Tsa-Vademecum

Tsa-Vademecum-Cover

»Schenke Leben, Lebendige, auf dass
sich mehre die Vielfalt
ertöne freudiges Lachen
gedacht werden frische Gedanken
erstrahle bunter das Sein
Schenke Leben, Lebendige.«

Denkt man an die Geweihten der jungen Göttin, so fallen einem wohl als erstes die Probleme ein, die diese in einer Heldengruppe verursachen können. Unbedingter Pazifismus, unsteter Lebenswandel, unbändige Neugier – man sieht geradezu schon die 2W6 Forenthreads vor sich, in denen ein verzweifelter Spielleiter oder Mitspieler um Hilfe beim Umgang mit diesen ungewöhnlichen Helden bittet. Natürlich liegt auch ein gewisser Reiz darin, einen Diener der Tsa ins Abenteuerleben zu führen, denn die Bereitschaft, auf Reisen zu gehen oder sich auf Neues einzulassen, bringt dieser sicher im Übermaß mit. Trotzdem habe ich als Spielerin in keiner meiner Runden bisher einen Tsageweihten erlebt und hatte selbst auch noch nicht das Bedürfnis, einen zu spielen. Insofern bin ich gespannt, ob die Lektüre des Tsa-Vademecums das ändern kann. Die Texte aus der Feder von Melanie E. C. Meier, die sich zuvor schon dem Kult des grimmigen Firun gewidmet hat, werden diesmal durch Beiträge von Alex Spohr, Eevie Demirtel und Marie Mönkemeyer ergänzt. Also dann – mit tsagefälliger Neugier ans Werk!

Optisches

Auch wenn man ein Buch ja eigentlich nicht nach seinem Cover beurteilen soll, ist der kunterbunte Einband, gestaltet von Diana Rahfoth, ein absoluter Hingucker, der in meinen Augen das Wesen des Tsa-Glaubens wunderbar einfängt. Ich bekomme da gleich Lust, in das Buch hineinzuschauen und zu sehen, was sich hinter dem bunten Cover verbirgt. Die Innenillustrationen von Diana Rahfoth und Tristan Denecke sind dann allerdings schwarz-weiß, auch wenn es einige der Bilder in Farbe auf Dianas Homepage zu bewundern gibt. Insgesamt gefallen mir die Zeichnungen gut, auch wenn die personifizierte Morgenröte auf Seite 41 für mich aufgrund des aufgerissenen Mundes und der leeren Augen einen eher angsteinflößenden Eindruck macht.

Etwas zu viel Individualismus ist es mir dann beim Format des Buches. Das Vademecum ist nämlich ein Stück kürzer und schmaler geraten als seine zwölfgöttlichen Geschwister, so dass im Bücherregal dann ein Bruch im Gesamtbild entsteht. Da hätte man von mir aus gerne weniger tsagefällig vorgehen können.

Inhalt

Ein Tsageweihter schreibt ein Buch? Das ist wohl kaum vorstellbar und deswegen auch nicht der Fall. Stattdessen stellt sich als fiktiver Autor der Puniner Magier Xaron Mendurian von Punin vor, der im Auftrag der Tsageweihten Pasqua Sfalia die Aufzeichnungen von über einem Dutzend Geweihten zusammengetragen hat. Das ist ein schöner Kniff, um auch inneraventurisch die Entstehung des Vademecums zu erklären.

Teil I – Vom Wesen der Göttin

Statue der Jungen Göttin (von Diana Rafoth)

Statue der Jungen Göttin (von Diana Rahfoth)

Vier Geweihte beschreiben das Wesen der Göttin und ihre Aspekte und betonen die Schönheit von Wandel und Neubeginn. Außerdem erfährt der Leser die Bedeutung des achtstrahligen Sterns als Symbol der Tsa. Danach wird die Alveranie als heilige Pflanze der Tsa beschrieben. Insgesamt ist es ein kurzes Kapitel, das allerdings nur auf Tsa im herkömmlichen, mittelländischen Glauben eingeht.

