Rückkehr zur Schlacht der Dinosaurier Teil 3

Im letzten Teil dieser kleinen Reihe über das DSA-Brettspiel Die Schlacht der Dinosaurier aus der Zeit des Jurassic-Hypes hatte ich mir die Auswahl der Pflanzenfresser zur Bemalung vorgenommen. Nun geht es also zu ihren deutlich aggressiveren Vettern, den agilen Fleischfressern, zu denen bei mir auch der fischfressende Flugsaurier gehört.

Carnivoren

Nachdem die teilweise schwer bepackten Pflanzenfresser abgeschlossen waren, standen nun als nächstes die Raubtiere der Urgeschichte auf meinem Tisch. Ich war etwas unsicher, wie gut es mir gelingen würde, gerade die größeren Flächen farblich interessant zu gestalten. Das grundlegende Konzept sah vor, diese Echsen in aggressiveren Warnfarben zu bemalen. Rot und Gelb würden hier also eine gewichtige Rolle spielen. Ich stellte also die Farben zum Mischen bereit und begann die Arbeit.

König der Tyrannenechsen

Riesig, stark und gefährlich war der T-rex, der zu Recht König der Dinosaurier genannt wird. Dieser mächtige Fleischfresser war ständig in Kämpfe verwickelt. Nach einem Angriff war der Boden um ihn herum übersät mit zerschmetterten und zerrissenen Körpern seiner Gegner.

Tyrannosaurus rex ist vermutlich der bekannteste Dinosaurier überhaupt. Mit dem roten Grundthema wich ich deutlich von den sonst in den Medien üblichen Entwürfen ab. Die Sultansechse, wie die aventurische Portierung auch genannt wird, wies abgesehen von einem Reitsattel und kleineren Accessoires wenig Ausrüstungen auf. Umso wichtiger war es also, dem eigentlichen Tier ein interessantes Aussehen zu verleihen. Ich entschied mich also dem roten Grundton verschiedentlich Gelb beizumengen und mit der Airbrush möglichst fließende Übergänge zu gestalten. Die Klauen sollten dabei rot bleiben, Rücken und Schwanz deutlich in Richtung Orange gehen.

Nach dem Auftragen der Grundfarben stellte ich fest, dass der Kopf keinesfalls rot bleiben könnte. Das geöffnete Maul der riesigen Echse musste auch farblich betont werden. So drehte ich das Gelb also voll auf und leitete hier zu einem deutlichen Orange über. An der schuppigen Oberfläche des Tieres trat eine Schwierigkeit auf, die mir zuvor bereits stellenweise beim Plateosaurus begegnet war. Die Modellierung der Struktur war so stumpf, dass der Wash nur mühsam in die Vertiefungen zu bringen war. Die effektvolle Bemalung jeder einzelnen Schuppe war mir deutlich zu aufwendig. Um die Schuppenhaut weiter zu strukturieren setzte ich statt dessen kontrastierende Akzente reinen Rots auf die Knubbel, die wie subdermale Knochenstrukturen aus der Haut ragen.

Nachdem der Brustpanzer des Tiers mit Bronze bemalt worden war und wie der Halsschmuck eines Pharaos wirkte, fehlte mir noch ein Akzent für den Kopf. Das geöffnte Maul mit den deutlich sichtbaren Zähnen und der deutlichen Aufhellung gegenüber dem restlichen Modell lenkte bereits die Aufmerksamkeit. Um einen Ankerpunkt für das Auge zu schaffen setzte ich das Auge des Tyrannen mit einem hellen Blauton ab. Dinosaurier sind ja bekanntlich die Vorfahren der Vögel und einer der selteneren Besucher in meinen Garten zeigte ebenfalls eine solche charakteristische blaue Stelle, wenn auch am Flügel statt am Auge. Für diese eine Figur ergänzte ich dann also auch das Auge um eine Iris/Pupille um dem Tier den Anschein gefährlicher Intelligenz zu verleihen.

Rückblickend bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht durch eine kleinteiligere Musterung stärkere Effekte hätte erzeugen können. Das reine Gelb war den kleineren Räubern vorbehalten. Vermutlich hätte man über eine weitere Ausdifferenzierung einzelner Schuppen noch mehr Dynamik erzeugen können, doch da wäre für mich eindeutig zu aufwendig gewesen. So beendete ich also meine Arbeiten am ersten Carnivoren und wandte mich dem nächsten Modell zu.

Zahnloser Flügel

Der Flugsaurier zog seine Kreise hoch über seinem Revier und hielt dort nach einem Opfer Ausschau. Mit angelegten Flügeln stürzte er mit einem markerschütternden Schrei, der seine Opfer lahmlegte, zum Angriff. Die Attacke erfolgte blitzschnell, ein brutaler Riß mit seiner mächtigen Kralle, und schon erhob er sich wieder in die Lüfte.

