Frag Nandurion – Best-of

Frag-Nandurion-LogoFrag Nandurion – eigentlich eine seltsame Idee, denn normalerweise ist es ja unsere Aufgabe, spannende oder peinliche Fragen an die DSA-Welt zu richten. Aber anlässlich des Adventskalenders haben wir das Horn einmal umgedreht und uns selbst auf den heißen Stuhl gesetzt. Tatsächlich seid ihr unserem Aufruf, uns Fragen zu stellen, recht zahlreich gefolgt und habt uns einen ganzen Haufen Fragen gemailt. Im Folgenden stehen wir also Rede und Antwort, mal ganz ungeniert ernsthaft, mal xeledonisch albern – aber immer ehrlich. Wir danken noch einmal herzlich allen Fragenden!

Dies hier ist die Best-Of-Version mit den – unserer Meinung nach – 12 besten Frage-Antwort-Kombinationen. Für die volle Dröhnung Nanduriongelaber, in dem wir so gut wie alle uns gestellten Fragen beantworten, gibt es auch noch eine Director’s Uncut-Version, die geneigte Leser aber auf eigene Gefahr anklicken.

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Der Nanduriat, das unbekannte Wesen
Nandurion gibt Rat und Hilfe
Der Kram mit den komischen Würfeln
War sonst noch was?

Der Nanduriat, das unbekannte Wesen

Was ist euer liebstes Land …
a) … auf unserer Erde?
b) … in Aventurien?

Vibart: Auf der Erde: Griechenland. Tolles Essen, tolle Landschaft, tolles Segelrevier. Und wenn man im März hinfährt, dann sind auch die ganzen k**k Touris noch nicht da. Außerdem sind die pleite und bekommen Stütze. Macht sie mir sympathisch. In Aventurien: Zum Urlaub machen? Na, dann halt eben die Zyklopeninseln!

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Aventurische Heimat von Josch: Es springt die Flunder keck vor Übermut (Bildquelle: Wiki Aventurica)

Josch: Ich fühle mich überall an der Nord- oder Ostsee besonders wohl, in welchem Land, ist mir dabei fast egal. Dementsprechend habe ich auch eine besondere Vorliebe für unser wunderschönes Königreich Nostria. Bei Maraskan hingegen bezweifle ich sehr, dass mir dessen irdische Entsprechung gefallen könnte, allein meine Abneigung gegenüber allem Krabbelgetier würde mir da einen bruderlosen Strich durch die Rechnung machen.

Salaza: Irdisch gibt es da nicht wirklich das Lieblingsland, zumal ich viel zu wenige Länder wirklich kenne. Da ich Berge mag, meine Frau eher das Meer, wir beide es kühl besser als warm finden und eine friedliche und entspannte Umgebung bevorzugen, ist Island auf jeden Fall vorne dabei, auch wenn wir noch nicht da waren. Alternativ im Warmen würde ich auch gerne noch einmal nach Sansibar, das ich menschlich und von der Umgebung her als sehr, sehr schön in Erinnerung habe. Aventurisch zieht es uns ebenfalls meist eher in den Norden. Urlaub würde ich da vermutlich am ehesten gerne mal in Neersand machen: Bornländer sind mir als Westfalen eh näher, Ehernes Schwert und Überwals scheinen mir durchaus interessant, und das Meer ist auch direkt vor der Haustür.

Curima: Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in Irland und habe mich doch sehr in Land und Leute verliebt, so dass ich auf jeden Fall nochmal hinwill. Norwegen ist aber auch schön. Aventurisch gesehen schwanke ich zwischen Städtereise nach Gareth, Strandurlaub im Horasreich oder einer Bootsreise entlang der thorwalschen Küste. Wenn wir mit dem Adventskalender durch sind, werden es wohl aber doch eher zwei Wochen bei den Noioniten in Perricum.

Vibart: Wunderbar! Ein gemeinsamer Nanduriaten-Urlaub im Januar!

Nox: Entweder Kulturreise durch H’Rabaal und Umgebung oder Strandurlaub auf Maraskan.

HRabaalwappenklein_Wiki Aventurica

Nox‘ Aventurische Heimat (Bild-Quelle: Wiki Aventurica)

Feyamius: Ich mach dann die irdische Entsprechung dieser Kulturreise und besuche Mittel- und Südamerika sowie Südostasien. Leben würde ich (ungeachtet der Tatsache, dass ich die Sprache nicht beherrsche, aber wir spinnen hier ja eh nur rum) aus klimatischen Gründen am liebsten in solchen Regionen wie Andalusien: T-Shirt-Wetter im Winter wäre wirklich herrlich. Was Aventurien betrifft, haben wir – Achtung, Spoiler – weiter unten ja noch eine ähnliche Frage.

