Salsweiler

Diesmal ist mir der Roman Nummer 131 Salsweiler von Alexandra Nofftz in die gierigen Finger gekommen. Dies ist der erste Roman, der unter Ägide von Ulisses zu der Reihe beigesteuert wurde. Die 278 Seiten sind für den gefräßigen Leser natürlich kein Gegner und haben mich an drei Tagen beim Pendeln im Zug begleitet. Wer diesen Roman noch lesen möchte, sollte auf jeden Fall die Zusammenfassung des Inhalts überspringen.

Aber zunächst ein paar Worte zum Autor. Dies ist zwar der erste DSA-Roman von Alex Nofftz, nicht aber sein erstes Werk insgesamt. Abseits unseres geliebten Zweitwohnsitzes Aventurien hat Alexandra bereits an einem Band für SunQuest mitgearbeitet und für die Perry Rhodan Fanfictionserie Drogon des Perry Rhodan Online Fanclubs (PROC) geschrieben.

Inhaltliches

Salsweiler ist ein beschauliches kleines Dörfchen im östlichen Bornland direkt am Walsach. Obwohl es wirklich klein ist, ist es doch der Sitz des örtlichen Grafen.

Ein kurzer Prolog führt uns erst einmal zehn Jahre in die Vergangenheit. Hier werden wir Augenzeugen, wie der Graf die Kate seines Jägers stürmt und ihn hinaus in die Kälte zerrt. Die kleine Tochter Hesinja, die sich zusammen mit ihrer Puppe versteckt, bleibt unentdeckt zurück. Hesinjas Vater wird vom Grafen an den Pranger gestellt, bei den winterlichen Temperaturen ein sicheres Todesurteil. Der Vater schickt die Kleine, die ihm, nachdem sie den Schreck etwas verdaut hat, folgt, nach einem rührseligen Abschied zur Traviageweihten. Und dann springen wir zum Anfang der Geschichte.

Die niBewertet die Spielhilfe im Forum von dsa4.decht mehr ganz so kleine Hesinja lebt inzwischen bei der ortsansässigen Traviageweihten und ihrem Mann. Sie selbst ist eine Novizin der Travia und mit 17 Jahren alt genug, um geweiht zu werden. Aus dem kleinen Mädchen ist eine herausragende Schönheit geworden, die den Grafen von ganzem Herzen hasst. Hesinja ist Joost von Salsweiler also zehn Jahre lang konsequent aus dem Weg gegangen, muss aber als Leibeigene von ihm freigegeben werden, um endlich die Weihe empfangen zu können. Ihre Ziehmutter ist die Ausflüchte schließlich leid und bringt Hesinja vor den Grafen, damit sie ihre Pilgerreise nach Rommilys antreten kann. Soweit, so gut, doch der Plan wurde ohne den alten Stelzbock Graf Joost von Salzweiler gemacht, der kurzerhand dem herausragend hübschen blonden Schneckchen die Robe auszieht und sie zu seiner Magd macht. Und ab hier fängt das Drama an. Hesinja wird von dem restlichen Gesinde, das aus vier weiteren Personen besteht, aus unterschiedlichen Motiven heraus drangsaliert. Zudem ist sie jetzt mit demjenigen Menschen zusammen, den sie mehr hasst als alles andere. Wie bereits angedeutet: Drama Baby! Davon bekommt der Leser hier viel.

Gegen Ende des Buches wird dann ein Plot angesetzt, der den Tod von Hesinjas Vater erklärt und aufzeigt, wie alles zustande gekommen ist. Zunächst jedoch führt eine Intrige Hesinjas zum Tod des Major Domus, für den Hesinja sich dann völlig zu Recht verantwortlich fühlt, woraufhin sie versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wandert hierfür kurzerhand im Nachthemd und ohne Schuhe in den Schnee hinaus und verliert nach kurzer Zeit das Bewusstsein.

