Aventurischer Bote #155

Das Südquartier. Kurz nach Sonnenuntergang. Die Frisur sitzt. Drei-Wetter-Tarf.

Der 155er Bote brachte einige Neuerungen, denn er ist der erste, der zum neuen Preis von 3,90 Euro und im Kombi-Abo erhältlich war, und er überrascht den Leser auch mit einem deutlich aufgestockten inneraventurischen Teil.  Passend dazu hat auch der Boten-Disput diesmal einiges Neues zu bieten. Salaza und Wolke zeigen sich mit dem Konzept des Nandurion-Ehegatten-Splittings in Experimentierlaune, und der dialogischen Form konnten sich auch Vibart und Josch nicht an allen Stellen erwehren.

Des Weiteren haben wir als besonderes Feature dieses Mal aus aktuellem Anlass ein garantiert 100 pro centum seriöses und einsteigerfreundliches Bauerngaming-Abenteuer für Myranor zum Download am Start, das ihr weiter unten im Abschnitt zum Myranor-Abenteuer „Isjolf der Spalter“ findet. Und natürlich gibt es auch diesmal wieder ausreichend sinnfreie Links und musikalische Untermalung. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Cover

Episches! Haar!  (Josch, mit Dank an Judith C. Vogt)

Vibart: Wer läuft da vorn? Ist es wirklich Prince Charming? Oder doch eher Ash aus „Army of Darkness“? Es könnte auch der verschwundene Halbbruder von Sean Bean sein! Egal, er hat breite Schultern, ein griffbereites Schwert und offensichtlich Ärger mit Garether Straßenräubern und einem übel gelaunten Gargoyle. Und er ist nicht nackt! Gefällt mir.

Wolke: Hesinde sei’s getrommelt und gepfiffen, Vibart hat Recht, das ist Bruce Campbell!

Salaza: Nee… das Kinn! Der hat nicht genug Kinn für Bruce!

Wolke: … äh ja, das Bild selber finde ich eigentlich echt gut. Man sieht ein paar Straßenecken, es gibt erstaunliche Details, wie Pfützen und Kopfsteinpflasterandeutungen und noch ein paar eher nebulöse Passanten, total gut. Die Frau ist keine Schönheit, und die Verfolger rundherum irgendwie gut verteilt. Nette Szene.

Salaza: Und ein garstiger Gargyl! Ich mag Gargyle.

Wolke: Ja, ich mag Gargyle auch. Könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich um Gareth handelt (muss aber natürlich nicht). Die hatten ja vor ein paar Jahren da so eine überraschende Gargylenplage. Wenn ich aber noch mal zu Bruce zurückkommen darf, der sieht irgendwie komisch aus. Der Körper sieht wenigstens 25 kg schwerer aus, als die eher hageren Gesichtszüge vermuten lassen. Das macht es insgesamt zwar nicht kaputt, aber irgendwie näk. Bruces Gesicht und Hand sind sowieso das Einzige, was im Gegensatz zum Rest der Szene anscheinend noch Tageslicht hat. Ist aber sicher kein schlechtes Cover.

Der Nandusgeweihte Stratege

Nandus by Nature. Brütend über der Frage, wie man den Korjüngern am Besten auf den Spieß tritt.

Vibart: OK – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage: Aber das Burgfräulein aus dem letzten Boten gefiel mir nicht nur optisch besser. Man könnte sich jetzt darüber auslassen, dass sich diese Figur eigentlich gar nicht „Stratege“ nennen dürfte, da er sich laut Beschreibung nur mit operativen und taktischen Aspekten herumschlägt, aber ich soll ja nicht immer so kleinlich sein. Positiv: Endlich mal ist die alte Streitfrage geklärt, wer in Aventurien transzendent für die moderne Kriegsführung zuständig ist. Negativ: Irgendwie ist der Typ unsympathisch, und so richtig den Mehrwert erkenne ich nicht. Und ich fürchte bei dem Verhalten wird dieser Zweig der Nanduskirche früher oder später mit einer dicken Fresse durch Aventurien wanken. Zumindest wenn er auf die Kor- oder Rondrakirche stößt.

Josch: Klugscheissermäään, wenn es darum geht, die andere Gruppe gepflegt zu Kleinholz zu verarbeiten, ohne sich die geweihte Kutte zu besudeln. Besserwisserboy Josch sagt: Entgegen des Covers gar kein Archetyp, sondern eine ausführlich beschriebene Professionsvariante. Aber: Ist es wichtig? Vermutlich nicht. Insgesamt passt das Kerlchen nicht so recht in mein Aventurienbild. Ich hätte nicht gedacht, dass die Kirchen sich so klar ins politische Geschehen einmischen. Das kann ich aber dem Text nicht vorwerfen, das war schließlich schon in WdH so angelegt. Ansonsten frage ich mich, ob die Nanduskirche vorhat, in Zukunft für alle Berufsbereiche Spezialisten auszubilden, die  einen auf dicke Hose machen und den anderen ordentlich an den Karren fahren. Man denke etwa an:

  • den nandusgeweihten Extremzuckerbäcker
  • den nandusgeweihten Edelstricher
  • die von Nandusgeweihten über Drittmittel finanzierte Exzellenzinitiative „Dämonologie in mesokosmologischer Perspektive: methaphysische Grundlagen, pragmatische Anwendungen, ethische Grenzen“ an der neu gegründeten Beilunker Akademie der Wissenschaften.

Alles in allem kann der Geweihte aber eine interessante Option sein, wenn man eine längere Kampagne spielt, in der die Helden hinreichend Einfluss auf ein Kriegsgeschehen nehmen können. Ansonsten halt eher nicht. Nett geschrieben ist der Artikel auf jeden Fall, auch wenn das fehlende Wort im ersten Zitat der herablassenden Art eine ironische Note verleiht. Schöne Illustration, v.a. die Art und Weise, wie die Aventurienkarte eingebaut worden ist, gefällt mir. Ich wundere mich nur, welche Schlacht da gerade geplant wird  und harre gespannt der Dinge, die da kommen.

Wolke: Bevor ich jetzt überhaupt etwas lese… wird da jetzt tatsächlich mal ein geweihter Stratege besprochen? Nachdem sich endlich ‚rum gesprochen hat, dass Rondra die Göttin der Ehre und des Zweikampfs ist, und die Schusswaffenverweigerung auf dem Schlachtfeld taktische Nachteile mit sich bringt?

Salaza: Ich habe jetzt tatsächlich kurz „Göttin der Ehe“ gelesen… Aber gut, dass Rondras Lunte eher kurz brennt, war ja schon länger klar. Dann will ich doch mal sehen, wie sich diese kühl denkenden Nandus-Strategen ins Bild einfügen. Leidenschaft ist ja nicht so deren Sache. Da dürften Konflikte vorprogrammiert sein…

Wolke: Hnn, überzeugt mich irgendwie nicht so. Und schreibt sich „vage“ jetzt eigentlich tatsächlich mit „w“? 7 GP für einen geweihten Klugscheißer. Und wie viele davon braucht man eigentlich? Ich meine, wie viele von denen können aventurienweit gebraucht werden? So viele kriegerische Auseinandersetzung gibt es zwischen Al’Anfa und dem Horasreich jetzt auch nicht. Die müssen noch eine andere Betätigung haben, sonst gibt es fünf von denen, die viel Zeit damit verbringen, andere Leute anzuranzen. Das war tendenziell irgendwie eher „state the obvious„, vielleicht jagen die ja auch in ihrer Freizeit Wegelagerer oder so…

Salaza: Die Kosten stimmen zumindest. Und der Artikel geht grundsätzlich auf die zu erwartenden Konfliktlinien ein, gerade zur Rondra- und Kor-Kirche. Wobei der arrogante Ton in den Zitaten für mich eher nicht K-L-U-K klingt, bei einem Nandusgeweihten würde ich da mehr diplomatische Schläue erwarten. Dass er aber grübelnd über der Karte steht, hat wohl eher etwas mit der auf dieser verwendeten Sprache zu tun. Die kommt bestimmt aus Uthuria…

Wolke: Ja richtig. Das, was der da von sich gibt, klingt eher so angriffslustig, wie ich es von dem geschmähten Korgeweihten erwarten würde. Der Typ ist doch ein Fall für die Axt.

