Passierschlag: Quanionsqueste

Quanionsqueste-CoverEs gilt: Passierschlag auf die Quanionsqueste. Feder und Klinge sind gespitzt, der Gegner tritt ins Rund, jetzt fehlt nur noch ein schmissiges … En Garde!

Parler von Vibarts Voice

Der Einleitungstext und die voraus gestellten Informationen machen echt Lust auf mehr. Wenn die Abenteuer halten, was da versprochen wird, so bekommt man einen tollen Baukasten, mit dem man selbst eine eigenständige Zeitlinie aufstellen und alles Mögliche an die eigene Gruppe anpassen kann. Allerdings – Flèche! – hört sich das auch nach echt viel Arbeit für den Meister an. Quanionsqueste – nur etwas für studentische Spielleiter aus Bummelfakultäten? Cool: Die Kampagnen-Bastelvorschläge vom „Directors Cut“ bis hin zum praiosgefälligen Kurzfilmchen!

Parée!Die Idee mit den temporalen Karmapunkten (klingt nach einer Deus ex Machina aus irgendeiner Star-Trek-Produktion) gefällt mir gut, auch wenn es eine leicht verregulierte Abwandlung eines Schicksalspunktesystems ist. Und auch das mag ich von Anfang an: Die Quanionen. Für mehr Blumen im Haar im Rollenspiel!

Riposte!Allerdings ist der Abschnitt zu geeigneten Heldengruppen für meinen Geschmack etwas zu sehr „anything goes“. Wer möchte beim Greifenritt ins Licht eine Gruppe aus halborkischem Tierkrieger, dämonenbeschwörendem Brabaker, nivesischer Stammesschamanin und kleptomanischer Krötenhexe spielen? Bei aller Reue und Bußfertigkeit von praiosungefälligen Charakterkonzepten, das ganze Abenteuer schreit für mich nach echten Lichtgestalten, die das limbusneblige Grau in Grau des zeitgenössischen Aventuriens wieder in Licht und Schatten trennen! Was nicht heißt, dass es keine Versuchungen durch den Erzfeind gibt.

Pris de fer! – Look and Feel (sofern ein PDF das überhaupt kann): Wunderbares Cover, man könnte ihm andererseits generische High-Fantasy à la Elmore vorwerfen, wäre da nicht die gelungene Vereinigung von Licht (und Schatten!), Bewegung, Dramatik und Thema. Ansonsten wirkt die Bebilderung etwas spärlich, aber durchweg thematisch an den Abenteuern orientiert mit wenig Recyclingillus. Toll wie in letzter Zeit oft: Die Charakterportraits. Auch sehr hübsch: Das Kartenmaterial. Bisschen wenig Karten?

Parler von Josch

Da fängt der Kerl mit solchem Krimskrams an! Mir fällt nach Lesen von Einleitung und Zusammenfassung auf: Das ist eine richtig große Nummer! Hier wird mal nicht geflackert, sondern geblendet, ohne dabei in die JdF, TNBT oder ANTM-Falle zu treten. Kämpfe kosmischen Ausmaßes, individuelle Sinnsuche, die Zukunft der Praioskirche, die Zukunft des Praiosglaubens und die Helden mittendrin. Was für ein Lichtblick!

Vorbildlicher Aufbau des Bandes. Insbesondere die Hinweise zu verschiedenen Möglichkeiten, die Kampagne zu spielen, die Hintergrundinfos und der Anhang sind übersichtlich und vermitteln in Kürze viele und nützliche Informationen. Die Abenteuer selbst wirken teils durchaus mit Mut zur Lücke geschrieben. Könnte in seiner Totalität eine Lebensausgabe werden. Aber praioslob kann man gut Rosinen picken.

Stichprobentests sagen bei mir: Der Band macht sprachlich einen sehr ordentlichen Eindruck. Querlesen ergibt für meinen Geschmack in der Tat den Eindruck von zu wenig Karten. Bislang für mich das einzige Manko, das wirklich ins Auge sticht.