Die Hexe Swinja, die vorher noch nicht direkt in Erscheinung getreten ist, rettet Hesinja, die nach einer Woche aus einer Ohnmacht wieder aufwacht. Schnell ist geklärt, dass die Hexe eine ehemalige Geliebte von Joost ist, die er nicht geheiratet hat. Aus gekränktem Stolz hat sie daher von langer Hand einen fiesen Plan ausgeheckt und vollzogen, der damit begann, dass sie vor zehn Jahren Pettar, den Sohn des Grafenpaares, in eine Sumpfranze verwandelt hat. Bei der Verwandlung bleibt ein wenig der Seele des Jungen im verwandelten Körper zurück. Durch die höhere Intelligenz der verwandelten Ranzen war zu erwarten, dass der Sohn sich zum Leittier der Sumpfranzengruppe aufschwingen und diese in einem harten Winter nach Salsweiler führen würde, wo er dann den Grafen umbringen würde (oder was auch immer).

Dieser Plan wird Hesinja in bester Schurkenmanier erläutert,  doch der „neuen“ Hesinja gelingt es, die Hexe, die aus irgendeinem Grund einen Narren an ihr gefressen hat, dazu zu überreden, nicht ganz Salsweiler zu vernichten, sondern nur Joost zu bestrafen. So ziehen die beiden Frauen also aus, um die Anführerranze wieder in einen Menschen zu verwandeln. Die Hexe kümmert sich dabei ums Ritual, Hesinja soll Pettar zum Ritualplatz schaffen. Dies gelingt mit Travias Hilfe, der Sohn wird durch das Hexenritual entranzt, und die restlichen Sumpfranzen lassen sich leicht vertreiben… weil sie… äääh… jetzt keinen Hunger mehr haben… oder so.

Danach folgt ein Schnitt, und wir befinden uns in Rommilys, wo wir mit Hesinja erfahren, dass sie keine Weihe mehr erfahren kann, da sie bereits von Travia persönlich geweiht wurde.

Die Geschichte selbst passt schon in die aventurische Welt und wohl auch ins Bornland, zumal sich der Autor wirklich Mühe gegeben hat, die auftauchenden Zauberfähigen an die Beschreibungen der Welt anzupassen. Trotzdem wirken gerade die Beschreibung des Brabakers und das, was er so von sich gibt, irgendwie aufgesetzt. Das mag man noch verzeihen. Was aber viel kritischer ist, ist die Lebensbeichte von Swinja. Die Hexe plaudert mit dem Mädchen munter über Geheimwissen der Hexen, wie zum Beispiel ihre Geburt aus einem Ei, als wäre das völlig normal. Diese Indiskretion ist zumindest in meinem Aventurien unverzeihlich.

Von Adverben & Aalen

Der Sprachstil wirkt oft holprig und ein wenig zu sehr gewollt. Das liegt gerade daran, dass Hesinja nicht weint und nur selten geht, dafür heult, flennt, stolpert, huscht usw. Wir halten also fest: Frau Nofftz besitzt ein Synonymlexikon und weiß, wie man es benutzt. Schade nur, dass sie ihrer Protagonistin damit keinen Gefallen tut. Wenn sie einfach mal nur weinen würde, was ja angesichts der Situationen, in denen sie sich wieder findet, durchaus verständlich ist, wäre es vielleicht nicht ganz so schlimm, aber durch das ewige „Heulen und Flennen“ wird es irgendwann wirklich nervig. Diese Verben haben einfach zu viel Färbung, um neutral gelesen zu werden. Jedes Mal, wenn Hesinja zu weinen anfängt, wird es durch die Wortwahl zu einem mittelschweren Heulkrampf.

Stephen King sagt, im übertragenen Sinne, in seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“, dass er eine Abneigung gegen das Adverb an sich hat. Wenn man ein passendes stärkeres Verb hat, sollte man immer das nehmen und gut ist. Er sagt aber auch, dass es ihm lieber ist, nicht zu viele starke Verben zu verwenden, weil man die Szene so stark gestalten sollte, dass man im Prinzip das ganze Buch mit „sagen“ auskommen kann und stärkere Verben (z. B. „schreien“ oder „flüstern“) erst benutzt, wenn man etwas wirklich betonen will. Ich habe hier das erste Mal begriffen, was er damit gemeint hat.

