To the Heart of Nerdness – Der Nandurion-RPC-Rückblick

Die RPC 2013 ist vorbei, alle aktuellen News sind inzwischen verarbeitet, der Conblues lässt langsam nach und der Schlafmangel ist fast schon abgebaut: Höchste Zeit, die Convention noch einmal rückblickend zu betrachten.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit Vibarts und Curimas Minutenprotokoll.

Samstag, 10.15 Uhr

Der Einlass zur RPC - alle wollen rein.

Der Einlass zur RPC – alle wollen rein.

Vibart: Die Beschilderung zum EINSeinseins111 Parkhaus ist schlimmer als fünf Minuten Kölner Prunksitzung auf der ARD. Völlig entnervt haste ich mit einer Masse von Pelzbarbaren, Schwarzen T-Shirts und Ziegenbärten Richtung Messe-Eingang. Dazwischen einige … Familien!?! WTF? RPC goes Rheinschau? Wenigstens sind die Messepublika optisch recht deutlich in Rollenspielmesse und Konsumentenschau zu trennen. Das wird der Schock des Lebens für Familie Wuttke aus der Neubausiedlung …

10.30 Uhr

Curima: Während der Kollege Vibart schon tapfer am Einlass ansteht, sitze ich noch im Hotel beim Frühstück. Man hat’s ja schließlich bezahlt und außerdem weiß man ja nie, ob auf so einer Messe ein belegtes Brötchen schon den Preis einer durchschnittlichen DSA-Publikation überschreitet.

10.24 Uhr

Vibart: Erschöpftes Aufschlagen auf dem Splittermond-Produktworkshop. Bereits völlig erschlagen von zu viel Lärm, Leuten und Schwarz. Und das soll ich zwei Tage nun durchhalten? Meine Füße tun jetzt schon weh. Erstes Zusammentreffen mit meinen beiden Homies aus Stuttgart und der ersten Nanduriaten-Vorhut aka Salaza und Wolkentanz. Großes Hallo. SM ist als Abkürzung für Splittermond irgendwie so Elburum … Der Workshop macht aber Spaß und Lust auf mehr. Spontane Entscheidung nach dem Workshop: Wir (Stuttgarter) tragen uns für eine Demorunde ein! Leider verliere ich damit dann auch die Nordschiene von Nandurion. Eh alles Scheiß-Preußen.

11.00 Uhr

Curima: Ich komme endlich an der S-Bahn an und mache mich zusammen mit Feyamius motiviert auf den Weg. Der Weg ins Messegelände ist kurz, der Weg zur Halle, in der die RPC dann tatsächlich stattfindet, zieht und zieht sich hingegen. Alter, ist das groß hier! So viele leere Hallen, durch die man erstmal wandern muss. Ich amüsiere mich über die Mischung aus RPC-Besuchern und verstört schauenden Rheinschau-Gästen. Ist auch viel Zeit dazu. Noch eine Halle … und noch eine … dann ist endlich aus der Ferne Lärm zu hören und wenig später sind wir…in der Halle. Aber wo ist bloß der Ulisses-Stand, an dem wir mit dem nanduriatischen Rest verabredet sind …?

11.35 Uhr

Menschen, überall Menschen...

Menschen, überall Menschen …

Vibart: Ein Sturmtrupp Endzeitkrieger hupt mir mit einer Fanfare in das schlechte Ohr. Die Apokalypse ist halt nix für Leute mit Tinitus. Messe noch voller als um halb elf. Drei Star-Wars-Sirenen lassen sich im Minutentakt fotografieren. Der übliche Messewahnsinn. Endlich ist der Ulisses-Stand gefunden, obwohl er jetzt nicht gerade klein ist. Der giftgrüne Teppich mit schwarzen Möbeln trägt nichts zu meiner Beruhigung bei. Großes Hallo, Curima und Feyamius treffen auch schon ein.

Curima: Schon?? Gefühlt bin ich gerade 5 Kilometer gewandert …

Vibart: Fünf Einhörner schließen sich in die Arme … Ich brauche dringend was zu trinken. Das offizielle DSA-Quiz erweist sich für uns als größtenteils unlösbar, wir sind definitiv nicht DSA-tauglich.

