Aventurischer Bote 178

Aventurischer Bote 178Ein Sommer ganz im Zeichen der Magie. Nicht nur erscheint ein weiteres Werk aus der Lebensgeschichte Harald Töpfers, auch der 178er Bote widmet sich vorrangig diesem Thema. Für zauberhafte Thesen, astrale Argumentationsführungen und verhext gute Gags haben diesmal alle magischen Register gezogen: Adeptus Maximus Vibart, Einhorn-Hexe Derya und Allround-Dillettant Josch. Wir wünschen euch eine vergnügliche Lektüre und freuen uns auf eure Kommentare und Meinungen.

Schwerpunkt Thema Zauberey: Magierakademie in Punin entwickelt neuen Zauber! – Weitere Themen des Symposions im Überblick – Astrale Entropie einfach erklärt – Magischer Forscher vermisst – Die Geisterkatze – Die Wahrheit liegt in den Sternen – Buchbesprechung: Magie und Mäßigung

Vibart: Da kündigt sich der Magieband an. Mit dem Debilitatio (leicht debiler Name) kann man jetzt als kluger Puniner Grundlagenforscher Dämonen deutlich schwächen. Vorbehaltlich der genaueren Regelung muss ich sagen, dass ein solcher Zauber eine Lücke schließt, denn bis jetzt ist eine klassische Entschwörung eine Alles-oder-nichts-Nummer, bei welcher der Magier entweder den niederhöllischen Schrecken im Alleingang zurück schickt oder es halt nicht schafft. Ansonsten … ist das ein toller, recht stimmungsvoller Artikel aus den Hallen der Gildenmagie und ihren akademischen Spiegelfechtereien. Und zwischen dem ganzen stimmungsvollen und teils sehr amüsanten Bemerkungen finden sich dann doch auch immer wieder Andeutungen zu kommenden Entwicklungen: Magie soll wieder chaotischer werden? Hervorragend! Kosten von Zaubern können schwanken? (Kostet ab jetzt ein Flim Flam Flitter 7 – 1W3 ASP?) Verschwand ein magischer Forscher im tiefsten Moha-Morast, oder gar ein forschender Magier? Woran merkt man überhaupt, dass Grauchen eine Geisterkatze ist, wenn sich ihr Verhalten durch nichts von lebendigen Katzen unterscheidet? Ist ein Kronleuchter eine dem Codex Albyricus gemäße Gegenmaßnahme für einen Kampfmager? Man merkt es daran, dass ich ins Blödeln komme: Meiner Meinung nach ist die Titelseite und die Sonderbeilage des Boten nichts weniger als die bisher beste Botenausgabe seit der Neukonzeption. Alles mit einem übergreifenden Thema und vielen Verweisen zwischen den Artikeln, aber dennoch facetten- und abwechslungsreich, Leselust weckend und stets wohl formuliert. Marie Mönkemeyer, aus deren Hand alle (!) Magieartikel des Boten stammen, ist ein kleines Kunstwerk gelungen, vor dem ich mich mit leiser Verwunderung verbeugen muss. Oder mit einer Las Vegas-Show: Look at us!

Sirdon Kosmaar

Da wird der Heshtoth im Bannkreis verrückt: Sirdon Kosmaar verkündet einen dämonenschwächenden Zauber. (Bild von Verena Biskup)

Derya: In der Tat, da streckt doch der Magieband seine Fühler aus, und mir gefällt, was ich da zu lesen bekomme: vergnügliche Artikel. Werden am Ende alle Akademien ihre ganz persönlichen Eigenheiten und hauseigenen Zauber – wie den Debilitatio für Punin – bekommen? Das wäre mit Sicherheit interessant, aber ich hoffe, dass dabei am Ende mal wieder nicht nur die Magier bedient werden und Entdeckungen machen dürften, sondern dass solche netten Unterscheidungen z. B. auch bei den verschiedenen Hexen-Schwesternschaften vorkommen und eventuell auch die Schlangenhexen neue Zauber entdecken. Selbiges gilt natürlich für all die anderen Traditionen. Inzwischen kündigen sich auch die karmalen Schamanen an, und nachdem wir beim vorletzten Botendisput voll des Lobes für die eingeführte Buchbesprechung waren, dürfen wir hier wieder von einer lesen. Irgendwie gefällt’s mir ziemlich – gerade als Bibliothekarin – in einer Zeitungsbesprechung über eine Buchbesprechung zu reden: Also meine werten Bethaner Adepten, anscheinend könnt ihr bei diesem Werk unbesorgt zugreifen.

