Aventurischer Bote #159

Aventurischer Bote 159 CoverDer 159er Botendisput: Schneller, kürzer (ok, ein wenig), kontroverser! Heute mit Beinahe-Uthuria-Joost aka Josch, Wutzenwald’s Voice aka Vibart und Salaza „No Kemi No Cry“ Lautenspieler.
Im Angebot gibt es diesmal ausführliche Besprechungen der beiden Spielhilfen aus dem Mantelteil sowie einen Schnelldurchlauf durch die Tops und Flops des inneraventurischen Boten ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Dank Einnahme exotischer Quallen-Essenzen erscheint dieser Botendisput sogar noch vor dem eigentlichen Boten selbst. Warum? Lest selbst …

Outgame-Teil

Der Ringende Herr: Von Rang und Amt

Josch: Teil II der schon im letzten Disput gelobten Spielhilfe, diesmal mit einem Überblick über Ämter bei Hof sowie zahlreichen Vorschlägen für Ereignisse in der Baronie (Fehden, Aufruhr und der ganze Rest). Schön ist, dass der Teil auch einen Passus mit Klar- und Richtigstellungen enthält. Dass die Zahlen letztendlich funktionieren, scheint mir weiterhin unwahrscheinlich, ist aber auch egal. Man kann vieles von dem hier Dargebotenen als Anregung und Orientierungshilfe verwenden, ohne die Regeln 1:1 oder (oder auch nur 1:10) umsetzen zu wollen. Uninformativ hingegen ist Tabelle 4, deren Inhalt man auch so zusammenfassen könnte:

  • Etwas Gutes passiert: +1
  • Etwas Schlechtes passiert: -1.

Lustig ist die Auflistung der Ämter, insbesondere dieser Eintrag: „Scharfrichter; Amtsbereich: Verhindern von Krisen; Spezialgebiet: Überzeugen.“ Ja genau. Neulich beim Jobcenter. „Was sind ihre Kernkompetenzen?“ „Ich kann gut mit Worten umgehen!“ „Könnten Sie sich evtl. eine Auslandsstelle in Texas vorstellen?“

Aventurischer Bote 159 Hinrichtung Lydia Schuchmann

Der Herrscher muss Stark sein: Wer die Rübe abschlägt, der kann auch selbst mal dran sein. (Lydia Schuchmann)

Interessant ist, dass zwischen Einwohnern und Untertanen unterschieden wird. Nur die Letzteren zahlen Abgaben. Die Baronie Wutzenwald hat 3500 Einwohner. Die Bewohner der Stadt ziehe ich brav ab und komme damit auf knapp 2900 Untertanen. Jetzt Frage: Ist diese Zahl so zu verstehen, dass dies die tatsächlich Abgaben zahlenden Untertanen sind? Oder sind das nur die Leutchen, die dafür in Frage kommen, so dass wir aber bspw. Kinder noch davon abziehen müssen? In diesem Fall würde die real existierende, abgabenzahlenden Landbevölkerung der Baronie vermutlich unter 1000 landen, was die Sache ins Alberne abgleiten ließe. Von daher vermute ich, dass mit „Einwohnern der Baronie“ von vornherein im einschlägigen Sinne Volljährige gemeint sind. Ich neige ja schon immer dazu, die Einwohnerangaben bei DSA so zu verstehen, aber es wäre interessant, zu wissen, ob das hier auch die offizielle Lesart der Angaben ist.

Salaza: Wirkt solide, die Erklärungen zu den Hofämtern kann man bestimmt auch so beim Spielen nochmal heranziehen, wenn man einmal wissen will, was so ein Vogt denn nun wirklich können sollte. Was die ganze Spielmechanik angeht: Das ist nichts, was ich brauche, aber es gibt bestimmt genügend Spieler, die auf sowas gewartet haben. Immerhin gut zu wissen, dass die Bewirtung des reisenden Kaiserhofs im Monat 46.305 Dukaten kostet. Da weiß ich, wie meine Helden die nächsten Schätze schnell wieder loswerden. Ansonsten warte ich jetzt darauf, dass eine berufene Softwareschmiede Anno Bosparan 1036 entwickelt. Oder Sim Wutzenwald. Oder sowas. Ehrlich, das würde ich vermutlich sogar spielen.