Salaza: In den Tulamidenlanden auf jeden Fall. Aber der Kernbereich wird ja auf das Horasreich, Almada und Al’Anfa gelegt. Das halte ich schon für sinnvoll. Andererseits kann man sich natürlich fragen, inwieweit gerade die alanfanischen Heerzüge der letzten Jahre, sollten sie irgendwo durch die Hirnwindungen alanfanischer Nandus-Strategen bedingt gewesen sein, für diese sprechen. Oder, vielleicht ist es ja sogar anders herum: Nach unzähligen verkorksten Schlachten muss man jetzt mal auf die Schlauen hören…

Wolke: … öhm… ja, oder ihr Nandusgeweihter war gerade seekrank… oder hat sich von einer hübschen Grandessa ablenken lassen. Man weiß es nicht. Der horasische Admiral war auf jeden Fall schlauer…

Salaza: Vielleicht hatte er auch Ploteritis… soll passieren…

Wolke: Ja! Sehr unangenehm, sehr unangenehm…

Esse & Stahl

Das Eisen geschmiedet, so lange es heiß ist (von Sebastian Wagner)

Vibart: Gelungener Überblick über das Schmieden in Aventurien, gefiel mir beim Lesen. Meine Befürchtungen, mit zwölf neuen Regelvarianten für die persönliche Heldenwaffe gelangweilt zu werden, bestätigten sich nicht. Und auch die Schmiedin von Seite 6 ist einigermaßen realistisch und schmiedet auch nicht aus Zielgruppengründen im Microbikini. Wer mal einen Helden mit Amboss im Gepäck spielen will, findet hier schöne Anregungen zur Ausgestaltung vor. Ich stimme also der werten Familie WolkeSalaza zu, wenn es heißt: eigentlich gut gelungen.

Josch: Schöner Text, der trotz fünf Seiten zum Thema Handwerk nicht langweilig wird, da man den Autoren die Begeisterung für das Thema anmerkt. Für mich zwar streckenweise etwas mehr Infos, als ich brauch, aber ich freue mich auch über die praktischen Überblickskästen, die ich, Doppelabo sei Dank, aus dem PDF herauskopieren kann. Feyamius hat Nandurion mit den Ratschlägen sicher keinen Gefallen getan, alle Beschwerden in Regelfragen also bitte an ihn richten.

Salaza: „Esse und Stahl, von Christian Vogt und Judith Vogt, mit Dank an Daniel Bruxmeier“ Na, das kann ja reiter werden…

Wolke: *chrchrchr* Da musste ich noch nicht mal die Füße heben … Hmmm, okay, der Artikel ist toll. Gibt einem wirklich ’ne ganze Menge Informationen an die Hand. Mir fehlen jetzt eigentlich nur zwei klitzekleine Kleinigkeiten, nämlich zum einen in dem Kasten zu den Werkzeugen noch direkt eine Spalte zu der Preisentwicklung, um alle Infos beisammen zu haben, und zum anderen noch wenigstens ein Halbsatz zu nicht-kriegerischen Schmieden wie Kesselschmieden und Stellmachern oder Küfnern und so. Aber wenn man ehrlich ist, dann interessieren die Spieler die angesprochenen Bereiche ja viel mehr.

Salaza: Ja, der Artikel gefällt mir auch. Gerade die Beschreibung von Techniken und die Einbindung von Fachbegriffen finde ich sehr schön nutzbar. Dabei geht er in meinen Augen aber nicht zu sehr in die Tiefe, was für den Spieltisch auch zu viel wäre. Einige regeltechnische Angaben runden das ganze schön ab.

Wolke: Ja, finde ich auch. Und liest sich wirklich gut.

Salaza: Was ich noch schön gefunden hätte – aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau – wären ein paar Ideen zur Einbindung von Erz-Elementaristen bei der Herstellung des Stahls gewesen und von Erz-Dschinnen als Schmieden (Stichwort: Elementare Kunstfertigkeit). Gerade im tulamidischen Bereich sollte das relevant sein.

Von Kobolden und Hammerwerken

Kobold Ixnex ist unter die Lehrmeister gegangen – Leirix von Punin und 17 weiteren Schelmen gefällt das

Wolke: Ey, wenn der noch einmal Silbe schreibt und dann solche Dinger wie „Ixnex“ (zweisilbig übrigens) oder „epomuk“ (ja richtig, mit schlappen DREI Silben!!11elf!) ‚raus haut, höre ich auf zu lesen… aaaaargh! Ich mag diese Märchenabenteuer eh nicht, aber dann auch noch sowas…

Salaza: Ruhig, junger Padawan. Ich dachte, du wolltest mal einen Schelm spielen? Böte sich doch direkt an… Aber dann bitte ohne eine solche Schnitzeljagd. Und ohne eine Neuinterpretation der Wirkung von „Wahren Namen“.

Wolke: Ich sag nix mehr. Die Idee ist irgendwie… da muss man Bock drauf haben, aber die Umsetzung ist irgendwie Murks. Und ich frage mich, was das Bild zeigt. Ixnex ist doch blauhäutig und grünhaarig. Ich mag ja Kobolde eigentlich echt gerne und Jungschelme erst recht. Aber das ist irgendwie… ne.

Salaza: Das wahr wohl ist. Hmja… Die Problemstellung des Abenteuers – inklusive des Missverständnisses und der Motivation des Kobolds – finde ich tatsächlich sogar gut und schön. Der aufgezeigte Lösungsweg… nun ja, da würde ich sogar lieber einen Korgeweihten gegen eine Armee von Alpschmeichlern antreten lassen…

Josch: Feenflügel hat zwar einige Schwächen in der Plotgestaltung, ist aber stimmungstechnisch eines meiner absoluten Lieblinge, von daher freue ich mich wie ein Koscher Schnitzel, dass Dominic Hladek eine Begegnung vom Wegesrand für dieses Kurzabenteuer aufnimmt und uns zurück in Hammerwerk der Bargelter führt. (Ob Ixnex einen Neffen namens Blixa hat?) Kobold Ixnex hat eines der Kinder bei sich aufgenommen und will es zur Schelmin ausbilden, was zum Konflikt mit der Familie führt. Die Helden sollen hier vermitteln, die vorgesehene Lösung sieht vor, dass man eine Schnipseljagd nach den einzelnen Bestandteilen von Ixnex‚ wahren Namen macht, um dann mit dem Kobold in Verhandlung zu treten. Das Abenteuer enthält eine kurze Plotskizze, Personenbeschreibungen, aber leider keine Karte, was die Vorbereitung für alle, die Feenflügel nicht besitzen, etwas umständlicher als notwendig macht. (Der Ort kann bei Bedarf allerdings auch verschoben werden).

Im Gegensatz zu Wolke und Salaza sehe ich nicht ganz, was das Problem mit dem Lösungsweg sein soll. Es handelt sich hier um ein kleines Abenteuer im Märchenstil, und da gelten m.E. andere Maßstäbe für Stimmigkeit und Motivation. Und dass man Kobolde mit der Kenntnis ihres eigentlichen Namen beeinflussen kann, ist m.W. auch nix Neues, das ging doch schon mit Karabustel in Silvanas Befreiung, oder? Von daher würde ich sagen: ein schönes Intermezzo.

Vibart: Na, ich stimme der guten Wolke zu: Das Abenteuer ist nicht gerade der Hammer, auch wenn ich groß die Attribute „MÄRCHEN“ und „INTERMEZZO“ drüber schreibe. Zum einen finde ich, dass die Idee „Wir-suchen-den-wahren-Namen-des-Kobolds“ gerade überstrapziert wird (siehe auch hier), zum anderen war auch mir nicht ganz klar, wieso die Helden jetzt wissen, dass man bei Nymphe Nina und Elementarwesen Emil eine Silbe gewinnen kann. Die Bezüge zu Feenflügel sind nett. Für mich wirkt das ein bisschen wie eine Hack&Slay-RPG-Aufgabe, nur leider ohne Hacken und Slayen: Gehe die Stationen ab, sammle ein Stück des Horadrimwürfels ein, gehe ins nächste Level. Nicht mein Fall.