Nox: Du sprichst mir so aus der Seele.

Sedef: Irdisch kann ich nur aus den Ländern wählen, in denen ich schon einmal gewesen bin. Da würde ich Irland nehmen, obwohl mir die skandinavischen Länder auch sehr gut gefallen. In Aventurien würde ich das Liebliche Feld nehmen, vor allem Kuslik, Grangor und Vinsalt.

Welche/r/s Serie/Film/Buch hat eure Fantasie für ein RPG-Szenario bisher am meisten angeregt? 

Josch: Ganz klar Firefly/Serenity. Wobei ich interessanterweise zentrale Elemente aus „Jaynestown“ bereits verwendet hatte, bevor ich die Serie überhaupt kannte. Scheinbar werden da einige Archetypen aus dem kollektiven Nerdunterbewusstsein verarbeitet.

Salaza: Vor allem im Horrorbereich die Hörspielreihe Gabriel Burns, die alleine schon wegen der lakonischen Beschreibungen für fiese Szenen extrem inspirierend ist. Sie bietet aber auch eine durchdachte Hintergrundwelt für „Das Böse“, die meiner Meinung nach zumindest in weiten Teilen auch gut nach Aventurien gebracht werden kann.

Curima: Vermutlich tatsächlich A Song of Ice and Fire, weil das so ziemlich das erste Mal war, dass mir klar wurde, dass Fantasy nicht zwangsläufig was mit „strahlender Held gegen finsteren Schwarzmagier“ zu tun haben muss. Ansonsten haben diverse meiner Charaktere gewisse Anleihen von Charakteren aus Büchern, Filmen und Serien.

Vibart: Es ist ja ganz klar: Wenn man wie ich in den 80er-Jahren, vor der Fantasy-Welle, zur Fantasy gekommen ist, dann gab es nur eine wirkliche Referenz: Tolkiens Gesamtwerk.

Cifer: Zwar nicht für DSA, aber in modernen Settings war mir Person of Interest schon sehr behilflich. Doof nur, dass meine Freundin die Serie genauso toll wie ich findet und allzu dreisten Klau schnell wiedererkennt…

Feyamius: Der Film Anatomie und die Serie Dr. House, das Ergebnis ist die aktuelle Beschreibung der ehemaligen Elburumer Magierakademie. Und wegen der Serie White Collar hab ich eine Zeit lang einen scharlatanischen Trickbetrüger als Helden gespielt. Plots aus Filmen und Serien ins Rollenspiel verwurste ich eigentlich erschreckend selten.

Sedef: A Song of Ice and Fire hat sicher großen Einfluss auf viele Ideen gehabt, aber auch Serien wie Rome oder The Tudors haben mich schon auf einige Ideen gebracht. Außerhalb von DSA gibt für mich aber nichts mehr Input als Doctor Who.

Bisherige Rollenspiel-Highlights? 

Folge dem Drachenhals CoverJosch: 1. Unangefochten die Himmelsturmepisode in Folge dem Drachenhals. Das war zu der Zeit, als unsere Gruppe vom Hack’n’Slay der alten Schule auf Rollenspiel umsattelte und ich das erste Mal echte Emotionen bei meinen Mitspielern erlebte und danach dachte, dass das Meister-Amt womöglich doch nicht nur eine Last ist. 2. Als Theatergruppe „Shaîz Orates Fantasmagorisches Firlefanzium“ mit der Aufführung von „Vier gegen den Dukatenkalifen“ im Rahmen des Unersättlichen nach Mendena einschleichen und dort in der Arena auftreten – unbezahlbar, und über all dem Unfug, den wir wegen der „Hiding in plain sight“-Strategie durchgezogen haben, hätten wir beinahe unseren eigentlichen Auftrag vergessen. 3. Silvanas Befreiung: Ein unvergesslicher Erstkontakt, auch wenn Haken-Joe uns damals recht mitleidlos den Garaus gemacht hat und wir das Abenteuer nicht weniger als ein halbes Dutzend mal mit wechselnden Helden versucht haben, bis wir Silvana gerettet hatten.

Salaza: 1. Als Spieler ein Wochenende die Winternacht am Stück erlebt, mit wenig Schlaf, ansteigender Paranoia und (scheinbarem) Charaktertod. 2. Als Spielleiter ein unerwarteter, an der Stelle aber mit Vorwarnung und offen ausgespielter Charaktertod in Menzheim, nach dem alle Spieler Tränen in den Augen hatten.