Curima: Stimmt. 5 Nanduriaten schaffen es mit vereinten Kräften und der Hilfe zweier Ulisses-Mitarbeiter gerade mal, 70 % der Fragen überhaupt zu beantworten. Das darf man echt keinem erzäh… oops.

11:40 Uhr

Curima: Vor lauter Trauer über unsere DSA-Unfähigkeit tragen die restlichen Nanduriaten sich auch noch schnell für eine Splittermond-Demorunde ein.

12.00 Uhr

Das Ulisses-Team im Produktworkshop

Das Ulisses-Team im Produktworkshop

Curima: Nandurion strömt geschlossen zum Ulisses-Produktworkshop. Vier motivierte Ulisses-Mitarbeiter, darunter auch Eevie Demirtel mit ulissesfarbenen Haaren, kämpfen kurz mit dem Mikrofon und legen dann los. Wir wurschteln uns strebermäßig in die erste Reihe und zücken Laptop, Smartphone und Bleistift. Ich übernehme das Live-Twittern, aber zunächst ist nich viel zu tun, denn los geht es erstmal mit Nicht-DSA-Produkten.

12.30 Uhr

Vibart: lch muss die Ulisses-Produktvorstellung verlassen, genau zu dem Zeitpunkt, als es endlich um DSA geht. Declamatio Interruptus nach langem, zähen Mechwarrior, Pathfinder und Iron-Kingdoms-Vorspiel. Aber Splittermond duldet keinen Aufschub.

Curima: Oh, jetzt gehts aber … huch, wo ist Vibart? Egal, twittern …

12.45 Uhr

Curima: Ich wünschte, ich könnte so schnell auf dem Smartphone tippen wie auf der Tatstatur …

12.50 Uhr

Curima: Einfach tweeten, tweeten, tweeten …

13.00 Uhr

Curima: Uff, geschafft. Die wichtigsten Neuigkeiten sind wohl unters Volk gebracht. Ich nutze die Pause, bis der nächste Workshop zu den DSA-PC-Spielen anfängt, um für Feyamius und mich je eine Flasche Wasser zu kaufen. „Macht dann 9 Euro“, teilt mir der fröhliche Messemensch mit, als ich ihm die beiden 0,5-Liter-Flaschen übern Tresen reiche. WTFBöh? „Aber ein Euro ist Pfand“, fügt er tröstend hinzu. Na dann …

Kehre mit den Flaschen in den Workshop zurück. Feyamius ist durstig und kippt die Flasche in einem Zug runter. Hm. Ich glaub, ich warte noch ein bisschen, ehe ich ihm verrate, was sie gekostet hat.

13.04 Uhr

Splittermond-Demorunde

Splittermond-Demorunde

Vibart: Mittlerweile versuche ich als selemischer Ritter die Führungsposition im Schnellstarter-Abenteuer auszufüllen und scheitere kläglich am durchaus heiter gesinnten Mitspielerklientel. Großes Kino, minutenlange Lachanfälle und Nasse-Hunde-Witze auf Kosten des Vargen. Vielen Dank an unseren sehr guten Spielleiter Sven, an meine beiden Homies Renana und Daniel, an Dan die Elfe, seinen Pathfinder-Vargen mit dem gleichen Hut und an die Feuermagierin mit dem Schweizer Akzent für die wirklich sehr witzige Spielrunde. Mein Mittagessen besteht aus Chips, Giotto und einem Müsliriegel, alles Spenden mitleidiger Wohltäter. Meine Mutter wäre nicht glücklich.

Curima: Du hattest Mittagessen? Respekt …

13.20 Uhr

Curima: Inzwischen muss ich nicht mehr twittern, sondern kann in Ruhe den Neuigkeiten zu Schicksalsklinge und Memoria lauschen. Ich freu mich sehr auf Memoria, auch wenn ich schon bei Satinavs Ketten ständig kläglich versage und in der Komplettlösung spicken muss. Irgendwie ist mein Hirn mit Point-and-Click nicht kombatibel. Schicksalsklinge klingt an sich auch nett, ist für mich aber vermutlich zu viel Kampf, Taktiererei und sowas.

14.00 Uhr

Curima: Es gäb jetzt auch noch was zu Demonicon und Blackguards, aber wir müssen dann mal los zum Splittermond-Testen.

