Schattenlichter

— Eine Gastrezension von Siebenstreich

Schattenlichter CoverBevor ich mit der eigentlichen Rezension beginne…

  • Ich bemühe mich nach Kräften, die wesentlichen Bestandteile der Geschichten nicht zu verraten. Allerdings kann es ab und zu sein, dass ich doch etwas vorweg nehme
  • Außerdem war dieser Link zum Ulisses-Blog, in dem über den Kurzgeschichtenband berichtet wird, sehr hilfreich
  • Ich habe die Gareth-Box zwar als PDF, sie aber bisher nur durchgeblättert
  • Ich lese Romane gerne, um Ideen für das Rollenspiel zu bekommen (bin seit Jahren der Meister meiner Gruppe). Das können etwa interessante NSCs, stimmungsvolle Landschaftsbeschreibungen oder ganze Szenen sein
  • Bisher habe ich die Kurzgeschichtenbände Aufruhr in Aventurien, Der Göttergleiche/Mond über Phexcaer, Gassengeschichten, Unter Aves‘ Schwingen und Magische Zeiten gelesen. Dabei haben mir die Laien-Anthologien deutlich besser gefallen als die Texte der DSA-Profis
  • Von den meisten Autoren habe ich bereits Bücher gelesen. Wer will, kann sich bei Amazon meine entsprechenden Rezensionen durchlesen (Benutzer: Siebenstreich).

 Allgemeines

Es sind 14 Kurzgeschichten von zehn Autoren. Dabei handelt es sich größtenteils um namhafte DSA-Schreiberlinge, die also schon über eine gewisse Erfahrung verfügen.

Leider ist der Roman nicht in gedruckter Form erschienen (ich mag Bücher!). Ich habe daher notgedrungen das PDF an meinem Laptop gelesen. Natürlich könnte man sich den Roman auch ausdrucken (siehe dazu mehr im Fazit). Die Datei hat 134 Seiten und kostet knapp 5 Euro. Im Vergleich mit anderen Anthologien wie Das Echo der Tiefe passt das, wogegen der (gedruckte) Myranor-Band Netz der Intrige im Verhältnis viel teurer ist. Dazu habe ich übrigens einen Beitrag im Uhrwerk-Forum verfasst

Interessanterweise ist der Band erst knapp ein halbes Jahr nach der Box erschienen und musste separat erworben werden – in der Dunkle-Zeiten-Box lag Ein Hauch von Untergang automatisch bei. Wobei, Echo der Tiefe wurde auch erst Monate nach Bahamuths Ruf veröffentlicht. Das Cover soll anscheinend das Wappen von Gareth darstellen. Ganz nett, aber nichts Außergewöhnliches.

Zu den Geschichten

Den Anfang macht Christian Lange. Im bereits erwähnten Blogeintrag und im Vorwort wird zum Glück darauf hingewiesen, dass es sich bei seinen Texten um eine Trilogie handelt, denn nachdem man den ersten Teil (Glück im Spiel, Glück in der Liebe) gelesen hat, bleibt man ratlos zurück. Dies ändert sich mit Plan B, denn dort wird die gleiche Geschichte aus einem anderen Blickwinkel erzählt, was dem Verständnis sehr gut tut. Außerdem fand ich es sehr lustig, wie unterschiedlich sich die beiden Erzähler einschätzen. Auch die dritte Geschichte Schau nach vorn, nie zurück gibt eine weitere Sichtweise zu den Ereignissen wieder, die aber leider auch nicht restlos klären kann, was genau mit diesem ominösen Plan B gemeint war.

Ein paar Rechtschreibfehler sind vorhanden. Was allerdings viel mehr stört, sind die in meinen Augen oft unpassenden Beschreibungen: Plan B klingt für mich zu modern und eine durchgeschnittene Kehle würde ich nicht als „zerschnittener Schlund“ (S. 13) bezeichnen.

Es folgt Vae Victis von Christian Vogt. Wenn man bereits die Esse-Bücher seiner Frau gelesen hat, weiß man, dass sich die Beiden mit dem Schwertkampf auskennen (S. 16: „Sofort nahmen beide Duellanten ihre Huten ein: er die Waffe über dem Kopf in der Wacht des Ucuri, sie schlagbereit auf der Schulter in der Leuinhut.“).

