Künstlervorstellung: Nadine Schäkel

Mag man Augenzeugen Glauben schenken, dürfte man jeden Morgen in Hamburg eine gar sonderliche Gestalt am Bahnhof stehen sehen: mit rostrotem Haar, hellblauen Augen, weißer Haut und verblassten Sommersprossen im Gesicht. Bewaffnet mit Laptop und ‚Wacom Intuos‘ kann man sie bei der Jagd nach schmelzenden Kinderherzen erspähen, die so manches mal an ihrer Seite sitzen, wenn sie ihrer Berufung und Hobby frönt …

—Gerüchteküche, neuzeitlich

Die Rede ist von Nadine Schäkel, die seit Mitte diesen Jahres zur Riege der Illustratoren von offiziellen DSA-Publikationen, wie zuletzt Mit wehenden Bannern sowie dem Schicksalspfade-Regelwerk, zählt. Wir haben den künstlerischen Neuzugang ins Nandurion-Studio gebeten, um sie der Spielerschaft vorzustellen und euch ein paar ihrer Zeichnungen präsentieren zu können, auf dass ihr euch selbst ein Bild machen könnt (no pun intended …).

Nandurion: Hallo Nadine.

Nadine: Phex zum Gruße, Einhörner ~

Nandurion: Fangen wir doch erst einmal mit den Grundlagen an: Wer bist du, woher kommst du, was machst du so? 😉

Nadine: Im Rondra wurde ich vor 21 Götterläufen in einer norddeutschen Kleinstadt geboren. Nadine Schäkel ist mein Name – doch lasse ich mich lieber bei einen meiner vielen Spitznamen rufen (die, den Zwölfen sei Dank, keine Abkürzungen für meinen wahren Namen sind). Seit nun schon 4,5 Götterläufen pendle ich nach Hamburg. Zuerst für meine Ausbildung an der HTK und nun weiterhin aus beruflichen Gründen.

Bekannt und gefürchtet als Sushi-Massenvernichtungswaffe und Genießerin eines guten Schwarztees – auf dessen erhöhten Konsum ich dazu tendiere meine Bremer DSA-Gruppe durch Abenteuer zu schleifen. In meiner spärlich gesäten Freizeit erwischt man mich meist dabei, wie ich mich in Computerspiele vertiefe (oder lautstark hineinsteigere), singe, zeichne, in Büchern lese, ins Kino gehe oder in den örtlichen Wäldern und um Seen flaniere. Natürlich in der angenehmen Gesellschaft meines Freundes.

Und dies ist mein heimischer Arbeitsplatz; sobald ich nach Hause komme, geht es nämlich lustig weiter mit Zeichnen. Dort habe ich meine Pinnwand, wo ein Sammelsurium davon hängt, was mich im Moment beschäftigt.

Und dann haben wir da noch mein … erm … ‚Vertrautentier‘, das ab und zu versucht, mir zur Hand zu gehen. ಠ_ಠ

Pfad nach Aventurien

Nandurion: Wie bist du zum Rollenspiel gekommen? Spielst du noch andere Systeme? Zeichnest du auch (offiziell) dafür?

Nadine: Zugegebenermaßen war ich am Anfang (irgendwo Dezember 2007) noch äußerst skeptisch, was P&P-Spiele betraf. Mein großer Bruder war es, der mich mit der Nase darauf stieß, indem er mich zu den Runden seines eigenen Freundeskreises einlud. Seit Kindesbeinen haben wir beide einen guten Draht zueinander – daher stand dem nichts im Weg. Shadowrun sollte es sein. Sci-Fi war alles andere als mein favorisiertes Genre, doch trotzdem blieb ich dabei. Schnell wurde ich auch in die DSA-Gruppe des Kreises aufgenommen und etwas später formte sich dann das (etwas skurrile) ‚Shard RPG‘- Grüppchen, das ausschließlich online per Skype spielt. Auch für diese Systeme habe ich bereits offiziell Bilder gezeichnet. Bisher gab’s das aber noch nicht in gedruckter Form.

Hergeben mag ich dies alles gar nicht mehr. Es frisst zwar einiges an Zeit, aber mich entspannt es und es ist ein Grund mehr, sich auf das Wochenende zu freuen.

