Heroes of Aventuria – Auspacken

Obwohl Rollenspiele dem Namen nach mit Pen&Paper gespielt werden und eigentlich nur Würfel zu den unverzichtbaren Utensilien gehören, sind Miniaturen seit jeher dem näheren Umfeld zuzurechnen. Dies ist leicht nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, dass das Spiel seine Wurzeln in den Tabletop-Kampagnen einiger Amerikaner hat. Einige Systeme zählen noch heute den Einsatz von Bodenplänen und Miniaturen zu den unverzichtbaren Elementen ihres Spiels. Aber auch unter Nutzern modernerer Systeme gibt es jene, die auf den Einsatz dieser Utensilien nicht verzichten wollen. Da Rollenspieler nicht selten auch Berührungen zum Tabletop-Hobby haben, ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Welt des Schwarzen Auges Miniaturen eine lange Geschichte haben.

Ein Kickstarter

Wer meinen letzten Beitrag zu einem ungewöhnlichen Fundstück aus der Zeit der Jahrtausendwende gesehen hat, der hat vielleicht ein paar Einblicke in diese Vergangenheit bekommen oder sogar nostalgische Erinnerungen geweckt. Über längere Zeit gab es nun keine aktuellen DSA-Miniaturen mehr zu kaufen. Als ehemaliger Tabletop-Hobbyist und DSA-Nostalgiker war meine Begeisterung natürlich sofort entfacht, als ich im Herbst 2018 erfuhr, dass auf Kickstarter eine Kampagne zur Schaffung neuer DSA-Miniaturen anlief. Mit dem bevorstehenden Umzug würde ich erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder die Möglichkeit haben mir einen eigenen Basteltisch einzurichten und mich diesen fummeligen kleinen Plasikklümpchen zu widmen. Als dann auch noch Alrik Immerdar den Coverboy für die Collectors Range gab war das Glück perfekt. Denn als gebürtiger DSA3-Fanboy war Alrik mit dem Flügelhelm der Held meiner Kindertage.

Das Sortiment der neuen Miniaturen lässt sich einteilen in verschiedene Gruppen. Wir haben hier aventurische Zauberer, Thorwaler, ein paar Kämpfer und Zwerge. Zudem gibt es ein paar individuelle Miniaturen, die für die spezifischen Wünsche einiger Unterstützer entwickelt wurden. Man kann sich beispielsweise denken, wer ausgerechnet einen Grolm als eigene Miniatur bestellt hat. Neben diesen Figuren gibt es vier ikonische Helden als eigenen Miniaturen, die während des Projektes als Strechgoals freigeschaltet wurden. Als einziges echtes „Monster“ befindet sich ein Oger im Angebot. Zukünftige Entwicklungen sollen auch das Angebot an Monstern erweitern. Das neue Projekt Heroes of Aventuria 2 führt neben Untoten und Orks auch einen riesigen Weißen Hetzer.

Post aus Kanada

Das Paket von Westfalia war überraschend klein. Gerade mal 17 cm breit und unscheinbar. Nur die Beschriftung Plastic Toy Soldiers gibt einen Hinweis auf den Inhalt. Der Wert von 15$ ist eine Angabe für den Zoll und entspricht natürlich nicht dem Preis, den ich bezahlt habe.

Es hat einige Zeit gedauert und einige Dinge sind anders gelaufen als erwartet, aber ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Als Supporter habe ich eine Reihe von Miniaturen erworben, die aus meiner Sicht besonders den Charakter aventurischer Figuren herausstellen. Nachdem die Minis nun auch im F-Shop angeboten werden und die zweite Kampagne bereits erfolgreich war, darf man wohl auch mit künftigen Erweiterungen des Sortiments rechnen. Grund genug sich die Figuren mal näher anzusehen.

Etwa ein Jahr nach dem Start des Crowdfundings wurden durch die kanadische Firma Westfalia Miniatures die Miniaturen ausgeliefert. Die Minis sind einzeln gegossen und kommen ohne Gussrahmen oder ähnliches daher. Eine meiner Minis war ein Fehlguss und durch eine Luftblase beim Gießen beschädigt worden. Das Produkt wurde jedoch auf meine Rückmeldung hin anstandslos ersetzt. Jede Mini kommt mit einem Lasercut-Hexbase, kann aber selbstverständlich auch auf eigene Bases gesetzt werden.