Damit hat er ein ähnliches Dilemma wie schon seine Frau: zwar klingt das Ganze sehr fachmännisch, aber ob ein dahingehend ungebildeter Leser dem Ganzen folgen kann, ist fraglich. Zumindest beschreibt er die Manöver sehr bildlich. Ansonsten merkt man ihm an, dass er bereits Schreiberfahrung gesammelt hat, und auch bei ihm halten sich die Rechtschreibfehler in Grenzen.

Marie Mönkemeyer, der Neuzugang der DSA-Redaktion, steuert mit Endspiel eine sehr knappe Kurzgeschichte (2 Seiten) bei. Es geht um die Schrecken von Galottas Fliegender Festung, die auf merkwürdige Art und Weise mit dem Immanspiel verknüpft werden. Leider ist das Ganze ein wenig konfus, zudem ich aufgrund der Wortwahl auch erst dachte, dass die Protagonistin eine Hexe sei und keine Sportlerin, denn auf S. 27 steht: „Das glattgegriffene Holz des Besens gab ihr Halt.“

Gareth - Kaiserstadt des Mittelreichs Cover Anna Steinbauer kleinNun kommt der erste Text von Judith C. Vogt und zugleich der erste Auftritt von Talimee Silberstern, von der ich bereits viel gehört, aber noch nichts gelesen habe. Schon mit den ersten paar Zeilen von Drei mal Drei erweckt die Autorin Aventurien zum Leben, was bei ihrer Erfahrung aber auch kein Wunder ist. Lediglich die Auflösung der Geschichte ist mir nicht ganz klar; hier wäre vielleicht ein wenig mehr Kenntnis der Box hilfreich gewesen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass damit der erste Grundstein für ihren kommenden Gareth-Roman gelegt werden soll.

Besser ist der zweite Beitrag von ihr: Was vom Himmel fällt spielt nach den Ereignissen von Im Feuer der Esse. Hauptcharaktere sind wiederum Zita und Ulfbert, die mit ihrem Kind in Gareth leben und arbeiten. Die Geschichte ist sehr stimmungsvoll geschrieben, das offene Ende schreit aber förmlich nach einer Fortsetzung – vielleicht zeichnet sich ja eine Trilogie ab? Ich würde mich darüber freuen. Leider ist irgendwie ein Absatz (S. 85) vergessen worden, so dass die Erzählstränge der beiden Protagonisten nahtlos ineinander übergehen.

Der erste Text von Eevie Demirtel lautet Noionas Gnade: sehr kurz, stimmig, aber irgendwelche Hintergrundkenntnisse werden scheinbar vorausgesetzt, um die Geschichte gänzlich verstehen zu können.

Der zweite Beitrag (Gutsituierter Akademiker sucht …) ist in meinen Augen ein wenig zu modern: es geht um eine Heirats-Kontaktanzeige, die man im aktuellen Boten (Nr. 159) nachlesen kann, was ich für ein nettes Schmankerl halte (auch wenn ich eigentlich gegen Kontaktanzeigen im Schwarz-Weiß-Teil bin). Die Geschichte ist nicht neu, aber nett gemacht.

Es folgt der – meiner Meinung nach – beste Teil der Anthologie: Ein Messer im Rücken von Stefan Schweikert. Von dem Autor habe ich bereits Über den Dächern Gareths gelesen, doch die hier präsentierte Geschichte schlägt seinen Roman um Längen. Ich sammle gerne Zitate aus Büchern, und in seiner Geschichte bin ich zum ersten (und, wie sich herausstellen wird, einzigen) Mal fündig geworden.

Es geht um einen Kriminalfall, der mit viel Witz und vermutlich ein paar Anspielungen an seine anderen Romane gespickt ist, weswegen weitere Vorkenntnisse über den Protagonisten von Vorteil sind. Getrübt wird das Lesevergnügen durch ein paar Rechtschreibfehler und einen fehlenden Absatz auf S. 50, wo die Handlung plötzlich von der Befragung des Sohnes des Opfers zum Disput mit dem Rechtsgelehrten springt, so dass man sich am Anfang wundert, warum der Sohn über sich in der dritten Person redet.

Die Geschichte Angst und Schrecken in Alt-Gareth von Henning Mützlitz (der für mich schon negativ vorbelastet ist: Das Zepter des Horas habe ich nicht gemocht) dagegen scheint einfach nur eine aventurische Adaption von Fear and Lothing in Las Vegas zu sein – der Autor gibt es selbst in einer Fußnote zu. Ich kenne den Film zwar nicht, aber die Wikipedia liefert genug Informationen darüber, um das Wesentliche zu verstehen. Mich konnte der Klamauk nicht wirklich mitreißen.