Josch: Du hast vergessen: „gehe nicht über LOS, ziehe nicht 4000 Silbertaler ein.“ Oder zumindest ein „Erstich Deine Kumpels!“. Das mit Geisterjahrmarkt war mir nicht geläufig.

Die Götter der Tocamuyac

Statue von Mahimaka. Ist sie zu stark, bist Du zu schwach. (Auch in Tropical und Benbukkel erhältlich!)

Salaza: Hmm… Ich warte ja immer noch auf etwas zu den Utulus… Aber gut. Ein Tocamuyac-Pantheon, das sich an ihre Umgebung anpasst und sie von den Waldmenschen separiert ist auf jeden Fall eine schöne Sache! Mein persönliches Highlight: Conaga, die Rüsselschneckenkönigin!

Wolke: Hm, nicht die weisen Perlen? Mir gefällt es auch gut. Mit den Anregungen aus dem Artikel kann man eine ganze Menge zaubern, denke ich, z.B. kleine, geheime Schreine von Kalole. Ich finde es gut, auch wenn ich anhand der gegebenen Beschreibungen die speziell angesprochene Demut vermisse. Die beschriebenen Rituale liefern die ausgesprochenen Demutsgesten nicht mit. Wenigstens an einem der Beispiele wäre irgendwie nett gewesen zu erfahren, was der Autor darunter denn jetzt genau versteht. Werden die Kalole-Statuen nicht angesehen? Das Ritual zu Ehren von Mahimaka ist ganz nett… aber merkwürdig. Und wenn der Fischer tagsüber raus fährt… ich meine, man merkt doch, von welcher Seite die Sonne einen anscheint, oder?

Salaza: Na komm, der Fischer hat die neue SF „Blindfischen“. Da geht das alles. Man opfert doch nicht einfach jeden Monat seinen besten Fischer! Ich meine, einmal im Monat fährt der beste Fischer mit verbundenen Augen weit raus zum Fischen und soll blind mit vollen Netzen zurückkehren. Das kann spät werden.

Wolke: Und wie überleben die Fische das, bis er zurück ist?

Salaza: Müssen sie doch gar nicht, du Blümchen-Elfe. Die werden nur ans Meer zurück gegeben. Da freuen sich die Möwen! Und zack – gibt es mehr Möweneier zum Essen!

Wolke: Du bist so möwenfixiert, das ist unheimlich. Die schmeißen die Geschenke ihres Gottes einfach wieder ins Meer?

Salaza: Es geht um das Gleichgewicht!

Wolke: Was denn für ein Gleichgewicht? Rechte Seite vom Boot, linke Seite vom Boot?

Salaza: Genau! Produkt der Produkte geteilt durch das Produkt der Edukte! Das lernt doch jeder Alchemist schon im sechsten Lehrjahr!

Wolke: Aaaah! Das verstehe ich! Dann lass uns mal die Reaktionsgleichung aufstellen: Konzentration der toten Fische/Konzentration der lebenden Fische = wütender Gott K, weil man einfach so seine Schöpfung umbringt.

Salaza: Guter Fischer, mehr tote Fische -> Menge der Fische nimmt ab und Fischer fängt weniger Fische. Bis die Fischzahl so niedrig ist, dass der gute Fischer auch nicht mehr fängt und die Fische ihr Niveau halten. Schlechter Fischer, weniger tote Fische -> Menge der Fische nimmt zu, bis auch dieser Fischer so viel fängt, dass die Zahl der Fische konstant bleibt. Beide fangen über den Daumen gepeilt gleich viel, beim guten Fischer kacken aber weniger Fische ins Meer!

Wolke: Äh ja, lass uns mal weiter machen…

Josch: Kurz, knapp und hilfreich auf 1,5 Seiten, wenn auch nicht sonderlich spektakulär. Cool auf jeden Fall: Der rituelle Verwirrungstanz, den die Frauen aufführen, um Mala-Malum in die Irre zu führen. Vor allem mag ich dieses Mehr an Götternamen und Verehrungsformen, ohne dass hiermit das Pantheon mit der Brechstange erweitert wird. So gibt es ordentlich was zu rätseln. In meiner PDF-Version leuchtet Mahimaka recht aggressiv-neon und sorgt so für einen erfrischenden Minzgeschmack. Die Illustration der Frau ist mal wieder möppers ohne Wenn und Aber,  aber ich vermute mal, die Tocamuyac im züchtigen Korsett hätte auch keiner sehen wollen. Die Kommasetzung folgt teils obskuren religiösen Vorschriften.

Vibart: Werter Meister Josch, ich stimme dir uneingeschränkt zu, dass die Spielhilfe eine nette, nützliche Sache ist, aber gerade das Mala-Malum-Ritual finde ich völlig Banane. Die seegebundenen Tocamuyac legen also regelmäßig irgendwo an, wenn irgendwie die Sterne böse blinzeln, und dann rennen ihre Frauen nächtelang mit Fackeln alleine in den Dschungel? Wie kommen die zurück? Verlaufen die sich nicht? Ist das nicht gefährlich? Wieviel Tage machen die das dann? Und die Männer warten so lange mit den Flößen am Strand, trinken Bier und quatschen über Iman? Werden währenddessen nicht 1W6 barbrüstige Floßmädels von Tigern, Kopfjägern und Riesendisdychondas vertilgt? Also für mich: doof ausgedacht. Aber das soll nicht den gut gemachten Rest ins Abseits stellen, insgesamt gibt’s auch von mir: Daumen hoch.

Josch: Wer fragt, dem soll geantwortet werden: „Wie kommen die zurück?“ Zu Fuß. „Verlaufen die sich nicht?“ Ein paar vermutlich, das ist Teil des Deals. „Ist das nicht gefährlich?“ Klar, sonst wäre es auch nicht so spannend. „Und die Männer warten so lange mit den Flößen am Strand, trinken Bier und quatschen über Iman?“ Ähm, das ist in der Tat eine gute Frage. Ich denke mal, sie machen dann das, was immer Tocamuyac-Männer halt so machen, wenn der Satuul sie in Ruhe lässt. Aber das ist in der Tat eine Lücke in der Beschreibung. „Werden währenddessen nicht 1W6 barbrüstige Floßmädels von Tigern, Kopfjägern und Riesendisdychondas vertilgt?“ Nur bei einer 12 auf der zugehörigen 2W6 Zufallstabelle (die allerdings vom Meister noch selbst entworfen werden muss). No risk, no fun!

Vibart: Fanboy! Bääätsch!

Josch: Moderation! Vibart schreibt schon wieder Hasspredigerposts! Darf der das???

Salaza: Ich mach hier mal dicht!

Uthurische Archetypen

Tante Gisela, der Krokodil-Krieger, ist nicht amüsiert (von Christian Schob)

Salaza: Ah! Endlich ein Utulu! Bzw. Uturu? Na gut, sollen ja fast Utulus sein und das heißt ja jetzt auch nicht Utulia… Schön… Harte Sau – bzw. Krokodil -, die nicht gerade rondragefällig kämpft. Ich mag ihn. Der verspeist alanfanische Nandus-Strategen wie Wasserbüffel zum Frühstück.

Wolke: Ja, mir gefällt er auch. Das Krokodil passt gut zu dem Tierkrieger aus dem Dschungel. Ich glaube, ich fände das auch für die Utulu ganz cool, aber dann stellt sich wieder dieselbe lästige Frage wie bei den Zauberzeichen, wieso es das nicht schon vorher gab. Nee, aber das macht einen insgesamt ganz guten Eindruck.  Auch wenn mein Interesse an Uthuria insgesamt eher nicht vorhanden ist.

