Aventurischer Bote #168

Aventurischer Bote 168 Cover Marcus KochAuch das Jahr 2014 endet mit einem aventurischen Boten, diesmal mit der 168ten Ausgabe. Kurz vor Weihnachten gibt es somit noch einmal Neuigkeiten, Spielhilfen und mehr aus Aventurien und Myranor. Grund genug, trotz Festtagsstimmung und Adventskalenderchaos auch den letzten Boten des Jahres noch einer Inspektion zu unterziehen, befanden Curima, Nox, Vibart und Josch, die zudem durch gelegentlich eingestreute Kommentare von Feyamius unterstützt wurden.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf eure Kommentare!

Cover

Curima: Der letzte Bote des Jahres 2014 wirft schon mal seinen Schatten ins nächste Jahr voraus und zeigt das Coverbild des nächsten SplitterdämmerungsBands Seelenernte. Mir gefällt das Bild nach wie vor, auch wenn das große böse Viech darauf nicht grade Weihnachtsstimmung verbreitet. Und auf das zugehörige Abenteuer freue ich mich schon sehr.

Nox: Warum müssen eigentlich im Fantasybereich immer irgendwelche quietsche-bunten Lichteffekte das farbliche Gesamtbild zerstören? Das macht allerdings den Nirraven – das ist er doch, oder? – nicht weniger furchterregend. Also von mir gibt es 8 von 9 Seelenmühlen.

Augen der Ewigkeit

Nox: Nicole Euler, vermutlich eine Verschwiegene Schwester, hat mit den Augen der Ewigkeit eine ungewöhnliche Strömung innerhalb der verschiedenen Zirkelgemeinschaften der Hexen geschaffen. Diese sieht Boron als Oberschurken an, der Satuaria die Seelen ihrer Töchter vorenthält. Im Spiel lassen sie sich vielseitig einsetzen, ob nun als Hintergrund für eine Heldenhexe, als geheimnisvolle Verbündete oder als gefährliche Gegner. Die Spielhilfe lässt viel Raum für Interpretation, so dass sich die eigenwilligen Glaubensvorstellungen mittels Prophezeiungen und Seelenwanderungen außer- wie inneraventurisch gut verteidigen lassen.

Josch: Nicole Euler war mir bis zu dem grandiosen Abenteuer Träume von Tod noch gar kein Begriff, jetzt liefert sie hier eine interessante Spielhilfe ab, die zeigt, dass und wie Hexen auch dann äußerst unangenehme Zeitgenossinnen sein können, wenn sie nicht überdimensionale Krötendämonen und anderes Kroppzeuch anbeten. Daher Highlight #1 mit nur einem kleinen Wermutstropfen, denn mehr Seiten hätten es gerne sein dürfen. Dafür 7 von 9 Kessel der Wiedergeburt.

Wenn hinter Hexen Hexen hexen...(Bild von NN)

Wenn hinter Hexen Hexen hexen…(Bild von Sebastian Watzlawek)

Vibart: OK, die Grundidee ist eigentlich ganz cool, aber gibt es in Aventurien echte Wiedergeburt? Wer an Satuaria als getrennte Entität von Tsa glaubt, der glaubt auch wohl noch an den Nandusmann. Egal, von mir bekommt die Spielhilfe ein „in Ordnung“, weil sie nix dafür kann, dass ich persönlich weder mit Aranien noch mit Hexen groß was an der Nikolausmütze habe.

Josch: Oh ja, mein Teuerster, das gibt es schon sehr lange als Teil des Kanons.

Vibart: Quellen! Belege! Pics, or it didn’t happen!

Josch: Aber gerne doch! Hier eine kleine Auswahl: ACHTUNG SPOILER IM FOLGENDEN ABSATZ:

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Tod eines Königs, Die beiden Herrscher, Die Königslarve und der ganze Maraskanmetaplot (u. a. ist Milhibetjida die Kindlliche eine Wiedergeburt von Dajin VII.); Die Wandelbare (ein alter Echsenpriester wird in einem jungen Mädchen wiedergeboren); Schlange und Schwert und weitere Publikationen zur Magierin A’Sar al’Abastra (diese wurde vor Ewigkeiten von Pyrdacor für ihren Ungehorsam verflucht und wird seitdem kontinuierlich ohne Wissen um ihre vorige Existenz wiedergeboren).

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SPOILER ENDE

Vibart: Alles nie gespielt oder gelesen. Aber da du mir glaubhaft versicherst, es gebe den Weg zurück über das Nirgendmeer, dann annulliere ich hiermit den kompletten ersten Konjunktionalsatz meines Disputs. Fürchte aber, dass demnächst Helden anrücken und ihren toten Ronni wiederhaben wollen.