Nandurion: Formt sich deine Vorstellung einer Spielwelt eher aus Beschreibungen oder aus Bildern?

Nadine: Ein Bild ist nur das Einfangen einer einzelnen Sekunde und kann schlecht alles bis ins Detail erklären, ohne dass es zu viele Einzelheiten darstellt und man gar nichts mehr erkennen kann. Text bietet mehr Volumen für ausschweifende Erklärungen aller Art. Illustrationen sind gute Unterstützer für Texte, und das geschriebene Wort wäre trocken und unübersichtlicher ohne eine Visualisierung, die versucht, es auf den Punkt zu bringen. Daher setzt es sich aus beidem gleichermaßen zusammen.

Nandurion: Bist du Spielerin oder Meisterin? In welchen (Inplay-)Regionen spielst du besonders gerne, welche Settings liegen dir besonders?

Nadine: Momentan spielen mein Freund und ich abwechselnd Meister für unsere Gruppe, damit sich auch jeder mal mit seinem Charakter ausleben und bösen Schurken die Tour vermiesen darf. ;D

Als eingeschworener Garether liegt mir das Mittelreich sehr am Herzen. Von da ab in den Norden sind dann weitere favorisierte Gebiete. Warme Gegenden sind nicht so meines. Da schleife ich die Gruppe lieber zu den Thorwalern auf ein schönes Premer Feuer.

Nandurion: Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob du an der Gareth-Box beteiligt warst …

Nadine: Natürlich. Aber das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wer den Blogeintrag des Announcements von Ulisses nochmal betrachtet, kann bei einem der Bilder (Neu-Gareth) meine Unterschrift sehen. Daran mitzuarbeiten hat mir große Freude bereitet – aus vielerlei Gründen. 😉 Gareth ist ein vielseitiges Gebiet mit interessanten Meisterpersonen. Ich lehne mich sicher nicht weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Jede Sorte Abenteuer kann man in der Hauptstadt spielen. Langeweile ist dort nicht an der Tagesordnung. Auch mein ‚Hauptheld‘ ist stolzer Garether.

Nandurion: Hast du einen Lieblingshelden/-meisterperson?

Nadine: Ja, klar habe ich das. Einen besonderen Fimmel habe ich für Helden meiner Mitspieler entwickelt, da diese meist bunt und interessant ausfallen. Daher macht die Interaktion (sei es als Meister oder Spieler) auch sehr viel Freude. Einen einzelnen Favoriten mag ich aber nicht nennen. Nicht, dass es heißt, ich würde irgendjemanden bevorzugen. Als Meister muss ich Gleichberechtigung walten lassen. 😉

Ich kann euch aber verraten, dass ich gerne Helden mag, die den einen oder anderen moralischen Klaps noch brauchen, ehe sie sich zu richtigen Helden entwickeln. Bin ein großer Fan von Charakterentwicklungen in alle Richtungen. Schließlich werden sie nicht als Helden geboren, sondern werden zu solchen gemacht.

Natürlich kann ich nicht widerstehen, diese Charaktere immer wieder zu zeichnen, doch ich versuche das in einem vertretbaren Maß zu halten, damit mein kleiner Wahn nicht so sehr auffällt.

Was die Meisterperson meines Herzens betrifft kann/darf ich im Moment nichts dazu sagen. Aber ich darf ihn euch zeigen (siehe links). 😉 Soviel möchte ich euch doch auf den Weg geben: Der aufmerksame Sucher kann in sehr naher Zukunft einiges über den Knaben in Erfahrung bringen.

Nandurion: Hast du ein Lieblingsabenteuer? Wer ist dein liebster DSA-Autor?

Nadine: Puh, das ist nun etwas schwieriger. Ich schätze, ich habe einen Narren an der Simyala-Kampagne gefressen, da ich die Gruppe gerne in alte Kulturen schubse und sie die Ereignisse der langen aventurischen Geschichte durchforsten lassen möchte (in der ich/wir aber noch gerade drinstecken). Generell am Elfenvolk. Kontrovers ist allerdings, dass ich noch nie einen Elfen als Helden gespielt habe.