Teil II – Geschichte der Gemeinschaft der Ewigjungen

Ausgiebige Geschichtsschreibung ist keine Sache, die den Tsageweihten Freude macht, so dass der Verfasser nur einige Bruchstücke der Geschichte der Kirche zusammentragen kann. Beschrieben wird vor allem die Entstehung der Kirche im tulamidischen Raum, die auf den ersten Geweihten, Shedwat Hadschajim, zurückgeht und zur Regierungszeit von Rashtul al’Sheik datiert. Zwei weitere kurze Texte gehen auf die Kirche in den Dunklen Zeiten und zur Zeit der Priesterkaiser ein, andere Einflüsse, wie die der Echsen und der Güldenländer, werden leider nicht erwähnt.

Teil III – Die Göttin und ihr Gefolge

In diesem ausführlichen Kapitel finden sich unter anderem die (einzige) Tsa-Alveraniarin Sajalana, die Schutzpatronin der Schwangeren und Hebammen, der Halbgott Simia (inklusive der verschiedenen Namen und Aspekte, unter denen er/sie bei diversen Völkern bekannt ist), Kardan der Erneuerer (der Seelen zur Wiedergeburt führt), Frühling und Morgenröte als personifizierte Aspekte der Tsa sowie der König der Adler und die Kobolde als Gefolge Tsas. Heilige kennt die Kirche dagegen nicht, auch wenn die Angabe gemacht wird, dass die junge Göttin immer wieder Möglichkeiten findet, sich den Sterblichen mitzuteilen.

Jedes Wesen aus dem Gefolge Tsas wird mit einem kurzen oder längeren Zitat beschrieben, manchmal folgt dann noch eine Ergänzung aus der Feder des Autors. Für die Darstellung von Tsa-Geweihten sind die verschiedenen Wesen und Aspekte, die zum Glauben gehören, sicherlich hilfreich.

Teil IV – Gebete

Auch schriftlich fixierte Gebete sind in der Kirche der Tsa selten, so dass Autor Xaron hier verschiedene Gebete wiedergibt, die er im Göttinnendienst gehört hat. Die laut seiner Aussage oft spontan improvisierten Gebete scheinen eine Neigung zum Reim zu haben und klingen oft ein wenig wie Kinderlieder. Das ist an sich okay, es hätte für meinen Geschmack aber schon ein wenig mehr Divergenz in der Formulierung der verschiedenen Gebete geben können. Die abgedruckten Gebete drücken vor allem die Zuneigung zu Tsa an sich aus, aber auch die Themen Schwangerschaft, Erfindungsreichtum und Neubeginn werden gestreift. Zum Schluss gibt es noch einen Kinderreim (der sich von den übrigen Gebeten aber nicht so sehr unterscheidet, wie er das vielleicht sollte) und die Anleitung für ein Hüpfspiel samt tsagefälligem Abzählreim. Gut, es wird wohl kaum eine Spielrunde mal in die Verlegenheit kommen, dieses Spiel am Spieltisch einzubringen, mir gefällt es aber immer, wenn solche Details des aventurischen Alltags beschrieben werden.

Teil V – Heilige Artefakte und wundersame Orte

Viele Artefakte hat die Tsa-Kirche nicht zu bieten, hier gibt es nur das Eidechsenauge, das einem Menschen, egal wie schwer verletzt oder krank er sein mag, das Leben retten kann, und die Kreide der Tsa, mit denen Eltern das Geschlecht eines gezeugten Kindes beeinflussen können. Besondere Orte gibt es dafür einige, beschrieben werden z. B. der Tsa-Tempel in Dragenfeld, der wohl allen Spielern der Borbaradkampagne ein Begriff ist, und die berühmten Tsa-Oasen, die verirrten Reisenden das Leben retten können. Ein längerer Abschnitt ist dem mysteriösen Quell des Lebens gewidmet, der angeblich Unsterblichkeit verleiht. Hier wartet das Buch mit mehreren Ingame-Quellen auf, die über den Ort und die Beschaffenheit spekulieren. Was es damit genau auf sich hat, wird hier nicht verraten, was ich in einem reinen Ingame-Kapitel aber ohnehin nicht erwartet habe.