Josch: Können sie. Als Neugeborenes, dem Bruder Boron sämtliche Erinnerungen gelöscht hat. Da bekommt Hotzenplotzgaming gleich eine ganz neue Bedeutung.

Vibart: *mault nach* Wiedergeburt ist trotzdem ein dämliches Konzept. *unsachliche Meinungsäußerung Ende*

Josch: Stimmt. „Ein riesiger Rabe trägt die Seele des Verstorbenen über ein Meer, bevor sie auf eine Waage gelegt wird und danach bis ans Ende der Zeit in irgendeinem Paradies immer das gleiche tut.“ ist ein deutlich sinnvollerer Ansatz. Das leuchtet in seiner einzigartigen Evidenz sofort ein, Bruderschwester.

Vibart: Von einem bekennenden Maraskaner lass ich mich nicht über drogeninduzierte Albernheitsfantasien belehren!

Curima: *räuspert sich* Jaaaaah, die beiden Streithähne hier mal beiseite geschoben: Coole Spielhilfe mit einem echt interessanten Hexenzirkel. Die Ansiedlung am legendären Totenfluss passt natürlich auch super. Für mich lässt sich übrigens aus dem Artikel an keiner Stelle eine definitive Bestätigung der Wiedergeburt der Hexen herauslesen, ebenso wenig wie eine definitive Aussage, dass das nur ein Fehlglaube des Zirkels ist. Fest steht nur, dass die Hexen daran glauben, was mir als Kompromisslösung ganz gut gefällt. Die Besonderheiten und Geheimnisse sind auch klasse, da sie alle gute Vorschläge für ein Szenario um den Zirkel liefern. Vor allem der Einbruch in einen durch diverse Zauber und Dämonen geschützten Hexenhort, um dort z. B. eine seltene Zauberthesis zu erbeuten, gefällt mir. Was mir hingegen nicht so gut gefällt, ist die Illustration zum Artikel, die ist mir irgendwie zu bunt. Aber egal, bitte gerne mehr von solchen Spielhilfen!

Die Theaterintendantin

Sch Sch Sch Zapfensammler_Rahfoth

Hatte nach eigenen Angaben mal was mit der Theaterintendantin: Der nostrische Zapfensammler

Nox: Die Illustration der Theaterintendantin ist sehr gelungen und der Hintergrund ist in Ordnung, aber die Szenario-Vorschläge sind mal wieder dürftig. Warum sollte man Gerüchte über einen Spuk ausgerechnet zu dem Haus streuen, das man erwerben will? Und dabei mindert man auch noch absichtlich den tatsächlichen Wert des Gebäudes, indem man da Brände legt und Möbel zerstört? Ich bin nicht überzeugt.

Josch: Dass ich das noch erleben darf. Selbst meine Neigung zum maximalen Bauerngaming-hotzenplotzing-geben-Sie-hier-Ihren-Lieblings-Hassbegriff-für-DSA-ein-Spiel kommt einmal an ihr Ende. Nicht, dass an der Spielhilfe irgendwas wirklich schlecht wäre, aber: Was soll ich damit nur machen?

Nox: Zusammen mit dem Bernstein- und dem Zapfensammler sowie dem Zuckerbäcker ergibt das doch eine ausgewogene Heldengruppe.

Josch: Klar, wenn man so Highlights wie „Die Tage des Zahnlosen“, „Findet den Herd der Göttin“ oder „Der Zuschauerstrom des Verderbens“ spielen möchte – wobei: Ich bin dabei, das möchte ich in meinem DSA-Lebenslauf dann doch nicht missen. Somit komme ich doch noch auf 4 von 9 Logenplätzen.

Vibart: Ich habe ja ein Herz fürs Theater und denke, dass die flott gezeichnete Intendantin (Oder ist sie gar Dramaturgin? Regisseurin?) im Gespann mit der Hofdame aus dem Boten 154 einigen schwer verletzten Goblins die Niederhölle heiß machen könnte, aber leider glaube ich nicht, dass irgend eine normal zusammengebaute Heldengruppe die Gute als ernstzunehmende Bewerberin bezeichnen würde. Eventuell aber ein guter NSC, der aus selbst bereiteten Schwierigkeiten gerettet werden muss.

Curima: Die Intendantin würde prima zu meinem Schauspieler/Schriftsteller passen, der sich mit dem Theater in Punin überworfen hat, weil er immer nur die Nebenrollen gekriegt hat und der jetzt durch Aventurien zieht, um seine eigenen Stücke zu schreiben und darin die Hauptrolle zu spielen. Insofern muss ich die Nicht-Heldengruppentauglichkeit der Intendantin doch stark anzweifeln, das würde dann ja heißen, dass ich auch Charaktere spiele, die nicht grad „Held“ auf der Stirn stehen ha… äh … naja. Nevermind. Als NSC find ich die Dame jedenfalls auch ganz nett, wenn auch nicht gerade megaspannend. Das Bild ist auch schick.