Vibart: Umfänglich, informativ und dazu geeignet, tiefere Einblicke in die Lehensorganisation zu bieten, auch außerhalb von Zahlen und Regeln. Gespannt wäre ich auf die Aussagen von Praxistestern, die tatsächlich mit den Werten und Formeln spielen. Anfrage an alle Leser: Spielt ihr mit den Botenregeln? Klappt’s?

Baronie Wutzenwald

Oben Wutze unten Wald - da kann auch der Heroldslaie die Baronie erkennen! (Janina Robben)

Oben Wutze, unten Wald – da kann auch der Heroldslaie die Baronie erkennen! (Janina Robben)

Josch: Nach Dergelmund, Zweimühlen und Retogau also die nächste potentielle Spielerbaronie und dazu ein Name, wie er nur bei DSA geht. Herrlich! Und zugleich auch noch vom Flair her sinnvoll (viele Nuffnuffs) und historisch eingebettet (Welche Stinkerspezies könnte hier wohl eine Rolle spielen?). Wenn ich die Karte verstehe, gehört der Wutzenald aber nicht zur gleichnamigen Baronie. Ist das wirklich beabsichtigt? Ansonsten wäre mein Hauptkritikpunkt, dass man aus dem Mysterium im Zorkforst (Geistererscheinungen, angeblich Verbindungen ins Totenreich) noch etwas mehr hätte rausholen können. Insgesamt sind die beiden zusammengehörigen Spielhilfen mit knapp 10 Seiten (!) aber eine echte Ansage und unbestritten das Highlight dieses Boten.

Vibart: Na, so ist ein Baroniewappen doch viel hübscher! Zum Thema Namensgebung: „Zorkforst?“ Hat sich das Graf Brabacula ausgedacht!? Liegt das neben dem Dorf „Schwarzengnarzen“ am Fluss „Pelzeschmelze“ gleich hinter „Mailamsmeiler?“ Ganz ehrlich, diese Verkoscherung in der offiziellen Namensgebung geht mittlerweile etwas weit. Zum Thema: Wutzenwald ist wesentlich uriger und hinterwäldlerischer als die im letzten Boten beschriebene Baronie Dergelmund, allerdings auch etwas friedlicher (es sei denn, der Meister möchte den großen Goblinsturm ausrufen). Somit ergänzt sie sinnvoll die Auswahl an möglichen Spielerbaronien. Ob sich allerdings die ominöse „Wutzenhexe“ ab und zu einmal abends mit dem nicht minder ominösen „Finstermann“ aus Dergelsmund auf ein Bier trifft? Sind die beiden verwandt, verschwägert? Oder ist das dann nur Fachsimpeln unter Schreckgestalten mit gleichem Bildungsabschluss?

Salaza: Ach, die Namen sind herrlich urig. Das gefällt mir. Gut, den „Schlächter von Wutzenwald“ könnte ich jetzt nicht wirklich ernst nehmen, aber OK. Ist auf jeden Fall schön ausgearbeitet, mit Karte, die diesmal auch auf eine Seite passt, und die Dimension der Baronie ist ebenfalls passend. Dazu noch eine Beschreibung, die zum gezeigten Wappen passt – sehr schön. Da will man doch gleich nach Wutzenwald ziehen und die Baronie übernehmen. Bei Zorkforst musste ich aber auch zuerst ans Urdungeonspiel Zork denken … Dennoch: Insgesamt gefällt mir der 2. Teil der Spielhilfe plus Baroniebeschreibung wirlich gut, selbst wenn mich die Regelseite kalt lässt.