Teil VI – Tempeldienst und Glaubensgemeinschaften

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kirchen kennt die Glaubensgemeinschaft der Tsa so gut wie keine Ränge, festen Riten oder Abläufe. Wer hier also erwartet hat, die Liturgien der Tsa-Kirche als ausformulierte Gebete zu finden, wird enttäuscht. Auf gerade einmal zweieinhalb Seiten werden hier kurze Angaben zu Tempeln, Göttinnendienst und Kleidung und Bezeichnung der Geweihten gemacht, wobei die Quintessenz des Kapitels ist, dass es nun mal keine einheitlichen Vorgänge gibt. Das finde ich für eine Spielhilfe, die zur Ausgestaltung eines Geweihten am Spieltisch dienen soll, ein bisschen mager. Man hätte hier beispielsweise zwei oder drei verschiedene Abläufe eines Göttinnendienstes (z. B. je nach Region) beschreiben können, auch eine Liste von typischen rituellen Handlungen, Gegenständen und Formulierungen, aus denen sich der Spieler dann selbst eine Predigt oder die Ausgestaltung einer Liturgie zusammenstellen kann, wäre hier vielleicht eine Idee gewesen. So bleibt das Kapitel wenig hilfreich.

Teil VI – Glaubensströmungen und Orden

Dass die Tsa-Kirche eine Vielzahl von Orden, Sekten und Glaubensbünden zu bieten hat, ist wenig verwunderlich. In diesem Kapitel werden sie vorgestellt. Man kann hier getrost von einer großen Vielfalt an Glaubensströmungen sprechen, denn von den extrem pazifistischen Friedensfreunden, die nicht mal ein Messer in die Hand nehmen, um sich Butter aufs Brot zu schmieren, über die Freiheitskämpfer, Bilderstürmer und Buntspechte (tsagefällige Gaukler) bis zu den obskuren Sekten der Erneuerer (die der Meinung sind, Sumu müsse sterben, um wiedergeboren zu werden) oder den Mitgliedern des Hauch des Lebens (die angeblich danach streben, alles Tsa-Ungefällige vom Anlitz Deres zu tilgen) ist eine große Bandbreite an Orden abgedeckt. Einige davon sind wohl vor allem geeignet, um den Helden einmal im Abenteuer über den Weg zu laufen, andere bieten aber auch schöne Möglichkeiten, um einen tsageweihten Charakter weiter auszugestalten und mit Zielen zu versehen. Da explizit bestätigt wird, dass man im Laufe seines Lebens in mehreren Orden Mitglied sein kann und das Wechseln selbiger unter Tsa-Geweihten eher zum guten Ton gehört, muss man sich hier auch nicht für immer festlegen. Insgesamt bietet das Kapitel einen guten Überblick und viele Anregungen sowohl für das Spielen eines Geweihten als auch für das Einbringen der Kirche im Abenteuer.

Teil VIII – Sammelsurium

Unter diesem Titel stellt der Autor weitere Quellen und Zitate zusammen, die sich mit dem Wesen der Tsa und ihrer Geweihten beschäftigen. Die bunte Mischung befasst sich nochmals mit verschiedenen Aspekten wie Freiheitsliebe, Abneigung gegenüber Altem und Althergebrachtem und den Wundern der Schöpfung. Leider bieten nur wenige der Texte wirklich neue Aspekte, z. B. wird das Thema, dass Tsa auch als Göttin der Echsen bekannt ist, nur in einem ganz kurzen Zitat angerissen. Auch der Text, der eine mögliche Wiedergeburt eines von Sumu und Los gezeugten Kindes behandelt, ist interessant. Die übrigen Texte vertiefen zwar die Quellen in den anderen Kapiteln des Buches, tragen aber wenig Neues bei.