Salaza: Gesela ist nur zu nah an Gisela. In unserer Runde hätte der seinen Name doch von Anfang an weg. Tante Gisela mit ihrer Krokodilledertasche…

Wolke: Ja! Aber sowas von… die arme Sau. Und bei der stämmigen Figur (laut Beschreibung) würde sich innerhalb kürzester Zeit auch die Frage nach sekundären Geschlechtsmerkmalen stellen. Gesela Bündchen… *kicher*

Salaza: Zumal Korokodile ja auch eher keine sekundären Geschlechtsmerkmale haben… zumindest keine Brüste… passt also zu Magermodels…

Wolke: … ich dachte die Größe? Und irgendwelche sehr männlichen Extrakämme auf dem Schnäuzchen… oder so.

Salaza: Aber er hat einen Hut! Einen Schädelhut sogar! Das würde meinem guten Banga gefallen. Für mehr Hüte bei Kämpfern! Man braucht doch modische Trophäen!

Wolke: Da sehen Schädelkäppchen (mit und aus Schädel) bestimmt auch sehr ansprechend aus… also so wegen des Krokoleders und so. Aber wir schweifen ab. Soll ich uns moderieren?

Salaza: Zu spät: Ich mach hier mal dicht!

Josch: Ich bin hier und habe Hunger. Irgendwie sieht das Bild seltsam aus, dachte ich. Otto Oger mit Krokodilsmütze? Shrek? Wo ist der Esel? Rätsels Lösung: Die Illus sehen im PDF einfach mal alle für den Hugo aus, wie ich nach Vergleich mit dem Printboten feststellen konnte. Was da schief gegangen ist, hat Salaza weiter unten vermutet, und ich teile den Ärger, zumal auch das Lesen des Textes so keinen rechten Spaß macht. Das geht besser. Ansonsten: Nette Ergänzung, für die der Bote der richtige Ort ist. Hoffen wir, dass Uthuria weiterhin gut im Boten unterstützt wird und dass wir das leidige Thema Kinderkrankheiten möglichst schnell hinter uns lassen können. Ich will endlich Lust darauf bekommen, da zu spielen! Auch in der Printversion hat mich an der Illustration noch etwas anderes irritiert, und ich weiß jetzt auch, was: Tante Gisela sieht nämlich ein wenig aus wie Markus Maria Profitlich, nachdem er im lokalen Zoo das Reptiliengehege geplündert hat. Trotzdem nett anzugucken.

Vibart: Quiqueg trifft Crocodile Dundee. An sich eine coole Type, wenn er nicht in die Richtung „Gesela will verwesten Zebrafuß frühstücken“ abdriftet. Kann sicherlich einen spannenden Beitrag zum interkulturellen Austausch in der Uturia-Truppe leisten, von daher: I like.

Josch: Bunga Bunga! Mit dem kann man übrigens auch bestimmt gut „Sagen oder Schlagen“ spielen!

Von den Tulamidischen Reitern und der Ottajasko

Josch: Bericht über tulamidische Reiter und Ottajasko. Irgendwie ein seltsames Zwischending. Kaum Infos über das Spiel, der Text geht schon eher als (sehr) generische Spielhilfe durch. Da ich mich für Nerdplaymobil nicht interessiere, konnte ich das gut lesen. Inwiefern das den an Verbraucherinformationen Interessierten anspricht, bleibt abzuwarten. Aber: die tulamidische Reiterei soll 1000 Mann stark sein? Seriously?

Vibart: Ja, ja, Schicksalspfade, mittlerweile ein regelmäßiger Gast im Boten. ich weiß nicht, ob mich das nicht so langsam nervt. Auch wären mir diese „Special Forces“ nicht als erstes eingefallen, aber eine gewisse Breite im Spektrum muss ein Tabletop-Spiel wohl haben. Kann man auch einfach nicht lesen, muss man aber nicht.

Wolke: Was war Schicksalspfade noch?

Salaza: Arbeitest du nicht bei einem dieser Newskanäle? MINIATUREN!!!

Wolke: Pffff. Zu viele quasi-epische Namen. Meine Gehirnkapazitäten sind wieder komplett abgezogen… Oh, steht aber im ersten Satz für Dummbatze wie mich. Das war jetzt ein kleines bisschen peinlich. Wir könnten das wegeditieren. Oh man, und manchmal ist weniger Satz mehr. Es tut ja auch keinem weh, wenn man in Schachtelsätze Punkte macht. Das hilft sogar beim Leseverständnis. Gab es diese Truppe eigentlich vorher schon? Also die Reiter? Die Ottajasko ist ja nur eine Zusammenfassung bekannter Sachen.

Salaza: Keine Ahnung, aber kurzer Abgleich in Tante Wiki sagt: Jep, gab es schon. Editieren: Nope, hier wird transparent gearbeitet!

Wolke: Okay. Naja, es wäre ja auch das Geschrei groß, wenn für Schicksalspfade eine neue Einheit geschaffen würde. Nicht auszudenken, so flexibel ist der Fan nicht. 😉

Salaza: Die grundsätzliche Auswahl finde ich jetzt soweit auch gut. Norden, Süden, Mitte, Osten, Westen – ist erst einmal alles vertreten. Und kann in kleinen Gruppen auch überall aufeinander treffen.

Wolke: Ja, prinzipiell schon, aber bei der Hand Borons sträubt sich bei mir immer noch alles. Aber das war ja im letzten Boten…

Salaza: Jep. Der Rest dazu ist Schweigen…

Uthurisches Bestiarium

Eloko und sein toller Trick. (Don’t try this at home!)

Wolke: Okay, ich habe jetzt nur das Bild gesehen, aber im Gegensatz zum aventurischen Oger scheint der uthurische Oger deutlich UNTER 5% Körperfett zu haben.

Salaza: Yay, crazy bitch. Ein richtiger Oger… warum allerdings grün? Gar shreklich, das.

Wolke: Komisches Licht?

Salaza: Und der Name… El Loco? Der Wahnsinnige?

Wolke: *kicher* Die Haare sehen auch komisch aus.

Salaza: Aber um mal nicht nur zu meckern: Grundsätzlich finde ich den sehr gut, und ein magisch versierter Oger ist ein schöner Gegner. Vor allem wenn der mit HARMLOSER GESTALT ins Lager der Helden schleicht und dann dort auf einmal zu rocken anfängt… Moment… wann spielen wir das nächste mal?

Wolke: … öhm, nie wieder? Aber stimmt, wo ich es gerade lese, es sind ja Schwarzoger, und die waren schon immer anders. Dem letzten sind wir, glaube ich, in Das Grauen von Ranak  begegnet. Und für Uthuria, wo ja alles größer und fieser und böser ist, kann man so einen schlauen Superoger bestimmt cool einsetzen. Ich finde auch die Flavourtexte ganz gut. Ne, das ist eine wirklich schöne Idee.

Salaza: Es gibt sie ja auch in Südaventurien, sind also auch für Nichtfahrer einsetzbar. Also von der Seite her: Daumen hoch.

Vibart: Die Illustration rockt, und daher kann das folgende Monster nur cool sein. Ein bisschen viel japanische Samuraifähnchen und blaue Haut weisen verdächtig in Richtung Pathfinder, insgesamt ist das Comeback der Schwarzoger aber ein gelungenes, das den sympathischen Knochennager von nebenan aus dem ewigen Odium des dummen Haudraufs befreit.

Wolke: Wo siehst du da Samuraifähnchen?

Vibart: Die durchlöcherten Herbstdrachen auf seinem Rücken (oder sind es Zielscheiben für Pfeile, wie sie in seiner Schulter stecken?) erinnern mich zumindest an so was. Aber japanologisch gesehen ist das natürlich nicht korrekt, Entschuldigung… Allerdings ist die Namensgebung („Eloko“, „Biloko“) tatsächlich etwas seltsam.