Land der 12.000 Götter

Vibart: Der Überfahrt hinzugefügt werden mit dieser Spielhilfe noch einige hübsche, manchmal mehr, manchmal weniger originelle Zufallsbegegnungen auf See, die insgesamt durchaus unterhaltsam durchgespielt werden könnten. Beim Wrack der Lilia (leider ohne Karte, aber tja: Platzmangel im Boten) hat jemand durchaus gekonnt bei Umberto Eco geklaut – das ist als Lob gemeint. Witzig, wenn auch unplausibel: Der vor Schmerz schreiende Klabautermann zur Zeitabweichungsmessung, dessen in Brabak gefangene Teilessenz jeden Tag pünktlich um Ortszeit 12.00 mit Vitrioltropfen gequält wird. Der „Sternengeist“ als neue aventurische Spezies wird mir zu nebenbei eingeführt, der müsste besser hintergrundtechnisch erklärt sein. Danach wird „Nudaras Macht“ genutzt, um die Landung in Uthuria in einen bestimmten Gebiet stattfinden zu lassen. Für meinen Geschmack ist das sehr Mille Dei Ex Machina. Und dann kommt sie. Die Landung! Vangelis! Laut! Abgesehen davon, dass die Landungsstelle vor mehr Gefahren wimmelt als 3W20 Rechtschritt Friedhofserde aus Transsylien, wird hier der Comunity endlich nachgereicht, was eingefordert wurde: Erste Schritte, was gibt’s zu fürchten, was gibt’s zu finden? Siedlungsbau! Erstkontakt mit Eingeborenen! Ich finde das anerkennenswert. Alles in allem ist die Ergänzung auch weitaus umfangreicher, als ich erwartet hätte. Man kümmert sich um das kranke Kind Uthuria, dafür: Daumen hoch.

Die uthurische Neuerung: Das Amöbenschiff! Der unfallfreien Einbau klappt aber noch nicht ganz. (Karin Wittig)

Die uthurische Neuerung: Das Amöbenschiff! Der unfallfreie Einbau klappt aber noch nicht ganz. (Karin Wittig)

Salaza: Ich will so eine Klabauteruhr! Großes Kino. Schiffswrack in Riesenamöbe am Meeresgrund: Interessante Idee, die beschriebene Bergungsaktion (durch Artefakt Luft in der Amöbe) finde ich allerdings nicht wirklich plausibel. Der Sternengeist ist mir zu nebulös – und den problemlos mit profanen Waffen erledigen zu können, finde ich auch etwas unspannend.

Ansonsten sind aber viele Möglichkeiten angegeben, mit denen die Helden beschäftigt werden können. Außerdem wird Kaffee eingeführt! Diesen Tag muss man festhalten. Nach der Landung hat man jetzt einige Möglichkeiten, allerdings erscheint mir die beigefügte Karte doch ein wenig klein. Je nachdem, wie forsch die Helden vorgehen, muss man da schnell die Ränder deutlich erweitern. Ob man ein zu Pillen gepresstes blaues Rahjaikum allerdings braucht? Nun ja, DSA lebt von Anspielungen. Dafür werden so ziemlich alle bisher im Boten vorgestellten uthurischen Wesen eingesetzt. Das ist doch mal sinnvoll und für regelnäßige Botenleser eine schöne Sache. Insgesamt ist das Szenario auf jeden Fall eine schöne Ergänzung, der im näksten Boten ja noch mehr folgen soll.