Die Propheten Rondras

Aventurischer Bote Fledermaus LogoNox: In der Spielhilfe zu den Propheten Rondras von Katja Reinwald wird der mystische Zweig der Rondrakirche mit ein paar tulamidischen Fachbegriffen und unterschiedlichen Weissagungsmethoden unterfüttert. Thematisch begleitet sie den Bericht zur Löwenburg aus dem inneraventurischen Teil, in dem das Schwert der Schwerter Ayla von Schattengrund und die Metropolitin Bibernell von Hengisfort im Fokus stehen. Ich bin gespannt, ob die Propheten Rondras in der Splitterdämmerung eine größere Rolle spielen werden und fühle mich angenehm angeteasert.

Vibart: Eine Ausdifferenzierung des Rondrakults ist zumindest mal eine gute Sache, und für die mystische Seite habe ich immer ein Herz. Ansonsten war die Sache mir – wohl dem Platzmangel geschuldet – ein wenig zu skizzenhaft.

Josch: Hoffen wir, dass das nicht nur nebenbei eingestreutes Gedöns ist, sondern dass Propheten demnächst mal wieder ordentlich was zu tun bekommen. Seit der G7 scheint mir deren Beschäftigungsfeld eher überschaubar, und es ist doch Karmakor … Kamäkoth… Karmakarmakarma… Zeitenwende! Trotz der äußerst umrisshaften Darstellung habe ich mich angesichts des über unsere Stadt ziehenden Unwetters flugs an einer praktischen Umsetzung der Methoden der Saraytushûn (Sturmleser und Regensänger) versucht. Das Ergebnis: „Wolkig mit gelegentlichen Regenfällen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Und ein überdimensioniertes Meerschweinchen wird die Erde auffressen.“ Letzteres könnte allerdings auch die Anweisung beinhalten, seinen Kopf in ein Schwein zu stecken, da waren die Zeichen nicht ganz eindeutig. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Dafür 6 von 9 Tiefdruckgebieten.

Curima: Urks, ich will ja hier so kurz vor Weihnachten nicht die politisch Überkorrekte machen, aber statt des negativ besetzten „Südländer“ hätte man vielleicht lieber „Südaventurier“ schreiben können. Da stolpere ich gleich übers erste Wort des Artikels. Aber weiter im Text: Die verschiedenen Arten der rondrianischen Propheten, wie z. B. Blutkünder, Regensänger oder Blitzleser (nicht zu verwechseln mit Blitzmerkern) werden kurz dargestellt, mir fehlt hier aber irgendwie noch ein bisschen was zur Art und Weise der Prophezeiung. Ein paar Beispiele, welche Blitz- und Sturmschäden wie interpretiert werden können, wären hier schön gewesen. Mit einer Seite mehr Platz hätte man das Ganze vielleicht auch mit ein paar exemplarischen Vertretern der jeweiligen Zweige unterfüttern können.

Wolfssilber

Nox: Mit Wolfssilber hat Anni Dürr ein kleines Szenario abgeliefert, das sich gut als Appetithäppchen für die Splitterdämmerung in den Schwarzen Landen eignet. Es besteht im Grunde aus der Beschreibung des Dörfchens Tannenhaupt, das aus transysilischer Herrschaft befreit werden soll. Dafür gibt es keine große Handlung, sondern lediglich ein paar Vorschläge, wie eine Heldengruppe bei der Machtübernahme vorgehen könnte. Das Szenario ist daher sehr frei, gibt dem Spielleiter aber mit den gut ausgearbeiteten Dörflern und einer gelungenen Übersichtskarte[*] genug an die Hand, um einen oder zwei spannende Abende in und um Tannenhaupt verbringen zu können. Besonders gefällt mir, wie unaufgeregt unmagisch die Antagonisten daherkommen und wie diese bei Bedarf aber auch schnell angepasst werden können, was Gefährlichkeit und Macht angeht. Und wieder einmal muss ich feststellen, dass ich lieber ein längeres, leicht aufgebauschtes Szenario von 9 Seiten habe, das ich sofort umsetzen kann, als ein paar halbgare Szenariovorschläge.

[*] Hier hat sich lediglich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Die Nr. 5 auf der Karte dürfte die Silbermine sein, auch wenn unter der Nummer im Text das Gasthaus beschrieben steht.