Die nächste Geschichte lautet Das Medaillon und ist handwerklich gut gemacht, verfügt aber leider über wenig Besonderheiten. Sarah Schirmer ist mir zudem unbekannt, und auch die Wiki Aventurica kann wenig mehr zu ihr sagen, als dass sie Lektorin ist. Das erklärt zumindest, warum ihr Text frei von Rechtschreibfehlern o.ä. ist.

Im Gegensatz dazu scheint Lena Zeferino ein kleines Problem mit Kommas zu haben. Ein Geschäft der besonderen Art bietet zwar eine paar nette Vignetten, aber wenig Spannung. Die Auflösung ist auch nicht neu: sie wurde bereits in der Anthologie Aufruhr in Aventurien verwendet.

Mike Krzywik-Groß dagegen hat offenbar ein paar Mal zu oft Serien à la „Cold Case“, geschaut, denn genau um so ein verjährtes Ereignis geht es in seinem Text Schittenhelm & Tausendpfund. Es finden sich mehrere Anleihen bei Hamlet, nicht nur, was die Namen angeht. Leider sind die titelgebenden Korporale eher Statisten und das Ende sehr offen, so dass sich diese Geschichte in die vielen kleinen Mysterien Gareths einreiht.

Nach dem Lesen/Fazit

Die Geschichten reichen bei einem geübten Leser leider nur für einen Abend. Ich bin zudem kein großer Freund vom Lesen am Computer (habe „nur“ einen Laptop und keinen Kindle o.ä.) und habe mir im Voraus überlegt, ob ich mir den Band ausdrucken soll, was angesichts der geringen Seitenzahl sicher nicht sehr teuer wäre. Doch nach dem Lesen denke ich mir, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Der Band ist kurz genug, um ihn noch bequem am Bildschirm lesen zu können. Und mehr als einmal werde ich ihn vermutlich auch nicht lesen (s.u.).

Der Fokus des Bandes liegt, wie der Name schon vermuten lässt, auf der dunklen Seite von Gareth, also bei Diebesbanden, Verbrechen, dämonischen Umtrieben. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Abwechslung gewünscht, z.B. mit einem Text über die Stadt des Lichts. Dazu kommt, dass die meisten Geschichten leider ohne nähere Erklärungen einfach abbrechen. Dies sorgt zwar dafür, dass die Metropole rätselhaft bleibt, nervt auf Dauer aber den Leser. Vielleicht muss man doch zuerst die Box studieren, um alles verstehen zu können. Oder die Autoren haben nicht genau verstanden, was eine Kurzgeschichte ausmacht. [*]

Sehr nett fand ich die Idee, gelegentliche Hinweise auf andere Texte der Anthologie zu geben, auch wenn es manchmal gezwungen wirkte. Zudem wären manche der Geschichten auch kurz genug gewesen, um sie im Boten erscheinen zu lassen.

Rechtschreibfehler und Formatfehler sind, im Verhältnis zur Seitenzahl, leider sehr häufig (wie so oft bei DSA-Publikationen) Das ist für mich eine Unsitte, die dringend ausgemerzt werden müsste. Im Deutschunterricht darf man einem Schüler sogar bis zu vier Punkte bei schlechter Rechtschreibung abziehen, und ich denke, bei einem Verlag, der professionelle Texte schreibt und diese verkauft, kann man ruhig ähnliche Maßstäbe anlegen. Zudem habe ich wieder einmal das Gefühl, dass ein Kurzgeschichtenband von DSA-Laien besser gewesen wäre. Und langsam frage ich mich auch, warum Ulisses das nicht öfter macht – die Kosten an Zeit und Material sind sicher nicht viel größer (v.a. bei einer EPub), aber die Qualität ungleich höher.

[*] Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber eine Kurzgeschichte bedeutet nicht, dass man eine normale Geschichte schreiben und die letzten Seiten einfach wegschneiden soll, sondern dass man die ganze Handlung auf wenige Seiten beschränken soll.