Klar zum EnternVibart: Als Meister, als meine damalige Heldengruppe bei Klar zum Entern (Gruß an die Ravensburger!) in echter Actionfilm-Manier eine kinoreife Infiltration von Port-Corrad durchgeführt hatten, Käpt’n Siebenwind aus dem Al’Anfanischen Kerker raushauten und stilecht von einem explodierenden Geschützturm voller Hylailer Feuer in die Takelage ihrer vorbeisegelnden Karavelle „Iskaria“ sprangen … ja, das war großes Tennis.

Curima: 1. Der SPOILER Untergang von Wehrheim SPOILER ENDE in Schlacht in den Wolken. Das war Weltuntergangsstimmung vom Feinsten, durch keinerlei blöden Witz oder Outgame-Blubb durchbrochen. 2. Das Erarbeiten und Ausspielen unserer Honinger Geschichte in Jenseits des Lichts. Wir präsentierten eine blutige und schamlos bei Hamlet geklaute Geschichte namens „Die blutige Rache Liebgundes der Tapferen“. Seit diesen Tagen redet meine Söldnerin nicht mehr über Maraskan. 3. Das (leicht geänderte und auf die Quanionsqueste angepasste) Ende von Die Goldene Stadt: SPOILER Eine blühende Quanione vor einem geschändeten Praiosaltar, der erlöste Geist einer Entdeckerin SPOILER ENDE – und zwei heulende Spieler, mich eingeschlossen.

Wie man sieht: Auf Maraskan den Ungeschaffenen zu dienen macht keinen Spaß. Und das ist auch gut so (2000).

Jenseits des Lichts – Sedefs Favorit

Cifer: Das Ende meiner ersten Werwolfrunde – komplettes Rudel in der Apokalypse gestorben, aber Welt gerettet. Der Epilog fand am Grab eines der Charaktere statt, das von ihren Kindern besucht wurde. Die halbe Runde hat geheult.

Nox: 1. Die Wandelbare hat mich echstrem beeinflusst. 2. Und auch an Sumus Blut hatte ich eine wölfische Freude. 3. Salazas Nr. 2, die ich als Spielleiter unbeabsichtigt noch einmal wiederholt habe.

Feyamius: Eine ausufernde Badehausszene, die alles im viel später erschienenen Namenlose Nacht in den Schatten stellt. Nein, eigentlich haben wir nur einen kompletten Spielabend mit „Tavernenspiel“ in diesem Badehaus verbracht, aber es war sehr lustig. Tränenreiches Drama hab ich bisher leider in dem Ausmaß, dass es sich ins Gedächtnis gebrannt hätte, noch nicht erlebt. Ist also noch Luft nach oben.

Sedef: Jenseits des Lichts bleibt mein absolutes Highlight, aber gerade aus Spielleitersicht war auch der erste Band der Königsmacher (den zweiten spielen wir noch) einmalig. Jenseits des Horizonts hatte ebenfalls einige wirklich großartige Momente.

Eure meist gehassten/geliebten NSCs aus Aventurien? 

Josch: Meistgeliebt: Scheijian von Tarschoggyn und Ingvalion Kasparbald Kasmyrin. Meistgehasst: Hass ist so eine starke und bruderlose Empfindung, aber eine besonders starke Abneigung hege ich gegen Balphemor von Punin, der für mich eher die Spinal Tap-Variante eines Erzschurken denn eine wirkliche Nemesis darstellt.

Salaza: Meistgeliebt: Amando Laconda da Vanya und Dexter Nemrod. Meistgehasst im Sinne von „könnt ich gut ohne leben“: schwer – vermutlich am ehesten die Skrechu, da sie mir bisher einfach zu wenig fürs Spiel geboten hat.

Der Orkenhort_Nahema

Gehasst, verdammt, vergöttert … und mit Kettenhemd: Nahema.

Curima: Ich mag ja auch NSCs, die meine Helden mit Inbrunst hassen können. Aber das nur am Rande. Kleine Auswahl der NSCs, die ich toll finde: Harika von Bethana, Lutisana von Perricum, Answin von Rabenmund und Comto Ravendosa. Der einzige NSC, den ich als Spielerin so richtig doof finde, ist Kaiserin Rohaja.

Vibart: Schnittpunkt mit Salaza: Da Vanya forever. Nummer zwei auf der Liste: Waldemar, der Bär von Weiden. Meistgehasst: Abelmir von Marvinko, weil man Kardinal Richelieu einfach hassen muss. Und Raidri Conchobair geht gar nicht.