Vibart: Das Highlight des Boten. Bitte lieber im Farbteil drei ausführliche Sachen als sechs knappe Allgemeinplätze. Mir fehlt allerdings noch irgendeine Zutat, die das Infiltrieren und Übernehmen des Dorfes charakteristisch für die Region macht. Abgesehen vom Leichenzehnt könnte Ritter Wulfgrimm auch in Tobrien oder Albernia herrschen und die Mine sonstwo liegen. Für meinen Geschmack hätten die Werwolfgerüchte ruhig zutreffen dürfen, aber dann wäre die Geschichte eventuell einmal wieder nicht grau genug. Insgesamt aber: Super Sache.

Josch: Auch Anni Dürr war mir bis zu Träume von Tod kein Begriff, und auch hier hoffe ich, dass wir noch viel von ihr lesen werden. Ihr Kurzabenteuer spielt gekonnt die typischen DSA-Stärken aus: Vor dem Hintergrund des größeren Geschichtszusammenhangs wird uns ein atmosphärisch dichtes und gut handhabbares Szenario präsentiert, das sich auch gut als Prolog oder Nebenszene in den größeren Splitterdämmerungskontext einbauen lässt. Insbesondere die Dorfcharaktere sind gut gelungen und dürften sich leicht plastisch am Spieltisch umsetzen lassen. Sämtliche Nachrichten vom Aussterben guter DSA-Autoren sind einmal mehr weit übertrieben. Highlight #2 und der Höhepunkt des Boten mit 8 von 9 Dorfschulzen.

Honinger Heldentum

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Kann nicht nur schreiben, sondern macht auch als Bart-Model eine vorzügliche Figur: Christian Vogt.

Nox: Der bartfixierte Autor verrührt hier die Garetische Criminalcammer und Honinger Provinzialität und serviert seine kurzweilige Erzählung mit einem guten Schuss Humor. Da kann doch gar nichts schiefgehen. Oder was sagt der Rest der Einhornbande dazu?

Josch: Hab mich auch sehr amüsiert und v. a. gefragt, ob dem Ganzen noch eine tiefere Pointe zugrunde liegt, die ich bislang nicht erkannt habe. Falls ja, bitte melde Dich, Christian Vogt!

Vibart: Sehr hübsch, eine Kurzgeschichte die zeigt, dass man auch auf etwa einer Seite gelungen erzählen kann. Einziger Wermutstropfen: Der abschließende Perspektivenwechsel als überdeutlicher Fingerzeig für all diejenigen, die den Braten noch nicht gerochen hatten, wäre nicht wirklich nötig gewesen und nimmt etwas an Eleganz.

Curima: Nachdem wir die aventurische Entsprechung zum Max Mustermann mit Alrik ja nun schon lange kennen, wird hier mit „Drolf“ anscheinend auch so eine Art KevinChantal-Äquivalent nach Aventurien importiert (Drolfismus?). Zumindest gibt es halt auch in Aventurien Leute, die gerne anders heißen würden. Ansonsten, lieber Josch, würde ich ja vermuten, dass die Pointe darin liegt, dass die beschriebenen „Verbrecher“ die ikonischen Charaktere aus dem DSA5-Grundregelwerk sind. Und ich stimme Vibart zu, der Perspektivwechsel hätte nicht sein müssen. Trotzdem eine schöne Geschichte mit ausreichend hohem Bart-Content.

Josch: Also, ich meinte natürlich eine noch tiefere Pointe *hüstel*. P.S.: 7 von 9 Bart-Ikonen.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Nox: Ich bin generell dankbar für ein jedes Lebenszeichen aus der Mutter aller Städte. Die Kurzgeschichte über die Einbrecherin Sarina und ihren Kollegen Sulman, die in den Turm eines Erhabenen einsteigen wollen, hat mir allerdings nicht so gut gefallen. Die Dialoge zwischen den beiden wirken auf mich ein bisschen aufgesetzt und ich musste einige Absätze mehrmals lesen, weil mir die Handlungen der Protagonisten merkwürdig erschienen. (#1 Ein Gardist kommt erst auf Sarina und Sulman zu, wird dann aber nicht mehr erwähnt. #2 Sarina bleibt wie angewurzelt steht, als sie glaubt, entdeckt worden zu sein. #3 Sarina und Sulman reden in Seelenruhe weiter mit dem Dschinn, als die Wachen sie bereits entdeckt haben. #4 Das Ende.) Mal ganz davon abgesehen, dass ein Dschinn, der Einbrecher einfach so in die Schatzkammer seines Herrn führt, eine unglaubliche Fehlinvestition ist. Das sind mir ein paar Seltsamkeiten zu viel für eine 2½-seitige Kurzgeschichte.

Josch: Einerseits mag man die Charaktere sofort, und es fühlt sich alles schnell nach Fasar an. Andererseits ist die Handlung teils so verworren, dass ich mich nicht gewundert hätte, wenn der letzte Satz „Und sie erwachte aus einem wirren Fiebertraum“ gelautet hätte. Oder hab ich den übersehen? Dafür 3 von 9 Fortsetzungsromanen.

