Interview mit Uli Lindner

Uli Linder zeichnete unter anderem für Von eigenen Gnaden und die Dunkle Zeiten Box verantwortlich, bevor er die Reise über das Meer der Sieben Winde antrat und zu einem der wichtigsten Autoren für den fernen Westkontinent wurde.

Unsere Einhörner haben die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, mit Uli bei einem selbstgebrannten Ouzo über das Schreiben für Myranor, das conexklusive Feinkost-Linder-Rabattmarkenprogramm sowie seine Nerdaktivitäten jenseits von Dere zu plaudern. Quasi nebenbei haben sie auch noch knallhart investigativ recherchiert, für welche Imman-Mannschaft und myranischen Tiermenschen sein Herz schlägt.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Dramatis Persona

Nandurion: Wer ist Uli Linder? Konkreter: Wenn du dich als SC nach DSA-Regeln generieren müsstest, was käme da in etwa zustande? (Generierungsregeln siehe Wege nach Myranor inkl. aktueller Errata)

Uli Lindner: Rasse Mensch (0 GP), Kultur Städtisch (0 GP), Profession Schreiber (0 GP); MU 11 KL 14 IN 12 CH 12 FF 10 GE 11 KO 11 KK 9; Vorteile: Akademische Ausbildung Gelehrter (7 GP), Gebildet (3 GP), Glück (12 GP), Gutes Gedächtnis (7 GP), Soziale Anpassungsfähigkeit (7 GP); Nachteile: Angst vor Spinnen (6 GP), Eingeschränkter Sinn Sicht (5 GP), Ungeduld (5 GP); Summe: 110 GP -> Aber wenn man nicht 100 Punkte in Eigenschaften steckt, dann ist man schon blöd.

Nandurion: Wie bist du eigentlich zu DSA gekommen?

Uli Lindner: Ganz … äh, klassisch über Star Trek. Ich hab in meinen jungen Anfangstagen im Internet um 1998 erst bei einem und dann rasch bei mehreren Star Trek-Email-Rollenspielen mitgemacht. Das war neben dem Computer dann auch mein erster Kontakt zu Rollenspiel allgemein. Irgendwann 1999 hatten wir dann ein Crew-Treffen im echten Leben, und da meinte eine der Spielerinnen: „Ich bring mal ein cooles Spiel mit, das wird euch gefallen. Es heißt Das Schwarze Auge.“ Also haben wir dann mit 8 Leuten den Spinnenwald erkundigt, darunter auch ich mit meinem Halbelf – ich wollte ja kämpfen und zaubern können!

Bald nach diesem Erstkontakt saß ich dann mit meinem ebenfalls auf dem Treffen anwesenden besten Freund in der Tanzschule und redete mit ihm darüber, wie cool doch eine feste Runde wäre. Woraufhin sich der Typ hinter uns umdrehte und meinte: „DSA? Ja, das spielen meine Brüder und ich auch.“ Eine Woche später hatten wir den ersten Termin und blieben dann in dieser Konstellation noch gut 9 Jahre zusammen.

Nandurion: Kommst du auch heute noch regelmäßig zum DSA-Spielen?

Uli Lindner: Momentan eher unregelmäßig.

Nandurion: Weshalb das?

Uli Lindner: Meine regelmäßige Runde hat sich vor einiger Zeit aufgelöst, als ein Spieler ausgestiegen ist, und seitdem habe ich keinen Versuch unternommen, eine neue Runde auf die Beine zu stellen. Das liegt aber vor allem daran, dass ich momentan auch viel andere Systeme spiele und so DSA gar nicht groß vermisse.

Nandurion: Jenseits von DSA und Dere – wofür schlägt da dein Rollenspielerherz?

