischen dem Verlag und den Fans zu vermitteln. Könntest du versuchen einen Wunsch der Fans an Ulisses zu formulieren. Und das Ganze auch umgekehrt: Was wünscht sich Ulisses von den Fans?

Nebbi: An den Verlag: Aus den Recherchen der letzten Zeit in den Foren hat sich der Wunsch der Fans verdeutlicht, dass ein fundierteres Lektorat die Publikationen der Zukunft überarbeiten muss. Entweder es werden vereinzelt geschulte Lektoren eingestellt oder man setzt weitere, gewissenhafte Fehlerleser auf die Texte an. Der status quo wird von der breiten Masse jedenfalls als nahezu peinlich betrachtet. Gute Rechtschreibung ist ein Qualitätsmerkmal und eine Fehlereinzahl wie in einigen, bisherigen Publikationen hemmt außerdem den Lesefluss. Manchmal kann nicht einmal mehr der Sinn eines Satzes erfasst werden, da Satzteile so dermaßen verdreht sind. Dadurch werden Teile einer Spielhilfe sogar unbrauchbar.

An die Fans: Ulisses bittet ausdrücklich darum, den Fragebogen auszufüllen und einzusenden, der neueren Publikationen beiliegt oder auch Online zu beziehen ist. Der Verlag möchte das Feedback seiner Fans, um gezielter auf die Wünsche des Kunden eingehen zu können. Insofern: Füllt den Bogen aus, schickt ihn ab und gebt dem Verlag somit überhaupt erst die Chance, sich mittels eurer Vorschläge rundherum zu verbessern.* Als Dankeschön erhält man immerhin auch ein ganz exklusives Abenteuer. 🙂

* „Gebt dem Verlag eine Chance“, ist im Übrigen ein Punkt der auch für sich stehen gelassen werden kann.

Nandurion: Nebbi, wir danken dir für das Interview!

Nebbi: Bitte, danke. Immer wieder gerne. 😀

Das Interview führte Thamor.

Über Thamor

Ich spiele seit 1992 begeistert DSA, meist in der Rolle des Meisters. 2008 gründete ich das DereGlobus-Projekt. Bei Nandurion betreue ich die Twitter-Kurzmeldungen. http://about.me/Thamor
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2 Kommentare zu Interview mit Beilunker Reiter Nebbi

  1. Xeledon sagt:

    Das mit dem Lektorat kann ich nur ganz besonders deutlich unterschreiben! Es geht ja gar nicht mal darum, dass man sich über einzelne kleine Fehlerchen aufregen müsste. Ich persönlich muss wohl leider auch ein wenig mit dem Nachteil kämpfen, dass ich als chronisch langsamer, aber aufmerksamer Leser mit enigermaßen funktionierenden Deutschkenntnissen nicht einfach über kleine Unsauberkeiten hinweglesen kann, sondern da immer ins Stocken, einen Satz noch zwei- bis dreimal lesen muss, den Fehler im Geiste kurz analysiere und mir dabei überlege, was mir der Autor ursprünglich eigentlich mit seinem Geschreibsel einmal sagen wollte.
    Trotz allem, wenn sich irgendwo einzelne Rechtschreib- und Grammatik-Fehlerchen verstecken, ist das nicht schlimm, davor ist ja letztlich niemand gefeilt und selbst dem besten Korrekteur geht mal was durch die Lappen. Wenn ich aber – wie in den letzten Jahren immer häufiger geschehen – auf jeder Seite mindestens einen Fehler finde, der mich so sehr durcheinander bringt, dass ich völlig aus dem Konzept komme und der Lesefluss zum Erliegen kommt, dann ist das wirklich frustrierend und nervig. Das muss sich ändern, wenn man möchte, dass die Kunden auch Spaß daran haben, die gekauften Produkte zu lesen. Und manche Fehler sind – mit Verlaub – wirklich so offensichtlich dämlich und gehäuft, dass der Eindruck entsteht, dass nach der letzten Überarbeitung schlicht und ergreifend überhaupt niemand mehr den kompletten End-Text (beziehungsweise das jeweilige Kapitel, denn gerne sind es auch mal einzelne Kapitel, die ein ansonsten einigermaßen fehlerfreies Buch dann doch noch gründlich versauen) noch ein abschließendes Mal gegengelesen hat, bevor das fertige Produkt in den Druck gegangen ist.

    An sich ist das Problem ja altbekannt und bestimmt nix neues. Dass sich da aber bislang so wenig zu tun scheint und die Lage sich allgemein nicht merklich verbessert, zeigt, dass man darüber gar nicht genug nörgeln kann…

    • Xeledon sagt:

      Achja, das fehlende Wort im ersten Absatz des vorherigen Postings ist natürlich ein bewusst gewähltes Stilmittel, um die inhaltliche Aussage mit dem nötigen Nachdruck zu versehen – was auch sonst… ;o)

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