Josch: Da ich hier meine Botenpremiere als „Der unbekannte Nerd, dem am Ende des Artikels gedankt wird“ feiere, muss ich diese Artikelreihe natürlich schon aus Gründen persönlicher Befangenheit zum heißesten Scheiß seit der Erfindung von geschnitten Sauerbrot erklären. Aber auch unabhängig davon finde ich, dass gerade dadurch, dass alle Artikel aus einer Hand stammen, diese sehr schön ineinander greifen und ein auch für Nicht-Gildenmagiefans (wie mich) lesenswertes Potpourri darstellen. Als nächstes kann jetzt eigentlich nur noch eines kommen: die Sonderausgabe zu maraskanischer Philosophie.

Heißes Blut und kühler Kopf

Vibart: Die novadischen Passionsspiele rund um Rastullahs Wiederkehr (TNVBT) führen zu religiösen Verwerfungen zwischen fundamentalen und gemäßigten, dialogbereiten Novadis. Ein Gemetzel konnte gerade noch zwischen den Gruppen verhindert werden durch das rechtzeitige Zeigen einer Quasireliquie. Fazit: Es bleibt spannend in der Wüste.

Josch: Als klarer Anhänger der „Pro Rastullah Comeback“-Fraktion geht mir bei diesem Artikel natürlich das Herz auf, und ich finde zudem, dass der Text zeigt, wieviel Potential in dieser Idee ganz jenseits von der langweiligen Option von Rastullah-Geweihten steckt. Was macht man wohl als religiöser Eiferer, wenn jenes höhere Wesen, das man mit Inbrunst verehrt, plötzlich tatsächlich auftaucht und einem mitteilt, dass man sich in der Auslegung des Glaubens womöglich geirrt hat? Oder wenn es anstatt klarer Richtlinien einfach noch mal 99 weitere Gesetze nebst Auslegungshinweisen und vollkommen obskuren Prophezeiungen von sich gibt und sich dann wieder in sein himmlisches Wolkenzelt zurückzieht? Ich bereite schon mal in froher Vorfreude meine Themengruppe novadischer Mystiker vor.

Derya: Novadis haben mich bisher null interessiert. Aber da scheint sich etwas Interessantes zu entwickeln. Ich bin jedenfalls gespannt darauf, vom Fortgang der Geschichte im Boten zu lesen.

Blickpunkt Nostergast: Joborner Traviabund – Hacketau-Streit eskaliert!

Vibart: Das erstere ist Berichterstattung zum Abenteuer Neue Bande & Uralter Zwist und bereitet die dort behandelten Ereignisse vor. Das andere ist eine urkomische Farce über einen Grenzkonflikt auf niedrigster Ebene, der Züge einer Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst trägt – aber mit Tauziehen. Mein Humor-Highlight in diesem Boten.

Josch: Definitiv. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, erkennt sogar, dass der ganze Unfug nur von andergastischer Seite ausgeht, was hier nur aus Gründen politischer Korrektheit aber natürlich verschwiegen wurde.

Derya: Meine Herren, meine Herren, sie übersehen die Ernsthaftigkeit und Energie, die in diese Provinzposse gesteckt wurde. Wir sollten loben, dass dieser Grenzstreit nicht mit Waffengewalt ausgetragen wurde. Die gewählte Lösung verlangt doch eine gewisse Kreativität. Auch wenn es am Ende etwas (etwas? sehr!) ausgeufert ist, und dadurch etwas von Asterix und Obelix hat. Während sie also in Hacketau versuchen, den nostergast’schen Knoten über Tauziehen aufzulösen, planen sie sich in Joborn fürs Entknoten wohl zusammenzutun. Mal sehen, ob sie damit erfolgreicher sein werden. Wir warten auf zukünftige Botenberichte.

Hoffnung im Herzen – Rebellen siegen bei Garether Stadtmeisterschaften 1040 BF

Imman - da hauen sich nicht nur die Spieler. (Bild von NN)

Imman – da hauen sich nicht nur die Spieler. (Bild von Nadine Schäkel)

Vibart: Imman-Berichterstattung – es gibt ja Leute, die stehen auf so was (ja, Josch, krieche nur aus deinem fußballaffinen Loch, um mir jetzt gleich zu widersprechen). Ich gehöre nicht dazu. Zugegeben, der Artikel ist ganz gut geschrieben, wenn auch die Rebellen nur gewinnen WEIL NOCH IMMER DER BEC%§XX***! HAFFAX FELDZUG WEITERLÄUFT! Ui, der tat gut.  Ansonsten behaupte ich, immer dann, wenn mir nix einfällt, könnte ich locker eine kleine Fußball-Parodie schreiben und es „Imman-Artikel“ nennen. Einfach, weil’s so zuverlässig funktioniert. Langweilig.