Uli Lindner: Momentan habe ich eine wöchentliche Star Wars D20-Runde in der Rebellionszeit, die mir sehr viel Freude bereitet. Außerdem spiele ich alle zwei Wochen Brave New World, ein etwas älteres Spiel zu Superhelden in einem überwachten Amerika unter dem Diktator Kennedy. Ansonsten spiele ich unregelmäßig und vor allem auf Spieletreffen auch andere Sachen, die mir auch sehr viel Spaß bereiten. Etwa das herrlich pulpige Hollow Earth Expedition, das früher sehr intensiv gespielte Shadowrun oder das für einzelne Abenteuer prima geeignete Dungeonslayers. Auch Cthulhu spiele ich mindestens einmal im Jahr, allerdings als Cthulhu Invictus, der Version im alten Rom. Und bald soll auch Space: 1889 dazukommen, da freue ich mich auf die erste Runde schon sehr.

Nandurion: Woher kommt eigentlich dieses legendäre Wiki-Aventurica-Bild mit dem Beinahe- Indiana-Jones-Hut (siehe oben) ?

Uli Lindner: Das entstand auf einer Exkursion im wilden Ost-Bengalen, als wir uns mit wilden Tieren (Moskitos), tödlichen Gefahren (Fahrrad-Riksha im Straßenverkehr), Eingeborenen (T-Shirt-Verkäufer) und einem Evil Overlord (unser Professor) auseinandersetzen mussten. Für so ein Beinahe-Abenteuer braucht es dann halt einen Beinahe-Indiana-Jones-Hut.

Aventurien

Nandurion: Spielst du selbst noch in Aventurien?

Uli Lindner: Momentan wie gesagt nicht regelmäßig, prinzipiell aber schon. Aventurien ist immer noch meine rollenspielerische Heimat.

Nandurion: Welches war oder ist deine aventurische Lieblingsregion?

Uli Lindner: Ganz klar die Tulamidenlande, gerade nach der genialen Spielhilfe Land der Ersten Sonne. Ich liebe diese recht freie Region mit ihren 1001 Nacht-Elementen einfach.

Nandurion: Welchen aventurischen NSC würdest du am liebsten aus der Versenkung zurückholen und/oder reanimieren?

Uli Lindner: Eigentlich bin ich da recht emotionslos, NSCs kommen und gehen nun mal. Und jeder Erhalt wichtigerer Personen würde ja unglaublich viele andere Änderungen nach sich ziehen. Leid tat es mir aber um Prinz Brin und auch um Dexter Nemrod, auch wenn ich gerade bei letzterem die Dramaturgie hinter dem Tod gut verstehen kann.

Nandurion: Wenn’s nach dir ginge: Sollten uns die Schattenlande noch lange erhalten bleiben oder sollten sie lieber schrittweise vollständig aufgehellt werden?

Uli Lindner: Bloß lange erhalten, ich halte gar nichts von einer weichgespülten Friede-Freude-Eierkuchen-Welt. Die alten Schwarzen Lande waren zu hart, aber graue Flecken kann Aventurien ruhig gebrauchen. Es gibt ja trotzdem noch friedliche Gebiete, die Mischung macht es einfach.

Nandurion: Rückblickend betrachtet, was hältst du für deine beste DSA-Arbeit auf aventurischem Terrain? Und was siehst du heute eher kritisch?

Uli Lindner: Mein Favorit ist ganz klar die Dunkle Zeiten-Box, auf die bin ich trotz fehlendem Index nach wie vor sehr stolz. Das ist in meinen Augen meine beste Arbeit und schwer zu toppen. Aber auch mit Von eigenen Gnaden bin ich sehr zufrieden, selbst wenn ich vielleicht Kleinigkeiten heute anders machen würde. Aber das bleibt eigentlich bei keinem Produkt aus. Und von neueren Sachen kommt noch Myranische Monstren dazu, das ich sehr großartig finde. Das Buch sieht einfach toll aus, enthält prima Ideen und sieht endlich mal aus wie ein Monsterbuch aussehen sollte [Nandurion berichtete, Anm. d. Red.] – trotz DSA!

Eher durchwachsen finde ich unter anderem Trommeln der See in Strandgut, was aber aufgrund der Anforderungen an das Abenteuer (eher kurzes Lückenfüller-Abenteuer auf einem Schiff, das universell einsetzbar ist) auch schwerlich anders möglich war. Schwächen sehe ich ganz klar auch bei Vergessenes Wissen aus Sphärenkräfte, das zwar sehr gut ankommt und mir auch von der Grundidee weiterhin gefällt, das aber definitiv zu knapp ausgearbeitet ist und darunter leidet.