14.30 Uhr

Curima: Dinge wie „nochmal kurz frische Luft schnappen und auf Toilette, ehe es losgeht“ sind auf der RPC etwas, was man sich möglichst eine Stunde, ehe man irgendwo sein muss, überlegen sollte. Ich renne hektisch durch die Hallen und komme natürlich trotzdem zu spät. Zwischendurch verirre ich mich auf die Rheinschau – dort wird gerade auf einer Bühne jemand frisiert und alles ist rosa. Uargh. Schnell weg. Dass ich den Ulisses-Stand schon wieder nicht finde, macht nichts besser. Zum Glück gibts Handys und Salaza lotst mich zum Rest der Einhörner zurück.

15.00 Uhr

Heather Featherly beäugt noch skeptisch das Splittermond-Regelheft.

Heather Featherly beäugt noch skeptisch das Splittermond-Regelheft.

Curima: Der Spielbereich ist eine riesige Halle mit sehr vielen Tischen, entsprechend laut ist es dort. Franz Janson verteilt SM-Einsteigerhef… Junge, diese Abkürzung geht echt gar nicht. Splittermond-Einsteiger-Beta-Dingsis halt. Ich habe mich vorher noch mit SM beschä… argh, ehrlich … noch nie mit Splittermond befasst, aber die Regeln sind relativ leicht zu verstehen. Jeder sucht sich einen Archetypen raus und ich versuche, dabei nicht an die D&D-Folge von Community zu denken. Mit einer illustren Runde aus Feuermagierin, Zwergenpriester, Leibwächterin, grol…gnomischem Alchemist und natürlich einem Varg (Zitat des Spielers: „Joah, ich nehm mal diesen Hund da.“) schlagen wir uns dann also durch Lorakis. Wobei mir Lorakis noch recht blass vorkommt und zumindest das gespielte Abenteuer nicht sonderlich viel davon rüberbringt. Es hätte jetzt auch in Aventurien oder einem anderen generischen Fantasysetting spielen können. Aber zwei Stunden sind natürlich auch keine lange Zeit, um viel vom Setting rüberzubringen. Der Kampf mit dem Tick-System funktioniert, kommt mir aber zumindest in der klassischen 5-Helden-gegen-5-Viecher-Kombination nicht sooo viel schneller vor als ein DSA-Kampf. Insgesamt war es jedenfalls eine spaßige Runde. Hat irgendeine der Demo-Runden eigentlich keine Varg-Witze gemacht? Ich bezweifle es.

17.30 Uhr

Verleihung der RPC-Awards. Rechts im Bild: El Presidente.

Verleihung der RPC-Awards. Rechts im Bild: El Presidente.

Vibart: Nach langem und grundsätzlich positivem Feedback bezüglich SM (kann mich daran einfach nicht gewöhnen! Belkelel weiche!) gehe ich nur noch „kurz zu den RPC Awards“ um mich dort mit der Nordschiene der Watt-Einhörner wiederzuvereinigen. Fester Vorsatz, danach gleich in mein Hotel einzuchecken. Sehe unserem Mit-Einhorn Locke zu, wie er mit Mháire Stritter und Aniesha Fey Awards verteilt. Lucky Bastard! Rührend: Dankesrede von Wormworld-Saga-Zeichner Daniel Lieske. Immer noch alles zu laut, zu schwarz. Ein Ork knurrt mich beiläufig an. Habe ich mich eigentlich schon um mein LARP-Hobby heute gekümmert?

17.50 Uhr

Curima: Splittermond ist vorbei, jetzt noch schnell vor den RPC-Awards was essen. Möglichst ohne auf die Preise zu schauen, erwerbe ich einen Fleischspieß. Er war auch sehr lecker und dass man mir für den Preis zu Hause ne Pizza bis an die Haustür liefert, ignoriere ich dann mal.