Wenn es um Romane geht, liegt André Wiesler als Autor mit König der Diebe ganz weit vorn für mich. Zugegebenermaßen bin ich aber bei der Thematik des Romans massiv positiv vorbelastet. ~vielsagend schmunzelt~

Nandurion: Zweitverwertung bei Nandurion: Du hast unserer Spielhilfe Geweihte nach Basisregeln eine Illustration beigesteuert, doch das Bild gab es schon vorher – was ist seine Geschichte?

Nadine: Das ja schon etwas her. Mein Freund und ich waren gerade dabei, die Gruppe von Neulingen in Bremen auf das erste Abenteuer vorzubereiten. Da ich ratlos war, was für eine Neuheldin ich diesmal wählen sollte, fragte ich meinen Freund, was denn zu mir momentan am besten passen würde. „Eine Geweihte der Alveransleuin“, meinte er und überließ mir sein (zu jener Zeit neues) Rondra-Vademecum, worin ich mich einlesen sollte. Noch kein Held zuvor von mir war ein Geweihter von irgendeiner Gottheit. Ganz klar, was das heißt: Bücher wälzen. Und so habe ich so viel Gefallen daran gefunden, dass bereits vor der ersten Spielrunde das Bild entstand. Auch, damit ich den neuen Spielern einen erleichterten Start bieten kann. Zu Anfang ist Aventurien doch recht eigen und ein wenig verwirrend. Da ich zu jenem Moment mitten im Abschluss der Ausbildung steckte, ist der Hintergrund von einem alten Bild recycelt worden – Schande über mich, aber für mehr war keine Zeit.

Wege der Kunst

Nandurion: Wie bist du überhaupt zum Zeichnen gekommen?

Nadine: Ich glaube, hier kann ich nur die Klischee-Antwort liefern, die euch die meisten Zeichner geben werden: Seitdem ich im Kindergarten Wachsmalkreide in die Finger bekommen habe. Prinzen, die Prinzessinnen retten und im Sonnenuntergang unter einem Regenbogen hindurch in ihr ‚Happy End‘ reiten, waren nicht meine Motive. Ich vertrat schon damals eher die Variante ‚Drache tötet Prinz und heiratet die Prinzessin‘. (Mögen sie bis an ihr Lebensende Schätze horten und Dörfer niederbrennen …)

Ein gewissen Grad an bewusster Professionalität wurde es erst, als meine Mutter meinen Schulblock fand (Grundschule) der – selbstredend – völlig vollgekritzelt war. Sofern es mir Spaß machen würde, könnte ich in einen extra Zeichenkurs gehen, unterbreitete sie mir als Vorschlag. Natürlich schlug ich ein, da ich es unbedingt wollte, und so nahm alles seinen Lauf … =)

Nandurion: Dass man als Zeichner sein Lieblingsrollenspiel zuhause auf’s Papier bringt, ist klar und verständlich, aber wie bist du dazu gekommen, offizielle Zeichnerin zu werden?

Nadine: Zuallererst muss ich an diesem Punkt etwas klarstellen: Ich hatte sehr, sehr, sehr viel Angst bei der Aktion. Schließlich war ich gerade frisch aus der Grafikerausbildung geplumpst und hatte keine große Perspektive, wohin ich mich wenden kann. Etwas desorientiert vergrub ich mich trotzdem in das Aufbereiten meines Portfolios und hatte endlich wieder Zeit, mich in mein Hobby zu vertiefen, das (durch aufgelöste Gruppe und Abschluss) viel zu lange still gelegt war: DSA. So bin ich wohl irgendwann auf die Idee gekommen, wieso ich nicht nur eines meiner Hobbies quasi zum Beruf mache, sondern die zweite Leidenschaft gleich dazu.

Bei Ulisses anzuklopfen brauchte es allerdings viel Mut (Danke, Rondra), da ich natürlich gehörigen Respekt gegenüber der Firma und des Spiels habe. Zuerst schrieb ich auch nur generell, ob sie jemanden für Illustrationen brauchen – bewarb mich also gar nicht direkt für DSA, obwohl ich natürlich hoffte, dort zu landen.

Überraschend bekam ich am gleichen (!) Tag eine Antwort und wurde quasi im selbigen Atemzug zum Redakteur Daniel Simon Richter durchgereicht, der mich so lieb empfing, dass alle Angst plötzlich verflogen war. Danke, Danke, Danke Daniel!