Josch: Herrlich, endlich wird es kontrovers. Es ist doch ganz einfach: Magste Fußball und DSA, magste wahrscheinlich auch Immanberichterstattung im Fußballstil. Magste Fußball nicht, magste das halt nicht. Das darf man jetzt nicht hochsterilisieren, und vor allem gilt doch: Wichtig ist auf’m Platz! Und da freu ich mich doch sehr mit den Rebellen. Aber wichtig ist auch im’m Text, und da freue ich mich mit Gorm Rübenbauer. Muss man auch nicht gut finden, wenn man die Glanzzeiten des 80er Jahre Sportjournalismus verpasst hat. Kann man aber. Darauf ein doppeltes „N’Abend allerseits“. Und nicht vergessen: Imman ist wie Garadan, nur ohne Würfel.

Derya: Öh, sitze ich da jetzt etwa zwischen den Stühlen? Ich mag Fußball nicht sonderlich, aber der Artikel gefiel. Auch gerade diese Kleinigkeiten, dass so einige Mannschaften nicht antreten konnten, weil ihre Mitglieder im Haffax-Feldzug sind, oder die Erinnerung, dass Waisenmachers Truppe aus denselben Gründen in Gareth durch Abwesenheit glänzt, was so einige Auswirkungen auf Garether Machtverhältnisse haben kann, fand ich stimmungsvoll. Nur der junge Jarlak Mohateng hätte nun wirklich nicht sein müssen.

Zeigt horasische Piratenjagd erste Erfolge?

Vibart: Weiß man nicht. Auch nicht, wenn man in die Meisterinfos kuckt. Wird das noch wichtig? Weiß man nicht.

Derya: Irgendwie habe ich hier etwas die Orientierung verloren. Wo kommt der ganze Nebel her? Oder sind es Rauchschwaden? Kann mir einer leuchten? Anscheinend Vorbereitung auf das Piratensetting im Südmeer.

Josch: Sollten wir dann noch mal Hinter der eisernen Maske zur Vorbereitung lesen? Vielleicht besser nicht. Lieber abwarten und mit Jarlak Mohateng auf gute Nachbarschaft anstoßen.

Gute Nachbarn, gutes Bier

Vibart:  Dieser Artikel stürzte mich in einen dramatischen Konflikt von schillerschem Ausmaß. Einerseits kann ich mir keine sympathischere Schlagzeile vorstellen, und ein Verkostungswettstreit zwischen Angbar und Ferdok ist etwas, was ich nicht spielen will – sondern erleben! Selbst trinken! Aber ach, auf der Schattenseite: Schon wieder Mordmarken! Nachdem ich erst einen Diss-Generator in den letzten Disput geschrieben habe. Schnüffz.

Josch: Aber, aber. So gerne ich auch in Hasstiraden auf Nordmärker mit einstimme, muss ich hier einmal darauf hinweisen, dass deine Empörung hier vollkommen zu unrecht die bieder-freundlich-harmlosen Koscher trifft. Ansonsten gebe ich Dir aber recht: Der hier beschriebene Konflikt sollte auf der nächsten Ratcon als Multiparalleles Besäufnis ausgetragen werden. Prost!

Derya: Da fehlt das Turnier zum Geburtstag! Bei einer aktuell bespielten Nachtschönen aus Ferdok darf der Sieger am Ende natürlich nur das gute Ferdoker Bier sein. Wer braucht schon die Nordmärker? Obwohl, Kundschaft! Sie können nicht gerade zufällig Kleidung für die Feierlichkeiten gebrauchen? Und kommt mein aktueller Auftraggeber nicht aus der Gegend? Ok, ok, nichts mehr gegen die Nordmarken. Seien sie uns herzlich willkommen.

Dreiste Piratenüberfälle an der Küste

Derya: Propaganda-Artikel. Verschrecklichung der Thorwaler, Verherrlichung der Nostrianer und Vorbereitung für das beiliegende Heldenwerk-Abenteuer.

 Vibart: Müssen ganz besonders unsympathische Versionen des Thorwaler Plünderers sein, und sie spielen darüber hinaus im beiliegenden Heldenwerk-Abenteuer eine Rolle. Von daher ist es gut so und sollte zum Standard werden, dass man Ingame-Bote und Heldenwerk-Abenteuer so verknüpft.