Myranor

Nandurion: Hast du seit dem Beginn deiner Tätigkeit als Myranor-Autor schon eine Vorliebe für eine bestimmte Region, eine Stadt, eine Rasse oder eine Kultur entwickelt?

Uli Lindner: Ich mag die Nequaner sehr gerne, ebenso die Kerrishiter. Bei letzteren freue ich mich auch schon auf den Südband. Ansonsten kann ich mich für einiges erwärmen (Harpalis, Demelion, Corabenius, Narkramar, Alamar), während mich anderes nicht reizt (Hjaldinger) oder gar allergische Reaktionen auslöst (Katzenwesen).

Nandurion: Wie unterscheidet sich das Schreiben für Myranor vom Schreiben für Aventurien? Hast du das Gefühl, mehr Freiheiten zu haben? Ist die weniger detaillierte Hintergrundbeschreibung für dich eher Vor- oder Nachteil?

Uli Lindner: Man hat schon deutlich mehr Freiheiten und auch der Rechercheaufwand ist geringer. Das ist für mich aber nicht zwingend ein Vorteil, da ich mich in Aventurien immer sehr heimisch gefühlt habe und schlicht die meisten Sachen wusste. Es war also kein mühsames Nachschlagen, wenn ich Texte für Aventurien geschrieben habe, sondern mehr ein spaßiges Überlegen, welche bestehenden Elemente man noch in seine Texte einbauen kann. Auch kann ein bestehender Hintergrund einen durchaus zu weiteren eigenen Ideen inspirieren. Insgesamt komme ich aber mit beiden Kontinenten sehr gut klar, die Anforderungen sind nur leicht anders.

Nandurion: Welche Aspekte von Myranor sprechen deiner Ansicht nach eher alte DSA-Hasen an? Und welche vielleicht eher Veteranen anderer Rollenspiele?

Uli Lindner: Alte DSA-Hasen werden auch in Myranor viel wiedererkennen, sei es über die aus aventurischer Historie bekannten Elemente des Imperiums oder auch der Hjaldinger, sei es durch die ja doch teilweise gleichen Götter und ähnliches. Man merkt deutlich, dass man noch auf der selben Welt ist, auch wenn vieles auf den ersten Blick fremdartig wirkt.

Wer von anderen Rollenspielen kommt, wird hingegen an der deutlich freieren Welt seinen Gefallen finden, denn hier ist dann der weniger rigide Hintergrund plötzlich ein großer Vorteil. Myranor muss man jedenfalls nicht erst studieren, bevor man darin spielen kann. Auch ist hier nicht alles so bodenständig wie in Aventurien, was manchem vielleicht auch eher gefallen könnte.

Nandurion: Gibt es dein Lieblingstier in humanoider Fassung schon auf Myranor? Wenn ja, welches ist es? Wenn nein, wann kommt es?

Uli Lindner: Ich liebe ja Katzen, bin aber trotzdem kein Freund der Katzenmenschen.

Nandurion: Welches abstruse humanoide Wesen fehlt ansonsten noch in Myranor?

Uli Lindner: Gürteltiermenschen! Sowas gibt es in Justifiers, und es sieht absolut großartig aus. 😉 Ob es das wirklich braucht, ist natürlich eine andere Frage.

Nandurion: Ok. Und was hältst du von Murmeltiermenschen?

Uli Lindner: Aber bitte nur in Kombination mit dem neuen Nachteil Winterschlaf, da ist die Jahreszeit des Abenteuers dann endlich mal nicht mehr egal. Munchkins wählen dazu dann Kälteempfindlich, weil man ja eh nie im Winter spielt. 😉

Nandurion: Und wie wäre es mit Faultiermenschen?

Uli Lindner: Mit dieser Frage habt ihr euch keinen Gefallen getan.

Nandurion: Na gut, zurück zum Wesentlichen. Was sagst du Skeptikern, die mit Myranor vor allem die verkorkste Basisbox, Katzenmenschen und Luftschiffe assoziieren?