Leider ebenfalls von verbalem Ungeschick betroffen ist die Sexszene. Im Zusammenhang mit der Geschichte finde ich, dass eine solche Szene durchaus sinnvoll eingebracht werden kann, auch in einer expliziteren Form. Aber man sollte sich als Autor trotzdem kritisch fragen, ob man hierzu in der Lage ist.  Sex im Roman ist eine diffizile Angelegenheit, und es ist klar, dass Worte wie „Penis“ darin vorkommen müssen. Wenn man das partout nicht schreiben möchte, dann sollte man, trotz allem, Vergleiche mit Meerestieren jeglicher Art meiden. Sonst kommt es nämlich zu Blüten wie der Folgenden:

Schnell befreite sie ihn nun von seiner Hose, während er ihr das Kleid schier vom Leibe riss. Bei ihm ragte nun etwas auf, was sie im ersten Moment an einen Aal erinnerte. Das war es, was bei Kerlen die Hose ausbeulte? Ihr Ekel währte nur kurz, denn er lehnte sich etwas zurück und zog sie genau über sich, sodass die Spitze seines „Aals“ in ihre Spalte geriet. Diese Berührung raubte ihr fast das Bewusstsein.

Es tut mir ja wirklich leid, aber aus meiner Perspektive kann man es wirklich nicht viel falscher machen. Ich würde es ehrlich gesagt auch vorziehen, nicht lesen zu müssen, dass ein Penis dazu in der Lage ist, frau die Sinne zu rauben. Das ist irgendwie zu… sagen wir einfach, da revoltiert sogar die unterentwickelte Feministin in mir. 😉 Wenn man des Weiteren betrachtet, wie Hesinja als Figur angelegt ist, drängt sich einem die Frage auf, wieso es nötig war, eine weibliche Hauptfigur zu wählen, wenn sie sich nur wenig bis gar nicht über das Klischee des weinerlichen, intriganten Teenagermädchens hinaus bewegt.

Protagonistin zwischen Kohlköpfen und Intrigen

Hesinja ist als Fokusfigur für den Plot eine merkwürdige Wahl, weil sie nicht so richtig aktiv tätig wird. Sie ist eher ein Instrument des ein bisschen stiefmütterlich behandelten Plots, das nie etwas selbst macht, sogar in den entscheidenden Szenen nicht. Im großen Finale bei der Rückverwandlung von Pettar ist sie zuerst ein Gefäß für Travias Willen und hat nicht so recht Erinnerungen an das, was passiert ist, und bei der Fertigstellung des Tranks ist sie aufgrund fehlender Kenntnisse nur die Handlangerin. Sie darf schließlich nur umrühren und Pettar den Trank einflößen, weil die eigentlich agierende Hexe gerade mit etwas anderem beschäftigt ist.

Fakt ist, der arme Kerl wurde befreit, aber wieso rettet dies eigentlich das Dorf? „Einfach weil“, denn was genau geschieht, wird nicht erzählt. Außerdem haben wir so, ganz nebenbei, endlich auch den potentiellen Ehemann für die arme Hesinja.
Was darüber hinaus auffällt, ist, dass der ganze Komplott erzählerisch abgehandelt wird. Hesinjas Rolle ist weitgehend die, dass sie durch passende Fragen ein Umfeld schafft, in dem die Geschichte erzählt werden kann. Das ist leider nicht halb so spannend wie einer „gehandelten“ Geschichte zu folgen, in der der Ausgang für den Leser noch offen ist.

Auf der anderen Seite bekommen wir einen intensiven Blick auf das alltägliche Leben einer Leibeigenen im Bornland, die versucht, ihren Platz zu finden. Wenn man nur den Raum betrachtet, welchen dieser Teil der Geschichte einnimmt, legt die Vermutung nahe, dass dem Autor diese Charakterstudie wichtiger ist als die mitreißende Erzählung einer Geschichte.

Also wenden wir uns der Beschreibung der Lebenssituation zu. Diese hat ihre Längen, weil die Figur dazu neigt, in langen inneren Monologen vor sich hin zu jammern. Hier übertreibt der Autor meiner Meinung nach sehr. Um uns zu verdeutlichen, was für ein armes Wesen Hesinja ist, beschreibt er, wie ihr auch nach zehn Jahren auf dem Weg durchs Dorf am Pranger immer noch die Knie weich werden. Das ist einfach ein bisschen zu viel Drama. Sich nach zehn Jahren mit so was immer noch so zu quälen – naja. Wenigstens eine gewisse Abstumpfung hätte ich da schon erwartet. Genau so verhält es sich aber auch mit vielen anderen Szenen. Ich habe das Gefühl, dass Alexander Nofftz es einfach zu gut meint und daher versucht, seine Leser mit der Nase auf das Offensichtliche zu stoßen.