Teil IX – Hinweise zur Ausgestaltung von Tsagweihten

Auch als Babysitter geeignet: Tsa-Geweihe im Tempel (von Diana Rafoth)

Auch als Babysitter geeignet: Tsa-Geweihe im Tempel (von Diana Rahfoth)

Wie auch schon bei den anderen Vademecums folgt am Ende des Buches ein Outgame-Teil, der sich mit dem Spielen eines Tsageweihten befasst. Es beginnt mit der Darstellung der tsagefälligen Tugenden, weist aber auch gleich darauf hin, dass nicht jede/r Geweihte/r die selben Ideale verfolgt und somit jeder tsageweihte Held individuell ausgestaltet werden kann. Ein weiterer Abschnitt geht auf das Verhältnis zu anderen Kirchen ein und betont noch einmal, dass eine möglichst tolerante Auslegung des eigenen Glaubens zu wenig Ärger mit Heldengruppe und Umfeld führt – was allerdings nun keine bahnbrechend neue Erkenntnis darstellt.

Der nächste Abschnitt befasst sich mit der konkreten Ausgestaltung eines Tsageweihten als Helden. Zu Beginn werden noch einmal die Vor- und Nachteile einer solchen Heldenwahl vorgestellt, im Anschluss folgen einige Fragen, die der Spieler sich bei der Erschaffung des Charakters stellen sollte. Das kann sicher helfen, um den Geweihten ausreichend zu individualisieren. Es wird auch noch einmal auf die Möglichkeit einer Spätweihe zum Tsageweihten hingewiesen. Es folgt – ähnlich wie im Rahja-Vademecum – eine Reihe von möglichen Geweihtentypen, die als Anregung für Spieler dienen sollen. Diese gefallen mir sehr gut, da sie es schaffen, in wenigen Zeilen ein Charakterkonzept zu entwerfen und viele Möglichkeiten aufzeigen, den entsprechenden Helden ins Abenteuer zu führen. Sehr originell finde ich das Konzept eines Charakters, der sein Gedächtnis verloren hat und auf der Suche nach der eigenen Identität ist – sicherlich etwas, das mit der Runde abgesprochen werden muss, aber eine reizvolle Idee darstellt, die mir gut gefällt.

Ein kurzer Absatz geht danach noch einmal auf die Geweihten im Abenteuer ein und betont, dass keineswegs jeder Diener der Tsa ein unsteter Pazifist sein muss, sondern es auch viele andere Ausprägungen gibt.

Es folgt noch einmal ein Abschnitt über die Struktur der Kirche, der aber größtenteils die Informationen aus Kapitel VI wiederholt. Lediglich die Information, dass die meisten Tempel zwar keinen Vorsteher, aber so etwas wie einen Sprecher der Geweihtenschaft haben, ist neu.

Der letzte Teil des Kapitels befasst sich dann mit den Liturgien und ihrer Ausgestaltung. Hier finden sich immerhin noch einige kurze Angaben zu den regional unterschiedlich gefärbten rituellen Handlungen. Abschließend werden zwei neue (wenn auch aus dem Liber Liturgium schon bekannte) Liturgien vorgestellte, nämlich Schnell wie eine Eidechse, mit der die Geweihte ihren Ausweichen-Wert, ihre Geschwindigkeit und ihre Initiative erhöht, und Revolution der Gedanken, mit der die Geweihte einer Person eine revolutionäre Idee in den Kopf setzt. Diese Liturgie ist allerdings selten und wird geheim gehalten.

Nach einer Auflistung der Mirakel, Liturgien und typischen Opfergaben des Tsa-Kultes endet der Outgame-Teil, dem Spieler stehen dann wie immer noch einige Vakatseiten für eigene Notizen zur Verfügung.

Ein bunter Strauß Kritik

Beginnen wir mit der der Fangfrage: Habe ich jetzt Lust, eine Tsageweihte zu spielen? Ich muss sagen: Leider nicht so richtig. Ob das nun aber am Vademecum liegt oder daran, dass mir die Kirche einfach nicht liegt, kann ich nicht so genau sagen.