 

Alles in allem

Ein penibles Einhorn weist darauf hin, dass Gareth deutlich mehr zu bieten hat als nur die düsteren Gassen, ein Zweites ist eingeschlafen, weil kaum wirklich spannende oder mitreißende Begebenheiten dabei waren. Und zwei weitere Einhörner sind über die vielen Rechtschreibfehler gestolpert und haben sich dabei alle acht Bainäh Beine gebrochen. Übrig bleiben damit 5 von 9 Einhörnern, die sich als Gassenhelden beweisen wollen.

Bewertung Einhorn 5

Nandurion dankt Siebenstreich für diese Gastrezension!

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15 Kommentare zu Schattenlichter

  1. Theaitetos sagt:

    „Die Datei hat 134 Seiten und kostet knapp 5 Euro. Im Vergleich mit anderen Anthologien wie Das Echo der Tiefe passt das, wogegen der (gedruckte) Myranor-Band Netz der Intrige im Verhältnis viel teurer ist.“

    Auf Arkanil hatte ich schon etwas zum Preisvergleich von „Schattenlichter“ und „Netz der Intrige“ geschrieben, dass ich hier gerne wiederholen möchte:

    Netz der Intrige ist nicht wie bisherige DSA-Romane ein (kleines) Paperback, sondern ein Hardcover mit sehr edlem Einband, einem Lesebändchem und einem größerem Format, wodurch es rund 25% mehr Wörter/Zeichen pro Seite als bspw. Schattenlichter hat. Als grobe Rechnung:

    Schattenlichter: ~320 Wörter (2.000 Zeichen) pro Seite; ~125 Seiten Text; PDF 4,99€ (theor. Paperback-Preis: 6€*) => 66 Wörter pro Eurocent
    Netz der Intrige: ~400 Wörter (2.500 Zeichen) pro Seite; ~373 Seiten Text; Preis 24,95€ => 60 Wörter pro Eurocent

    Die beiden Bücher liegen preislich also sehr nah beeinander, und das trotz der namhaften Autoren und dem edleren Hardcovereinband beim Myranor-Band.

    *Als Umrechungsfaktor nahm ich Ulisses’ übliche Preise für Romane: 7,99€ bzw. 9,99€ EPUB zu 9,99€ bzw. 11,95€ Paperback => Faktor ~1,2. Einen Umrechnungsfaktor von PDF zu Hardcover konnte ich leider nicht belastungsfähig ableiten. Würde Schattenlichter aber als Hardcover (nicht Paperback) erscheinen, dann dürfte es nicht mehr als 6,70€ kosten, sonst wäre es teurer als Netz der Intrige.

  2. LJ sagt:

    Mich irritiert diese Rezension eher, als dass sie mir weiterhilft, gestehe ich. Ich weiß nun hauptsächlich, dass der Rezensent einige Geschichten nicht versteht und dass Rechtschreibfehler vorkommen. Und dass die Publikation scheinbar als „Roman“ verstanden wird, wo es sich doch um eine Kurzgeschichtensammlung handelt? Vielleicht lag dort das Problem?

    Viele Kurzgeschichten tendieren dazu, gegen Ende eine Art „Offenbarung“ zu bringen, eine überraschende Wendung. Ich habe die Anthologie zwar noch nicht vollständig gelesen, aber die Geschichten, bei denen ich dies tat, sind sehr wohl in sich abgeschlossen. Dass Fragen offen bleiben, finde ich eher erfrischend und inspirierend. Im Übrigen habe ich die Gareth-Box auch nicht gelesen… 😉

    Ein Hinweis noch zur Kurzgeschichte:
    „Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich und vieles muss vom Leser durch Lesen zwischen den Zeilen und Verknüpfen von Handlungen erschlossen werden.“
    (aus der Wikipedia)

  3. Siebenstreich sagt:

    an Theaitetos: ich (als armer Student) störe mich nun einmal daran, für nicht mal 400 Seiten 25 Euro ausgeben zu sollen. Ich sehe Romane auch immer als eine Möglichkeit für den Verlag, neue Spieler (in diesem Fall für Myranor) zu gewinnen, quasi, dass Leute denken: „Hm, Myranor, kenn ich nicht, lese ich doch mal ein paar Geschichten, wie dort der Flair ist“ – aber dann muss der Band auch erschwinglich sein. Aber ich hab ja extra auf den Link ins Uhrwerk Forum hingewiesen, wo deine Antwort auch schon ist. 😉

    an LJ: Ich sehe das hier weniger als eine Nachbesprechung der Buches, sondern meine Kritik richtet sich an Leute, die überlegen, ob sie sich den Band kaufen sollen.
    Eine Anthologie muss ich anders rezensieren als ein Abenteuer. Denn dort können die potentiellen Meister (nicht die Spieler) schonmal lesen, ob es ihnen gefällt, welche Schwächen es gibt usw. Da darf ich auch gerne „spoilern“. Bei einem Roman gibt es nur einen Leser, und wenn ich dann schon die Überraschungen am Ende vorweg nehme, lohnt sich das Lesen nicht mehr.