Josch: Unheimlich schön: Endlich mehr Material für den letzten Teil der Überfahrt, eine Landungsszene, Vorschläge zur Gestaltung der Zeit nach der unmittelbaren Ankunft. Das Feld der 12.000 Götter und der Versuch der Eingeborenen, durch das Aufstellen von 12.000 Statuen die vermeintlichen Götter zur Rückkehr zu bewegen. Die Gryphonischen Ruinen. Episch, so soll es sein! Das macht mir richtig Lust darauf, trotz aller Irrungen und Wirrungen doch noch nach Uthuria zu schippern (bzw. meine Gruppe zu shanghaien und dorthin zu verfrachten).
Unschön: Die Zwangslandung in einem bestimmten Gebiet ist schon in An fremden Gestaden angelegt und wird hier nun etwas mehr mit Informationen untermauert. Bleibt aber trotzdem käsig. Und wenn auf Artefakte verwiesen wird, fände ich hier eine Kurzerklärung in einem Satz schön, denn nicht jeder hat Wege der Alchimie und/oder Feyamius im Schrank.
Unklar: Es werden verschiedene Landestellen innerhalb des angegebenen Bereichs angeboten. Soll die angezeigt Karte für alle gelten? Wie sind eigentlich die Sprachbarrieren zu überwinden? Wie verhalten sich Nudaras Fernwirkungen zum im Abenteuer beschriebenen, unfassbar unseligen Fluch des Numinoru? Was mich bei dem Flautenproblem auf See wundert: Sollten da nicht v.a. Wasser- und Nahrungsmangel als Plotelement thematisiert werden? Und für die Wirkungsweise der Essenz der Qualle, die man von den freundlichen Neckern aus der Riesenmeduse bekommt, kann ich auch nach mehrmaligem Lesen keine verständliche Interpretation finden, ohne dass sich mir sämtliche Synapsen ausklinken. (Wenn ich das Zeug nehme, aber meine Bruderschwester nicht, und für mich die halbe Zeit vergeht wie für sie, und wir sind auf dem selben Boot, dann kommen wir gemeinsam an, aber ich bin schon zwei Wochen da. Vermasltov!) Das kann aber auch an mir liegen. Ich werde die Essenz vermutlich einfach als nur als reines Aufputschmittel verwenden, das die Zeitwahrnehmung beinflusst, den Durst reduziert, die Moral hebt und Skorbut vorbeugt. Quasi Sauerkrautersatz aus der Dose von Sonnen-Neckermann. Ob die Zeit dann tatsächlich langsamer oder schneller läuft und das Boot tatsächlich langsamer oder schneller fährt, wenn alle/irgendwer/keiner das Zeug verwendet oder eben auch nicht, ist mir dann ganz einfach e-g-a-l.
Unterm Strich: Holen wir doch mal ganz zantaclauthmäßig die Liste mit den Unartigkeiten heraus, die bei der Überführung nach Uthuria bislang begangen wurden, und ziehen wir Bilanz. Ein Schnelltest ergibt da bei mir, dass …

  • wenn wir jetzt noch eine halbwegs plausible Story dazu bekommen, wie man um oder durch die Sargasso-See kommt,
  • eine entschlackte Variante des Plots um den Stab des Numinoru-Satnav-W’he’tee’F geliefert wird, die zugleich die Motive der Protagonisten klarer macht,
  • der Fluch des Numinoru besser erklärt wird als bisher und
  • sonstige Ungereimtheiten in einer Errata-Sammlung behoben werden,

… der Einstieg nach Uthuria für mich endlich mit Freuden spielbar wird. Da der Kontinent mich inzwischen immmer mehr begeistert und es auch stetig bergauf geht, hoffe ich, dass bald auch noch die letzten Ärgernisse ausgeräumt werden. Alles in allem also ein weiteres Highlight des Boten – aber zugleich eines, das eigentlich auch als kostenloses Ergänzungsmaterial auf die Internetseite zu An fremden Gestaden gehört.

Schelmenflöte

Ein Schelm, wer böses dabei denkt: Die Schelmenflöte.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Die Schelmenflöte. (Karin Wittig)

Josch: Nettes Gimmick für Schelme, und solche, die gut mit ihnen stehen (macht  Tierlaute nach und hat magische Wirkungen wie bspw. Sanftmut). Teils ist die Beschreibung nicht gerade 100% eindeutig, aber das führt nicht wirklich zu Problemen.

Vibart: Abgesehen vom Namen, der irgendwie schmutzige Assoziationen weckt, ist mir das Artefakt etwas zu zuckersüß. Andererseits ist es definitv mal was anderes als die drölfzigste magische Waffe.

Josch: Kollege Vibart hat wohl wieder zuviel „Wenn die Igel in der Abendstunde“ gesungen.

Vibart: Josch, schau dir das … Instrument einfach mal an, und sag mir dann ins Gesicht, dass es für dich nicht … seltsam …. aussieht …

Josch: Na gut, Du hast Recht, Anna-Luise Vibart.

Salaza: Naja. Kobolde, Schelme und Artefakte? Nicht in meinem Aventurien. Kobolde brauchen sie schlicht nicht als Freizauberer, und Schelme würden doch höchstens magische Scherzartikel bauen (Weasleys‘ Wizard Wheezes anyone?). Aber jeder so, wie er/sie/es mag. Im Boten auf jeden Fall der richtige Platz für so etwas, da will ich auch nicht mehr meckern.