Cifer: Gehasst auf jeden Fall Nahema, geliebt dafür Azaril Scharlachkraut – auch wenn der Grad, der die beiden trennt, irgendwie mit jeder zusätzlichen Repräsentation Azarils schmaler wird.

Feyamius: Ich schließe mich Cifer vollumfänglich an und ergänze bei ungeliebten NSCs noch Thomeg Atherion, wobei dessen Konzept eigentlich noch ganz cool ist, sein verirdisierter Hintergrund jedoch komplett nervt. Aus offensichtlichen Gründen mag ich außerdem Khadil Okharim.

Sedef: Rakorium Muntagonus und Blasius vom Eberstamm gehören auf jeden Fall zu meinen Favoriten am Spieltisch. Wirklich gehasste NPCs habe ich nicht, allerdings gehen mir Arkos Shah II. und Eleonora Shahi seit einiger Zeit ziemlich auf die Nerven.

Welchen Heldentypus würdet ihr niemals spielen wollen? 

Josch: Andergaster – in jeder Variante.

Salaza: Sag niemals nie – es gibt da keinen Typus, bei dem ich definitiv nein sagen würde. Aber am wenigsten zieht es mich zu rein gesellschaftlichen Typen.

Curima: Elfen. Die Darstellung traue ich mir einfach nicht zu.

Nox: Elfen. Aus einem anderen Grund.

Vibart: Ich spiele nie Magier. Zu festgelegt in ihrer Rolle, bei DSA sind mir die Regeln zu kompliziert, und sie sind immer potentielle Spiel(er)ausbremser.

Cifer: Schelme.

Feyamius: Ich würd auch nichts kategorisch ausschließen, aber meistens find ich rein profane Nichtkämpfer spätestens ab dem zweiten Abenteuer eher langweilig. Wenn das aber ’ne Themengruppe mit viel Charakterspiel und Drama wäre … wie schon Salaza meinte: „Sag‘ niemals nie!“.

Sedef: Beim Schelm schließe ich mich an, ansonsten würde ich auch nichts kategorisch ausschließen.

Nandurion gibt Rat und Hilfe

Swafnir zum Gruße,

ich bin ein Thorwalscher Söldner. Meine Feinde erzittern vor mir, bevor ich sie mit Ochsenherde und Schlachtgebrüll in den Staub schicke. Ich erzittere, wenn ich Raidri sehe oder nur seinen Namen höre. Raidri, dieser größte aller Helden. Mein Held. Seine Potenz, sein Lächeln, seine Muskeln, seine Männlichkeit bezaubern mich. Ich verlange nach ihm. Ich begehre ihn. Liebes Nandurion-Team, Wie mache ich, dass Raidri sich auch in mich verliebt? Tjondalf Starkardson, Gezeichneter

Der Schwertkoenig

Ist er zu hart, bist du zu schwach.

Nandurion: Lieber Tjondalf: Das ist eigentlich ganz einfach: Überrede deine Otta dazu, sich mit dir in Ferdoker Lanzerinnen-Kostüme zu werfen, und wette mit Raidri, dass er es nicht mit euch allen aufnehmen kann. Gerüchten zufolge soll Raidri auch auf ein liebevoll ins Ohr geflüstertes „Schwengelkönig“ sehr positiv reagieren (aber den Tipp hast du nicht von uns). Vielleicht hilft auch ein romantischer Urlaub auf Maraskan, um Bruderschwester Raidris amouröse Vorlieben mal etwas flexibler zu gestalten? Erfahrungsberichte nimmt die Nandurion-Redaktion ab sofort entgegen.

Vibart: Ist jetzt bloß mir schlecht, oder sonst noch jemand?

Curima: Nö. Ich bin mir sicher, es gibt eh schon Raidri-Phileasson-Slash-Fanfiction. Irgendwo da draußen. Spätestens jetzt, wo ich es ausgesprochen habe.

Feyamius: DSA würde ich es aber auch zutrauen, eine Sonderregel für Rule 34 zu kennen.

Liebes Nandurion-Team, das treue (lastentragende, verkuschelte und verfressene) Karen meines Schelms ist in diesem Jahr gestorben! Weil wir „Albtraum ohne Ende“ gespielt haben und es ohnehin bereits alt war. Ich wünsche mir von euch ein paar besinnliche Worte für „Flocke“ und frage mich, wo solche Tiere eigentlich landen? Doch wohl kaum in Borons Hallen?! 

Vor Borbarad ist auch kein Rentier gefeit. Ruhe in Frieden!

Borbarad geht über Karenleichen. Ruhe in Frieden, Flocke!