18.?? Uhr

Vibart: Der Rückzug aus dem Nerdoversum gerät zum Alptraum und militärischen Desaster. Ausgang-West seit 18.00 gesperrt, da Familie Wuttke aus der Neubausiedlung brav um 17.30 die Rheinschau verlassen hat. Drei verschiedene grüne Infodamen (hat da Ulisses seine Hände im Spiel?) schicken mich auf drei verschiedenen Wegen dreimal falsch zu meinem Parkhaus. Schließlich begleiten mich zwei mitleidige Wachmänner auf Geheimwegen aus der verödet daliegenden Rheinschau über Geheimausgänge zum Parkdeck. Hätte ich noch eine Outdoorjacke oder ein Quad mitgehen lassen sollen? Blöd, wenn man von der Grundeinstellung her chaotic-good ist …

18.30 Uhr

Curima: Während Vibart schon verschwunden ist, jubeln wir noch ein bisschen den RPC-Awards zu. Ich muss schon wieder twittern. Platz 2 für die Gareth-Box, Platz 1 für Schicksalspfade, Jury-Awards für Quanionsqueste … man kann mit einem Smartphone in der Hand übrigens nicht klatschen.

19.00 Uhr

Curima: Genug der Jubelperserei. Wir dackeln zum Ulisses-Stand und fallen erleichtert auf Stühle und Sitzsäcke. Wenig später bin ich schon in Gespräche über dies, das und jenes vertieft.

20.00 Uhr

Vibart: Falsche Autobahnauffahrt genommen, Köln besichtigt. Aufschlagen im Hotel in the Middle of Nowhere. Zu fertig, um den Shadowrun-Schnellstarter weiter zu lesen. Ungeduscht, geduzt und ausgebuht suche ich die Hilfe der Homies bei der Nahrungsproblematik. Heftiger Unterzucker.

20.30 Uhr

Heinz mit seinen drei Groupies Hysteria, Hibernia und Heather

Heinz ™ mit seinen drei Groupies Hysteria, Hibernia und Heather

Curima: Es gibt Cola, belegte Brötchen und Suppe am Ulisses-Stand. Und Bier. Ich trinke aber keins. So müde, wie ich bin, würde ich bei Alkoholeinwirkung vermutlich vergessen zu atmen. Wir sitzen rum, vergleichen den Boten des Lichts mit George W. Bush und lauschen den Klängen der irgendwo nebenan stattfindenden Piratenshow.  Heinz, Mháire und Nico tauchen auf, spontan ziehen drei Leute Eulen aus der Tasche und werfen sie dem einzig wahren Heinz zu Füßen. So muss das sein.

21.30 Uhr

Curima: Auf zum Hotel. Leichter gesagt als getan – wie Vibart schon erwähnte, gibt es den normalen Weg nach draußen leider nicht mehr und auch hilfsbereite Wachmänner sind nicht zu finden. Wir laufen fröhlich geschlagene 40 Minuten einmal um das komplette Messegelände rum (argh!!!11heinz), bis wir wieder an der Bahn sind. Ich möchte jetzt gerne jemanden schlagen. Oder ein bisschen weinen.

23.00 Uhr:

Curima: Meine ehemalige Mitbewohnerin sprach einmal einen weisen Satz, der da lautet: „Liegen ist ein unterschätzter Zustand.“ Als ich endlich ins Hotelbett falle, weiß ich wieder, warum die Ausage sowas von wahr ist.

00.05

Vibart: Rückkehr aus der Kölner Innenstadt. Kölsch is ne fiese Sache. Geht das morgen so weiter?

Nicht erledigt: Shopping, Außenbereich besuchen, DSA-Computerspiele antesten.

Sonntag, 9.30 Uhr

Vibart: Extrem frühes Auftreten auf der Messe, um die nächtlich aufkeimenden Shoppinggelüste zu befriedigen, bevor mich Nandurion wieder fordert. Werde auf dem Messeklo beim Händewaschen angesprochen. Zugänge zur RPC noch fest verbarrikadiert. Zwei freundliche, nicht näher genannte Ulisses-Mitarbeiter schleusen mich gegen die völlig verlogene Zusage von 1W6 Gefälligkeits-Rezensionen über den Personaleingang rein. Das ist mit chaotic-good gerade noch so vereinbar.  Längeres Rumhängen am Ulisses-Stand, dann am Uhrwerk-Stand.

Curima: Da hab ich noch geschlafen.

9.54 Uhr

Vibart: Uli Lindner bietet mir Splittermondkekse an, während Patric Götz mit einer Kaffeetasse in der Hand verstohlen aus dem Ulisses-Kabuff auftaucht. Sein heftiges Dementi, er habe keinesfalls bei der Konkurrenz genächtigt, wirkt entsprechend dünn.