Uli Lindner: Dass sie sich das aktuelle Myranor mit insbesondere Unter dem Sternenpfeiler einfach mal anschauen sollen, denn die krasse Exotik ist in Myranor nicht mehr so stark wie es mit der ersten Basisbox den Anschein machte. Myranor ist durchaus „erwachsener“ geworden, ohne dass es dabei seinen eigenen Charakter aufgegeben hat.

Nandurion: Wie stehst du zu der gelegentlich geäußerten Behauptung, Myranor sei kein richtiges DSA mehr?

Uli Lindner: Arkanil hat ja selbst gesagt, dass es bei ihm vor allem Vorurteile sind. Und damit ist er natürlich nicht alleine, klar! Wer nur auf Aventurien spielen will, der braucht auch sicher Myranor gar nicht anzuschauen – und schaut auch andere Systeme nicht an. Aber wer innerhalb einer bekannten Welt auch andersartige Abenteuer erleben möchte, für den ist Myranor sicher auch DSA. Denn neben der Klammer des Regelwerks erkennt man auch viele andere Elemente wieder.

Nandurion: Der Waldmops in Myranische Monstren ist großes Imman, der Alpschmeichler hingegen besudelt die Reinheit der derischen Monsterwelt [Xeledon spottete]. Bin ich inkonsistent?

Uli Lindner: Deine Mudda besudelt die Reinheit der derischen Monsterwelt!

Nandurion: Touché. Aber wo ich grade schon so auf Krawall gebürstet bin, habe ich auch noch diese These im Gepäck: Feuerwaffen in Myranor zerstören das Fantasy-Spielgefühl. Wie stehst du dazu?

Uli Lindner: Halte ich für Quatsch und auch zu heiß gekocht. Denn es ist ja nicht so, als würde jeder in Myranor mit einer AK-47 rumlaufen. Die Feuerwaffen sind groß, unhandlich und eigentlich auch recht unpraktisch. Bisher habe ich jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie das Fantasy-Spielgefühl zerstören. Höchstens das Fäntelalter-Spielgefühl, aber das haben wir in Myranor ja sowieso nicht.

Nandurion: Angenommen, mein Schreibtisch quillt nur so über vor Abenteuerskizzen und Ideen zu Myranor. Was muss ich machen, um eine Gelegenheit zu bekommen, offiziell für Myranor zu schreiben?

Uli Lindner: Einfach ein Exposé von maximal 2-3 Seiten mit einer groben Übersicht über den Plot an uns schicken, dann schauen wir weiter. Eine kleine (!) Schriftprobe schadet auch nicht, damit wir direkt sehen, ob du auch schreiben kannst. Prinzipiell freuen wir uns aber über solche Zusendungen, da wir immer neue Projekte gebrauchen können. Wer da etwas auf Halde hat, kann uns also gerne schreiben. Am besten direkt an nicole@uhrwerk-verlag.de – da ist es richtig aufgehoben.

Nandurion: Worauf können sich Freunde von Myranor im nächsten Jahr besonders freuen?

Uli Lindner: Ich würde sagen, dass da der Südband und das Zauberwerk ganz oben auf der Liste stehen.

Nandurion: Wieviel Arkanomechanik verträgt deines Erachtens die myranische Spielwelt?

Uli Lindner: Ruhig eine ordentliche Portion, ich mag Arkanomechanik selbst sehr gerne. Übertreiben darf man es dabei natürlich nicht, aber gerade coole Einzelstücke, wahnsinnige Wissenschaftler und ähnliches finde ich super. Man muss dabei halt aufpassen, nicht zu sehr in den Steampunk abzurutschen, der dann doch nicht unbedingt nach Myranor passt.

Nandurion: Schon mal daran gedacht, einen Myranor-Roman zu schreiben?

Uli Lindner: Ich hätte schon Lust irgendwann mal Romane zu schreiben, da ist aber momentan nichts Konkretes geplant. Ob es dann ausgerechnet Myranor sein wird … keine Ahnung.

Nandurion: Verrätst du uns noch, woran du für Myranor gerade arbeitest?