Bei aller Detailverliebtheit bleibt aber leider die Entwicklung der Figur auf der Strecke. Mir fehlt da ein Lernprozess. Hesinja lernt einfach nicht, sich zurück zu nehmen und wie eine angehende Traviageweihte zu handeln. Ständig ist sie damit beschäftigt, Situationen auszuweichen oder sich für diverse Nickeligkeiten zu rächen. Sie sucht keine (erwachsene) Klärung der Situationen, sondern verharrt pubertär in der Opferrolle bzw. fängt an, selbst zu intrigieren und Unfrieden in den Haushalt zu bringen. Sie treibt dann schließlich ihren Rachefeldzug auf die Spitze, so dass Mew Wulfski durch ihre gefälschten Hinweise zu Tode kommt. Das alles passt bei einer Person, die insgesamt zehn Jahre traviagefälliger Erziehung, und davon geschätzte fünf Jahre Noviziat, hinter sich hat, einfach nicht in mein aventurisches Weltbild.

Die Sache mit der Reue…

Damit kommen wir auch wieder zum Ende der Geschichte. Das hat mir tatsächlich kurz die Sprache verschlagen. Die ganze Zeit über hat Hesinja keine echte Reue oder Selbstreflexion gezeigt, aber am Ende wird sie von Travia persönlich geweiht?! Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Götter einem Sünder verzeihen, aber die Grundvoraussetzung dafür sollte schon Reue sein, die nicht auf Zukunftsangst fußt. Und hier in diesem konkreten Beispiel fehlt einfach die Reflexion, „Wieso habe ich das gemacht“ und „Was lerne ich jetzt daraus“. Davon fehlt bei Hesinja jede Spur.

Die Kleine intrigiert und stört den Frieden des Heims, begeht Ehebruch, lügt und freut sich hämisch über Strafen, die die anderen bekommen – das ist einfach kein Verhalten, wie es eine Gläubige an den Tag legen sollte. Eine Travianovizin erst recht nicht. Aber all das wird vergeben, allein aufgrund eines nicht reflektierten schlechten Gewissens, so dass es statt eines Frevlermals die Weihe gibt.

In dem Gespräch, in dem sie die Hexe dazu überredet, das Dorf zu retten, bringt Hesinja explizit noch mal zum Ausdruck, dass der gemeinsame Geliebte den Tod verdient, der Rest von Salsweiler jedoch nicht. Weshalb verdient Joost das eigentlich? Weil er sich der üblichen Heiratspolitik schuldig macht und eine politische Ehe eingeht? Oder vielleicht, weil er das emotional unausgeglichene Ego einer Eigeborenen verletzt? Oder weil er Hesinja verführt hat und sie ihm die Schuld an ihrem unmoralischen Verhalten gibt? Opfert sie hier etwa einen Einzelnen für das Wohl der Gemeinschaft? Das wird wohl ungeklärt bleiben, aber jede dieser Thesen scheint mir eine Weihe auszuschließen.

Fazit

Dieser Roman ist für mich definitiv kein Glanzstück im Regal und sei höchstens denen empfohlen, die Lust darauf haben, eine leibeigene Magd zu spielen.

Aufgebrochen mit 9 Einhörnern hat sich das erste bereits nach dem Prolog mit den dämonischen Schneeflocken verabschiedet. Das zweite und dritte Einhorn haben das ewige Gejammer nicht mehr ertragen können und sind zurück in den Wald getrabt. Ein Einhorn musste mit Gewalt davon abgehalten werden, Hesinja das Mal des Frevlers mit seinem Horn persönlich aufzuprickeln. Zwei Einhörner haben sich mit ihren Hufen in dem löchrigen Plot verfangen und hatten dann keine Lust mehr, wieder aufzuschließen. Das siebte Einhorn wurde ganz grün ums Maul, als Hesinja Pettar zurückholte, und es ist hinter einem Gebüsch verschwunden. Das achte Einhorn hingegen ist in Rommilys auf Kitsch ausgerutscht. Wir wünschen ihm an dieser Stelle erneut gute Besserung. So bleiben die Rezensentin und das letzte Einhorn, das B-Movies nicht komplett abgeneigt ist, kopfschüttelnd zurück, um die Wertung abzugeben.