Der Pteranodon, als ikonischer Vertreter der Flugsaurier schlechthin, hatte als einziges Flugmodell einige Besonderheiten. Unverkennbar sind natürlich die Ähnlichkeiten zu dem bereits erwähnten Modell des Achaz-Fliegers aus der Miniaturen-Serie von Ral-Partha. Diesen hatte ich seinerzeit jedoch nicht bemalt, so dass ich mich hier auf Neuland wagte. Die glatten Flächen der Flügel und die wenig interessanten Füße machten diesen schrägen Vogel jedoch nicht unbedingt zu einem inspirierenden Modell. Für mein farbliches Konzept wollte ich ein Lederbraun mit dem Rot der Raubtiere mischen und so eine bedrohliche Dynamik generieren.

Pteranodonreiter aus der Vogelperspektive. Heute würde man wohl eher von 3rd-Person-Perspective sprechen. Erinnert mich irgendwie an die Flugshow aus Avatar.

Nach einem grund-legenden Lederbraun wurde an den Knochenstrukturen zu Rot übergleitet. Krallen und der Schnabel mit dem charakteristischen Hornkamm sollten in einem aggressiven Rot erstrahlen. Auch so war die Kreatur allerdings noch immer viel zu langweilig. So ergänzte ich also ein krallenartiges Muster am langen Finger und brachte ein weiteres Muster auf den Flügelflächen an. Die rotgelben Muster auf den Flügeln wirken zwar ein bisschen wie Flammen, aber trotz der leicht technologisch anmutenden Wirkung fand ich die Farbgebung passend zum Gesamtkonzept.

Der Sattel wurde dann in einem deutlich dunkleren Ton mit Blauanteilen bemalt um ihn klar von dem Tier abzugrenzen. Dem Kopf dagegen fehlte auch nach deutlicher Akzentuierung ein Ankerpunkt für das Auge. Genau das wurde dann auch dazu benutzt. Ich übernahm die Idee des Tyrannosaurus und gab der knöchernen Augenwulst den hellblauen Ton. Das Ergebnis funktionierte für mich sehr gut und so konnte ich die Arbeit an diesem Modell ebenfalls abschließen. Insgesamt konnte ich meine Ideen ganz gut umsetzen. Sollte ich ein ähnliches Modell in der Zukunft noch einmal bemalen (z. B. den Achaz-Flugechsenreiter) dann würde ich vermutlich noch mehr Zeit in die Bemalung der Flügelhaut stecken.

Schneller Räuber oder Schreckensklaue

Raptoren waren gemeine Räuber – schnell, listig und intelligent. Sie griffen ihre Gegner ohne jede Vorwarnung an. Mit plötzlicher rasender Geschwindigkeit stürzten sie sich auf ihre Opfer und attackierten sie in wilder Raserei sowohl mit ihren Zähnen als auch mit ihren Krallen.

Ähnlich wie die Tiere des Jurassic Park zumeist in der Kreidezeit und nicht im Jura lebten, verhält es sich auch mit dem Velociraptor. Eigentlich ist dieser wendige Räuber viel kleiner als die Tiere in dem bekannten Film. Das Tier mit der passenden Größe und der einschüchternden Klaue im Namen war den Machern aber wohl ebenso wenig griffig wie der unaussprechliche Cretaceous Park als internationaler Filmtitel taugte. So findet sich die Schreckensklaue auch in unserem Brettspiel als Schneller Räuber wieder.

Rot und Gelb sollten meine Warnfarben für die Fleischfresser werden. Nachdem Rot bereits zur Genüge Einsatz gefunden hatte, war klar, dass die Raptoren (wieder so ein eingängiger Begriff) in Gelb erstrahlen würden. Tiger oder Wespenschwarm, welche Assoziation auch immer. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, den Tieren kontrastierende Streifen auf den Rücken zu malen und so tatsächlich in Richtung Tiger zu gehen. Als ich mir das Modell jedoch genauer ansah erkannte ich, dass die Applikationen aus Sattel, Flagge und Schwanz- äh Dingens – bereits genug Raum einnahmen. Weitere Markierungen hätten das Modell optisch überladen.

Im Farbkonzept verschob ich nun die Bemalung des Tyrannosaurus weiter ins Gelbe und beließ nur die Füße mit den gefürchteten Klauen rot. Auch hier versuchte ich die Schuppenstruktur der Haut mit einem Wash herauszuarbeiten, was aber aufgrund der glatten Oberfläche nicht besonders gut gelang. Der Kopf blieb im Basisgelb, da die Zunge hier bereits einen starken Kontrast darstellte. Die Augenwulst wurde wieder in dem kräftigen Blau bemalt, so dass alle Carnivoren nun über ein wiederkehrendes Muster verfügten.

