Bibliotheken und Das Schwarze Auge

Bücher, Bibliotheken und das Schwarze Auge gehören irgendwie zusammen. Schließlich erscheinen viele der Publikationen rund um das Schwarze Auge als Buch, sei es nun in gedruckter oder digitaler Form, auch wenn sich das Spektrum gerade aktuell wieder enorm um andere Publikationsformen erweitert. Zudem dürften sich die meisten Spielergruppen während eines Abenteuers schon einmal auf Informationssuche in Büchern oder Bibliotheken begeben haben. Sei es, dass die Spieler doch nochmal schnell was nachschlagen wollten oder es waren die Spielercharaktere, die ihre Nase in die Bücher steckten.

Bibliotheken in Aventurien

Fast jeder dürfte die Situation kennen – zur Vorbereitung oder im Verlauf eines Abenteuers kann es durchaus vorkommen, dass die Helden zur Informationsgewinnung eine Bibliothek in der Nähe aufsuchen oder beim Gegner mehr oder weniger gefährliche Bücher finden, die im Nachgang in den eigenen oder anderen vertrauensvollen Händen landen oder vielleicht auch einfach versilbert werden. Oder die Jagd nach einem Buch beziehungsweise die Erforschung einer mysteriösen Bibliothek wie die Silem-Horas-Bibliothek in Selem ist gleich ganz der Aufhänger zu einem Abenteuer. Auch der ein oder andere Spielercharakter zieht vielleicht einen Teil seiner Lebensmotivation aus dem Erwerb oder dem Schreiben bestimmter Bücher.

Insofern ein nicht ganz unwichtiges Thema, das entsprechend auch seinen Weg in die Bücher gefunden hat. In Hallen arkaner Macht S. 17 – 22 finden sich Informationen zu Aufbau, Inhalt und Problemen einer (magischen) Bibliothek. Auch Wege des Entdeckers widmet sich auf seinen Seiten 57 – 61 dem Thema Bibliotheken. Dieses dreht sich dort vor allem um die Bibliotheksrecherche und verschiedene Arten von Bibliotheken mit Beispielsnennungen. Vom Thema der Bibliotheksrecherche handeln auch die Seiten 72 – 73 im Aventurischen Kompendium. Beschreibungen spezieller Bibliotheken findet der Suchende dann vor allem in den Magierakademien-Bänden, Regionalia oder entsprechenden Abenteuern.

Aber was sind Bibliotheken ohne Bücher? Zusammenstellungen von Büchern und Periodika finden sich für profane Werke in der Geographia Aventuria S. 138 – 139 bzw. 216 – 218, während sich ihr magisches Pendant in Wege der Zauberei S. 76 – 104 wiederfindet. Für DSA5 fehlt noch eine solch ausführliche Zusammenstellung, auch wenn das ein oder andere Buch im Almanach S. 122 – 126 schon näher vorgestellt wurde. Da würde ich mich persönlich irgendwann auf eine entsprechende Spielhilfe freuen, die neben diversesten Büchern auch Informationen zu ihren Horten bietet und einige davon näher vorstellt. Schön könnte es dann vielleicht noch sein, wenn es zusätzlich noch den einen oder anderen interessanten NSC rund um das Thema Bücher und Bibliotheken und dazu noch ein paar Abenteuerideen gäbe.

DSA in irdischen Bibliotheken

Aber wie sieht es eigentlich in unseren irdischen Bibliotheken mit dem Schwarzen Auge aus? Ich bin meiner beruflichen Neugier einer Bibliothekarin erlegen und habe ein wenig mit dem Karlsruher Verbundkatalog herumgespielt. Im KVK finden sich viele in- und ausländische Bibliothekskataloge und andere bibliographische Datenbanken, in denen man einzeln oder gesammelt recherchieren kann. Damit hat man die Möglichkeit, über diesen Metakatalog eine große Bandbreite an Publikationen und Standorten bei seinen Recherchen abdecken.

Die Ergebnisse waren vielfältiger als gedacht und aus meiner Sicht ziemlich interessant. Hier als Beispiel einfach mal das Ergebnis der Suche in verschiedenen deutschen Bibliotheksverbünden nach der Suchanfrage „Schwarze Auge“ im Freitext. Bei anderen Suchen habe ich andere Kataloge oder spezifischere Suchen genutzt. Zudem sollte bedacht werden, dass der KVK zwar einen Einblick in den Bestand vieler (deutscher) Bibliotheken ermöglicht, aber längst nicht aller. Natürlich liefere ich in dieser Kolumne doch eher einen groben Überblick und ein paar aus meiner Sicht interessante Ergebnisse zu diesem Recherchethema. Es kann sich also auf jeden Fall lohnen, wenn ihr euch selber nochmal auf Schatzsuche begebt.