Josch: In den heiligen Rollen der Beni Rurech heißt es: In seinem 36. Jahr fand Rurech Zeit zum Nachdenken, denn die Surgh ließen Ruhe und das Wetter war schön. Eine Schwester gesellte sich zu ihm und fragte: „Wenn Rur die Welt vollkommen eingerichtet hat und wir zurückkehren, um ihren Sinn zu ergründen, was ist dann mit dem Getier?“ Sprach Rurech: „Freude an der Schöpfung und Freude in ihr sind nur zwei Seiten derselben Sache, und Bruder Käfer ist dem Menschen, was der Mensch dem Gebirg ist.“ (317. Draijsch, Originale Entschlüssung in Urtulamidya, Übersetzung ins Garethi): So höre also, Bruderschwester: Rur hat die Welt perfekt geschaffen, und daher kehren auch die Karens zurück, um sich an ihrer Existenz erfreuen zu können.

Vibart: Wir beerdigen heute Mmmhhppfffrrrr, dieses treue alte Lasttier eines nicht näher benannten Schelms, und zwar nicht nur, weil wir verantwortungsbewusste Bürger Aventuriens sind, sondern auch, weil es in der Sonne anfing zu stinken. Ich wurde gebeten, an seinem Grab etwas zu sagen, und halte es daher für unangemessen, über die Schwierigkeiten des Leichenredners zu sprechen, der, nur mit mangelhaften Informationen ausgestattet, dennoch eine ergreifende und treffende Predigt halten soll. Von daher nur so viel: Möge das Tier in den kommenden Stürmen über Aventurien nicht wiederkehren, denn es ist ja schließlich eine Sau-Arbeit, etwas so Großes ordentlich zu verbuddeln. Möge jener Paarhufer also in die ewigen Moos- und Flechtenfelder eingehen, wo bereits seine Vorfahren undefinierbares Grünzeug wiederkäuen. Requiescat in Pace.

Curima: Und nach dem religiösen Geschwafel aus Maraskan und dieser echt inspirierten Grabrede von Vibart: Es tut mir sehr leid, dass dein treuer Gefährte gestorben ist. Es klingt, als hätte es einen besonderen Platz in deinem Herzen gehabt. Aber wenn ihr den Albtraum ohne Ende begonnen habt, brechen bald noch schlimmere Zeiten an, und du hättest dich bestimmt früher oder später von ihm trennen müssen. Vielleicht war es ja Borons Gnade, dass es an der Seite seines Besitzers seinen letzten Atemzug tun konnte? In jedem Fall: Ich möchte gar nicht darüber spekulieren, wo „Flocke“ jetzt ist. In deinen Gedanken lebt es weiter.

Feyamius: Solche Tiere landen für gewöhnlich über dem Feuer. Lasst es euch schmecken, selbst wenn es ob seines Alters wohl etwas zäh sein dürfte. Große Kartoffelklöße sollen übrigens gut zu Karenfleisch passen.

Curima: Ihr seid echt alle sowas von herzlos. *schüttelt traurig den kopf*

Der Kram mit den komischen Würfeln

Wie kritisch seht ihr die Entwicklung von DSA5? 

DSA5-Stressbällchen: Braucht man manchmal auch bei nandurioninternen Gesprächen über die neuen Regeln.

DSA5-Stressbällchen: Braucht man manchmal auch bei nandurioninternen Gesprächen über die neuen Regeln.

Nandurion: Rur-gefällig formuliert: Darüber herrscht bei uns eine große Vielfalt von Meinungen. Eine Auswahl:

Josch: Ich bin da radikal: Alles ist besser als DSA4, wenn es nur weniger kompliziert ist und ein echtes Grundregelwerk hat, so dass man die Flut an Zusatzregeln tatsächlich ignorieren kann. Von daher bin ich weiterhin guter Dinge und fühle mich auch durch die Ankündigung zahlreicher Zusatzbände zu Waffen und Artefakten nicht in meiner Rollenspielehre gekränkt. Ich werde aber nie den Versuch aufgeben, den Rest der Welt zu DSA-3-mit-meinen-Superhausregeln zu bekehren. Das war wirklich der heißeste Scheiß seit Erfindung von geschnitten Brot. Ende der Diskussion, ihr Noobs!

Curima: DSA5 ist überhaupt nicht mein Fall, ich spiele weiter DSA4.1.