Vibart: Fasar ist toll. Aber eventuell hätte die Kurzgeschichte ein bis zwei Seiten mehr gebraucht, um glatt und bruchfrei zu wirken.

Curima: Nette Idee, aber es hapert an der Umsetzung an mehr als einer Stelle.

Myranor: Der Tempel der Gyldara

Josch: „Bei der Porta Occidenta steht der Gyldara-Dravina-Tempel, der gleichzeitig eine große Nobelherberge betreibt.“ Mit diesem Zitat beginnt die zweiseitige Spielhilfe, die dann auch genau das einlöst, was man nach diesem furiosen Beginn erwartet: Einen quadratischen Grundriss mit 50 Nummern, die allesamt erläutert werden, und ein paar Randinformationen. Wäre ich gerade auf der Suche nach einer 40-Zimmer-Küchen-Bäder-Parkwohnung, wüsste ich jetzt genau, ob ich zuschlagen sollte. Für eine Rollenspielhilfe fehlt mir hier aber die Kür, obwohl der Pflicht vollkommen Genüge getan wurde und ich mich freue, dass es mal wieder Myranor im Boten jenseits von Zufallstabellen gibt. In einem Halbsatz: Sehr ordentlich gemacht, aber etwas dröge: 5 von 9 Wohnungsbesichtigungsterminen.

Vibart: Aber immerhin gibt es keine Feigenblatt-Szenarien, nach dem Motto: „Die Helden suchen im Tempel irgendetwas und geraten dabei mit einem alten Widersacher aneinander. Der Liftboy könnte Auftraggeber, Helfer oder Gegner der Helden sein.“ Viele Räume stehen in einem sinnvollen Zusammenhang zueinander und das Ganze erinnert irgendwie an die Caracalla-Therme. Ich fand’s auf seine reduzierte Art und Weise gut.

Curima: Hurra, Myranor-Content im Boten! Das wurde mal wieder Zeit. Auch wenn der beschriebene Tempel sich dann doch in die eher unspannenden Kapitel von Myranisches Gedö … Geheimnisse einreiht. Gebrauchen kann man die Beschreibung nebst Gebäudeplan aber sicherlich, wenn man einen Schauplaz für ein Abenteuer braucht, also geht das schon in Ordnung, zumal es im Myrunhall-Band ja auch noch die Stadt drumherum gibt.

Artefaktschmiede: Das Leidensgewand

Bote 168 Tsagewand

Küss den Frosch, schöner Mann! (Bild von Elif Siebenpfeiffer )

Nox: Hier warten wir doch besser erst einmal ab, was unser Oberartefaktmeister Magister extraordinarius Feuermausius sagt.

Feyamius: Die Verstrickung von astralen und karmalen Bestandteilen ist mir hier ein wenig zu neonayrakisch, aber die Grundidee des Gewandes gefällt mir ganz gut, sodass man sich hier bestimmt ein paar Angaben zurechtbiegen kann, damit es auch für strenge Gegner der Karmalzauberei stimmungvoll bleibt. Wenn man genauer hinschaut, ist der Eidsegen ja nicht Teil der Artefaktwirkung. Woher der Segen im Zweifelsfall aber weiß, welche Krankheiten bis dato bereits mit dem Artefakt behandelt wurden …? Keine Ahnung. Aber aufgrund der göttlichen Verbindung kann man hier gut ein Auge zudrücken. Wie das mit der Waschung an heiliger Quelle zur Wiederaufladung der Artefaktwirkung jedoch funktionieren soll, bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nox: Ich seh’ das so: das Ding darf nur benutzt werden, wenn man verantwortungsvoll damit umgeht. Also mit Eidsegen. Und wahrscheinlich muss es auch nicht zwingend in irgendeiner heiligen Quelle gereinigt werden, aber TSAberglaube und gute Sitte verlangen das so.

Feyamius: Badumtssa.

Vibart: Das Leidensgewand fluktuiert irgendwo zwischen Grabtuch Christi und Narrenumhang und ist sicherlich der feuchte Traum jedes Tsa-Geweihten-Spielers da draußen (ich schätze mal, es sind fünf). Es fällt mir schwer, an dieser Stelle deutliche Zustimmung oder Ablehnung zu empfinden. Und der Tsageweihte auf der Illu hat mit dem süßen, kleinen Frosch garantiert nichts Gutes vor.