Ein Magier schreibt in einer Bibliothek ein Buch

Auch im Alternativ-Regelwerk Ilaris gibts Regeln zur Bibliotheksrecherche (Bild von Bernhard Eisner).

Aber was ist denn nun bei meiner kleinen Recherche so alles rausgekommen? Die meisten Bibliotheken mit einem Trefferergebnis haben irgendetwas innerhalb eines W20 an DSA-Medien, auch wenn es durchaus Ausreißer nach oben gibt. Im Bestand finden sich dort vor allem Abenteuer, Romane und Computerspiele. Andere Publikationsarten sind bei diesen Bibliotheken eher im Ausnahmefall zu finden, können aber vorkommen. Je nach Bibliotheksgröße kann aber auch so ein kleiner Bestand in Anbetracht unseres Nischenhobbys durchaus als respektabel gelten. Abseits von diesen Bibliotheken gibt es allerdings noch eine Handvoll Bibliotheken mit einem sehr viel größeren Bestand, die von den Regeln für das Pflichtexemplar für Bibliotheken profitieren oder profitierten und damit die Publikationen rund um Das Schwarze Auge für uns und nachfolgende Generationen bewahren sollen. Da wäre einmal als absoluter Platzhirsch die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und Leipzig. An den verschiedenen Landesbibliotheken kann man dann die wechselvolle Verlagsgeschichte von DSA ablesen: Die Bayerische Staatsbibliothek in München für Droemer Knaur bzw. die Zentral- und Landesbibliothek Berlin für Schmidt Spiele, dann die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf für FanPro und inzwischen die Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain in Wiesbaden für Ulisses.

Wenn wir den aventurischen Kontinent verlassen und die anderen Kontinente betrachten, wird die bibliothekarische Luft eindeutig dünner. In  den irdischen Bibliotheken ist die Welt somit hauptsächlich aventurisch. Aber ganz ohne Ergebnisse bleibt es auch hier nicht, auch wenn ein Fund eher einem Glückstreffer gleicht. Ausnahmen sind auch hier die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt und Leipzig und zudem die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf für myranische FanPro-Publikationen. Für Uthuria löst dann die Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain in Wiesbaden Düsseldorf ab. Bei all diesen Bibliotheken spielt wie weiter oben für Aventurien schon dargelegt das Pflichtexemplar bei dem Trefferergebnis eine Rolle.

Apropos andere Welten – lasst uns doch einmal die deutschen Bibliotheken verlassen und einen Blick auf den Bestand der Bibliotheken anderer Länder bezüglich Schwarzer Augen werfen. In Österreich findet da der geneigte Fan anscheinend vor allem mit Abenteuern aus den 80ern und Romanen sein Glück. In der Schweiz bekommt man dagegen offenbar ein breites Angebot an DSA-Romanen in ihrer digitalen Variante. Und auch The Dark Eye hat sich schon auf den Weg in die Bibliotheken gemacht. Neben der DNB und Wiesbaden hat auch die ein oder andere Public Library in den USA schon einzelne Werke in ihren Regalen stehen, ebenso wie die Schottische Nationalbibliothek ein Revelations from Heaven. Da dürfte es ziemlich interessant sein, die weitere Entwicklung von The Dark Eye im englischsprachigen Bibliotheksbestand zu beobachten, ebenso wie die der weiteren Übersetzungen in den anderen Ländern. Ich jedenfalls bin gespannt, wie der Bibliotheksbestand zum Schwarzen Auge in ein paar Jahren aussehen mag.

Aber nicht nur reine DSA-Bücher kann man in den Bibliotheken finden, sondern durchaus auch so einige Bücher, die das Schwarze Auge oder auch das Rollenspiel auf vielfältigste Art und Weise zum Thema haben. So kann man dort z. B. nicht nur das Buch Drachenväter : die Geschichte des Rollenspiels und die Geburt der virtuellen Welt / Tom Hillenbrand ; Konrad Lischka finden, sondern auch so etwas wie das Buch Ritualisierte Imagination : das Fantasy-Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ / Lucia Traut. Auch bei der Sekundärliteratur lohnt sich also ein Stöbern in den Bibliothekskatalogen.