Vermutlich sollte man sich zu solchen Jubelstürmen nicht hinreißen lassen, ohne alles ganz genau in Augenschein genommen zu haben, aber: Das ist (zusammen mit der Gareth-Box) genau die Sternstunde, die Aventurien nach einigem „so lala“ und „joa, passt schon“ dringend gebraucht und verdient hat. Lux triumphat!

Parler von Feyamius

Erster Eindruck: Mann, ist das ein dicker Band! Das PDF braucht ewig zum Durchscrollen. Dabei ist der modulare Aufbau hilfreich dabei (und wahrscheinlich nötig dafür), dass man die Queste auch wirklich einmal spielen können wird, auch wenn man nicht professioneller Vollzeit-DSA-Spieler ist.

Ich mag vor allem die Details in den Hintergrundinfos des Bandes. So wird zum Beispiel in einem Kasten der „Schmale Grat“ zwischen fanatischem Praiosglauben und einem Blakharazpakt beleuchtet, wobei jene Irrwege des Glaubens knapp, aber so pointiert dargelegt werden, dass sie sogar nachvollziehbar sind – und ich bin nicht gerade für meine fundamentalistische Religiosität bekannt.

Selbst wenn man das Abenteuer also nicht spielt, ist es als Hintergrundmaterial zur Praioskirche Gold wert – so sehr, dass ich mich frage, inwiefern es da Dopplungen zum Praios-Vademecum geben wird.

Der für mich auffälligste Kritikpunkt beim Drüberscrollen sind die temporären Karmapunkte, die natürlich wieder ein komplett neues System darstellen – der Vergleich mit Schicksalspunkten trifft es ziemlich gut – und nicht etwa einfach erlauben, existierende Möglichkeiten wie Mirakel und Liturgien zu wirken … oder eben alternativ das bestehende Schicksalspunkte-System aus Wege des Meisters nahezulegen.

Victoire! – Das Fazit

Insgesamt sagt unser erster Eindruck: Geiler Shit! Man muss sofort einen Praiosanhänger generieren und losspielen! (Und ein so rundum positives Erstgefühl beunruhigt uns …)

Über Vibarts Voice

1986 entwickelte Michael Gorbachow den Begriff "Glasnost" und die Raumfähre Challenger explodierte beim Start. Im selben Jahr wurde DSA Teil meines Lebens, und obwohl die UdSSR und das Space-Shuttle-Programm längst Geschichte sind, ist DSA noch immer zentraler Aspekt meiner Existenz. Ich spiele und meistere regelmäßig. Seit Mai 2012 bin ich darüber hinaus hier bei Nandurion tätig.
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14 Kommentare zu Passierschlag: Quanionsqueste

  1. Horus sagt:

    Vielen Dank, verehrte Fechter!

    Ich finde solch eine Kurzrezession kann was und ihr solltet dieses Format beibehalten. Auf die langen Rezis möchte ich aber nicht verzichten, denn diese gefallen mir hier bei euch ausnehmend gut, auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit euch bin.

    LG
    Der Falkenkopf

  2. Rubinon sagt:

    Das ist so ungefähr das, was man beim Durchblättern im Laden rausbekommen kann. In Zeiten des Internethandels also eine echte Hilfe – aber sterbt Ihr damit die FLGS aus?

  3. H@derlump sagt:

    Diese Form der Kurzrezession unbedingt beibehalten!

  4. Tharex sagt:

    Danke Euch!
    Kurz und trotzdem informativ. Prima.
    Vor allem der Hinweis:
    >>>Abschnitt zu geeigneten Heldengruppen für meinen Geschmack etwas zu sehr „anything goes“. Wer möchte beim Greifenritt ins Licht eine Gruppe aus halborkischem Tierkrieger, dämonenbeschwörendem Brabaker, nivesischer Stammesschamanin und kleptomanischer Krötenhexe spielen?<<<<
    Nun ja, trifft zufällig zu 50% auf die Besetzung meiner Gruppe zu! 🙂
    Da bin ich für hilfreiche Tipps der Einbindung durchaus dankbar!