    Und nein, ich habe den Band als Anthologie verstanden. Klar muss ich bei Kurzgeschichten mehr zusammenreimen, aber ich gebe mal ein Beispiel aus dem Buch:
    Ein Gardist transportiert einen wichtigen Gegenstand, irgendeine Frau kommt, verzaubert ihn und klaut den Gegenstand. Ende.
    Wenn nun klar wäre, dass es sich bei der Frau um Nahema, Pardona o.ä. handelt, könnte ich noch irgendwie die Handlung nachvollziehen. Aber wenn es nur irgendeine x-beliebige Person ist, dann wirkt das Ganze einfach nur willkürlich.
    Es muss ja nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt werden, aber den Leser komplett ohne Hinweise auf die Person im Regen stehen zu lassen, mag ich nicht.
    Aber vielleicht gibt es ja in der Box irgendeine Personenbeschreibung (von einer Frau, die völlig vernarrt in diesen Gegenstand ist), die das Ganze rückwirkend erklärt.

    Im Übrigen sind für mich eine Masse an Rechtschreibfehlern ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Wenn ich mehr damit zu tun habe, in Gedanken die Fehler zu korrigieren, als dass ich mich auf die Geschichte konzentrieren kann, lohnt sich der Kauf nicht (ganz so extrem ist es hier zum Glück nicht).

    Vielleicht liegt es daran, dass ich sonst nur Amazon Rezensionen schreibe, und dort habe ich deutlich weniger Platz.^^

  4. Arduinna sagt:

    Hm, ich gebe zu, mich irritiert, dass über diverse Autoren dieser Anthologie (zu denen ich gehöre) an anderer Stelle diskutiert wurde, ob sie denn nun „nur“ Hobbyautoren sind oder ob man sie schon professionell nennen kann. Nun sind sie hier professionelle Autoren, aber „Laien-Autoren“ wären vorzuziehen gewesen.
    Diese Aussage verwirrt mich mehr, als dass sie mich erhellt – vor allem, da ja mit Marie Mönkemeyer, Christian Vogt, Sarah Schirmer und Lena Zeferino vier Autoren dabei waren, die in Bezug auf „DSA-Fiction“ Neuland betreten haben. (Oha, Neuland … das wird nun für immer ein belastetes Wort sein. 😉 )
    Wenn du, lieber Siebenstreich, mir erläutern würdest, wie du das gemeint hast, wäre ich dankbar.

  5. Siebenstreich sagt:

    Mit Laien-Anthologie will ich sagen, dass es nicht genügt, bekannte Namen zu nehmen (und bis auf Sarah Schirmer hat man sicher schon von allen Autoren gehört, gelesen o.ä.).
    Bei Schattenlichtern war es laut Eevie ( http://youtu.be/aTjdbccPzYA?t=7m18s ) so: Den Autoren wurde die Gareth-Box in die Hand gedrückt und gesagt „Schreib was dazu.“ Da hat man als Autor Zeitdruck und als Lektor keine so große Auswahl, was die Geschichten angeht, weil man nur ein kleines Angebot hat.
    Die Zahl der DSA-Spieler, die zwar keine Schreiberfahrung, dafür eine Menge innovativer Ideen hat, ist dagegen sicher deutlich größer. Und eine Kurzgeschichte hat eben nur eine Szene, und dann muss diese kleine Episode eben besonders kreativ sein.
    Meine Theorie ist, dass viele DSA‘ler schon Texte oder Ideen haben, an denen sie lange gefeilt haben (oder zumindest ist es bei mir so). Wenn dann ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, müssen diese nur noch eingesandt werden – was oft auch der einzige Weg ist, sein Geschriebenes mit Anderen zu teilen, denn um einen eigenen Roman zu veröffentlichen fehlt vielen (wie mir auch) sowohl die Zeit, als auch das Können.
    Natürlich braucht man mehr als eine gute Idee, um eine erfolgreiche Kurzgeschichte zu schreiben. Doch wenn es zwar gut geschrieben, aber eine, überspitzt formuliert, 08/15 Handlung hat, wird auch kein Schuh daraus. Und so war es meiner Meinung nach bei „Schattenlichter“.