Die Bibliotheken und wir

Damit bleibt festzuhalten, dass unsere Bibliotheken bei der Beschäftigung mit unserem Hobby durchaus einen Gedanken wert sind. Nicht nur in den Regalen unserer Mitspieler, sondern auch in jenen unserer heimischen Bibliothek oder in einer aus der näheren Nachbarschaft schlummert möglicherweise  die eine oder andere Publikation aus der Welt des Schwarzen Auges. Damit erweitert sich eventuell der Kreis der Orte, wo man einen Blick in solche Werke werfen oder sie für ein paar Wochen gar ausleihen kann. Von Phex gesegnet sind dabei natürlich jene unter uns, die eine der weiter oben genannten Bibliotheken mit einem der größeren Bestände in ihrer Nachbarschaft haben. Für die meisten von uns dürfte dabei aber die Fernleihe die Möglichkeit der Wahl sein. Schließlich bieten etliche Bibliotheken mit DSA-Beständen die Fernleihe und/oder Teilkopie an, auch wenn es dabei Ausnahmen innerhalb der Bestände oder Bibliotheken gibt. Dennoch kann man so durchaus die eine oder andere Publikation für einen beschränkten Zeitraum erhalten, die man sich sonst aufgrund einmaligen Gebrauches wahrscheinlich eher nicht angeschafft hätte, seien es jetzt Romane, Abenteuer oder andere Publikationen. Aber auch das ein oder andere schon lange vergriffene Schätzchen kann man so vielleicht, ohne Mondpreise zu zahlen, einmal in Händen halten und einen Blick hinein werfen. Nur pfleglich sollten wir nach Möglichkeit damit umgehen, damit diese Werke möglichst lange im Leihverkehr verbleiben und noch viele andere von uns von ihnen profitieren können.

Und auch wenn die heimische Bibliothek noch keinen entsprechenden Bestand ihr eigen nennt oder ein gewünschtes Buch noch fehlt, so kann vielleicht auch einmal auf die Möglichkeit zurückgegriffen werden, Bücherwünsche einzureichen. Natürlich müssen alle Bibliotheken mit einem begrenzten Budget und den hoffentlich gewünschten Medien herumjonglieren, aber wenn eine entsprechende Nachfrage besteht, werden sie sicher auch DSA-Bücher für ihren Bestand in Betracht ziehen. Bei der einen oder anderen Bibliothek dürfte so auch ihr aktueller DSA-Bestand zustande gekommen sein. Auch einer entsprechenden Spende gegenüber dürften die meisten Bibliotheken wohl nicht abgeneigt sein. Zudem dürfte man unter DSA5 mit einem Regelwerk, dem Almanach und vielleicht noch einer Handvoll Abenteuer in der Bibliothek schon recht weit kommen. Wenn man interessierten Neuspielern einfach sagen könnte, dass sie zum Reinschnuppern in DSA einfach das Regelwerk und den Almanach in der Bibliothek ausleihen können, fände ich persönlich als Angebot ziemlich attraktiv. Auch die Aventuria Abenteuer-Spielbox wäre in der Beziehung vielleicht ein interessanter Kandidat.

Auch Ulisses hatte zumindest in der Vergangenheit die Bibliotheken bei der Förderung von nachwachsenden Rollenspielern auf dem Schirm. Da wäre es interessant zu erfahren, wie es damit heute aussieht. Aber was habe ich denn in der Beziehung so alles an Berichten gefunden? Da wäre einmal eine entsprechende Nachwuchsförderung durch die Stiftung von Regelsystemen an Bibliotheken von Ulisses im September 2012, die damals wohl auch recht erfolgreich war. Zusätzlich konnte man im März 2013 Pen-&-Paper-Rollenspiele in der „Nacht der Bibliotheken“ kennenlernen und für Bibliotheken gab es im selben Monat von Ulisses ein Bibliothekenpaket an DSA-Romanen. Und als Beispiel, dass Bibliotheken durchaus für entsprechende Veranstaltungen offen sein können, sei hier mal der Bericht über die Einführung in Pathfinder in der Stadtbücherei Neuenrade im November 2012 genannt.