Wolke: @Fähnchen, ich habe mich erst gefragt, ob er er vielleicht so ein Mühlenflügeldingsi auf dem Rücken hat. ^^

Josch: Schön, noch mehr Uthuria-Support mit 1-seitiger Monsterbeschreibung, die den Namen auch verdient. Schwarzoger, die sich magisch tarnen, um eine harmlose Gestalt anzunehmen. Fiese Sache das. Da können sich die Alpschmeichler ruhig noch ’ne Scheibe abschneiden. Ottos Oger schockt. Ottos Oger frohlockt. Ottos Oger rockt.

Isjolf der Spalter (mit Download-Abenteuer)

Salaza: Also, ich bin kein Freund davon, kurze Szenarien auch noch über mehrere Ausgaben des Boten zu verteilen. Effektiv wird dabei ja auch noch Platz verschwendet, wenn jedes Mal kurz der jeweilige Status quo wiederholt wird. Aber erst einmal inhaltlich schauen. Ok… Galotta? Ach nee… Galjotta… was ist das denn? Ein Schiff mit rotem Bug?

Wolke: Naja, aber die Idee finde ich nicht so schlecht. So nach dem ersten Drüberlesen frage ich mich nur, ob der Seekönig eine persönlich Beziehung zu dem Entführten hat, ansonsten ist dieser Erpressungsversuch tendenziell eher… äh, nicht so gut geplant. Dann hat er nämlich potenziell nicht genug Druckpotential.

Salaza: Zum Destabilisieren reicht es ja dennoch. Die Forderung muss ja nicht unbedingt Aussicht auf Erfolg haben. Aber das kann man sowieso anpassen. Ist bei einem Kurzszenario ja auch klar.

Vibart: Ja, das Micropartitionieren des Myranor-Szenarios tut der Sache nicht wirklich gut, dünkt mir. OK, Piratenbande beginnt mit dem Zerschnippeln von Netzen (wie uncool) und eskaliert dann bis zum Großangriff auf den Hafen. Warum nicht gleich mit der dicken Berta alles niederballern? Und mit der Axt kann der gute Isjolf eigentlich das Seekönigreich im Alleingang an einem Sonntagnachmittag destabilisieren.

Josch: Teil 2 der Khyrbluthaven-Kampagne von Moritz Mehlem, bei der Pardona pro Folge einen Schurken entsendet, um Stadt und Helden das Leben schwer zu machen – diesmal den Namensgeber des Abenteuers. Knapp eine Seite ist natürlich sehr wenig, so muss man als Meister einige Lücken füllen, was aber recht einfach geht. Handwerklich gibt’s also nix zu meckern. (Für Werte wird keine Garantie übernommen – aber 3W+12 ist für die Axt auf jeden Fall mal eine Ansage).

Ich bleibe dabei: Pardona als Bösewicht ist hier mit Endurium-Feuerrohren auf Spatzen geschossen. Und apropos Endurium: Der diesmalige Pösewicht trägt gleich eine ganze Axt aus diesem Stoff mit sich herum. Nicht kalekkern, sondern klotzen, heißt hier weiterhin die Devise.

Vibart: Ja, ich gebe zu, dass darin vielleicht mein Unbehagen liegt: kleine, bescheidene Plöttchen mit einem bombastischen Hintergrund einzurahmen ergibt ein irgendwie wenig ansprechendes Bild. Chapeau für die kluge Analyse, Meister Josch!

Josch: Überhaupt stelle ich fest, dass Myranor dazu verleitet, alles mindestens drei Stufen größer, bunter, schriller und mächtiger zu machen. Das kann so manchem Aventurien-Veteran den Einstieg schon erschweren. Um hier Abhilfe zu leisten, haben wir von Nandurion uns übrigens dazu entschlossen, auch dem oft als „Hotzenplotzing“ oder „Bauerngaming“ gescholtenen Spiel im Kleinen sein Recht in Myranor zukommen zu lassen.

Wir präsentieren daher hier mit Katzen, Köder, Kriminelle unser eigenes, 100% einsteigerfreundliches und beschauliches Double-Page Abenteuer für alle, für die es nicht immer Metalldrachen, Sphärendurchbrüche und Armeen der Verdammnis sein müssen, sondern die auch gerne einmal die gestohlene Kaffeekanne von Oma Rübenfein ihrer rechtmäßigen Besitzerin zurückbringen. Das PDF könnt ihr hier herunterladen. Wir wünschen viel Spaß beim Versuch, Hocenius Plotcensus gewaltfrei und nachhaltig das Handwerk zu legen!

Katzen, Köder, Kriminelle

Hinweis: Einige unserer geschätzten Leser hatten offensichtlich   Probleme mit dem Download der PDF-Datei. Der sicherste Weg scheint ein Klick mit der rechten Maustaste auf den Link zu sein, und dann der Datei über „speichern unter“ einen selbstgewählten Speicherpfad zuzuordnen. Womöglich haben auch ältere PDF-Reader Probleme mit der Datei, zumindest Safari scheint darüber hinaus gar nicht mit KKK zu können (liegt’s an den Großkatzen?)  Wir freuen uns über weitere Erfahrungsberichte von Usern mit dem Problem.

Vibart: Ich muss hier noch Protest anmelden: Mir scheint Hocenius Plotcensus deutlich zu überpowert, und Katzenwesen sind absolute High-Fantasy. Dennoch habe ich hier als Day-one-Patch noch etwas Zusatzmaterial für den Meister:

Geeignete Helden: Für Katzen, Köder, Kriminelle eignen sich alle niedrigstufigen Helden, die gut mit Schleichjägern auskommen und eine geringe Wildniserfahrung mit sich bringen. Außerdem sollte mindestens ein Held den Vorteil „Herausragende Sinnesschärfe: Hören“ haben, um die Vorlesetexte des Abenteuers umzusetzen. Auch ein hoher Kochenwert (von etwa +3 bis +6) ist eine Hilfe. Ungeeignet sind weiterhin alle Charaktere, die mit „Angst vor Feliden +6“ oder höher ausgestattet sind, sowie Exoten aller Art. Insgesamt schlagen wir vor, das Abenteuer mit einem halbfeliden Zuckerbäcker, ein bis zwei Bauern auf Grundlage der Basisregeln, einem niedrigstufigen Kunsthandwerker und Avia Raptasubtilis anzugehen. Waffentalente sind nicht unbedingt notwendig.

Produktvorschau

Wolke: Die Publikationen interessieren mich diesmal immerhin zu 2/3. Ist es ein Backstein? Ist es eine Hiebwaffe? Nein, es ist Angeberbox! Ach nee, Gareth… aber: Die Box interessiert mich schon. Und kein Wunder, dass die Box gerammelt voll ist,  wenn man die Anthologien jetzt direkt in die passende Box steckt. Wobei die Worte „dreiteilige Kampagne“ mich schon fast wieder die Palme hoch treiben. Immer dasselbe. Einzelabenteuer sind out. Wir jagen Helden nur noch durch mehr oder weniger zusammenhängende Abenteuer. Und die Szenario-Ideen… da hat man doch selbst immer wieder welche, wenn man die Beschreibungen liest. Eigentlich wollten wir auch keine Anthologien mehr kaufen, und jetzt haben wir keine andere Wahl. Vielleicht brauchen wir die Box doch nicht?

Salaza: Meine arme Wolke… Aber die Setting-Boxen sind ja vom Prinzip her anders angelegt. Das kann man ihnen dann nicht zum Vorwurf machen.

Wolke: Und wie ich kann… *schmoll*

Salaza: Ist aber auf jeden Fall eine Menge Spielmaterial und auf jeden Fall ein separater Index!

Wolke: Na toll, jetzt werden schon Sachen die selbstverständlich sein sollten (->Index) zu hervorhebenswerten Pluspunkten? o.O

Salaza: Man muss ja nicht immer nur meckern… Der Preis schreckt mich aber schon noch. Ist gerechtfertigt für die Menge an Material, aber dann muss man es auch mit Gareth richtig vorhaben.