Nandurion: Bist du hauptberufliche Zeichnerin?

Nadine: Eindeutiges ‚Ja, natürlich!‘ Durch meine Ausbildung zur Grafikdesignerin habe ich allerdings auch weitaus mehr in meiner Talenten-Liste: Logos, Flyer und Magazine gestalten oder Animieren (2D wie auch 3D) gehört z.B. dazu. Dennoch liegt meine Leidenschaft im Konzeptionieren und Visualisieren von Geschichten und fiktiven Welten in Form von Comics und Illustrationen. Für mich war das von Anfang der Ausbildung an klar wie Koscher Kohlsuppe: Zeichnerin will ich werden – alles andere ist mir zu normal. 😉

Momentan arbeite ich in Hamburg in Ticking-Bomb-Games (InnoGames) für Computerspiele als 2D Artist – einfach das, was ich immer machen wollte. Und es kommt dem ganz ähnlich, wie ich es mir vorgestellt habe.

Hätte ich nochmal die Wahl: Ich würde es immer wieder genauso so machen.

Nandurion: Selbsteinschätzung: Wo stehst du mit deiner Zeichenkunst zur Zeit? Welche Ziele und Pläne hast du mit deiner Kunst für die Zukunft / in den nächsten Jahren?

Nadine: Haha. Oookay. Ich fasse mich kurz. Denn was mich stört, darüber könnte ich ganze Bücher vollschreiben. Aber ich denke, ich spreche hier für alle Illustratoren und Grafiker wenn ich sage: ‚Du bist dir selbst der härteste Kritiker‘. Das ist aber alles andere als verkehrt. Wäre man mit sich selbst zufrieden, würde man auf dem eigenen Level festhängen und keinen Willen haben, sich weiterzuentwickeln.

Momentan stehe ich „im Al’Anfa“ der professionellen Schiene. Aller Anfang ist schwer und ich habe sicher noch eine Meeenge vor mir. Momentan kann ich mir schlecht ausmalen, wohin mich das alles zieht. Ziele habe ich allerdings, aber ich mag sie lieber Wunschvorstellungen nennen. Der DSA-Redaktion möchte ich jedoch lange Zeit erhalten bleiben, sofern sie mich nicht abschieben. ;D

Nandurion: Was sind deine aktuellen Lieblingsmotive? Was fällt dir eher schwer? Was übst du zur Zeit besonders ehrgeizig?

Nadine: Im Mittelpunkt liegen Speedpaints für Farbstudien. Manchmal passen meine Farben doch noch nicht ganz, finde ich. Landschaften und Hintergründe stehen momentan im Fokus, da ich daran viel zu lange herumwerkel. Mit Charakteren bin ich viel besser, denke ich. Also versuche ich gerade Lücken zu schließen.

Lieblingsmotive ~hüstel~ Ja, die habe ich schon. Und wer etwas mehr meine Galerie auf DeviantArt oder meinen Blog auf  Tumblr durchsucht, bekommt schnell mit, was ich so aufs Papier banne, wenn ich nicht gerade für Ulisses oder Ticking Tomb Games zeichne. Momentan lebe ich mich gerne an einer Elfe und ihrem menschlichen Partner aus, die gerade durch Aventurien streunern. Beide sind verschieden in vielerlei Hinsicht und mir gefallen so kontrastreiche Pärchen sehr.

Zalina ist ziemlich unelfisch geartet. Aber ich habe einen Fimmel für starke weibliche Personen, die ein bisschen härter sind. Sie ist ein großartiger Charakter mit viel Hintergrund, den es sich zu erforschen lohnt – sofern man sich der Gefahr aussetzen möchte, sie danach zu fragen. Sigismer hingegen … ist er selbst, was meistens schon ausreicht, um inter-essante Situationen zu provo-zieren. Er ist mein Part des Heldenduos. (Ja, oh Graus, ich spiele einen Mann. 😉 )

Nandurion: Welche sind deine Vorbilder? Welche deine Lieblingskünstler?

Nadine: Johannes Voß. ಠ_ಠ Guckt es euch einfach an, dann versteht ihr sicherlich, weshalb.