10.00 Uhr

Vibart: Kaufrausch an der Ulisses-Mängelexemplare-Kiste. Warum zum Dolguruk kaufe ich mir ein Schicksalspfade-Grundregelwerk? Egal, alles muss in die Tüte. Bei Highlander-Games fordere ich ein „extra-verbranntes Praios-Vademecum“ aus Sammlergründen an. Die Frage des Händlers, woher ich diesen Unsinn denn hätte, mit den Büchern sei doch alles in Ordnung, kontere ich recht ungeschickt mit „Hab ich im Internet gelesen.“ Nun ist alles verloren, auf die Replik, man solle nicht jeden Dreck glauben, der im Netz steht, nützt es auch nix mehr, auf die offizielle Ulisses-Homepage als Quelle zu verweisen. Teilerfolg: Meine Falten an der Ecke verschwinden NICHT. Gut so.

Curima: Da auch.

10.34

Vibart: Freizeit! Privates Shopping mit den Homies im Außenbereich. Schön, wie sich auf der RPC alles seinen Platz sucht. Während die Roccat-Bühne und so von Gamern belagert wird, sammeln sich die Pen-&-Paperler um Ulisses, Uhrwerk und Pegasus. Das Außengelände hingegen ist fest in Larperhand. Erste Sonnenstrahlen, Musik, schön hier. Gegenüber wird ein entfernter Bekannter von einem Con ausgepeitscht. Ich spreche ihn nicht an.

11.55

Treffen zur Praiosstunde zum Chorgebet mit Stefan Unteregger. Ausführlicher Bericht hier.

Gegen Eins

Mittagessen. Schafskäse im Brotteigmantel ist geiles Zeug, auf der Außenbühne spielt eine jener generisch-austauschbaren Mittelalter-Folkrock-Bands, die vor allem aus Dudelsäcken und Trommeln bestehen. Ich nicke trotzdem mit dem Kopf.

13.30 Uhr

Curima: Auf zur Co…. Hilfe, heute muss ich ja schon wieder abfahren. Also gepackt, ausgecheckt, zum Hauptbahnhof gelaufen, das Gepäck dort in die Aufbewahrung gegeben. Das System ist mir irgendwie suspekt. Werde ich meine Reisetasche jemals wiedersehen? Und wenn nicht, wie weit komme ich wohl mit dem Inhalt meiner Handtasche (Geldbörse, Handy,  RPC-Programm, Plastikflasche mit einst teurem Messe-Wasser-Inhalt)? Egal, jetzt endlich zurück auf die Con.

Irgendwann:

Vibart: Abgabe des zweiten, noch schwereren Ulisses-Quiz‘, netter Plausch mit Eevie Demirtel. Treffen mit den verbleibenen Rest-Nanduriaten Curima und Feyamius, spontane Entführung durch eine Pathfinder-Abenteuerpfad-non-trading-card-Kartenspiel-Runde. Die Regeln überfordern mich, wir schlagen das Spiel dennoch in Rekordzeit. Kein Kartenspiel widersteht dem Ansturm von übermüdeten DSA-Spielern!

Curima: Und eigentlich wollten wir uns auch bloß mal eben hinsetzen. Aber ehe man sichs versah, wurden wir vom noch erstaunlich dynamischen Ulisses-Demoteam-Menschen mit dem Spiel überfallen. War aber ganz lustig, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wieso wir gewonnen haben. (Ich kann mich dunkel an die Aussage „Solange wir sitzen können, machen wir alles mit!“ erinnern – wir waren also intrinsisch motiviert; Anm. d. Red.)

Irgendwann später:

Vibart: Treffen mit Locke und anderen am Uhrwerk-Stand. Uli Lindner bietet uns Schnaps mit einer seltsamen Familiengeschichte an. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Lindner das Nanduriaten-Team durch gezielte Umgehung des mittelreichischen Betäubungsmittelgesetzes weich kochen will. Was war eigentlich in den blauen Keksen von heute morgen? Egal, wir trinken trotzdem mit.

Curima: Das lief ja ungefähr so: „Ich hab hier Schnaps von meiner Mutter, keine Ahnung, was da drin ist … oder Ouzo.“ – „Igitt, Ouzo!“ Der Schnaps ist lecker. Außerdem rückt Uli die neuesten Rezensionsexemplare raus. Irgendwer redet über kaputte Toaster. Ich bin verwirrt.