Josch: Bei dieser Gelegenheit muss ich noch mal mit aller Deutlichkeit auf das andauernde Unrecht der thorwalschen Besetzung von Kendrar hinweisen, das auch mit Die Streitenden Königreiche nicht behoben wurde. Falls jemand sich einem offenen Brief an die Redaktion anschließen will, die diesen unmoralischen Unfug endlich beenden möge, der schreibe einfach eine kurze Nachricht an blutschweißundsalzarelenfürnostria@infallspeugen.nos. Hier zur Einstimmung schon mal der Soundtrack zur Wiedereroberung von der nostrischen Bardentruppe „Watt, Kiesel, Gräten“. Zu den Deichgabeln, Freunde der Salzarele!

Sternenfall verursacht Panik unter Xo’artal

Vibart: Nachdem im 177er-Boten bereits im Güldenland die Sterne fielen, setzt sich das Ganze nun in Uthuria fort, das damit immerhin noch einmal ein Lebenszeichen von sich gibt. Ob aber der Völkerkundler Firunkis die ganze Wahrheit sagt, darf man gerne bezweifeln.

Derya: Schön zu lesen, was der Sternenfall für dieses Volk in Uthuria bedeutet. Gerne immer mal wieder solche Berichte über die Sternenfall-Folgen auf Völker, Glauben und Länder in Uthuria und Myranor.

Josch: Bleiben noch Riesland und Tharun? Wer traut sich?

Der Ganze Rest

Vibart: Reim des Monats: check. Kleinanzeigen: check. Hässliches, zu modern wirkendes KGIA-Siegel: check. Insgesamt alles, was reingehört: Check.

Josch: Nicht ganz, Alterchen. Was es für meinen Geschmack in den Kleinanzeigen nämlich wieder häufiger geben könnte, sind ausgesprochene Beleidigungen oder Duellforderungen sowie vollkommen sinnfreie Formen des Eigenlobs von unbekannten Helden mit seltsamen Namen („Ich, Antrax Sohn des Botox / Uno Blauhelm aus dem Kosch / Rofl vom Stamm der Lolz bin der beste Krieger von die ganze Welt. Nur damit ihr das wisst, ihr Lappen!“). Sprich: Ich wünsche mir mehr alberne Dönkes und mehr sinnfreies Geschnabel – traut euch, Botenredaktion!

Meisterinfos

Vibart: ja, es gibt sie, aber nicht alles, was da gesagt wird, wirkt auch relevant, und nicht alles, was man Relevantes gerne erfahren würde, findet man da. Insgesamt ein vorsichtiges „Jooooah – Ok“ für die diesmaligen Meisterinfos.

Josch: Das geht wirklich besser. Einziger Wehrmutstropfen in dieser Ausgabe. Waldems: quatre points.

Fazit

Aventurischer Bote Botendisput EuleVibart: Der Sommerbote ist mein Highlight des Botenjahres, und er macht nur ganz wenige Dinge falsch (Imman, Meisterinfos). Aber: Der Rest ist so gut geworden, dass man nur von der Hörsaalbank aufspringen und jubelnd den Magierstab in die Luft schleudern kann, auch wenn das vermutlich völlig unberechenbare Nebeneffekte haben wird. Diesen Boten habe ich wahrhaft gerne gelesen. Dafür volle drei von drei Gilden.

Josch: Fürwahr, eine ganz starke Nummer, nicht nur wegen des Aufmachers. Abwechslungsreich, liebevoll im Detail, gut zu lesen, und samt Verzahnung mit dem Heldenwerk-Abenteuer. Kehrseite der Medaille: Gruppenkuscheln im Disput-Chat. Aber das halten wir aus, und vermutlich wird in der Kommentarspalte schon bald jemand dazwischenfunken. Von mir gibt es bis dahin 8 von 9 Schmuse-Säbelzahntigern.

Derya: Noch jemand, die mitkuscheln will. Ein richtig stimmungsvoller Bote mit nur kleinen Abzügen in der B-Note. Aus meiner Sicht der schönste Bote in diesem Jahr, der auch neugierig auf die nächsten macht.

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Ein Kommentar zu Aventurischer Bote 178

  1. Für die Riesländer bedeutet der Sternenfall: Kopf einziehen, Ingor ist wieder sauer! Immerhin hat ja ein Sternenfall dort drüben eine Katastrophe ausgelößt. Dort, wo der Meteor einschlug, ist heut das Feuermeer.

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