Josch: Artefakte nach DSA4.1 sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln (wofür das Regelwerk aber weniger kann als meine Regelfaulheit), deshalb gehe ich einfach davon aus, dass regeltechnisch alles ok ist und äußere mich nur zum Ding-an-sich: Schön, aber sehr mächtig. Gut auch, dass man bei der Hintergrundgeschichte darauf geachtet hat, dass das Artefakt nicht in Serienproduktion gehen kann (auf die Menschenliebe der Mirhamer ist bekanntermaßen nur eingeschränkt Verlass). Alles mit echsischem Hintergrund hat bei mir eh den Sympathiebonus. Dafür 6 von 9 Rick-Wakeman-Gedächtnis-Capes.

Nox: Rakorium Muntagonus wird die Historia nicht gefallen haben. Muahahaha! Also rein modisch gesehen ist das Leidensgewand sicher fragwürdig, aber – bei H’Rtsi – ansonsten gefällt mir die Idee. Nur dass hier die verf’zzmechten Mirhamer ihre Finger im Spiel haben, stößt mal wieder unangenehm auf.

Feyamius: Ich mag Mirhamer! #TotallyRandomComment

Curima: Das Artefakt ist recht nett und eine Möglichkeit, auch mal das Thema Krankheiten, Gifte und andere Widrigkeiten ins Spiel einzubauen, ohne dass die Helden das nächste Abenteuer in Borons Hallen bestreiten müssen. Ich finde das karmal-astrale Gemisch insofern etwas unausgewogen, als nicht klar wird, wie genau die Reinigung funktioniert und wie viele Krankheiten/Vergiftungen man denn so pi mal Daumen behandeln kann, ehe es Zeit für die Wäschetonne wird. Auch der Artefaktkasten schweigt sich da aus und geht nur auf die magische Komponente ein. Die Beschreibung liest sich für mich teilweise auch etwas wirr und hätte vielleicht nochmal auf gute Verständlichkeit überprüft werden können.

DSA5

Feyamius: Die kleine Germania möchte gerne im Bälleparadies abgeholt werden.

Vibart: Den verstehe ich nicht. 🙁

Nandurion prangert an: Diese wunderbare DSA5-Collage fehlt im Boten. Wir fordern umgehende Nachbesserung und eine kostenlose Collage zum Download!

Wenigstens zu Weihnachten hätten wir die schöne Collage gerne noch mal im Boten gesehen.

Josch: Was der Autor uns damit sagen möchte, ist, dass zu hoffen bleibt, dass sich das DSA5-Grundregelwerk in puncto sprachliche Gestaltung (insb. Stil und inhaltliche Bezüge betreffend) in einem besseren Zustand befindet als dieser Appetizer, da hier doch teils arg 12. dissen; Satzende prüfen. Zwei neue Infos, die mir noch unbekannt waren: Patrick Soeder macht ein spezielles DSA5-Layout. Das ist schön. Im Gegensatz zu DSA4 wird kein extra Liber Cantiones benötigt, da alle Zaubersprüche im Magieband enthalten sein werden. Das ist auch schön. Die gezeigten Vorab-Illustrationen gefallen mir insgesamt gut, v. a. die Farbtafel mit den Rüstungen. Nur die Maraskanerin ist mir zu wenig tulamidisch angehaucht – dafür hat man aber immerhin endlich einmal auf jede Form von Pseudo-Asienanleihe verzichtet. Und das ist sogar sehr schön.

Feyamius: Das neue DSA5-Layout konnte man ja kürzlich im Artwork-Hangout betrachten, dessen Video immer noch verfügbar ist.

Nox: Ich habe ehrlich gesagt die Übersicht verloren, was im Boten tatsächlich neu war und was ich bereits aus dem Netz wusste. Es ist schön, schon einmal einen Ausblick auf die Illus zu bekommen. Zum Teil wirken die Rüstungsteile auf mich zu blankgeputzt und perfekt, insgesamt sind sie aber vielversprechend. Ansonsten fühle ich mich über die Maßen informiert und kann eine gewisse Vorfreude auf das kommende Grundregelwerk nicht mehr leugnen, auch wenn ich nicht von allen Neuerungen – wie etwa der halbierten AT als PA – überzeugt bin.

Vibart: Bei den neuen Rüstungsillus kommt mir zumindest der Spiegelpanzer und die Kettenhemdsammlung irgendwie sehr bekannt vor, auch die Helme habe ich schon irgendwo mal gesehen … wo war das nur? Auch den halbelfischen Streuner habe ich irgendwo zwischen Pathfinder und The Witcher 2 schon einmal getroffen, dafür ist die Hexe sehr aventurisch und cool. Ach so, es gibt ja auch noch Inhalt. Da sage ich nur: Es ist zumindest gut, dass man nicht nur über den Ulisses-Blog umfassend informiert.