Salaza: Ich konnte mich bisher mit jeder neuen DSA-Edition anfreunden und denke, dass ich es auch diesmal schaffe. Ich mag einerseits die Vielschichtigkeit von DSA, aber der Detailgrad und die Komplexität vieler Regeln, zuvorderst Beschwörungen jeglicher Art und Artefakterschaffung, ist mir persönlich zu hoch. Ich bin gespannt, wie sich das bei DSA5 entwickelt, bin aber vorsichtig optimistisch.

Vibart: Ich bin gelassen. Ich glaube einerseits nicht, dass DSA5 der große Wurf wird und unfallfrei über die Bühne kommt. Aber ich spiele nun schon lange DSA 4.1, ein Regelsystem wie der Schaltplan einer russischen Raumstation, und ich habe trotzdem meinen Spaß. Eher nerven mich gerade Zeitgeist-Designentscheidung Richtung „Graues Aventurien.“ Aber auch diese Mode geht vorüber und man kehrt zurück zu dem, was DSA stark machte. Ich werde DSA spielen, bis man mich mit den Füßen voraus wegträgt.

Cifer: Ich werde mir DSA5 mal anschauen, wenn es herauskommt. Nach bisherigem Kenntnisstand bin ich aber recht froh, mit meiner 4.1-Sammlung noch etliche Jahre durchhalten zu können.

Nox: Ich bin mit DSA4 eingestiegen, hänge aber wirklich nicht am Regelsystem und sehe bei DSA5 einige Schritte in die richtige Richtung. Aufwand und Komplexität der Heldengenerierung sind für mich ein guter Grund zu wechseln.

Nandurion prangert an: Diese wunderbare DSA5-Collage fehlt im Boten. Wir fordern umgehende Nachbesserung und eine kostenlose Collage zum Download!

Jetzt wird’s kontrovers – gut, dass wir uns bei der Collage immer noch einig sind.

Feyamius: Ich bin gespannt, wie DSA5 aussieht, wenn zumindest mal die Erweiterungsbände zu Profanem, Magie, Götterwirken und die ersten W3 jährlichen Regelsammelbände erschienen sind. Bis dahin werkele ich in Gedanken an meinem aus zahlreichen Quellen zusammengeklaubten „eigenen DSA-System mit Boltan und Dirnen“ herum und versuche das mal mit meiner Gruppe zu testen. Wenn DSA5 dann in den Kernregeln komplett ist, wird verglichen. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser den Yaquir hinab.

Sedef: Meine anfängliche Neugier auf DSA5 hat sich mit dem Beta-Test und den Ankündigungen für das fertige Regelwerk in Desinteresse verwandelt: Für mich kommt DSA5 in der angekündigten Form nicht in Frage, da ich mit den Änderungen und der angekündigten Aufteilung der Publikationen nichts anfangen kann. Glücklicherweise sehen das die Runden, in denen ich spiele, genauso und werden bei DSA4.1 bleiben. Daher sehe ich auch keinen Grund, mich darüber weiter aufzuregen und hoffe nur, dass die Systemänderungen nicht zu sehr auf die Hintergrundwelt durchschlagen. Ansonsten bleibt abzuwarten, wie ein DSA5.X oder DSA6 irgendwann aussehen wird.

Eure Tipps für die Schleierkampagne in Aranien?

Schleiertanz Cover Anna Steinbauer kleinJosch: Wenn man sich für Aranien begeistern kann: Nicht aufregen. Spielen. Alles an zusätzlichen Regelvorschlägen weglassen. Und vorher ordentlich Karten anfertigen. Wenn einem Aranien eher egal ist: Was anderes spielen und mehr für die investierte Zeit bekommen.

Salaza: Bände nehmen, Grundidee und Personen nehmen, schauen, ob die Plotideen für die eigene Gruppe passen, und dann die, die gefallen, herauspicken und mit eigenen Teilen verbinden und ergänzen. Ansonsten: Was Josch sagt.

Schleierfall Cover kleinCifer: Das Verführungspunktesystem grundlegend überarbeiten – aktuell ist das so verführerisch und subtil wie eine Steuererklärung und zudem nicht wirklich geeignet, um im legeren Aranien bespielt zu werden (Punkte für Rauschkrautkonsum?). Ansonsten sollte man sich als Meister darauf einstellen, viel improvisieren zu müssen, da einem zumindest bei Schleiertanz einige Informationen schlicht fehlen.

Feyamius: Bände als Ideensteinbrüche behandeln und mit einer Kampagne verweben, die man sich aus dem Kapitel „Hinter dem Schleier“ in Land der Ersten Sonne selbst erarbeitet. Und man sollte es tunlichst vermeiden, sich Rasulan als aventurische Conchita Wurst vorzustellen (mit Dank an Judith Vogt für dieses geistige Bild).