MI, Zeitleiste, und Verbraucherinformationen

Josch: Es folgt nur noch der Rest vom Apfelfest, sprich: Werbung, die RPC-Ankündigung, mehr Werbung, die Ankündigung von „Auf Aves Spuren VI“ und dann noch MI und Chronologie. Die Chronologie ist knapp wie immer, die MI sind diesmal für mein Empfinden deutlich besser und auch ausführlicher als die letzten Male. Der Klassiker „Mehr erfahren Sie in Pubikation X“ wurde diesmal abgelöst durch „Mehr dazu können Sie selbst machen.“ Wir nähern uns dem Idealzustand langsam, aber schrittweise an.

Vibart: Huch, Werbung für Warhammer-Steampunk!? Ach nee, sieht nur so aus wie Warhammer, ist aber ein Metallrollenspiel. Gut, Werbung muss sein. Bei Hesinde, die MI: ausführlich, umfänglich, nicht immer kernrelevant (das Apfelkuchenfest wird auch durch die Meisterinfo dazu nicht sinnvoller), aber alles in allem war das schon mal viel schlechter und nichtssagender. Man liefert, man liefert!

Inneraventurischer Teil (Achtung, Spoiler)

Der Ruf der drei Ritter / Rondra war mit uns

Endlich auch mal gewinnen wollen: Albernische Kämpfer auf dem Weg in die Wildermark. (Julia Metzger)

Endlich auch mal gewinnen wollen: Albernische Kämpfer auf dem Weg in die Wildermark. (Julia Metzger)

Vibart: Edlenzug aus Albernia in die Wildermark? Is ganz schön weit, oder? Von daher: Scheint mir nicht der nächste Ansprechpartner. Aber wenn dann bald auch die Lowanger Bürgerwehr, der Bronnjarenzug der Gradnochsjepengurker Halbritter und 1W6 Karacken voll Freibeuter aus Port Stoerrebrandt in die Wildermark ziehen, dann ist das vermutlich ein Symbol für Rohajas Verzweiflung. Ansonsten viel Adelberichterstattung aus der dritten Reihe der feudalen Semiprominenz: Zzzzz.

Josch: Nette Idee, die Albernier wieder mehr ins Reich einzubinden und das unselige Kapitel der Unabhängigkeit vergessen zu machen. Im Gegensatz zu den schändlichen Nordmärkern kommen die Albernier auch nicht ganz zu spät, sondern können zumindest etwas ausrichten. So richtig was Spannendes oder fetzige Sachen passieren aber scheinbar nicht. Eher Neues aus Scharmützeldorf. Die Hintergründe sind aufgrund der Vielzahl von Namen und Bezüge wohl nur für Albernia-Experten verständlich. Die Rettung des Leichnams von Praiosson Greiffas aus den Händen der fiesen Möpps wird in den MI als mögliches Thema am Spieltisch thematisiert. Hierzu wäre ein Szenario im Boten wirklich toll gewesen.

Salaza: Immerhin. Die Albernier haben nach Jahren des (Bürger-)Krieges also noch genügend kampffähige Adlige zu exportieren. So allmählich wird es dann wohl Zeit für den näksten Orkenzug: Andergast lässt die ja wohl eh einfach durch. Und in Winhall ist auch kein Schwertkönig mehr.

Oderin tu Metuant übernimmt Herrschaft in Al’Anfa

Vibart: Endlich räumt der schwarze General mit dem Grandengesindel auf, bzw. mit dem, was der Mob davon übrig ließ. Für mehr spätrömische Dekadenz zwischen Chaos und Diktatur in Al’Anfa!

Salaza: Na, ich halte es da mit meinen Brüdern in Al’Anfa, ich warte auf das Wiedererscheinen Golgaris. Da kann Oderin auch nur eine unwesentliche Verzögerung bedeuten.

Richtigstellung zur Kirchenspaltung der Efferdkirche

Josch: Der satirischer Artikel zu Efferdkirche im letzten Boten wird als Fälschung entlarvt, die auf das Wirken Torxes‘ zurückgeht. Es wird hier die Möglichkeit angesprochen, die Hintergründe in einem Abenteuer auszugestalten, aber leider keine Szenarioskizze im Mantel geboten. Grmpf.