Das Tsa-Vademecum bietet eine solide Zusammenfassung der Tsa-Kirche und vor allem im Bereich der verschiedenen Orden und Sekten viele gute Anregungen, die Geweihten (ob nun als Held oder als NSC) ins Spiel einzubringen. Der Outgame-Teil ist in dieser Hinsicht ebenfalls gut gelungen. Gewünscht hätte ich mir aber noch mehr Anregungen zur Ausgestaltung einer Andacht oder Liturgie.

Von den Ingame-Texten zur Göttin und ihren Mysterien bin ich ein wenig enttäuscht, denn gerade beim Tsa-Vademecum hätte ich da mehr neue Ideen, Aspekte und Ansätze erwartet. So geht das Vademecum zwar auf den güldenländischen Kult der Siminia ein, die Kirche der Zatura, die ebenfalls Tsa-Aspekte hat, wird aber unerwähnt gelassen. Auch die echsischen Zsahh-Priester, die immerhin auch spielbare Helden sind, bleiben unerwähnt. Die Kobolde werden zwar kurz als Gefolge der Tsa vorgestellt, doch dieses Thema hätte man noch vertiefen können, beispielsweise durch das Aufwerfen der Frage, wie Schelme zu Tsa stehen. Auch die Wiedergeburt ist ein Aspekt, der mir viel zu oberflächlich behandelt wurde. Immerhin widerspricht die Idee, dass eine Seele in einem neuen Körper wiedergeboren wird, den meisten zwölfgöttlichen Glaubensvorstellungen. Doch auf diesen Konflikt geht das Buch gar nicht ein. Das Vademecum erwähnt zwar in einigen Quellen, dass es Wiedergeburt gibt oder geben soll, jedoch findet das anscheinend nicht einmal der Magier, der das Buch zusammengestellt hat, irgendwie bemerkenswert.

Die Ingame-Texte: Nicht immer das Gelbe vom Ei (selbiges gezeichnet von Diana Rafoth)

Die Ingame-Texte: Nicht immer das Gelbe vom Ei (selbiges gezeichnet von Diana Rahfoth)

Viele der Quellen und Zitate befassen sich mit den Aspekten von Erneuerung, Natur, Leben und Wandel – so viele, dass dies oft repetitiv wirkt. Gerade im Sammelsurium-Kapitel wäre Platz für mehr neue und streitbare Texte gewesen, als sich dort befinden. Auch die radikaleren Strömungen der Kirche, wie z. B. die Bilderstürmer, werden eher kurz abgehandelt. Letzten Endes bietet das Vademecum nicht besonders viele neue Aspekte zum Tsa-Glauben. Man findet vielmehr größtenteils das, was man von vornherein erwartet – und das ist beim Tsa-Glauben besonders schade.

Diese Kritik trifft auch auf den Tonfall der Quellen zu. Wo es z. B. das Ingerimm-Vademecum schafft, jedem der zitierten Geweihten eine eigene Stimme zu verleihen, klingt hier bis auf ganz wenige Ausnahmen alles gleich verklärt-blumig, was die Texte teilweise anstrengend zu lesen macht und wenig Abwechslung bietet. Auch die Gebete ähneln sich sehr. Selbst der Puniner Magier, der die gesammelten Quellen kommentiert, schreibt eher wie ein Tsa-Geweihter als ein studierter Magus. Das ist schade und mindert den Lesespaß leider, ebenso wie der Kobold, der wohl durchs Korrektorat gerauscht ist und vor allem die Kommata durcheinandergeschmissen hat.

Fazit

Wie alle Vademecums ist auch dieses hier kein Buch, das ein absolutes Muss am Spieltisch darstellt. Für Spieler eines Tsa-Geweihten oder solche, die es werden wollen, bietet es viele Anregungen, wenn auch weniger Texte, die man am Spieltisch/beim LARP rezitieren kann als die anderen Vademecums. Für Spielleiter, die die Tsa-Kirche und ihre Mysterien ins Abenteuer einbauen wollen, sind zwar Ideen enthalten, es gibt aber diesbezüglich weniger Material als bei anderen Göttern. Insgesamt verbirgt sich hinter dem wunderschönen Cover leider das bisher schwächste Vademecum, das ich gelesen habe (die anderen beiden waren Ingerimm und Rahja).