Sedef: Danke, Feyamius, das kriege ich so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Ansonsten schließe ich mich an. Aranien-begeisterte Spielleiter dürften aus dem 35-Tage-Krieg das Selbstgestalten ja bereits gewohnt sein.

Abenteuerdesign: Wie sieht ein gutes Ziel aus, welches sich vom Standard abhebt und die Spieler so richtig motiviert? 

Morgens, halb 4, in Deutschland: Es gibt Abenteuerpunkte.

Ein gutes Ziel bringt die Spieler an den Spieltisch.

Josch: Langfristige Ziele der Spieler, welche die charakterliche Entwicklung und Reifung und die Entwicklung einer guten Story betreffen, sind oftmals deutlich motivierender als Ingame-Ziele der Helden selbst (Geld, Macht, Vater finden, Andergast erobern). Insbesondere dann, wenn diese gemeinsam mit dem Spielleiter abgesprochen und entwickelt werden können, man also über die Entwicklung seiner Charaktere auch Einfluss auf die Entwicklung einer übergreifenden Geschichte haben kann.

Salaza: Motivation kommt meiner Meinung nach vor allem durch das Ansprechen von direkten Bezügen der Charaktere: Personen aus ihrer Historie, Orte oder Objekte, die für sie eine besondere Bedeutung haben. Standard-Ziele werden in der Regel für breitere Zielgruppen erstellt, damit ein Abenteuer auch für möglichst viele Gruppen ein lohnendes Ende hat. Wenn man aber etwas hat, was speziell für die eigenen Spieler eine Bedeutung hat – eine gerettete Person, ein Mentor, ein Dorf, wo man ein rauschendes Fest gefeiert hatte und einige Liebschaften entstanden – dann hat man einen sehr persönlichen Hebel für die Motivation.

Curima: Ein gutes Ziel hängt für mich auch immer mit der Motivation der Charaktere zusammen. Das kann bei einer Runde von Schatzsuchern schlicht die Aussicht auf das legendäre Vermächtnis des Magiers Hastenichtgesehen sein oder bei sehr hilfsbereiten Charakteren einfach die Rettung einer Person in Not. Generell sind ja die meisten Helden doch eher … heldenhaft, also auch bereit, zu helfen und sich notfalls in Gefahr zu begeben. Toll ist es natürlich, wenn man ohnehin vorhandene Ziele der Charaktere einbringen kann, z. B. dem Magier die Thesis eines langersehnten Spruchs verspricht, wenn er dafür Aufgabe X übernimmt. Nebenbei bemerkt: Dass der Spielleiter vor allem bei längeren Kampagnen so in etwa im Bilde ist, was die Spieler sich für ihre Charaktere wünschen und vorstellen, ist hier natürlich vorausgesetzt und wird von mir auch als wünschenswert angesehen. Generell sollten sich die Helden halt nie fragen müssen: „Warum bei den Niederhöllen machen wir das hier eigentlich?“

Vibart: Gib den Helden einen Gegenspieler, den sie gemeinsam hassen können.

Feyamius: Ich mag sowohl Ingame-Ziele der Helden als auch Outgame-Ziele der Spieler (Was wünschen sie sich für ihre Helden?), was gegebenenfalls stark von den Wünschen der Helden für sich selbst abweichen kann, als Motivation. Auch persönliche Eigenheiten der Helden können gerne angesprochen (neudeutsch: getriggert) werden, wie z. B. schnöde Hilfsbereitschaft oder ähnliche Moralkodizes. Das befriedigendste Ziel ist aber wohl immer noch eine Win-Win-Situation: Sowohl die Helden als auch die Spielwelt stehen nach der Heldentat besser da als vorher. Dies sollte aber nicht überstrapaziert werden, dramatische Pyrrhussiege können auch ihren Reiz haben.

War sonst noch was?

„Nääk“: Was soll dieser Ausdruck eigentlich bedeuten? Gehört das zur Netikette oder is es ’ne Abkürzung oder ’n Insider? Bisher hab ich das weitestgehend ignoriert, weil es nicht wichtig war, aber neugierig bin ich schon was „nääk“ bedeuten soll. 