Apfelfest in Gôrmel

Josch: Nein, die Schlagzeile haben wir uns nicht ausgedacht. Für manche genau das, was sie an DSA so lieben, für Hasser aber Wasser auf die Mühlen. (Hab grad vergessen, wie der Blogger heißt, der nach Selbstauskunft wie eine Mischung aus Heine, Freud, Jesus, Mann etc. schreibt und bei Bällchenwerfen den Herzalrik bekommt, aber dessen Meinung zu diesem Artikel würde mich wirklich interessieren). Selbst für DSA-Verhältnisse ist das schon sehr possierlich. Wer will, kann damit bestimt eine schön stimmige Szene am Rande eines Abenteuers ausgestalten. Aber 2,5 Seiten? Das ist 5 mal so lang wie der Artikel zu Oderins Machtübernahme in Al’Anfa. Ich schlussfolgere damit, dass einem Oderin in etwa fünf Äpfel entsprechen. Ansonsten aber spannender als das Adelsgedöns.

Vibart: Erinnert mich irgendwie an Schwaben. Das Reinheitsgebot für Apfelkuchen ist possierlich, ansonsten hier ein herzhaftes ZeeeFooooog!?! Der ganze Apfelkuchenreigen ist so grotesk, dass man hier nur von Kunst als Akt der Befremdung sprechen kann.

Krieg zwischen Trahelien und Brabak?

Vibart: Eventuell der Anfang vom Ende der Kemi ..? (*Popcorn rausnehm*)

Salaza: JA! BITTE! (<– Kann Spuren von Kemihass enthalten!)

Josch: Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. Die einen haben keine Untertanen, die anderen kein Geld. Die ganze Angelegenheit sollte einfach in einem Stellvertreter-Duell oder bei einer Partie Zapfenklickern geklärt werden. So sehr ich Al’Anfa auch hasse, von mir aus könnten die alles südlich von Drôl einnehmen, damit uns solche Kleinstaaterei im Stile der Charyptik-Version des HRRDN erspart bleibt.

Cusimo ordnet den Windhag

Josch: Irgendwie ist diese ganze Windhagsdramatik seit jeher an mir vorbei gegangen. Kann mir das bitte mal wer erklären? Zu verschwurbelt für meinen Geschmack, die Hintergründe sind auch hier nur für Experten verständlich, bei allen anderen dürften in etwa dies hängenbleiben: „A macht B mit C für D, aber ohne E, wegen F, weil G und H nicht mit I können, obwohl J-P sich bei Q über R im Sinne von S-X beschweren, was jedoch an Y’s Einfluss auf Z scheitert.“ Deine Mudda!

Kleinanzeigen

Josch: Die Kleinanzeigen bleiben meine Lieblinge. Jetzt auch mit Kontaktbörse. Was kommt demnächst? Weiblich, jung … kGV … gerne auch den älteren Herren. (Oh nein, bitte nicht dieses Lied als Ohrwurm … ).

Vibart: Es ist offiziell! Es GIBT Hosentaschen in Aventurien! Zumindest bei der Schneiderei Cavalli kann man sie sich gegen Aufpreis bestellen! Sensation!!!!

Der Optolith

Brandolf von Ehrenstein ist als Kind in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen... ach ne. (Janina Robben)

Brandolf von Ehrenstein ist als Kind in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen. (Janina Robben)

Josch: Brandolf von Ehrenstein, what a man! Endlich mal wieder ein würdiger Transysilier, der den Haffajas auf die Finger klopft. Wo kann ich abonnieren?

Vibart: Herzog Arngrimms Sohn sieht aus wie ein fetter, haariger Hobbit. Klar ist aber: Eine Seite Optolith ist unterhaltsamer und spannender als 10 Seiten Bote davor. Sieht schlecht aus für die zwölfgöttergläubige Presse.

Salaza: In zwanzig Jahren sieht der aus wie Gerard Depardieu heute. Das transysilische Essen ist bestimmt sehr ausgewogen (*schauder*).

Josch: In zwanzig Jahren ist der vermutlich auch Ehrenbürger Seweriens.