  5. Wulf sagt:

    Die Kurzrezession ist echt gut. Einen Rezension von üblicher Länge über die Quanionsqueste hätte ich wahrscheinlich gar nicht gelesen. Das hier hat Lust auf mehr gemacht, sodass ich jetzt auch was Längeres lesen würde/werde.

  6. FRAZ sagt:

    Sehr cool.

    Eine sehr „erhellende“ Lektüre! (*schenkelklopfer*)

    Ich habe direkt mal einen Fecht-Glossar zu Rate gezogen, wegen dem fremdländischen Kauderwelsch von Vibarts Voice:
    http://www.walddoerfer-sv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=306&Itemid=188

    Auch das war eine sehr informative „Lektion“ (Einzelunterricht des Übungsleiters oder des Trainers mit einem Fechter ). Ein „Victoire“ (Sieg / gewonnenes Gefecht) auf ganzer Linie!

  7. Josch sagt:

    @alle: Freut uns, dass wir etwas Licht ins Dunkel bringen konnten (wakka wakka wakka). Noch mal konkret zu zwei Dingen nachgefragt:

    1. Ist drei Wochen nach Veröffentlichung noch im Rahmen oder war das schon eher zu spät?
    2. Ist die Länge so ok, oder sollte es eher kürzer werden? Oder gar länger (*graus*) ?

    Was meint ihr?

    • Horus sagt:

      1. Schneller wäre besser. Aus meiner Sicht aber so gerade im Rahmen. Aus meiner Sicht nicht länger warten.

      2. Ich finde die Länge angemessen. Länger sollte es nicht sein. Für meinen Geschmack sollten die Punkte vorkommen, die einem Leser aufzeigen, ob er sich mit diesem Band mehr auseinandersetzen sollte. Was man auf dem ersten Blick gut oder schlecht findet.

  8. Also…

    >>Wunderbares Cover, man könnte ihm andererseits generische High-Fantasy à la Elmore vorwerfen, wäre da nicht die gelungene Vereinigung von Licht (und Schatten!), Bewegung, Dramatik und Thema.<<

    …ich mag die neue Rubrik
    …und Vibarts Voice.
    GENAUSO weitermachen! 😉

  9. Theaitetos sagt:

    Also ich würde einen Bezug zu Larry Elmore sogar passend finden, immerhin hat dieser damals die Cover der „Das Jahr des Greifen“-Publikationen gezeichnet.

    Die Fechtsprache ist aber „unDSAisch“ – da hätte ich mir, wenn überhaupt, die schon vorhandenen DSA-Fechtbegriffe gewünscht.

  10. Xeledon sagt:

    Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die große Begeisterung für das Cover-Bild nicht zur Gänze nachvollziehen kann. Klar, handwerklich toll gemacht und auch nicht unschick, aber so als die ganz große Offenbarung habe ich das nun auch nicht empfunden – gut, aber nicht so überragend, wie es das vielfach gehörte Lob nahelegen würde. Aber das ist wohl wieder der persönliche Geschmack. *Achselnzuck*

    Ansonsten ein sehr schönes neues Format als Ergänzung zur „echten“ Rezension. Länge ist gut so, Erscheinungszeitpunkt auch in Ordnung, wesentlich später sollte es aber nicht werden.

    Aber so sehr ich mich auch noch immer dagegen wehre, deutet alles, was ich bisher über den Band lese, darauf hin, dass ich ihn mir kaufen muss, auch wenn ich wohl nie dazu kommen werde, ihn zu bespielen. *seufz* Mein Geldbeutel jammert und rät mir, zumindest noch die „Vollrezension“ abzuwarten, aber die Verlockung ist gewaltig.

  11. Pingback: Reingeblättert: Die Quanionsqueste | Arkanil

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