Zusammenfassung

  • Recherchiert im Online-Katalog eurer örtlichen Bibliothek! Vielleicht habt ihr Glück und sie nennt ein DSA-Werk ihr Eigen.
  • Ansonsten recherchiert in den Katalogen von regionalen oder überregionalen Bibliotheksverbünden. Vielleicht hat eine andere Bibliothek in der Nachbarschaft oder auch weiter weg eine gewünschte Publikation.
  • Dann nutzt die Möglichkeit der Fernleihe! Gerade beim Thema DSA könnt ihr so viele Publikationen aus anderen Bibliotheken in Deutschland beziehen.
  • Seid ihr mit Katalogrecherche oder Fernleihe nicht vertraut, geben euch die Bibliothekarinnen sicher gerne eine Einführung oder Hilfestellung.
  • Es können auch Bücherwünsche in eurer Bibliothek eingereicht werden. Finanzielle Abwägung und mögliche Nachfrage spielen beim Erwerb natürlich eine Rolle, aber so könnte den Bibliothekaren bewusst gemacht werden, dass überhaupt eine Nachfrage besteht (und es diese Publikationen gibt). Je größer die Nachfrage, desto mehr wächst natürlich auch die Wahrscheinlichkeit der Anschaffung eines Buches oder Reihe.
  • Bücherspenden sind auch eine Möglichkeit. Entlastet das enge Budget der Bibliotheken und eröffnet anderen DSA-Spielern oder Bibliotheksnutzern Zugang zu diesen Büchern – eine Art Nachwuchsförderung.
  • Je nach geplantem Vorhaben und vorhandenen Räumlichkeiten könnte sich die örtliche Bibliothek vielleicht als Ort für DSA-Veranstaltungen anbieten. Eine Anfrage kann sich also durchaus lohnen.

Abschließende Fragen einer Bibliothekarin

Und jetzt zum Abschluss ein paar neugierige Fragen der Eulenbibliothekarin: Nutzt ihr die Möglichkeiten eurer Bibliothek für euer Hobby des Schwarzen Auges? Inwiefern? Schließlich sind Bibliotheken nicht nur die dort gesammelten Medien, sondern auch Räumlichkeiten, Internet, Fernleihnetz usw. Habt ihr über eure Bibliothek schon Einblick in ein besonderes DSA-Schätzchen bekommen oder sonst eine nette Begegnung  für unser aller Hobby? Und falls jemand von Ulisses mitliest – gibt es weiterhin irgendwelche Kooperationen mit Bibliotheken? Welcher Art? Ich freue mich jedenfalls über Kommentare aller Art zu diesem für mich doch recht interessanten Thema.

Über Derya Eulenhexe

Derya wird auch über den Namen Milena gerufen und durchstreift seit dem Herbst 2010 Aventurien. Dabei war der nanduriatische Bote bisher ihr ständiger Begleiter und seit Anfang 2016 ist sie nun ebenfalls als Schreiberin dabei.
Dieser Beitrag wurde unter Das Schwarze Auge, Kolumne, Kolumnen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Bibliotheken und Das Schwarze Auge

  1. Vinzarech von Jergan sagt:

    Diese Idee hatte ich als Bibliotheksgänger auch schon, bei uns ist das Ergebnis leider recht mau, neben den PC-Spielen Memoria und Drakensang findet sich in unserer Stadtbibliothek lediglich das Abenteuer Kar Domadrosch. Über den Onlinekatalog der Landesbibliothek Rheinlandpfalz fand ich ebenfalls nichts aus dem Bereich DSA, allerdings gibt es scheinbar eine relativ umfangreiche Mitgard-Sammlung in Speyer. Ich spiele aber mit dem Gedanken mal Anzufragen, ob man das ändern kann 🙂

    Die Bibliothek als Spielort zu nutzen scheint mir hingegen eher ungeeignet, dazu sind die Öffnungszeiten (leider) zu kurz.

  2. Die Stadtbücherei der (Klein-)Stadt, in der ich im Moment lebe, hat genau eine sehr zerlesene Ausgabe des „Zerbrochenen Rades“, und das war es. Aber die Thekencrew war sehr begeistert, als ich sie auf die oben erwähnte Ulisses-Bibliothekenpaket-Aktion hingewiesen habe. Leider sind sie leer ausgegangen…
    Die Stadtbücherei der Universitätsstadt, in der ich studiert habe, war da deutlich besser sortiert: Einige Romane, mehrere Abenteuer (zum Teil vergriffene Klassiker) und sogar eine DSA4.0-Grundbox (damals das aktuelle Regelwerk).