Wolke: Aber es ist ’ne doofe Anthlogie drin, die bestimmt einen nicht unbedeutenden Anteil des Preises ausmacht…

Salaza: Dämmerstunden ist dann vielleicht eher was. Auch wenn es ebenfalls wieder eine Anthologie ist. Ja, ich hätte auch gerne mal wieder ein gut ausgearbeitetes, nicht kampagnen-eingebundenes Standardabenteuer, bevorzugt als Softcover.

Wolke: Aber das können wir uns, so wie es aussieht, abschminken, sind anscheinend nicht mehr die Zielgruppe für solche Produkte. Wobei ich eigentlich großer Fan von Horrorabenteuern wäre.

Salaza: Wir können ja erstmal Knochenblei und Schwarzes Blut spielen. „Mit wehenden Bannern“ ist bestimmt ebenfalls interessant, aber soviel Zeit zum Spielen haben wir dann auch nicht… Erst einmal die Königsmacher-Kampagne beenden.

Wolke: Richtig, abgesehen davon auch schon wieder so ein 200 Seiten Schinken, der der zweite Teil einer Kampagne ist… und die Wildermark geht mir settingmäßig auch am Allerwertesten vorbei.

Salaza: Na, dann den Roman. Aber Uthuria – richtig, wieder Kampagne, reizt mich gerade noch nicht wirklich. Da warte ich mit dem Lesen noch. Die Schicksalspfade-Miniaturen sehen – außer in der PDF-Ausgabe – dafür sehr schick aus. Aber Tabeltop ist nicht wirklich meins. Also: eine Menge schöner Produkte, die aber wohl nicht wirklich etwas für uns sind.

Wolke: Ja, gutes Fazit.

Vibart: Wenn die werte Wohngemeinschaft hier mit der Planung ihrer privaten Spielerunde durch wäre, sondere auch ich noch meinen Senf ab: Insgesamt präsentiert die diesmalige Eigenwerbung Produktvorschau durchaus den einen oder andern Big Fish im Aquarium aus Waldems. Das einzige, was trotz handwerklich astreinem Cover mal wieder meinen Geschmack so gar nicht trifft, ist die Fetish-Rüstung des Glatzkopfes auf dem Uthuria-Roman. Aber selber schuld, wenn man nicht auf den jüngsten „Shades of Grey„-Zug aufgesprungen ist, Vibart! Und ja: Tabletop interessiert mich auch nicht. Aber muss ja nicht.

Josch: Ist es eine Copy-Paste-Fehler? Ist es ein Deja-Vu? Nein, es ist das x-te Mal, dass der alte „Ist es ein X, ist es ein Y, nein, es ist BLA“ Gassenhauer verwendet wird. Laaaaangweilig. Und die größte Stadt Aventuriens ist immer noch Greifenburg. Wieso kommt da keine Box zu? Ansonsten hat die Vorschau diesmal wirklich interessantes Zeug zu bieten und ist – Tusch und Täterääää – gänzlich battletechfrei. Die Schicksalspfade-Figuren sehen nett aus, aber da ich Anpinseln bestenfalls von Tapezieren ableiten könnte, lass ich da lieber die Pfoten von. Und wie ich mich auf Gareth freue! Wenn die Box nicht mindestens 7 von 9 Einhörnern wert ist, hat der ***** aber Kirmes!

Vibart: Und weil Superhelden-Analogien wirklich in jeden Botendisput gehören, hier der offizielle Gareth-Box-Themsong, zum anklicken und mitsingen.

Gareth-Box, Gareth-Box,
ist schwer wie zwei Kilo Rocks
prall gefüllt bis zum Rand
leider mit Kampagnenband
Schaut her!
Hier die Gareth-Box

(Bridge)
Auch wenn das Einzel-AB stirbt
und der Preis gepfeffert ist,
kaufen wir, was man bewirbt,
weil man dann drei Jahre liest.

(Refrain, und jetzt alle!)

Gareth-Box, Gareth-Box…

Entschuldigung für diese alberne Entgleisung. Und ich freue mich wirklich auf das Ding, weil Gareth einfach cool ist…

Ingameteil

Salaza: Die Artikel zu den Rondra-Orden und zur Premer Trutzburg finde ich gelungen, wenn auch viele Namen an mir vorbei rauschen. Die Konflikte Nandus/Rondra/Kor halte ich dagegen für aufgesetzt, und die Nandus-Kirche kommt mir dabei nicht wirklich diplomatisch und schlau herüber. Die Baronin von Ulmenhain: Eine nette, kleine Aktion.

Wolke: Ja, sehe ich auch so. Ich finde die Namenswahl im ersten Artikel vielleicht ein bisschen unbedacht. „Bluter“ in der Rondrakirche haben tendenziell wohl eher eine nicht so hohe Lebenserwartung. ^^

Salaza: Brabak und Trahelien. Das Schicksal der Kemi bahnt sich wohl an. Na, mir soll es recht sein, die Kaffeeplantagen sind bald ja auch offiziell möglich. Diebstahl der Hand, Gardelschlitzer – der Boden für die Gareth-Box wird bereitet. Tsatagsmassaker ist sehr kryptisch ob „der Gruppe“, aber das hängt wohl mit der recht offenen Rabenblut-Kampagne zusammen. Engasal-Meldung, „Gesucht!“, und die Kleinanzeigen: Finde ich sehr gut. Augenzwinkernder Humor, das ist mein DSA. Bornland/Rohaja/Amazonen: Erwähnung ist gut und sorgt dafür, dass die Plots im Gedächtnis bleiben. Gut so.

Frau Nemrod aus dem Ulmenhain, Erhöre mich, ich werde Dein. Den Zauberstab lass‘ ich zurück, für trautes Heim und Eheglück. Der Weg ist lang, der Weg ist weit, doch eilt mich nicht, denn ich hab Zeit. Auch werd ich mich nicht ängstigen, vor der Leder-Neunschwänzigen (Text Ehrenfried Eichentreu, Illustration Janina Robben)

Wolke: Das Bild von der lieblichen Ayline Nemrod sieht allerdings irgendwie nicht mehr lieblich aus. Die sieht auf dem Bild nicht alt, sondern nur zerkratzt aus. o.O. Die offensichtlich an die Ostindienkompanie angelegte Handelsflotille macht sich also auf den Weg. Ich bin mal gespannt, welches Ausmaß die Ausrichtung auf Myranor annehmen wird. Vor den beiden wesentlich größeren Kontinenten verblasst Aventurien gerade irgendwie ein bisschen. Inwiefern da solche, allmählich etwas großspurig wirkenden, Konzepte wie die Zeitalter (Heldenzeitalter usw.) noch wirklich in eine Welt passen, die gerade ihren Platz in der Gesamtwelt entdeckt, ist irgendwie fragwürdig. Da müsste sich um des fantastischen Realismus willen auch in der Rezeption der Welt einiges ändern. Weißt du, was ich meine? Borbarad ist vielleicht doch nur ein Würstchen gewesen. Unbedeutender Viertelgott eines unbedeutenden Nordgottes…

Salaza: Kann ich verstehen. Aber ich denke, für Aventurien wird sich tatsächlich nicht viel ändern. Aber wo der besondere Platz des Kontinents in der Welt ist, da wäre eine schöne Erklärung gut.

Wolke: Wow, ich habe gerade, glaube ich, die erste politische Rede eines Ingerimmgeweihten gelesen. Da klingt auf jeden Fall interessant.

Salaza: Jep. Die Artikel zu den „Lebendiges Aventurien“-Abenteuern finde ich eh gut. Aber als Nicht-Spieler kann ich sie nicht mit den richtigen Abenteuern abgleichen. Ich bekomme auf jeden Fall Lust auf das Jahrbuch.

Wolke: Ich finde es auch wirklich lustig, im „Optolithen“ von der Entführung der Braut und ausbleibenden Lösegeldern zu lesen. Das ist echt eine witzige Idee. Da würde ich gerne mehr von lesen.

Salaza: Auf jeden Fall. Der „Optolith“ ist eine wirklich Bereicherung.