Nandurion: Woher beziehst du deine Inspiration für deine Werke?

Nadine: Einprägende Erlebnisse, Fotos, Bilder anderer Künstler, Romane, Gespräche, Gedankengänge anderer oder das eigene Vor-mich-her-Träumen. Manchmal inspiriert es bereits, wenn man anderen Leuten bewusst zusieht bei dem, was sie tun. Im Grunde kann einem alles als Quelle dienen, wenn man es nur genauer betrachtet.

Auch RP-Runden können zu epischen Bildern führen. Solche sind sogar besonders dafür prädestiniert, einem die schönsten Gedankenbilder in den Kopf zu setzen. Ich zeichne oft, wenn ich als Spieler aktiv bin, versuche es aber in Grenzen zu halten – schließlich weiß ich, wie blöde das ist, wenn jemand sich nebenher anscheinend intensiv mit etwas anderem beschäftigt und man keinen Augenkontakt als Meister aufbauen kann (auch Handys sind der absolute Stimmungskiller).

Nandurion: Was ist typisch für deine Bilder?

Nadine: Typisch … gar nichts. Ich male so, wie mir gerade die Nase gewachsen ist. Da ist von realistischen Zeichnungen bis Quitschbunt-Comic im Grunde alles irgendwo mal vorgekommen. Und das erstreckt sich dann über Tiere, anthropomorphe Tiere, Humanoiden, Menschen und irgendwelche Was-zur-Hölle-ist-DAS?-Monster. Was das betrifft, kann man mich als sprunghaft bezeichnen.


Für mich erscheint mein ‚Stil‘ eben doch als etwas Alltägliches. Schätze, Dritte könnten mehr darauf zeigen, was genau bei meinen Bildern markant heraussticht, als ich, die es jeden Tag sieht.

Nandurion: Gibt es Bilder, die dich besonders gut charakterisieren, in denen besonders viel von dir drinsteckt?

Nadine: Absolut offen zur freien Interpretation. Bitteschön. Wo wäre denn der Spaß, wenn ich euch alles vorkaue, huh? 😉

Konventsgewand und Milchkännchen

Nandurion: Wie empfindest du als Künstlerin und Illustratorin die Detaildichte Aventuriens?

Nadine: Wider Erwarten von einem Querkopf wie mir: Total gut. Ich mag die liebevollen kleinen Einzelheiten, die allem Leben einhauchen. Daher sind mir auch solche Abenteuer am liebsten, die sich auch mit den gewöhnlicheren Bewohnern Aventuriens auseinandersetzen und sich im übersichtlichen Rahmen bewegen.

Wo viele vielleicht denken mögen „Schränkt dich das nicht in deiner Kreativität ein? Schließlich musst du die Details in deine Illustrationen übernehmen.“ … Das mag sein, aber das hindert auf keinen Fall. Alle bisherigen Beschreibungen waren sehr frei gehalten. Klar wurde ausdrücklich drauf gedeutet, dass es eben nun jenes Wappen eben dieser einen Familie auf dem Banner sein soll, doch generell kann ich mir das meiste selbst aussuchen und ergänze den Rest durch mein eigenes Wissen über die Spielwelt. Strenger Regelfaschismus wird selten bis gar nicht betrieben.

Nandurion: Was findest du bei Bildbeschreibungen, nach denen du eine Illustration anfertigen sollst, besonders wichtig und hilfreich?

Nadine: Die Beschreibung zur Atmosphäre. Ohne das Widerspiegeln der Stimmung kann man ein Bild, egal wie gut es ist, in die Tonne hauen.

Nandurion: Gibt es deiner Meinung nach einen typischen „DSA-Look“? Was verstehst du darunter?

Nadine: Wahrscheinlich ist der ‚wahre‘ DSA-Look der, mit dem wir, jeder individuell, DSA kennengelernt haben. Bei der ersten Spielrunde habe ich mich gleich in den Stil der Zeichnungen auf den Meisterschirm 4.0 verschossen. Ich mag das Skizzenhafte daran. Heutzutage sind die Zeichnungen aufwendiger gestaltet und gehen eher in die Richtung von D&D – mehr Shading, weniger Outlines.

