Efferd-Vademecum

»EFFerd sandte die Zornflut, und sogar die Wälder und die Hügel musstenersaufen, und der Zorn des Wassers vernichtete ein Sechstel der Macht des Namenlosen, und die überlebten, wurden zu Fischmenschen.«

—aus der geheiligten Originalfassung des Buches Annalen des Götteralters
„Vom Anbeginn der Zeiten“
(Wege der Götter S.8)

 

Der dritte Band der Vademecum-Reihe beschäftigt sich mit der Kirche des Wilden und Sanften, Efferd. Wie auch seine Vorgänger soll das neue kleine blaue Büchlein einen besseren Eindruck in die Gedankenwelt der Bruderschaft von Wind und Wogen geben.

Das Efferd-Vademecum ist ein Buch im A6 Format, das in dunkelblaues Kunstleder geschlagen ist. Das Cover ziert ein efferdgefälliges Delfinsymbol. Das Büchlein umfasst 160 Seiten mit ca. 125 Seiten Text und ist gut verarbeitet. Geschrieben wurde der Band von Mark Günzel, und es erschien am 19. Juli 2012 unter der Redaktion von Eevie Demirtel, Daniel Simon Richter und Alex Spohr. Cover und Illustrationen stammen von Tristan Denecke.

Inhalt

Als Ingame-Spielhilfe aus der Sicht des Geweihten Anexei Hephardou geschrieben, ist das Büchlein in unheilige dreizehn Kapitel unterteilt. Zur Verteidigung der Zahl 12: ein Kapitel fällt aus dem Ingame-Konzept heraus.

Kapitel I bis III beschäftigen sich mit Efferd, seinen Kindern und Gebeten sowie mit Liedern, die ein Geweihter vortragen könnte.

Kapitel IV beschreibt die spezifischen Liturgien der Efferd-Kirche mit zusätzlichen kleinen Anrufungsbeispielen. Auch werden hier die in der Efferd-Kirche typischen universalen Liturgien und sechs der Kleinen Segnungen beschrieben.

Kapitel V behandelt kirchliche Lehren (z.B. zu Gottesdienst, Novizentum und korrekten Speisen).

Kapitel VI fasst die Geschichte der Bruderschaft von Wind und Wogen zusammen, zum größten Teil durch Ingame–Zitate.

„Efferd und sein Gefolge“ im Hozschnitt-Stil von Tristan Denecke

Kapitel VII erzählt von den drei Gestalten von Efferds Hand: den Meeren, den Flüssen und dem Salz der Wüste.

Während Kapitel VIII die wichtigsten Heiligen der Kirche und ihr Wirken behandelt, kümmert sich Kapitel IX dann um die wichtigsten Kult- und Ritualgegenstände.

Kapitel X beschreibt auf zwei Seiten vier Splittergruppen und Sekten.

Kapitel XI umfasst den spieltechnischen Teil. Hier wird für Spieler und Spielleiter etwas zur Motivation von Efferd-Geweihten und zum Umgang mit diesen geschrieben. Zusätzlich werden zur Generierung die Varianten „Mystiker“ und „Pragmatiker“ mit Modifikationen und Kosten vorgestellt. Zudem lesen wir etwas zur göttlichen Inspiration, auch werden vier Liturgien im Detail behandelt. Während der Leser die Liturgie „Gruß des Versunkenen“ bereits aus Wege der Götter kennt, sind die Liturgien „Gebet des kristallklaren Blickes“ und „Conagas Ruf“ nur im Efferd-Vademecum zu finden. „Efferds Wasserkrug“ ist nicht ausgearbeitet, wird aber als eine Möglichkeit vorgestellt.

Kapitel XII überrascht uns dann mit einigen klugen Sprüchen und Fremdwörtern für den belesenen Geweihten, und Kapitel XIII stellt noch drei Seiten für Notizen zur Verfügung.

Bewertung

Wie das Hesinde-Vademecum (das ich ebenfalls rezensiert habe und zu dem ich daher einen Vergleich ziehen kann) bietet auch das Efferd-Vademecum einen schönen Einblick in die Meinungen der Kirche und vermittelt mit gelungenen inneraventurischen Texten einen Eindruck von den vorherrschenden Ansichten. Die Gebete und Lieder sind, so finde ich, sehr stimmungsvoll.

Bei den Texten über den Gott und seine Kinder hätte ich gerne mehr Informationen gehabt. Der Vater-Gott und seine neun Kinder auf sechs Seiten Text abgehandelt, erscheint mir schon etwas wenig. Auch finde ich zwei Seiten für vier Sekten zu kurz. Da kann man kaum einen richtigen Eindruck von ihnen bekommen.

Mit der im blauen Büchlein neu vorgestellten Liturgie „Conagas Ruf“ stehe ich ein wenig auf Kriegsfuss. Der Geweihte stößt hierbei einen Ruf aus, der Diener Charyptoroths, die in Hörweite sind, schwächt. Wie diese Schwächung aber genau aussieht, wird nicht beschrieben. Zusätzlich wirkt sie auf Wasser wie der Schutzsegen und kann zudem auch noch aufgewertet werden. Zwar gefällt mir, dass das Problem des Schutzkreises auf Wasser mit sich bewegendem Boot für den Efferd-Geweihten gelöst wurde, aber da die Schwächung der Dämonen das Wasser nicht benötigt, finde ich sie alles in allem etwas sehr mächtig.

Sehr nett finde ich, dass am Ende einiger Kapitel an eine freie Seite für zusätzliche Notizen gedacht wurde, auch wenn manche hier vielleicht „Platzverschwendung“ sagen würden.

Alles in einem ist auch das Efferd-Vademecum eine schöne Ingame-Quelle und bietet viel Vergnügen für jeden, der an solchen Extras Gefallen finden kann.  Wer sich für derlei Spielhilfen nicht erwärmen kann und eher etwas lesen möchte, das regel- oder konzepttechnische Fragen beantwortet, sollte jedoch die Finger von diesem Büchlein lassen.

Die neun Rentier-Fischer verlassen den Hafen und hoffen auf einen guten Fang. Am Ende des Tages kommen sieben mit prallgefüllten Netzen zurück. Sie haben wahrscheinlich ein Gebet aus dem Efferd-Vademecum genutzt und wurden hierfür vom Launischen belohnt.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

Dieser Beitrag wurde unter Aventurien, Das Schwarze Auge, Rezensionen, Themenbände abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Efferd-Vademecum

  1. Xeledon sagt:

    Guckt euch die römischen Ziffern bei der Inhaltsübersicht nochmal an, da habt ihr ein I verloren… 😉

  2. Josch sagt:

    Verfuxt noch eins, da hat doch glatt wieder einer der unheiligen Zantaclauth-Wichtel zugeschlagen. Ist ausgebessert, danke für den Hinweis, Namenspatron 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.