Fazit

Aventurischer Bote Botendisput EuleJosch: Halb Killer, halb Füller. Der Mantel wartet mit zwei echten Knallern auf, der Ingame-Teil hat dafür nix, was so wirklich einschlägt, und der Rest plätschert so vor sich hin. Nicht wirklich schlecht, aber irgendwie spukt im meinem Kopf immer die bessere Möglichkeitscousine dieses Boten herum. Das Uthuria-Szenario hätte auf die Homepage gekonnt, und dafür hätten zumindest kurz angedeutete Skizzen zu Szenarien integriert werden können, die um die Botenartikel herum gebaut wurden. Das wäre wirklich sehr schön gewesen. Aber wieviel zahle ich noch mal? Ach ja. Bin schon ruhig. Aber was ist eigentlich mit Myranor? Wird Pardona noch mal 2W6+6 Exemplare aus Myranische Monstren nach Irgenwasmitblutimnamenhaven schicken, um dort Schulze anstelle des Schulzen zu werden? So stehen wir, und sehen betroffen: Der Bote durch, und alle Fragen offen.

Vibart: Insgesamt bleibt bei mir das Bild eines ziemlich schwachen Ingameteils. Highlight: Optholith, Anzeigen, Apfelkuchenfest, aber das auch nur, weil man die Bronzemedaille verleihen muss. Der Outgameteil hingegen gefällt mir wirklich gut und präsentiert viel Material und Inhalt. Das Uthuriamaterial muss aber bald für Umme auf die Homepage, damit alle Käufer der Abenteuer in den Genuss davon kommen. Insgesamt bin ich durchaus zufrieden.

Salaza: Die Uthuria-Erweiterung ist gelungen, sollte aber allen zur Verfügung gestellt werden. Der Mantel-Teil ist auch auf jeden Fall seinen Preis wert, ich bin sowieso Fan davon, weniger, aber dafür längere Spielhilfen in den Boten zu bringen. Die sind meiner Meinung nach besser einsetzbar als viele kurze, bei denen es dann überall am Nötigsten fehlt. Der Innenteil haut diesmal mich auch nicht vom Hocker, andererseits sind da einige Berichte drin, die Bezug zu Abenteuern haben. Das ist zum einen löblich und sinnvoll, da sie so wohl auch in den entsprechenden Spielrunden eingesetzt werden können, zum anderen muss man als (Noch-)Nichtspieler dieser Abenteuer damit leben, dass manche Sachen vielleicht nicht so interessant klingen, wie sie für die Spieler sein mögen.

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22 Kommentare zu Aventurischer Bote #159

  1. Disaster (Alex Spohr) sagt:

    Hallo,

    die Schelmenflöte ist von Karin Wittig.

    Wutzenwald liegt nicht in der Baronie Wutzenwald: Ja, das ist korrekt. Über viele Jahre können sich Baroniegrenzen verschoben haben oder mittlerweile ist der Wald nicht mehr so groß (Rodung). Kurios, aber kein Fehler.

  2. Wulf sagt:

    Da ward ihr aber difarschnell mit diesem Botendisput. Auf das Apfelfest bin ich jetzt aber wirklich gespannt!

    Das Bild des „Rübenschlägers“ von Lydia Schuchmann ist schon gemalt. Aber irgendwie bereue ich es jetzt bei der Romanumfrage „Game of Thrones“ als meinen Lieblingsroman der letzten Jahre angegeben zu haben. Seit Haffax Eisernen Thron kann ich mich in Bildern damit sogar noch abfinden. Nur hoffentlich kommen keine Jon Snow oder Lennister Klone nach Aventurien (so cool diese Charaktere auch sind).

  3. Salaza sagt:

    Danke für die Kommentare! Ich habe Karin Wittig ergänzt. Ein außerhalb der Baronie liegender Wutzenwald ist natürlich ein herrlicher Anlass für Fehden gegen die nördlichen Nachbarn – so man einen etwas kriegslüsternen Baron hat. „Sie fällen unsere Bäume, jetzt fällen wir ihre Büttel!“

  4. Josch sagt:

    Das mit dem Wutzenwald außerhalb von Wutzenwald ist in der Tat eine nette Eigenheit, wobei die Wutzenwälder bislang auf mich noch nicht den Eindruck machten, als könnte man sie zu lokalpatriotisch motiviertem Imperialismus im ganz Kleinen aufstacheln. Aber wer weiß – die „Wutzenwald muss wutzenwaldisch werden!“-Kampagne wartet vielleicht nur darauf, geschrieben zu werden: „Von schweinigen Gnaden“ und „Mit wutzenden Bannern“. Mein Exposé flattert demnächst bei euch rein. Auf jeden Fall ganz vielen Dank, Alex, für die schnelle Klarstellung 🙂