    Zum Thema „Spiel in der Bücherei“: In den letzten Semestern meines Studiums hat mein Bundesland Studiengebühren eingeführt. Laut den gesetzlichen Vorschriften zur Verwendung des Gebührenaufkommens mussten für diese Gelder neue Angebote geschaffen werden – bestehende Lücken durften nicht geschlossen werden. Daher hatten u.a. die Aufenthaltsräume der Uni-Bibliotheken bis 01:00 Uhr geöffnet – jeden Tag, egal ob am Wochenende, in den Semesterferien oder was auch immer. Wir haben dann einen großen Arbeitssaal im vierten Stock eines Bibliothekgebäudes gefunden, der nach 18:00 Uhr komplett verwaist war… Ich denke nicht, dass die Idee hinter den Studiengebühren war, unserer Nerdclique einen kostenlosen, beheizten, beleuchteten und sogar bewachten Raum für DSA. Magic oder Warhammer zur Verfügung zu stellen, aber einem geschenkten Gaul…

  3. Faras Damion sagt:

    Ein schöner Artikel. Danke dafür. 🙂

    Seit 6 Jahren arbeite ich viel und nutze Bibliotheken kaum noch, da ich die Öffnungszeiten nicht schaffe. Seufz. 🙁

    Aber genug Selbstmitleid, zum Thema:

    Ich bin eher skeptisch, inwieweit ich Bibliotheken für Rollenspiel nutzen würde.

    Rollenspielromane sind okay. Da habe ich auch schon welche (sehr alte DSA-Romane) in meiner Stadtbücherei gefunden und gelesen. Viele der Romane möchte ich nicht kaufen (Platzprobleme auf den Bücherregalen), sie sind oft relativ zeitlos, man muss das System nicht kennen und man muss sie kaum in einer bestimmten Reihenfolge lesen.
    Allerdings ist die Qualität eher schwankend und meiner Meinung nach sollte eine Bücherei ihr Geld lieber in andere gute Fantasy/Scifi-Romane stecken, die mehr Publikum haben. Das Genre hat sowieso den Ruf fraglicher Qualität, das muss man nicht bestätigen.

    Abenteuer und Regelwerke für ein System zu verwenden, dass ich aktuell spiele, stelle ich mir schwierig vor, da ich sie länger als 4 Wochen brauchen würde. Außerdem brauche ich sie fest zu einem bestimmten Zeitpunkt, nämlich dem Spieltermin. Büchereien sind zwar auf den ersten Blick günstiger, aber da man meistens doch eine Kopie braucht (eben wegen der Ausleihzeit), relativiert sich das wieder.

    Wenn ein Abenteuer nicht mehr erhältlich ist, ist die Fernleihe und Kopiermaschine eine gute Möglichkeit. Allerdings gibt es die neueren Publikationen fast immer auch als pdf, so dass wir sie in Zukunft immer kaufbar haben werden (von Verlagspleiten oder Rechtehickhack mal abgesehen).

    Zum Reinschnuppern in neue Spielsysteme oder Abenteuer ist es natürlich auch nett, sich das Buch auszuleihen. Allerdings hat man bei großen Systemen durch fleißige Leute genügend Bewertungen, dass ich schon sehr gut weiß, was mich erwartet und ob ich es haben will. Und Indie-Systeme werden es nicht in Büchereien schaffen. Falls man das Glück hat noch einen Rollenspielladen in der Nähe zu haben, kann man auch dort in neue Bücher rein lesen.

    Eine gute Alternative zu öffentlichen Bibliotheken sind übrigens Rollenspielclubs, die oft eine tolle eigene Büchersammlung aufgebaut haben.

    Ich stimme zu, dass Einsteigersets in Büchereien neue Spieler ansprechen könnten. Wobei ich heutzutage da das Internet für eine deutlich bessere Plattform halte. Und es gibt ja von vielen Systemen kostenlose Schnell-Start-Sets zum Download. Daher würde ich eine jüngere Zielgruppe ohne Geld und begrenzten Internetzugang ansprechen, also Kinder und junge Jugendliche, z.B. mit „My little pony“ oder „3W6 Freunde“. Diese Regelwerke müssten dann aber auch unter „Spiele“ platziert werden und nicht unter „Bücher“.

    Mein Fazit ist also, dass es in Ordnung ist, wenn es wenig Rollenspielpublikationen in Bibliotheken gäbe. Ich würde das Geld lieber in andere Produkte stecken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.