Wolke: Ich fürchte nur, dass er uns nicht regelmäßig erheitern wird. Fazit soweit: Auch wenn der Ingame-Teil dieses mal doppelt so lang war, war er doch wirklich erheiternd und kurzweilig. Die Kleinanzeigen sind dieses mal auch wirklich amüsant ausgefallen. Alles, was jetzt noch fehlt, ist ein „Hägar„-Comic-Strip oder so. Und die Artikel kann man (denke ich) den Spielern auch überwiegend so vor die Nase setzen.

Salaza: Jep, der ingame-Teil ist in meine Augen gelungen. Hier sind auch die Bilder der PDF-Ausgabe gut. Im Farbteil waren die in meinen Augen doch sehr stark mit JPG-Fragmenten durchsetzt, was ihre Qualität gegenüber der Druckausgabe deutlich herabgesetzt hat. Das fand ich weniger schön.

Josch: Pardauz! Da kommt der Ingame-Teil doch diesmal tatsächlich im doppelten Umfang daher (zu Lasten des Rests). Eine gute Idee? In der Tat, denn im Vergleich zu manchen der vorherigen Boten dominiert der Ingame-Teil diesmal auch qualitativ und ist mein Highlight dieses Boten. Bei inzwischen 16 Seiten wird es schwierig, noch alles ausführlich zu kommentieren, weshalb ich mich auf Auffälliges und Denkwürdiges beschränke.

Der schön geschriebene Bericht vom Ordenskonklave der Rondianer bringt uns den Theateorden als anerkannten Orden zurück. Ich bin kein Rondra-Experte, aber kann es sein, dass da noch irgendwas fehlt? Irgendwie hatte ich mal mehr Ordens-Namen im Ohr, als im Artikel genannt wurden. Oder haben die sich alle im Projekt Alveranskommando im Osten aufgerieben?

 „Hundert Jahre freie Kämpferschule der Trutzburg zu Prem“ berichtet über ein Fest. Das liest sich nett, der Sinn erschließt sich mir aber nicht ganz. Der „Offene Disput zwischen Korkirche und Nanduskirche“ wirkt auch auf mich etwas arg mit der Brechstange herbeigeschrieben und ist ansonsten eher der umgefallene Sack Reis.

„Dreister Diebstahl im Tempel des Handwerks“: Dieser Bericht ist mit Judith Vogts neuem Roman verzahnt, auf ihrer Homepage gibt es hierzu zusätzliches Material.

Positiv aufgefallen sind mir die zahlreichen augenzwinkernden Kleinanzeigen und kleineren Artikel, wobei bei den Kleinanzeigen diesmal der Optolith gegenüber dem Rest den Kürzeren zu ziehen scheint. Übrigens: Wenn schon „Praioran Forte“, dann aber auch: „Will das Rapier nicht mehr so recht? Da gibt’s doch auch was von Rahjatiopharm!“

Besonders erfreut hat mich auch das Gesuch nach Satyana di Zeforika. Nach dem Inhalt zu lesen, könnte es sich hierbei um die Dame vom Cover des dritten Magierakademienbands handeln. Falls ja, fehlen mir aber noch Verstoß gegen die Kleiderordnung des CA, unzüchtiges Verhalten in Tateinheit mit Grobem Unfug und Reiten eines Karakils ohne Flugschein Klasse IIIa (telekenisierte Daimone bis einschl. 2000 Stein) als zu ahnende Verstöße.

Ansonsten scheint sich grad alles zu vermehren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Auch seine Garfigkeit wird Großpapa! In Al’Anfa wurde dafür irgendwem von irgendwem zur Wiedergeburt verholfen. Keine weiteren Infos. *gähn*.

Die „Nachrichten von fremden Gestaden“ sollen Lust auf Uthuria machen, und Diago Klabintos Stellungnahme könnte gar als Klappentext auf eine der nächsten Publikationen gedruckt werden. Unabhängiger Investigativjournalismus der Botenredaktion sieht anders aus! Solchen bekommen wir mit „Raulsches Reich in Gefahr! Noch immer kein Erbe in Sicht!“ von Itsadora Alrikshuber dafür aber in Reinform geboten, da hier schonungslos die Heiratsoptionen der Kaiserin analysiert werden und die fehlende Reproduktion in aller gebührenden Deutlichkeit gegeißelt wird. Das war überfällig, auch wenn zu befürchten steht, dass sich die Redaktion des Aventurischen Boten damit keinen Gefallen getan hat und demnächst einmal wieder Hausdurchsuchungen auf dem Plan stehen könnten. Wollen wir nur offen, dass am Ende nicht auch noch herauskommt, dass systematisch Personen der hohen Garether Gesellschaft für Schlagzeilen bespitzelt worden sind.

Dunkle Zeiten brechen an, wenn Archäologen über Leichen gehen – oder Leichen über Archäologen? (von Elif Siebenpfeiffer)

„Historiker Ghisleri vermisst“: Der Historikerstreit um Rüstungsgewohnheiten in den Dunklen Zeiten fordert scheinbar sein erstes Opfer.

Die „Ausgrabungen bei Samra“ liefern den Ingame-Hintergrund für das Schicksalspfade-Turnier. Das ist an sich eine schöne Idee, aber ich hoffe, dass wir nicht demnächst permanent Berichte über irgendwelche Scharmützel nahe Sjepengurken lesen müssen, damit auch ja jedes offizielle Tabletop-Treffen im Boten verewigt wird.

Was den Optolithen angeht, freut mich die Aufstockung auf zwei Zeiten und darüber, dass hier eine andere Perspektive auf das auch im Hauptteil beschriebene Geschehen geboten wird. Inhaltlich ist der Feldzug Lucardus‚ gegen die Rabenmark sicherlich am interessantest, wird in den MI aber ärgerlicherweise sträflich vernachlässigt. Grmpf.

Absoluter Höhepunkt: Der Aufruf zum „Wettstreit um die Gunst der Gräfin“. Das ist lebendiges Aventurien, wie ich es mag. Helden aus Ein Stab aus Ulmenholz können hier mit lyrischen Ergüssen und heißen Liebesschwüren die Baronin von Ulmenhain und Witwe Dexter Nemrods im offiziellen Aventurien zur Frau bekommen, sofern ihre Spieler Entsprechendes zu Papier oder Tastatur bringen und am Wettbewerb teilnehmen. Wenn das mal kein Angebot ist! Der Wettbewerb läuft noch bis zum 15.11. – mal sehen, ob ich Ehrenfried Eichentreu noch irgendwo in der Schublade rumliegen habe. Vielleicht hört ihr demnächst noch mehr von dem 😉

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass Nandurion Vardelen, Verfasser des Artikels „Totenlichter im Warunker Umland erloschen“ in keinster Weise mit uns verwandt oder verschwägert ist.

Vibart: Ich unterstütze Wolkes Forderung nach einem regelmäßigen Dreibild-Comicstrip im Aventurischen Boten vehement. Ansonsten ist der Ingameteil diesmal so vollgefüllt mit aus meiner Sicht interessanten, schön geschriebenen und lesenswerten Artikeln, dass ich gar nicht auf alles einzeln eingehen will. Höhepunkte: Kleinanzeigen, Opolith, Rückkehr der Theaterritter. Tiefpunkt: Konflikt von Kor- und Nanduskirche (seriously?). Ansonsten sind relativ viele aventurische NSCs gerade in der Vermehrungsphase, die Redaktion arbeitet merklich am Generationenwechsel. Nur bei der Kaiserin will’s nicht so recht klappen. Aber ansonsten zeichnen sich recht deutlich „Schwangerschaftsgymnastik“, „Stillhilfen“ und „Babyshower-Party“ als Themen der folgenden Boten ab. Und wehe der Amazonennachwuchs wird ein Kerl!