Curima: In der Tat finden hier auch weniger internetaffine DSA-Spieler das Neueste zu DSA5, wobei es sicherlich auch für diese interessant gewesen wäre, in welchen verschiedenen Preisklassen das Grundregelwerk erscheinen wird. Aber dafür ist im nächsten Boten ja noch Platz. Mir stellt sich nach dem Lesen des Artikels noch die Frage, wann denn nun eigentlich das Let’s Play von der Dreieich-Con auf Youtube eingestellt wird. Die Con ist ja nun auch schon ein paar Wochen her. Ein paar neue Bilder gibt es im Artikel auch noch zu betrachten, wobei mir hier die Szenen mit den ikonischen Charakteren recht gut gefallen. Bei den Rüstungen und Schilden muss ich mich Nox anschließen, sie sehen teilweise schon sehr „shiny“ aus.

Inneraventurischer Teil

Nox: Waaas? Die haben die Criminalcammer geschlossen? Das war’s für mich. Nie wieder DSA. Und Ulisses ist ein Scheißverein!

Bote 168 Boroni

Ein toter Borongeweihter weiß wenigstens, wo er hin muss! (Bild von Mia Steingräber)

Josch: In Gareth ist jetzt also alles easypeasy, weil jemand den Bürgern was ins Essen gemixt hat. Klingt so, als hätte jemand zu viel Thing Fish von Zappa gehört. Wobei … das werf ich gleich mal an. So zufriedengestellt, lese ich nun die Meisterinformationen und finde die auf den ersten Blick extrem wirr klingende Story beim zweiten Lesen recht annehmbar. Der Salamander bietet uns heute Zusatzmaterial zu Schloss Strobanoff, und auf Rakorium … junger Mann … ist … Sie wissen Bescheid … bei guten Zitaten … das Gezycht … wie immer … im Verborgenen … Verlass. Rapiro Floretti dafür jetzt mit rotem Schließband – endlich etwas Humor auf meinem Niveau. Und auch wenn Nox in seiner Rezension von Orden und Bündnisse anderer Meinung ist: Wir brauchen mehr Artikel zur BVOC, weil wir endlich einen Sympathieträger im Süden benötigen. Der Artikel zum Attentatsversuch in Weiden klingt wie die Zusammenfassung eines Rollenspielabends und ist daher für Nicht-Anwesende eher kryptisch. „Die Löwenburg schweigt sich aus“ ist ein „Da kömmt noch was!“-Appetizer. In Al’Anfa werden dafür neuerdings sogar Borongeweihte wegen Bestechlichkeit hingerichtet – und die Story klingt ein wenig so, als könnten die Coen-Brothers sie bald verfilmen. No country for bald men! Alles in allem war zwar ziemlich viel los, aber kaum etwas, das mir jetzt vor Aufregung die Sandalen ausgezogen hätte – mit Ausnahme des Schwarzamazonen vs. Bluttempler-Artikels, der hat mich beim Lesen richtig gepackt. Alles in allem 5 von 9 maraskanischen Druckpressen.

Vibart: Schlagetots aus den Reihen der Tobrier helfen freundlich und motiviert mit, das Verkehrschaos in der Südstadt zu lindern. Die Idee ist so cool, dass sie einen Leitartikel allemal wert ist. Ansonsten finde ich Artikel nach dem Motto „Es ist noch immer eigentlich nix passiert“ aussagelos – so geht’s mir mit der Löwenburg. Hingegen finde ich den Kleinkrieg zwischen Schwarzamazonen und Bluttemplern sehr cool beschrieben und habe mich bei dem Dilemma der Khunchomer Wettbüros aufgrund des unverhofften doppelten Tsasegens im Köngishaus gründlich beeumelt. Insgesamt ein guter Ingame-Bote. Aber: Leute, Rapiro Floretti ist inzwischen ausgelutschter als ein ganzes Kompendium voller Manta-Witze. Sucht euch mal ’nen neuen Gag.

Nox: Gareth: Nach erstem Schock und angemessenem Überreagieren finde ich die Artikel zur Kaiserstadt eigentlich ganz geil. Natürlich nur, solange bald alles zur Normalität zurückkehrt ODER unverzüglich eine rosarote Gareth-Karte veröffentlicht wird. Salamander: Über Rakorium habe ich mich köstlich amüsiert. Dabei ist die alte Knitterechse doch Teil der Verschwörung! Weiden: Wie schön, dass Waldemars Erbe noch lebt. Mit Arlan und Walpurga wird endlich wieder das sympathischste Adelshaus des ganzen Kontinents angefüttert. Der Artikel um Walderia von Löwenhaupt ist ein bisschen konfus, aber egal: Weiden ist Weiden. Nur was ist mit Walbirg? Shamahamaham: Die Geschichte wiederholt sich. Etwa 40 Jahre nach dem Angriff der Kurkumer Amazonen auf die Stadt machen es ihnen die Mactaleänata einfach nach. Zudem erfüllt sich meine eigene Prophezeiung schneller als erwartet, und die Templer zerfleischen sich gegenseitig. Großes Kino! Meridiana: Ich weiß nicht, ob Brabak mit der schwarzen Null bei mir Sympathie hervorruft. Amüsement hingegen schon. Für Al’Anfa gibt es hier noch ein Post-Rabenblut-Intrigengespinst und im Südmeer verteilt das Horasreich unfreiwillig Torsionswaffen. Na gut.