Über Wölkchen

Das Wölkchen ist seit 1993 leidenschaftliche Aventurierin mit einer kleinen Vorliebe für Al’Anfa, das Mittelreich und die Elfen. Die größte Stärke von DSA liegt ihrer Meinung nach in der lebendigen Welt und dem dichten Hintergrund.
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35 Kommentare zu Salsweiler

  1. Diddi sagt:

    Schönen Dank für die Rezension, war sehr unterhaltsam zu lesen.

  2. Hmm, also das mit den stilistischen und sprachlichen Mängeln gebe ich zu. Liegt vor allem darin begründet, dass ich aus zeitlichen Gründen im letzten Teil ohne Testleser auskommen musste. Aber zu den anderen Punkten möchte ich etwas sagen.

    Thema Reue. Hesinja hasst sich regelrecht selbst für den Ehebruch und wagt es nicht mal, sich ihrer Ziehmutter und Mentorin gegenüber zu öffnen. Später versucht sie sich das Leben zu nehmen und tut danach alles, um den von ihr verursachten Schaden wieder gut zu machen. Wie eine Märtyrerin bricht sie nach Salsweiler auf…

    Thema Hexengeheimnisse: Dachte, es käme rüber, dass Swinja reichlich Probleme mit ihren Mithexen hat. 

    Der Brabaker: Ein SC aus einer meiner Gruppen. Hab ihn als Osterei eingebaut. ^^

    Und nun zur Erotikszene: Glaubst du, so ein Kerl hätte auch nur eine Sekunde bei mir überlebt? Umso mehr Spaß machte es, diese Verführung zu schreiben… Aber interessant, in welche Schublade man gesteckt wird, nur weil der Roman unter einem männlichen Namen erschienen ist. Weiß übrigens bis heute nicht, wer das verbockt hat, aber das Spielchen mitgespielt und auch ein männliches Foto reindrucken lassen. Auch wenn ich das inzwischen bereue…

    Auf jeden Fall herzlichen Dank für deine Mühe, eine so umfangreiche und begründete Kritik zu schreiben. Bekommt man leider selten und fast immer nur dann, wenn irgendwen irgendwas nicht gefallen hat. *seufz*

    • Lucian sagt:

      Kopf hoch Alexandra! Ich kauf’s mir trotzdem! 😀

      • Ach Quatsch. Meinst echt, ich sei so zart besaidet? ALLE haben mir von einem Travia-Roman abgeraten, selbst Uschi Zietsch, die von DSA quasi keine Ahnung hat. Dabei fand ich gerade die Travia-Kirche als Konfliktträgerin immer spannend – auf der einen Seite der strenge Moralkordex, auf der anderen das reale Leben… Das war eigentlich Thema meines Romans, aber egal…

        Es existiert ein Konzept für einen Roman, der Swinjas Geschichte erzählt und klar macht, warum sie auf die Hexenwelt scheißt. Aber weder hab ich konkret Zeit zum Schreiben, noch ist es eingereicht, also geht davon aus, dass der Roman nie erscheint.

  3. Und wie gesagt, die eigenen schreibtechnischen Mängel so liebevoll wie in dieser Rezension aufgezeigt zu bekommen, hatte ich bisher nur in Schreibseminaren – und genau deshalb nehme ich diese Rezi (nach Klärung gewisser Punkte) positiv – weil meistens kommt immer nur: „Boar, dein Roman war so scheiße…“

  4. Ach, übrigens…

    http://facebook.com/alexnofftz
    http://Twitter.com/alexnofftz

    Alex Nofftz steht auch in meinem Vertrag und so sollte der Roman erscheinen (wie man unschwer sieht). Weiß nicht, wer mir ein Ander angedichtet hat, aber mein Rufname ist die Aki! ^^

  5. Theaitetos sagt:

    Vielleicht mag Wölkchen auch nur die Extreme*, schließlich sind ihre Rezensionen zu Aldarin und Salsweiler die einzigen auf Nandurion mit maximaler bzw. minimaler Punktzahl. Ich bspw. fand Aldarin nicht gut und habe ihn als unterdurchschnittlich bewertet, während mir Tie’Shianna, der andere Hochelfen-Roman, sehr gefallen hat, auf Nandurion aber mit 5 und 7 Punkten weit hinter Aldarin liegt.