Da ich nicht das Geld für ein komplettes Sortiment ausgeben wollte und die benamten Eigenkreationen für mich ohnehin weniger interessant waren habe ich mich zunächst auf die Figuren beschränkt, die mir aufgrund ihrer spezifischen Charakteristika besonders aventurisch erschienen. Rückblickend sind mir dabei mindestens ein oder zwei Minis durch die Lappen gegangen. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, da die Figuren nun auch alle im F-Shop erhältlich sind. Die dortigen Abbildungen scheinen mir auch Photos und keine 3D-Modelle mehr zu sein.

Nichts desto trotz ist es natürlich immer spannend, wie die Modelle denn tatsächlich aussehen, wenn man sie in den Hände hält. Die Photos auf dieser Seite sind ungeschönt. Ein Entgraten oder sonstige Bearbeitungsschritte hat noch nicht stattgefunden. Wagen wir uns also den nullten Schritt im Projekt der neuen Helden des Schwarzen Auges: Das Auspacken!

Helden auf Hexbases

Meine erste Wahl fiel auf die aventurischen Zauberwirker. Auch wenn es Miniaturen von Zauberern wie Sand am Meer gibt, so weisen die beiden von mir gewählten Exemplare doch Eigenschaften auf, die sie als explizit aventurische Zauberer ausweisen.

Weiter geht es mit den profanen Professionen. Eine Frau im Kettenhemd und einer Pose die Selbst- und Standesbewusstsein ausstrahlt. Das Bildnis der nostrischen Ritterin hat mich von Anfang an fasziniert. In meinen Augen muss es sich dabei um eine herausragende Persönlichkeit handeln. Vielleicht hat die Redaktion aber nur noch nicht die passende Besetzung zu dieser wundervollen Darstellung gefunden.

Unverzichtbar in der Reihe sind natürlich die ikonischen Helden. Keine anderen Figuren könnten sonst so sehr für das Schwarze Auge stehen. Natürlich gehört mein ikonischer Liebling Alrik Immerdar eigentlich nicht hieher. Immerhin ist der Schnauzbartträger mit dem Flügelhelm das Gesicht der dritten Edition. Für meinen nostalgisch verklärten Blick verkörpert er dennoch das Abenteuer Aventuriens in seiner reinsten Form.

Damit ist die Reihe fast am Ende. Doch eine Besonderheit hat es gerade noch in die Stretchgoals geschafft. Wenngleich in seiner Funktion und Bezeichnung fast so generisch wie der gemeine Ork, so gehört der Oger doch für mich ganz besonders zu Aventurien. Seine Darstellung variiert innerhalb der Genese des Spiels und die Bandbreite über die verschiedenen Welten der Phantastik ist enorm. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen darf er hier natürlich nicht fehlen. Die Accessoires dieser Miniatur weisen geschickt auf seine vielleicht gefürchtetste Eigenschaft hin. Aventuriens Oger sind Menschenfresser.

Ausblick

Verdammt klein, diese Plastikklümpchen!

Soweit so gut. Bislang bin ich mit den Minis sehr zufrieden und freue mich auf neue Projekte zu den Miniaturen des Schwarzen Auges. Vermutlich werde ich meinen Bestand noch um ein paar Miniaturen ergänzen, die mir beim Kickstarter entgangen waren. Doch dann steht einer Wiederbelebung der Vereinigung von Miniaturen und dem Schwarzen Auge nichts mehr im Weg.

Nun ja, fast nichts. Denn auf meinem Basteltisch wartet zuvor noch ein anderes Projekt auf Fertigstellung. Mehr dazu erfahrt ihr beim nächsten Mal wenn ich den Tisch freiräume und kleine Plastikklumpen vor die Linse zerre.

Referenzen

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2 Kommentare zu Heroes of Aventuria – Auspacken

  1. Pingback: Nandurion schaut sich die Westfalia-DSA-Minaturen an – Nuntiovolo.de

  2. Cendrasch sagt:

    Leider lässt Kickstarter nur Paypal oder Kreditkarte zu. Werde dementsprechend kein Unterstützer

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