Meisterinformationen und Chronik

Xeledon_SVG_BoteneuleVibart: Vielleicht ein bisschen viel „Hat mit Abenteuer X zu tun.“ Das alles war schon mal konkreter, insgesamt aber noch ok. Den Anschlag auf Walderia von Löwenhaupt habe ich nicht verstanden, bin jetzt aber auch zu faul, mir alles noch einmal durchzulesen. Ging wahrscheinlich irgendwie um Macht.

Nox: Es kann doch gerade begleitend zu Abenteuern gar nicht genug Botenartikel geben. Die lassen sich zusätzlich zum Unterhaltungswert auch noch im Spiel einsetzen. Da waren diesmal aber die Beiträge schnarchiger, die nichts mit Abenteuern zu tun haben. Versteht eigentlich irgendwer die Reihenfolge der Meisterinformationen? Mir ist schon öfter aufgefallen, dass es einfacher wäre, sie nach dem Innenteil zu ordnen.

Fazit

Vibart: Insgesamt bleibt ein schokoweihnachtsmannsattes Gefühl der Zufriedenheit übrig, auch wenn viele Artikel noch Wünsche übrig ließen. Höhepunkt war sicherlich das Wolfssilber-Szenario – daran sich bitte ein Beispiel für die Zukunft nehmen. Ansonsten stelle ich gerade eher fest, was mir fehlte: Personen des Südmeers, abgefahrene Pflanzenstories (Wie wäre es mit der weihnachtlichen Firunstanne gewesen?) und Haffax-Plot. Aber eventuell ist der auch noch eine ganze Weile lang für „Schon wieder nix passiert!“-Meldungen gut. Unter dem Strich kriegt der Weihnachtsbote von mir 16 von 24 Lebkuchen. Take this, Einhornskala!

Josch: Nicht der beste Bote 2014, aber ein würdiger Abschluss eines guten Jahrgangs. Alles ist handwerklich gut gemacht, wobei v. a. die Hexenspielhilfe und das Abenteuerszenario herausstechen, aber insgesamt ist der Bote für meinen Geschmack diesmal etwas bieder geraten. Vielleicht fordert hier auch nur der Adventskalender seinen Tribut und bei mir macht sich etwas Jahresenderschöpfung breit, aber ein wenig fehlt mir in dieser Ausgabe das Dadaistisch-Anarchische, das den Boten beizeiten auch auszeichnet. Da ein Großteil der Leser aber vermutlich andere Präferenzen hat, will ich mich nicht beschweren und hoffe statt dessen auf das eine oder andere bizarre Schelmenstück im neuen Jahr. Insgesamt komme ich daher auf 15 von 24 Herzen-Sterne-Brezeln-Packungen.

Nox: 17 von 23 Marzipanbroten. Eines habe ich vor Schreck während des GCCG (Garetische-Criminal-Cammer-Gate) verschluckt.

Curima: Ein Gesamt-Fazit fällt mir immer etwas schwer, da ich das Szenario und den Ingame-Teil sowie die Meisterinfos ja nicht gelesen habe. So richtig super-duper fand ich in diesem Boten jetzt eigentlich nur den Hexenzirkel, der Rest rangiert irgendwo zwischen „schön“ und „geht so“. Aber da ich dem Boten ja nicht anlasten kann, dass ich nicht alles gelesen habe und außerdem bald Weihnachten ist, verteile ich mal 15 von 24 Weihnachtsstollen.

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10 Kommentare zu Aventurischer Bote #168

  1. Torrak sagt:

    Nunja … äh … die geheime Pointe lässt sich nur bartgerecht nur durch zwergischen Zahlenmystik kombiniert mit Svalltaler Dilettantismus erkennen …
    Gruß
    Christian

  2. Pingback: 18. Tor, 168te Ausgabe | Nandurion

  3. ackerknecht sagt:

    Joah.

    Mein erster Eindruck vom Boten war ja „super“,
    nach intensiver Lektüre schließ ich mich den Disputanten an: Der Bote war „gut“. Nicht herausragend, aber OK.
    Vom myranischen Gyldara-Tempel hätte ich mir mehr versprochen, dafür sind der aktuelle Garethplot und die Intendantin genau meine Tasse Tee.

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