Nandurion - knallharter, unbestechlicher Investigationsjournalismus seit 2010.

Nandurion – knallharter, unbestechlicher Investigationsjournalismus seit 2010.

gegen Vier:

Vibart: Messe-Ausklang im Außenbereich mit Piraten-Kirsch-Bier und Sonnenschein. Seit wann trinke ich aus Flaschen mit einem deutlichen, großen Totenkopf darauf? Ist jetzt ja auch egal. Gemütlicher Plausch mit Nanduriaten und Supporter-Team über DSA, PR-Strategien, das Gegenteil davon und Messe-Erlebnisse. Neben uns hockt ein Zwei-Meter-Paladin im Kettenhemd, ein bühnengeiler Wookie will unbedingt fotografiert werden. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so ein verdammter Nerd bin: Weil es mich unfassbar glücklich macht.

Auf dem Schild steht übrigens "Flash if you like Wookies"

Auf dem Schild steht übrigens „Flash if you like Wookies“

Curima: Du sagst es! Ich trink aber nur Cola. Der lindnersche Schnaps war schon genug. Den Con-Becher nehme ich mit – kostet fast gar nix, nur so viel wie eine Flasche Wasser. Lächerlich.

Später:

Vibart: Aufbruch. Diesmal finde ich den Ausgang und mein Auto auf Anhieb. Die Auffahrt wird beinahe zielgenau getroffen. Rückfahrt mit frisch erworbenem Herokon-OnlineSoundtrack im CD-Player. Abendsonne.

Nicht erledigt: DSA-Computerspiele antesten, DSA-Computerspiele antesten, DSA-Computerspiele antesten!

Curima: Nicht erledigt: 80 % der Con überhaupt sehen, irgendwas außer Essen und Trinken kaufen, DSA-Computerspiele testen, Leute in coolen Kostümen fotografieren … Mist. Auf dem 100 Kilometer langen Weg zur S-Bahn ertappe ich mich dabei, wie ich mich ein kleines bisschen auf die NordCon freue, wo man von A nach B maximal 10 Minuten braucht und es eine Kaffeeflatrate gibt. Und die vor allem nur 10 Minuten vor meiner Haustür stattfindet – ich darf jetzt nämlich erst nochmal 4 Stunden Zug fahren.

Kurz nach acht

Vibart: Rückkehr in die Heimat, kurzer Halt am Bahnhofsbäcker zwecks Erwerb einiger Brötchen für das Abendessen. Ich steh da in meinem T-Shirt, um mich herum einige Alkoholiker, Wochenend-Reisende und Hausfrauen auf Sonntags-Ausflug. Hier herrscht die normale Welt. Ich will da nicht wieder hin. Heftiger Sehnsuchts-Anfall nach zu viel Schwarz, zu viel Laut und zu viel Wookie …

Irgendwann viel zu spät:

Curima: Der Hamburger Hauptbahnhof. Wie Vibart schon sagt: Kein laut, kein schwarz, kein Wookie. Mäh. Und irgendwie beschleicht mich die Vermutung, dass es irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz gibt, das besagt: „Fahre nicht auf mehr Conventions als du Urlaub für freie Montage hast“ … egal. Es war voll, es war laut, es war nerdig, es war gut.

In diesem Sinne – bis zur nächsten Con!
Eure Nanduriaten

RPC Nanduriaten

Über Vibarts Voice

1986 entwickelte Michael Gorbachow den Begriff "Glasnost" und die Raumfähre Challenger explodierte beim Start. Im selben Jahr wurde DSA Teil meines Lebens, und obwohl die UdSSR und das Space-Shuttle-Programm längst Geschichte sind, ist DSA noch immer zentraler Aspekt meiner Existenz. Ich spiele und meistere regelmäßig. Seit Mai 2012 bin ich darüber hinaus hier bei Nandurion tätig.
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Ein Kommentar zu To the Heart of Nerdness – Der Nandurion-RPC-Rückblick

  1. Walkir sagt:

    Immer diese Dämonenspürche – von der tulamidischen Rahja in Ketten habt ihr aber schonmal gehört, oder? 😉

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