Meisterinformationen und Chronologie

Josch: Erster Gedanke: Jubel, Freu! Endlich mehr und ausführlichere MI! Der zweite Blick ernüchtert etwas. Zum einen sind mir die „Mehr dazu in Publikation XXX“-Infos zu sehr Werbung und zu wenig Information. Zum anderen ist der Anteil der erläuterten Ingame-Berichte nicht wirklich gestiegen, weil dieses Mal der Ingame-Teil vom Umfang her auf das Doppelte angestiegen ist. Alles in allem aber solide. Bei der Chronologie überzeugt mich der Sephamor-Stil. „Gerüchte um schwangere Gilia machen die Runde. Streit zwischen Kor und Nandus-Kirche entflammt. Auf Maraskan essen sie Hunde. Nach Diktat verreist. J.“

Vibart: Umfang und Information wirkt erhöht… STOP… „Meisterinformation“ als Titel nach wie vor irreführend… STOP… sinnvolle Einordnung einiger Artikel in Hintergründe stellenweise geleistet… STOP… nach wie vor verbesserungswürdig… ENDE

Salaza: Ein paar erläuternde Hinweise, gut und schön, teilweise aber auch nur outgame-Info ohne echte MI. Geht aber soweit in Ordnung. Das Samra-Setting für Schicksalspfade finde ich ein wenig zu bemüht. Alle vier Fraktionen an diesen Ort zu bringen ist vielleicht etwas sehr gewagt, gerade was Thorwaler und Mittelreicher angeht. Ich bin gesspannt, wie das dann konkret aussehen wird. Die SPIEL in Essen wird es wohl zeigen.

Fazit

Vibart: Mir hat der Bote für diesesmal wirklich gut gefallen. Das Aufstocken des Ingame-Teils hat sich gelohnt, die Spielhilfen sind gelungen, nur die Abenteuer-Vorschläge fand ich persönlich schwach. Dennoch: Prince Charming auf dem Cover hat geholfen. Ich freue mich, dass ich jetzt ein Abo habe, denn Bote lesen scheint sich tatsächlich zu lohnen.

Wolke: Mein Gesamtfazit ist diesmal gerade, was den Ingame Teil angeht, überraschend positiv. Den habe ich dieses Mal wirklich genossen. Es hat diesmal echt Spaß gemacht, das zu lesen. Bei vorherigen Ausgaben musste ich mich zwingen, ihn ganz zu lesen, bzw. habe nach ein paar Artikeln aufgegeben. Die Dauerberichterstattung über Rohaja von Engasal zum Beispiel ist ja auf dem besten Wege zum Running Gag, und der Opolith war einfach nur super. Der Outgameteil hat mich dagegen nicht so vom Hocker gerissen. Das Highlight war definitiv der Schmiederartikel. Was mich ein bisschen gewundert hat, ist, dass die SPIEL mit keinem Wort erwähnt wurde.

Salaza: Auch mir hat der Bote gut gefallen. Den größeren Ingame-Teil finde ich super, gerade auch für Sachen, die „nur“ zum Schmunzeln bringen und nicht direkt etwas fürs Spiel beinhalten. Aber dieses Augenzwinkern hat bei DSA einfach eine gute Tradition. Die Artikel finde ich auch von der Mischung her gut gemacht. Da ist für fast jeden was dabei, und so wird wohl auch jeder seine Highlights und andere Dinge doof finden.

Josch: Ich kann mich fast allem anschließen. Das erste Mal nach langer Zeit, dass der Ingame-Teil den Rest qualitativ überragt, wobei der Rest aber auch nicht schlecht war. Mit meiner Begeisterung für das Märchen-Abenteuer scheine ich diesmal allein auf weiter Flur, aber man kann seinen Mitnanduriaten ja nicht immer die Augen öffnen. Dass Humor und lebendige Geschichte weiterhin einen festen Platz im Boten bekommen, gefällt mir, ebenso wie die Aufstockung des inneraventurischen Boten. Was Rechtschreibung und Zeichensetzung angeht, ist dies einer der besseren Boten der jüngeren Zeit, Werbung und Produktvorschau waren auch schon mal aufdringlicher und uninteressanter. Einzig die Aufarbeitung in den MI ist für meinen Geschmack immer noch weit entfernt von dem, was ich für sinnvoll erachte. Wollen wir mal sehen, wer in diesem Quasi-Staring Contest Redaktion vs. Rezensent zuerst die Nerven verliert. Bleibt eingeschaltet!

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13 Kommentare zu Aventurischer Bote #155

  1. Disaster (Alex Spohr) sagt:

    Hallo,

    die Künsterlin, die die Legionärin entworfen hat, heißt nicht Eilif, sondern Elif. Ich glaube, ihr habt den Namen mit der Thorwalerin verwechselt. 😉

  2. Feyamius sagt:

    Großartig und gesondert erwähnenswert finde ich, dass bei dieser Ausgabe des Boten endlich wieder ein Bild auf dem Cover zu sehen ist, das bisher noch unbekannt war, und so kommende Produkte anteasert — in diesem Fall stammt es von einem Heft aus der kommenden Gareth-Box, genauer: Goldene Dächer, düstere Gassen. (Quelle)

    Weiter so! :mrgreen:

  3. Salaza sagt:

    Hier noch ein kleines Video das zeigt, wie es für Esel und Katze ist, mit einer Eloki (Slang: Loca) zusammen zu leben.

  4. Faelandel Feuerreiter sagt:

    Hey,
    danke für diese interessante Kritik!
    Ich weiß nicht ob das an mir liegt, aber bei dem „Abenteuer“ steht nur „404 – File not found“.
    Würde mich freuen, wenn ihr es mir zusenden könnt? Ist nämlich bestimmt ganz lustig 😉

    • Salaza sagt:

      Die Datei ist jetzt neu hochgeladen. Versuche es jetzt einfach nochmal, u.U. einfach „Rechtsklick -> Speichern unter“ probieren. Es gab wohl schon Probleme mit älteren Acrobat-Versionen.

      • Faelandel Feuerreiter sagt:

        Sorry, geht leider immer noch nicht…
        Eigentlich hat ich alles uptodate, falls ihrs mir vielleicht zusenden könntet, wäre das echt klasse! (clnmaier@gmail.com)
        Danke schonmal!

        • Josch sagt:

          Seltsam das. Die Datei kommt gleich per Mail 🙂

          Hat noch jemand Probleme mit dem Download?

          Und kann vielleicht wer bestätigen, dass es bei ihm klappt?

          • Arduinna sagt:

            Download hat funktioniert. Schon durchgespielt (im Kopf). Abenteuerpunkte zum Ausbilden des Talents Katzenentwurmungskurdurchführen ausgegeben. Die Aureal in einen Fellkamm investiert. Bin schon gespannt auf die Abenteuer mit dem Magier im Turm – vielleicht spiele ich dann eine fettleibige Wahrsagerin mit Tante Gisela als Schoßhund? Das würde definitiv rocken wie Ottos Oger. Tausendfach Dank für so gute Lacher!

          • Faelandel Feuerreiter sagt:

            Vielen Dank
            senden hat geklappt…
            Könnte daran liegen, das ich mit Mac (Safari) unterwegs war.
            EDIT: Tatsächlich, mit Firefox funktionierte, sorry für die Umstände…

  5. Sindajin sagt:

    Obwohl der Bote deutlich besser war als die letzten Ausgaben, wird er leider erneut vom Botendisput geschlagen. Die Erweiterung des aventurischen Teils finde ich auf jeden Fall die beste Idee seit langem, auch wenn mir viele Artikel einfach zu belanglos waren. Am interessantesten fand ich den bisher gar nicht erwähnten Text zur Verlobung des albernischen Prinzen.

  6. FRAZ sagt:

    Ich bin erleichtert, dass der Stratege nicht nur mir schräg aufgestoßen ist. Aber das Szenario „Von Kobolden und Hammerwerken“ hat Klarheit gebracht. Man muss schon ein ganz besonderer Stratege sein, um auf die Idee zu kommen einen Haufen Märchengestalten in der Roten Sichel aufzusuchen, statt sich einfach direkt mit dem Urheber des Problems auseinander zu setzen.

    Der Disput war gewohnt unterhaltsam. Die privaten Diskussionen zwischen Wolke und Salaza haben ihren Charme aber schnell eingebüßt. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich nur noch wollte, dass es aufhört.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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