Mich würde ehrlich interessieren, welchen Stil unsere lieben, fleißigen Spieler und Spielleiter bevorzugen würden. Könnten wir vielleicht eine Umfrage o.ä. starten?

Und wo wir eh schon beim Thema zeichnen und Meinung der Spieler sind: DSA deckt bereits viele Bereiche ab, wie Romane, Tabletop, Solo-Abenteuer, PC-Spiele und es kursiert, dass man einen professionellen Film in den Startlöchern hat. Aber wir haben keinen einzigen offiziellen DSA-Comic. Mit so talentierten Autoren im Rücken und Illustratoren zur Hand wäre das doch gelacht, wenn man das nicht schaffen könnte. 😉

Und wenn es so etwas geben würde, in welchem Zeichenstil würdet ihr euch das vorstellen?

Nandurion: Welchen Eindruck hast du von der Kritikfreudigkeit der DSA-Szene? Schon Angst? 😉

Nadine: Es ist schwer, den Rahmen für ‚konstruktiv‘ und ‚Korinthenk*ckerei‘ zu definieren.

Ohne Kritik kann sich nichts weiterentwickeln. Und was in Stillstand verfällt, kann nicht überleben. 😉 Auch ich mag mich gerne weiterentwickeln. Also nur raus damit. (Ich erwarte 147 Seiten starke Erläuterungen und Kritik für meine Illustrationen. Hop, hop!)

Entscheidungsfragen

Nandurion: Zeichnen: Digital oder analog?

Nadine: Digital

Nandurion: Bilder: Farbe oder Schwarzweiß?

Nadine: Farbe

Nandurion: Sex sells: Wahr oder falsch?

Nadine: Definitiv wahr. ;3

Nandurion: Götter: Boron oder Tsa?

Nadine: Tsa

Nandurion: Dein Aventurien: Low Fantasy oder High Fantasy?

Nadine: Die richtige Mischung macht’s. Muss ich aber etwas einzelnes wählen: Low Fantasy.

Danke, dass du unsere Fragen so offen und bildgewaltig beantwortet hast. Wir wünschen dir viel Erfolg und Freude bei künftigen Projekten. Tschüss, bis bald und näk!

Über Feyamius

Mein Name ist Daniel und ich spiele seit 1995 DSA, etwa seit dem Umstieg auf DSA4 größtenteils als Meister. Ich bin seit Herbst 2010 ein Nandurion-Blogger und Ansprechpartner für Simias Werkbank.
Dieser Beitrag wurde unter Interviews, Maler und Komponisten, Nandurion abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Künstlervorstellung: Nadine Schäkel

  1. Raveline sagt:

    Ein sehr schöner Artikel! Das hat echt Spaß gemacht zu lesen. 🙂 Nadine ist mir irgendwie sympathisch. ^^

    Zeichnungen: Mich würde ehrlich interessieren, welchen Stil unsere lieben, fleißigen Spieler und Spielleiter bevorzugen würden. <– Mir sind Zeichnungen am liebsten, welche unglaublich detailreich sind, da ist es dann teilweise sogar eher störend wenn sie farbig sind, also lieber ein schönes s/w Bild. Eine Fülle an Details und trotzdem noch Raum um selbst etwas hineinzuinterpretieren. (Geht das überhaupt? ;-))

    Comics: Und wenn es so etwas geben würde, in welchem Zeichenstil würdet ihr euch das vorstellen? <– Diese sollten auf jeden Fall vollfarbig sein und edel wirken, vielleicht im Stil der Cover der letzten Jahre? Ich liebe Comics, vielleicht wird es ja wirklich mal was.

    • Pechschwinge sagt:

      Danke für die Blumen. Da werd‘ ich ja ganz verlegen. =)

      Ich glaube dass ein Comic in DSA-Cover-Qualität sehr sehr lange dauern würde und ein ganz ganz großes Minus einbringend würde, da es zuviel Zeit frisst während man (vielleicht – man weiß es nicht ) wenig herausbekommt.
      Trotzdem wäre das schon argh cool in Vollfarbe und hochqualitatives Shading statt herunterreduziert auf das ’nötigste‘.

  2. Arduinna sagt:

    Schönes Interview! Und tolle Bilder! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.