Nandurion Heinzurion Logo kleinSaljoschza: Du öffnest hier die Büchse der Eule Pardona. „Nääk“ ist das allumfassende und alles aussagende linguistische Grundelement der tiefschürfenden Aussagen des von uns geschätzten und hochverehrten Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. Heinz Featherly. Je nach Kontext kann es u. a. „Ja“, „Nein, „Du Trottel“, „Ich habe noch nicht ausgeredet“ und „Wenn das Subjekt ontologisch als existierendes Dasein begriffen wird, dessen Sein in der Zeitlichkeit gründet, dann muß gesagt werden: Welt ist subjektiv, aber diese subjektive Welt ist dann als zeitlich transzendente objektiver als jedes mögliche Objekt.“ bedeuten. Es steht damit „Nufta“ sehr nahe. Für alles Weitere empfehlen wir den entsprechenden Eintrag in der Wiki.

Hallo Nandurion, hier ist euer Heinz. Ihr wisst schon, euer eigentlicher Chef, der euch meistens aber schalten und walten lässt, wie ihr wollt. Einige Fragen brennen mir schon länger unterm Schnabel. Als da wäre: Was haltet ihr eigentlich vom neuen Trailer für den DSA-Film? Findet ihr das Schwert des Heshtoth nicht zu rot? Warum ist ein Moha in der Khôm-Wüste das Aufmacher-Bild, und warum ist die fliegende Festung so klein und grau? Und warum nennen sie es dann nicht „DSA“ sondern „Star Wars“?

Interview Nico Mendrek Mhaire Stritter Heinz

Always be Batman. Unless you can be (*^*)

Cifer: Das Schwert des Heshthot wurde so bisher noch nie beschrieben, man könnte also von künstlerischer Freiheit ausgehen – oder es eine unverzeihliche Lücke nennen, wegen der ich nie wieder ein DSA-Produkt kaufen werde. Mal schauen. Nach Galottas erstem Versuch hat er das Problem mit der Fliegenden Festung festgestellt: Man kann sie in Großstädten einfach nirgendwo parken. Also wird sie miniaturisiert. Und der Moha ist sicher ein Murawidun des Kalifen. „Star Wars“ weist schließlich subtil darauf hin, dass die Geschehnisse des Films, die Aventurien in den Grundfesten erschüttern werden, darauf zurückgehen, dass ein kleines Vögelchen eines Abends dem Oberschurken auf den Kopf geschissen hat, woraufhin dieser aus Zorn gegen die Welt seinen diabolischen Plan ausheckte. Also: Ein Star wars.

Josch: Ulisses Disney ist natürlich schuld. Viel schlimmer als die bisherigen Bilder fand ich allerdings die Idee, die Rolle des Darion Paligan ausgerechnet mit Harrison Ford zu besetzen und zudem diese unsinnigen Setzungen aus Borbarads Erben wieder aufzunehmen. Wahrscheinlich haben da die Drehbuchschreiber wieder die Historia nicht ordentlich gelesen, und eine Hand weiß nicht, was die andere abhackt. Ich werde mir übrigens die neuen Ausrüstungsbände nicht kaufen. Was war noch mal die Frage?

Vibart: Trolle ab jetzt „Wookie“ zu nennen, ist ein klarer Bruch mit den Quellen. Außerdem fordere ich immer noch vehement eine regeltechnische Anleitung ein, wie dieser „Todesstern“ von meinem Brabaker Nekromanten nachgebaut werden kann.

Curima: Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Na gut, außer dieses Bild.

Feyamius: Das ist Sache des jeweiligen Lizenznehmers. Wer sind wir, uns hierüber ein Urteil zu erlauben?

Und mit diesen weisen Worten schließen wir die fröhliche Fragestunde – wer nun immer noch nicht genug hat, der sei an dieser Stelle noch einmal auf die ungekürzte Version verwiesen.

Über Curima

Moin, ich heiße Lena, bin 32, komme aus Hamburg und spiele seit 2003 DSA. Ich spiele lieber als ich leite und schicke meine diversen Charaktere fast jeden Samstag durch Aventurien. Seit Mitte Mai 2012 arbeite ich bei Nandurion mit.
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7 Kommentare zu Frag Nandurion – Best-of

  1. Arduinna sagt:

    Rasulan Wurst. Der Dank gebührt eigentlich Frau Hannah M. aus K. Verflucht sei sie!!
    Gruß
    J.

  2. Pingback: Frag Nandurion – Die ganze Wahrheit aka “Director’s Uncut” | Xeledons Spottgesang

  3. Pingback: Fragwürdiges hinter dem namenlosen Türchen | Nandurion

  4. FRAZ sagt:

    Eine Frage würde ich gerne nocht nachschieben:
    In welchen Fachbereichen hat Herr Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. Heinz Featherly eigentlich seine Doktortitel? Und wurden die Doktorarbeiten auf Plagiate überprüft oder sind das hauptsächlich Ehren-Doktor-Titel?

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