    Salsweiler selbst war mEn durchschnittlich, weder mit nennenswertem Ausschlag nach Oben oder Unten. Dass Travia und ihren Dienern einmal etwas Liebe entgegengebracht wird, fand ich mutig, und auch die Darstellung der bornischen Leibeigenschaft ist etwas, an das sich viele nicht herantrauen, da es dort für unser modernes Empfinden eben nicht heldenhaft/wie im Märchen/der Fantasie zugeht, sondern wirklich rau. Die Handlung dümpelte mittig etwas dahin, ist aber konsistent und nachvollziehbar. Und von den Szenen, die der Rezensentin so missfielen ist mir keine als schlecht in Erinnerung geblieben. Zugegeben, das mit der persönlichen Weihe durch Travia empfand ich auch als absolutes No-Go, aber nicht aufgrund fehlender Reflexion der Protagonistin, sondern weil es einen bedeutenden Bruch des DSA-Kosmos bedeutet, in dem die Primärliturgie etwas sehr, sehr wichtiges ist.

    Eine Frage an die Autorin: Du wirst selbst in der Perrypedia, die du ja gegründet hast (oder nicht?), als Benutzer:Alexander Nofftz aufgeführt und nicht als Benutzerin:Alexandra Nofftz (und im Wiki Aventurica genauso). Ist dir das so lieber? Falls nicht, willst du dann nicht den Artikel über dich im Wiki Aventurica verschieben oder anpassen?

    *Man kennt es ja: Frauen müssen auf dieser so stark eulenmännerdominierten Webseite mit harten Bandagen kämpfen. Damit tut sich Nandurion keinen Gefallen. =P

  6. Xeledon sagt:

    Ich finde die Rezension sehr schön und nachvollziehbar geschrieben (zumal sie in mir interessanterweise ein Interesse weckt, den so geschmähten Roman zu lesen… ist das nun meine masochistische Ader oder lese ich aus der Beschreibung irgendwas raus, was mich im besonderen anspricht?). Allerdings passt die Bewertung, die letztlich drunter steht, in meinen Augen nicht recht ins Bild und ist zu extrem ausgefallen. Irgendwie frage ich mich, wenn dieser Roman mit einem Punkt abgevespert wurde, welche Note dann gewisse andere verdient hätten – und ich fürchte, das würde eine Erweiterung der Punkteskala in den negativen Bereich hinein bedingen…

    • Josch sagt:

      Es gibt da immer noch die Möglichkeit von Null Punkten, die wir vielleicht mal bei einer HuK-Jubiläumsrezension ausschöpfen.

      • Xeledon sagt:

        Ich habe immernoch den Verdacht, dass der Band besser ist als sein Ruf und er mir persönlich sogar gefallen könnte. Tatsächlich steht er nach „Wege des Entdeckers“ auch als nächstes auf meiner „zu lesen“-Liste, vielleicht lasse ich mich dann ja auch zu einer Gast-Rezension hinreißen… ;o)

  7. Wölkchen sagt:

    *lol*

    Ich gewöhne mich gerade an japanische Literatur, da war es für Aldarin wahrscheinlich leichter, mich sehr zu begeistern. 😉

    Ich bin halt auch nur eine Leserin und kann die Geschichten die ich lese nur aus meiner Perspektive beurteilen. 😉

    @Alex ich hoffe das deine ersten Reaktion nicht sarkastisch gemeint war. Ich wollte Dich in keiner Form angreifen, wenn das bei Dir so angekommen ist, weil ich etwas launiger geschrieben habe, tut es mir wirklich leid. Ich dachte, wenn ich versuche nüchterner zu schreiben, würde es viel eher den Eindruck von äääh ja, Boshaftigkeit oder Häme haben.

    @der Sex Was die mikroFeministin in mir auf die Palme getrieben hat, ist die nahende Ohnmacht. Mit der Form der Anmache selbst, kann ich gut leben. Das kleine Mädchen auf merkwürdige Anmachen anspringen, steht leider völlig außer Frage.

    Travia ansich und auch das moralische Dilemma finde ich per ziemlich cool und hätte ich in „Drama“ Form auch gerne gelesen. Ich finde einfach, dass Du die Hexe und den Rest nicht unbedingt in der Form gebraucht hättest. Ich hatte ja bereits angedeutet, dass ich schon den Eindruck hatte, dass Du lieber einen Gesellschafts-/Bildungsroman (oder wie auch immer die Literaturwissenschaft das jetzt nennen will) geschrieben hättest. So wie es aktuell ist, ist es irgendwie nicht halbes und nichts ganzes und das ist echt schade.