Ein neues Element stellte nun die Flagge dar. Eigentlich mehr ein zerfledderter Fetzen bot mir diese Komponente aus Hartplastik wenig Platz für Symbole. Zudem wollte ich hier nicht die Darstellung aus der dinotopischen Ikonographie verwenden, welche ich für die Pflanzenfresser benutzt hatte. So pinselte ich also mit einiger Mühe zwei Rote Klauen auf den Fetzen und der Orden der blutigen Kralle war geboren! Als einziges Modell der Reihe hatten die Velociraptoren ein anmodelliertes Base. Um den Eindruck von Geschwindigkeit zu erhalten, der dieses Modell auszeichnet, versuchte ich über einen längs gerichteten Farbverlauf diese Dynamik auch auf das Base zu übertragen. Ein großer Brocken Vulkangestein und ein paar Aschespritzer und das Experiment war fertig.

Das Grundkonzept für die kleinen Jäger gefällt mir nach wie vor. Das grelle Gelb mit dem nicht optimal platzierten Wash wird mich allerdings künftig vorsichtiger mit dieser Farbe agieren lassen. Die Idee ein Base als Teil der Dynamik eines Modells zu begreifen war eher neu für mich. Vermutlich liegt das auch daran, dass die meisten Miniaturen, die ich in meinem Leben bemalt habe, eher statische Posen innehatten. Der Räuber ist vielleicht nicht die schönste Miniatur, aber ich habe doch einiges an Anregungen aus seiner Bemalung mitnehmen können.

Ein Wagen für den General

Der General in voller Fahrt

Reiter mit Mut und Geschicklichkeit waren gefragt, um eine so große Dinosaurierhorde anzuführen und eine treue und gehorsame Armee aufzustellen. Der General war genau der Richtige für diese schwierige Aufgabe. Von seinen Angehörigen angebetet als lebender Gott, ritt er bei jeder Schlacht in der vordersten Reihe, um einen Triumph nach dem anderen zu erringen.

Ein Streitwagen, der von Raptoren gezogen wird. Vermutlich sagt diese Idee schon einiges über den Charakter unseres Generals aus. Die Modelle der Raptoren sind nahezu identisch mit dem Einzelmodell, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte. Statt dessen haben wir hier ein weiteres Alleinstellungsmerkmal mit dem Streitwagen. Nachdem ich den Wagen schwarz bemalt hatte, der totale Gegenentwurf zu den hellen Dinosauriern, stellte ich fest, dass die Farbpalette irgendwie an bestimmte Landesfarben erinnerte. Nun ja, es gibt vermutlich Schlimmeres.

Sehr interessant fand ich die Idee des Modell-Designers der Achse durch eine Rippenstruktur und die beiden länglichen Schädel ein gigereskes Aussehen zu verleihen. Diese Elemente ließen meine Farbwahl auch wieder sehr passend wirken. Das Rad erhielt wieder bronzene Teile, um die besondere Wertigkeit dieses speziellen Gefährts zu betonen. Abgesehen von der Fummelei beim Bemalen – das Modell war bereits fest mit den Zugtieren verklebt – war der Wagen so recht zügig fertiggestellt. Bei diesem Modell machte sich nun aber das Fehlen eines Reiters deutlich bemerkbar. Dinosaurier ohne Reiter ließen sich ja noch irgendwie ertragen. Ein Streitwagen ohne Fahrer war aber doch ziemlich witzlos.

Wo sind meine Mannen?

Ja, man ahnt es schon. Als ich seinerzeit mit der Bemalung begonnen hatte, wies ich die Idee eines Freundes auch die Reiter zu bemalen vorsichtig zurück. Viel zu klein und fummelig. Wenig individuell und damit wenig interessant zu bemalen. Obendrein wegen des Weichplastiks problematisch in der Haltbarkeit. Es gab also genügend Gründe sich das nicht anzutun. Schließlich müsste ich niemandem etwas beweisen, oder?

Dummerweise sahen die Dinos so ohne Reiter teilweise wirklich nicht gut aus. Besonders der Streitwagen des Generals mit einem leeren Wagen und die Kampfplattform des Plateosaurus ohne Besatzung wirkten unvollständig. Ich tat also innerlich einen langen Seufzer und begann damit die passenden Miniaturen aus der Kiste zusammenzusuchen. Mehr darüber erfahrt ihr im letzten Teil dieser Reihe.

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