    Ich will damit keinem der Autoren etwas Böses, insbesondere den Neulingen. Meine Meinung ist nur eine von Vielen. Aber da ich aus Erfahrung weiß, dass mir die aus Wettbewerben entstandenen Anthologien besser gefallen, versuche ich zu verstehen, warum das so ist.
    Ich hatte gehofft, dass dieser Band meine bisherigen Vorbehalte widerlegen würde, aber dem war leider nicht so.

    Übrigens: Christian Vogt hat schon Erfahrung mit Kurzgeschichten (u.a. hier http://verlag-torsten-low.nr1-shop.net/?go=detail&ai=7113&ps=3232&subid=3236 , wo auch Du und Mike vertreten sind), während Marie Mönkemeier Teil der DSA-Redaktion ist und, genau wie Christian, auch schon diverse Abenteuerbeiträge verfasst hat.
    Sarah Schirmer und Lena Zeferino haben dagegen keinen größeren Bezug zum offiziellen DSA oder größere Schreiberfahrung.
    Ergo haben wir nur 2-3 unerfahrene Schreiberlinge – wenn Dir das besser gefällt als „professionelle Autoren“ 🙂

  6. Arduinna sagt:

    Ich verstehe, du sprichst also von einem Kurzgeschichtenwettbewerb (wie der bei Torsten Low, auf den du aufmerksam machst – geschrieben habe ich aber oben „DSA-Fiction“, und das war tatsächlich für die vier Genannten neues Territorium 😉 ).
    Dazu möchte ich kurz was sagen: Wir haben keineswegs die Garethbox in die Hand gedrückt bekommen und sind dann mit vorgehaltener Pistole zum Schreiben gezwungen worden. Vielmehr gab es den Aufruf an Autoren, ob sie denn nicht Lust hätten … Und die Zeit war keinesfalls so knapp bemessen, dass wir unkreativen Blödsinn herunterzuschreiben gezwungen waren. Also, falls das unkreativer Blödsinn ist, dann haben wir das ganz selbst verbockt 😉 , wir hatten nämlich alle Lust zu schreiben, und wir hatten Lust, die Geschichten zu schreiben, die wir schlussendlich geschrieben haben. Ich habe mit zwei Freunden tatsächlich ein Rollenspielwochenende mit drei Handlungssträngen in Gareth gemeistert, bei dem Kalman Karinor und Raul wichtige Rolle spielten … Es ist also nicht so, als wäre die Box nicht inspirierend gewesen. 😉
    Aber danke für die „Aufklärung“, ich hatte nicht verstanden, dass du dir einen Kurzgeschichtenwettbewerb gewünscht hättest und das mit Laienautoren meintest.

  7. Siebenstreich sagt:

    Ja, ich meine Kurzgeschichtenwettbewerbe, das habe ich nicht genau deutlich gemacht, da war das Denken schneller als das Schreiben. ^^ Für mich war das klar, weil die meisten der o.g. Anthologien eben durch solche Ausschreibungen zustande gekommen sind.

    Natürlich wart ihr nicht wie die Kardinäle beim Konklave eingesperrt, aber es macht sicher schon einen Unterschied, ob ich mich an ein paar Dutzend DSA-Autoren oder aber tausende DSA-Spieler wende.^^

    Zum Thema DSA-Fiction. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, waren die meisten Texte eigentlich so allgemein gehalten, dass sie in nahezu jeder Fantasywelt spielen könnten. Vielleicht war gerade auch diese Offenheit eine kleine Enttäuschung für mich, weil man eben kaum sagen konnte: „Ja, genau, DAS ist Aventurien“. Klar wurden mehrere NSCs (Erlan Adersin, Talimee Nebelstern, Kalman Karinor) namentlich genannt, aber Kämpfer, Meisterdiebe oder intrigante Abgesandte gibt es auch in anderen Systemen. Ähnliches gilt für Verbrecherbanden, Ortbeschreibungen usw.. Dagegen sind Texte im Bezug auf die (zwölfgöttliche) Religion, auf Zauber o.ä. meist deutlich DSA spezifischer.
    Von daher finde ich, dass die Erfahrung konkret im Bezug auf das DSA-Schreiben nicht soooo wichtig war.