Bewertung

9 Einhörner haben sich im kunterbunten Tsa-Tempel eingefunden, um mehr über die Kirche der Tsa zu erfahren. Eins ist davongelaufen, um selbst einen Göttinnendienst zu gestalten, eins sucht auf eigene Faust mehr Informationen zu den Mysterien und seltenen Aspekten der Kirche. Ein drittes Einhorn ist zu den Zsahh-Priestern der Echsen aufgebrochen, die es im Vademecum zu spärlich behandelt sah, während Einhorn Nummer 4 die nächste Söldnerkneipe aufsucht, um sich von der allzu blumigen Sprache zu erholen. Einhorn Nummer 5 zögert zwar, ob es im Tempel verweilt, lässt sich dann aber doch aufgrund des schönen Covers und der guten Outgame-Anregungen breitschlagen, noch eine Blumenkette zu flechten. Somit traben 5 tsagefällige Einhörner dem nächsten Regenbogen entgegen.

Bewertung Einhorn 5

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

Über Curima

Moin, ich heiße Lena, bin 31, komme aus Hamburg und spiele seit 2003 DSA. Ich spiele lieber als ich leite und schicke meine diversen Charaktere fast jeden Samstag durch Aventurien. Seit Mitte Mai 2012 arbeite ich bei Nandurion mit.
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7 Kommentare zu Tsa-Vademecum

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  2. Xeledon sagt:

    Was das Format des Buches angeht, so dürfte der Grund für die Abweichung zu den bisherigen Vademecümern dem anderen Material für den Umschlag geschuldet sein. Das sonst verwendete Kunstleder scheint mir einfach ein gutes Stück dicker zu sein als das hier verwendete Synthetik-Material (wie auch immer man das korrekt nennen mag). Die eigentliche Seitengröße dürfte identisch sein, wenn mich nicht alles täuscht.

    Davon mal abgesehen aber danke für die schöne Rezension. 🙂

    • Astartus sagt:

      Das kann ich so bestätigen – vor allem braucht das Synthetik-Material länger als das Kunstleder, um sich auszudehnen, nachdem es ent-cellophanisiert wurde. Als ich mein Vademecum ausgepackt habe, bin ich erstmal erschrocken, weil es wirklich SEHR deutlich unterschiedlich aussah, nach ein paar Tagen im Schrank ist der Größenunterschied allerdings weniger als ein halber Millimeter – ist mir erst aufgefallen, als ich grad nochmal nachgeguckt hab.
      Behandle das Buch also einfach tsagefällig wie ein kleines Kind (lass ihm Zeit und Raum, sich zu entfalten!) und Tsa reiht sich nahtlos in die Riege ihrer Geschwister ein 😀

      • Curima sagt:

        Da musste ich ja glatt nochmal eine Vademecums-Vergleich machen. In der Tat ist die Höhe inzwischen kaum noch anders als bei den anderen, aber nen halben Zentimeter schmaler ist es immer noch. Aber was solls. Preiset die Vielfalt!

  3. Bramstetter sagt:

    Also ich habe das Tsa-VAD jetzt mal zwischen Firun und Ingerimm gestellt und vermessen, und bereits die Seiten sind kleiner. Sieht man auch schön deutlich wenn man bei allen 3 Büchlein von oben aif die Bindung guckt.

    Die beiden anderen kommen auf Seitenmaße von 14,8 x 10,4 cm.
    Tsa kommt auf 14,8 x 9,8 cm.

    Das mit dem „halben Zentimeter schmaler“ kommt also ganz gut hin.

    • Xeledon sagt:

      Jepp, hab’s mir inzwischen auch nochmal im direkten Vergleich mit Firun angeguckt und mich offensichtlich eben doch getäuscht gehabt, vermutlich weil ich vornehmlich die „hohe Kante“ angeguckt und nicht so sehr auf die kurze geachtet habe. Bestimmt wollte Ulisses nur ein bisserl Papier sparen. ^o^

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