    Mich würde wirklich brennend interessieren, von welcher Lesergruppe man bei DSA Romanen ausgeht.

    • Arduinna sagt:

      Laut Werner Fuchs ist die „Lesergruppe“ größtenteils zwischen 30 und 40 und eher männlich als weiblich. Aber auch das war, glaub ich, nur grob übern Daumen gepeilt. (Ich musste ihn mal fragen, um herauszukriegen, ob orgiastisch zertretene Krustentiere das Lektorat überleben oder ob auch bei DSA-Romanen der „Trend“ zur All-Age-Fantasy geht … *_*)

    • @Alex ich hoffe das deine ersten Reaktion nicht sarkastisch gemeint war. Ich wollte Dich in keiner Form angreifen, wenn das bei Dir so angekommen ist, weil ich etwas launiger geschrieben habe, tut es mir wirklich leid. Ich dachte, wenn ich versuche nüchterner zu schreiben, würde es viel eher den Eindruck von äääh ja, Boshaftigkeit oder Häme haben.

      Nein, das passte ja. Wie gesagt, Meinungen sind verschieden. Ich wollte nur gewisse Dinge klarzustellen und ich finde ganz ehrlich, dass 1/9 Punkten eindeutig zu hart sind. Aber deine Sache… Zumindest hatte deine Bewertung um einiges mehr Wert als die auf Amazon.de, wo sie im Prinzip aus dem Wort „langweilig“ aufgrund der Küchenszenen bestand. Richtig kichern musste ich bei der mit 4/5 Sternchen, wo ich die Höchstwertung nur verpasste, weil in Regelbuch X auf Seite Y etwas anderes steht. xD

      Ich weiß, dass Joosts Verhalten den Regeln zur Leibeigenschaft widerspricht, aber sein Despotismus besteht ja gerade dahin, dass er der Meinung ist, hier in der Wildnis schalten und walten zu können, wie er will. Und der lange bürokratische Weg nach Rommilys und Festung scheint ihm ja Recht zu geben…

      @der Sex Was die mikroFeministin in mir auf die Palme getrieben hat, ist die nahende Ohnmacht. Mit der Form der Anmache selbst, kann ich gut leben. Das kleine Mädchen auf merkwürdige Anmachen anspringen, steht leider völlig außer Frage

      Welche nahende Ohnmacht? Eigentlich ist sie reichlich besoffen. Dass sie nichts verträgt, habe ich mehrere Male erwähnt, z.B. direkt im 1. Kapitel. Und glaube mir, ich bin keine Mikrofeministin, sondern eine ganz große. Sagt dir der Kegelklub was? ^^

      • Achja, und wenn die Szene, wo sie Lumin aus dem Bett wirft, nicht irgendwie latent männerfeindlich ist, weiß ich auch nicht. 😀

        • Wölkchen sagt:

          Es geht mir nicht um Männerfeindlichkeit oder Feminismus oder so. 😉
          Es geht mir ehrlich gesagt nur, um den konkreten Satz, den ich auch zitiert habe. Um es mal ganz unschön zu formulieren : Schwanz rein -> Frau ohnmächtig wegen Reizüberflutung 😉

          Das erinnert mich einfach zu sehr an dieses abgedroschene Klischee, dass eine Männerhasserin nur noch nie richtig befriedigt wurde. Das ist eine der wenigen Sachen die mir echt die Hutschnur hochgehen lassen.

          • Wieder eine Sache, die du völlig falsch verstanden hast. Ich habe den restlichen Abend ab dem „Eindringen“ auf genau einen Satz reduziert, weil ich eben keinen Porno schreiben wollte. Also wo du da rausliest, dass sie ohnmächtig geworden ist, ist mir absolut schleierhaft…

          • Ach jetzt hab ich verstanden. Weil dir die Formulierung „raubte ihr fast das Bewusstsein“ persönlich nicht in den Kram passt, hast du so eine schlechte Bewertung gegeben. Naja, ein Buch nach einem Nebensatz zu beurteilen ist natürlich Top… *kopfschüttel*

          • Feyamius sagt:

            Und jetzt hat die Baumstruktur glücklicherweise ein Ende, denn wir bewegen uns hier nun auf ganz dünnem Zweig. 😉

          • Wölkchen sagt:

            Ich denke, aus der Rezension geht klar genug hervor, dass dies nur einer der Punkte war, die mich an dem Roman gestört haben. Die schlechte Gesamtwertung ergibt sich aus dem Gesamteindruck.