Uli Lindner: Momentan bin ich in der Endphase meiner Magisterarbeit und betreue daher nur die Anthologie zu Unter dem Sternenpfeiler. Ab dem Frühjahr geht es dann aber mit dem Südband richtig los.

Herokon, Tharun und jenseits des Dere-Rands

Nandurion: Wie genau muss man sich deine Arbeit für Herokon-Online eigentlich vorstellen? Was macht man als Autor für ein Browsergame?

Uli Lindner: Im Endeffekt bin ich ein Autor für Questen, das heißt, ich überlege mir kleine Abenteuer, die man auch im Rahmen der Limitierungen eines Browsergames machen kann und schreibe sie dann nieder. Im Endeffekt kann man sich das als eine spezielle Art von Soloabenteuer vorstellen – oder eben wie Questen in den meisten handelsüblichen Computer-Rollenspielen.

Nandurion: Was für einen Charakter spielst du selbst bei Herokon?

Uli Lindner: Ich habe dort einen menschlichen Magier, spiele aber aus Zeitgründen selbst nur wenig.

Nandurion: Wirst du eigentlich auch bei der Tharun-Produktreihe beteiligt sein?

Uli Lindner: Nein, das ist tatsächlich eine Reihe von Uhrwerk, an der ich praktisch nicht beteiligt bin. Ich hab aber Tharun auch nie gelesen oder gespielt, von daher habe ich zu dem ganzen Setting keinerlei Bezug.

Nandurion: Du schreibst ja inzwischen auch für Dungeonslayers: Was, würdest du sagen, sind die Stärken eines solchen Oldschool-Rollenspiels im Vergleich zu komplexeren Systemen wie bspw. DSA? Und was sind eher Schwächen?

Uli Lindner: Das Regelsystem ist natürlich deutlich schlanker und in mancher Hinsicht auch eleganter. Gerade wenn man keine großangelegten Kampagnen spielen möchte, finde ich das System sehr gut. Aber auch epische Abenteuerreihen lassen sich mit DS problemlos spielen. Ich kann jedenfalls mit beidem viel Spaß haben, nur jeweils auf unterschiedliche Weise.

Nandurion: Könntest du dir auch vorstellen, die Borbaradkampagne mit Dungeonslayers-Regeln zu spielen?

Uli Lindner: Ich kann mir gar nicht vorstellen, die Borbaradkampagne zu spielen. 😉

Nandurion: Seriously?

Uli Lindner: Ja. Ich habe sie früher mit meiner Runde mal angefangen, aber mir ist dort in vielen Bereichen zu wenig Handlungsfreiheit enthalten, als dass ich damit auf lange Sicht viel Spaß hätte. Zumindest nicht, ohne sie so stark abzuändern, dass mir das zu viel Arbeit wäre.

Nandurion: Gibt es sonst noch interessante Rollenspielprodukte jenseits des Dere-Rands, für die du als Autor tätig bist?

Uli Lindner: Bald wird mein erstes Abenteuer für Deadlands rauskommen, Die Toten der Prärie. Mal was für ein Western-Setting zu schreiben hat viel Spaß gemacht, da kann ich mir auch weitere Arbeiten zu vorstellen. Auch für Space:1889 sind konkret Sachen von mir in Planung. Daneben sind noch weitere Systeme denkbar, bei denen ist aber noch nichts so weit fortgeschritten wie bei den beiden genannten.

Allerley Kurtzweyl

Nandurion: Feinkost Lindner ist auf Conventions inzwischen ein fest etabliertes Uhrwerk-Feature: Worum geht es da? Wie kann man als Con-Besucher davon profitieren? Und wo kann ich meine Rabattmarken einlösen?

Uli Lindner: Profitieren kann man natürlich vor allem als eifriger Supporter oder Käufer … oder als einfacher Passant, wenn wir gerade jemanden zum Anstoßen mit Selbstgebranntem brauchen. 😉 Deine Rabattmarken kannst du im übrigen direkt bei uns einlösen, die Zuzahlung ist minimal.

Nandurion: Und wo wir gerade bei festen Institutionen sind: Die Ersetze-dein-Profilbild-durch-dein Lieblingsfoto-von-Uli-Lindner-Woche auf Facebook: Wie kam das überhaupt zustande?