  8. Theaitetos sagt:

    @Siebenstreich: Du hast aber geschrieben „wogegen der (gedruckte) Myranor-Band Netz der Intrige im Verhältnis viel teurer ist.“ Und das stimmt eben nicht, denn „im Verhältnis“ ist der Myranor-Band ganz und gar nicht teurer, sondern kostet praktisch gleich viel.

    Zudem ist der Myranor-Band kein Einsteigerband für Myranor, genausowenig ist Schattenlichter ein Einsteigerband für Aventurien. Es ist daher mEn nicht angebracht Publikationen unter Gesichtspunkten zu bewerten, die nicht der Zielsetzung der Publikation entsprechen.

    Und ob du jetzt armer Student bist oder nicht, ist auch nicht erheblich. Manche geben für ein Kinoticket 12€ aus und bekommen 2 Stunden Unterhaltung, andere geben doppelt so viel für ein Buch aus und bekommen (mehr als) doppelt so lange Unterhaltung.

    p.s.: Der offizielle Myranor-Einsteigerband kommt in den nächsten Wochen, das Cover kann man schon einmal im Uhrwerk-Forum sehen.

  9. Siebenstreich sagt:

    Dann formuliere ich meine Aussage anders: „25 Euro für nicht mal 400 Seiten ist in meinen Augen zu teuer“. Egal für was. Und wenn Kiesow selbst das Buch mit grüner Tinte auf Einhornhaut handgeschrieben hätte (na gut, dann vielleicht schon).

    Wenn Ulisses eine ähnlich gemachte Anthologie wie „Netz der Intrige“ für Aventurien rausbringen würde – ich als DSA-Spieler/Meister würde es nicht kaufen (höchstens aus zweiter Hand, aber das steigert den Umsatz für Ulisses auch nicht). Und dann ist die Zielsetzung der Publikation auch nicht erreicht.

    „Manche geben für ein Kinoticket 12 Euro aus“ – ja, manche, aber nicht ich. Ich bin eh gegen diese ständige Preiserhöhung im Kino, aber das ist ein anderes Thema…

    Ich würde sagen, wir legen die Diskussion langsam bei, denn das Problem liegt offenbar darin, dass wir beide unterschiedliche Relationen vor Augen haben. Und darüber kann man nicht streiten. 🙂

  10. Theaitetos sagt:

    Wir haben nicht unterschiedliche Relationen vor Augen. Du hast ein Bauchgefühl beschrieben und ich habe etwas mathematisch dargelegt. Letzteres ist mEn für Rezensionen passender, aber schlussendlich ist diese Rezension deine Meinung und damit auch deine Entscheidung.

    • Feyamius sagt:

      „ich habe etwas mathematisch dargelegt. Letzteres ist mEn für Rezensionen passender“

      Das wiederum ist jetzt dein Bauchgefühl, denn eigentlich dürfen Rezensionen ruhig deutlich subjektiv sein.

      • Theaitetos sagt:

        Ja klar dürfen sie subjektiv sein, und am Ende überlasse ich ihm ja auch die Entscheidung. Aber bei den Preisen ist es mEn eben gar nicht notwendig subjektiv zu sein, da diese direkt und objektiv miteinander verglichen werden können – in einem kalkulierbaren Verhältnis von Wort/Zeichen zu Preis.

        Ich habe auch noch einmal nachgerechnet: Wenn man den Umrechnungsfaktor von PDF zu Hardcovern dieses Jahres (Frostklirren, Porto Velvenya, Av. Jahrbuch, Quanionsqueste, Sturmgeboren) nimmt und zu Schattenlichter hinzurechnet, dann kommt sogar heraus dass Schattenlichter ein bisschen teurer als der Myranor-Band ist.

  11. Siebenstreich sagt:

    Und wenn ich noch die Schuhgröße von Chuck Norris einberechne, dann kommt raus, dass Deutschland nächstes Jahr Weltmeister wird. 😉

  12. Torrak sagt:

    Wenn du wieder Kurzgeschichtenwettbewerbe willst, könntest du das z.B. hier anmerken:
    http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2013-06-22-das-schwarze-auge-roman-umfrage-laeuft-weiter/

  13. Siebenstreich sagt:

    Hab ich schon gemacht, trotzdem danke für den Hinweis.

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