  8. Josch sagt:

    @Theaitetos & Xeledon: Punktwertungen sind halt so ’ne Sache. Sie sind zwischen den Rezensenten nur in Grenzen vergleichbar (ich glaube z.B., bei mir wären „3“ Punkte ein härteres Urteil als bei Wolkentanz) und sie suggerieren Objektivität (weil schön mit Zahlen und so), obwohl sie auch nur den Eindruck des Rezensenten noch einmal zusammenfassen und ggf. etwas zuspitzen oder abmildern. Für den Leser weitaus informativer sind m.E. immer die geschriebenen Texte, und man kann auch aus einer 1er Rezension erkennen, dass man an dem derart drastisch kritisieren Buch vermutlich seine Freude haben wird oder aus einer 9er-Rezension ablesen, dass das gelobte Buch nix für einen ist (Elfen – Pfuibah!!!111elf).

    Dass Rezensionen nun einmal zu einem guten Teil Geschmacksurteile beinhalten und Unterschiede zwischen den Rezensenten, bei allem Bemühen um gemeinsame Standards, unvermeidbar sind, ist vermutlich eine Binsensweisheit. Von daher ist es ja auch immer ein Gewinn, wenn es mehrere Rezensionen zu einem Produkt gibt, die es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wenn also noch jemand Lust hat, uns eine zweite und abweichende Meinung kundzutun – immer her damit. Ich denke, davon würden alle profitieren.

    Schlussendlich: Ein schwungvoll geschriebener Verriss zeigt doch auch vor allem, dass die Rezensentin sich intensiv und emotional mit dem Werk auseinandergesetzt hat, und das ist doch alle Mal besser als totale Indifferenz, oder? (Ich weiß, ich hab da leicht reden, mir würde vermutlich das Herz bluten, wenn jemand etwas, das ich schreibe, zerpflücken würde). Ich hoffe zumindest, dass sich gerade deshalb auch Leser angestachelt fühlen, selbst einen Blick in den Roman zu werfen, um zu prüfen, ob Wolkentanz Urteil gerechtfertigt ist oder nicht. Hinweise darauf nehmen alle Nanduriatinnen und Nanduriaten gerne entgegen 🙂

    • Xeledon sagt:

      Da hast du meine volle Zustimmung, zumal ich von meinen anderweitigen Freizeitaktivitäten (Schleichwerbung) das Problem mit Punktewertung durchaus aus eigener Erfahrung kenne. Ich sehe den Text auch stets als wesentlich wichtiger an und wie bereits erwähnt, gefällt der mir in diesem Fall auch extrem gut, weil er alle Merkmale einer guten Rezension aufweist: Es wird eine persönliche, subjektive Meinung geäußert, die auch einen Widerspruch als akzeptable Reaktion erkennen lässt, die Meinung wird gut und nachvollziehbar begründet und man erkennt eine intensive und faire Auseinandersetzung mit dem behandelten Produkt.
      Trotzdem haben natürlich auch Punkte-Wertungen ihren Sinn und sollten entsprechend mit Bedacht vergeben werden und letztlich auch den Text wiederspiegeln, letzteres scheint mir eben in einem leichten Missverhältnis zu stehen, was aber nicht als böswilliges Gemeckere gemeint ist, sondern einfach als Ratschlag, in Zukunft noch ein wenig an der Feinjustierung der eigenen Punkteskala zu arbeiten. :o)

      • Josch sagt:

        So hatte ich das auch verstanden 🙂 Und die Feinjustierung ist wirklich eine echte Herausforderung, ich sehe bei mir z.B. immer einen Zug zur Mitte (4-6), in der sich irgendwie fast alles einpendelt, das ist auch nicht ideal. Sind halt häufig „einerseits, andererseits“-Rezensionen, vielleicht bin ich aber auch nur nicht so begeisterungs- und/oder ärgerfähig wie manche meiner geschätzten Kolleginnen hier 😀

  9. Alriklas sagt:

    @Josch: Salsweiler oder HuK? 😉

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