Uli Lindner: Es gab auf Facebook vor ungefähr zwei Jahren mal eine Aktion, bei der User ihre Profilbilder durch Bilder aus Comicserien und so ersetzen sollten. Nico von Orkenspalter hat dann als Gegenaktion die Uli-Lindner-Nacht eingeführt, bei der auch ein Haufen verrückter Leute teilgenommen hat. Aufgrund dieses Erfolges wurde dann die Uli-Lindner-Woche eingeführt. Und auf der Liste der coolen Leute (aka Teilnehmerliste) von diesem Jahr standen ganze 33 Leute, darunter auch meine Mutter. 😉

Nandurion: Wo wir schon von der Magisterarbeit sprachen. Wann ist es denn soweit?

Uli Lindner: Abgabe ist am 7. Januar und ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffen werde.

Nandurion: Apropos: Vorrundenaus beim „Magister der Magister Turnier“ 2012. Woran hat’s gelegen? Und wie kann die Vorbereitung für’s nächste Mal verbessert werden?

Uli Lindner: Das war die Zwischenrunde, du kleiner dreckiger Schmierenreporter! Damit hast du dir keinen Gefallen getan …

Nandurion: Deine Gastrolle in Leuenklinge (jaja, wir sind voll im Bilde …): Was genau hast du da gemacht? Wie ist es dazu gekommen? Und wann können wir dich endlich in einem abendfüllenden Kinofilm sehen?

Uli Lindner: Ich hab einen verrückten KGIA-Agenten gespielt. Dazu gekommen ist es ganz simpel, weil Nico mich gefragt hat und ich ihm da natürlich nix abschlagen konnte. Abendfüllend wird es aber so bald nicht, keine Sorge. Ich habe meine Darbietung auch gesehen und das möchte ich niemandem über mehrere Stunden zumuten. 😉

Nandurion: Wie heißt eigentlich deine Stoffeule?

Uli Lindner: Hector Featherly.

Nandurion: Und jetzt abschließend noch ein paar Klassiker …

Top 5

Nandurion: Deine Top 5 der DSA-Abenteuer?

Uli Lindner: Blutige See, Die Herren von Chorhop, Der Zorn des Bären, Das Gleichgewicht der Macht (aus Sphärenkräfte), Steppenherrscher (aus Jäger & Beute).

Nandurion: Deine Top 5 der Fantasy-Romane?

Uli Lindner: Silmarillion, Lord of the Rings, A Game of Thrones (und Folgebände), Dragons of Autumn Twilight (und Folgebände), Stardust – wobei es dann auch bald aufhört, denn die meisten Fantasy-Romane, die ich kenne, sind eher seichte Unterhaltung.

Nandurion: Deine Top 5 der Rollenspielabend-Nahrungsprodukte?

Uli Lindner: Erdnüsse (geröstet und gesalzen), Toffifee, Kartoffelsnack (von Kaufland in Mond und Sternform), Spezi, Fritz Melonenbrause.

Entweder … oder …?

Nandurion: Spielpraxis: Sandkasten oder spielen auf Rädern?

Uli Lindner: Sandkasten, aber muss nicht radikal sein.

Nandurion: Imman: Galottasaray Yol-Ghurmak oder Wiederkehr Warunk?

Uli Lindner: Galottasaray, da mir Wiederkehr zu steif spielt.

Nandurion: Spielpraxis: Optimat oder Shingwa-Einbrecher?

Uli Lindner: Shingwa-Einbrecher, aber nur mit den alten Illustrationen.

Nandurion: Imperialer Städtevergleich: Dorinthapoles oder Balan Cantara?

Uli Lindner: Daranel.

Nandurion: Efferdwall: Anti-Imperialistischer Schutzwall oder „Der Wall muss weg?“

Uli Lindner: Der Wall muss weg!

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Nandurion: Uli, vielen Dank für das nette Gespräch und eine frohe Adventszeit!

— Das Interview führte Josch.

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Ein Kommentar zu Interview mit Uli Lindner

  1. Stefan sagt:

    Interessantes Interview. Die Dunkle Zeiten – Box ist auch mein Favorit.

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