  5. Cifer sagt:

    „Vibart: Umfänglich, informativ und dazu geeignet, tiefere Einblicke in die Lehensorganisation zu bieten, auch außerhalb von Zahlen und Regeln. Gespannt wäre ich auf die Aussagen von Praxistestern, die tatsächlich mit den Werten und Formeln spielen. Anfrage an alle Leser: Spielt ihr mit den Botenregeln? Klappt’s?“

    Dazu gibt es schon ein paar Aussagen im DSA4- und im Ulissesforum. Kurzform: Zumindest mit den Regeln aus dem letzten Boten hatte man stellenweise noch *sehr* viel überschüssiges Geld über.
    Grad nachgerechnet: Wenn man als Wutzenwalder Baron einen üppigen Lebensstil (mit Ehegatten und zwei Kindern auf gleichem Niveau) pflegt, jedes einzelne vorgestellte Amt mit einer Spitzenkraft (oberes Ende der Gehaltsskala) besetzt und zwei Gardebanner (insgesamt 100 Soldaten unterschiedlicher Dienstgrade) anstellt, bleiben einem jährlich noch relativ genau 4000 Dukaten – zumindest, wenn keine Unterlehen existieren und alle Einwohner außer den Amtsträgern tatsächlich steuerpflichtige Untertanen sind.

  6. Cifer sagt:

    Kleine Korrektur: Nach einem annehmbaren Fest, ein bisschen Armenspeisung, notwendigen Investitionen und der Korrespondenz mit 5 Nachbarn (kurz: den regelmäßigen Maßnahmen) bleiben noch reichlich 3000 Dukaten übrig.
    Die Effekte des superkompetenten Amtsträger sind dabei nicht mit einberechnet.

  7. Cifer sagt:

    Und noch eine kleine Korrektur: Rechnet man die Amtsträger Lehensvogt und Schatzmeister mit ein und bezieht ihre Effekte nach RAW auf *alle* Einnahmen und Ausgaben (also: Der Lehensvogt sorgt dafür, dass man 15% weniger Steuern nach oben abführen muss), kommt man auf eine Bilanz von etwa 17000 Dukaten Überschuss im Jahr.
    Geht man davon aus, dass der Lehensvogt nur die Kosten für Amtsträger, Lebensstil und Instandhaltung beeinflussen kann (für Garden und Söldner ist der Burgoffizier zuständig, bei den Steuern sollte wohl irgendwie schon die komplette Summe oben ankommen), erhält man bei Einbeziehung aller drei Ämter einen Überschuss von etwa 14000 Dukaten.

  8. Atreju sagt:

    Dieser Bote stellt für mich leider den Tiefpunkt einer seit lange währenden Abwärtsbewegung dar.
    Der Ringende Herr ist ja ganz nett, aber muß das wirklich auf drei Ausgaben und drei Winzbaronien ausgewalzt werden?
    Uthuria ist für mich uninteressant, die Schemenflöte nett, aber Platzschinderei. War noch was drin? Ach ja, Eigenwerbung für die RPC und Produktvorschau, die es in dieser breiten Form nun wirklich nicht braucht.
    Der IT-Teil… naja… wenn man mal nicht einschlafen kann, mag er als Gähnhilfe gute Dienste leisten, aber sonst? Und ich muß gestehen, daß ich die aventurischen Kleinanzeigen lächerlich und unwitzig finde.
    Die Abokündigung rückt immer näher…

  9. Xeledon sagt:

    Mich würde ja interessieren, warum sich Vibart „an Schwaben erinnert“ fühlt und ob das nun eher angenehme oder unangenehme Erinnerungen sind…?
    In jedem Fall wieder ein angenehm kurzweiliger und unterhaltsamer Botendisput, wenn auch viel zu schnell, als dass ich den Boten selbst vorher auch nur überhaupt zu lesen hätte beginnen können…

    • Vibarts Voice sagt:

      Ohne jetzt nochmal genau nachzuschlagen: Verschiedene Begriffe und Nachnamen hatten für mich subjektiv ein „Gschmäckle“, darüber hinaus ist diese Art von Dorffest mit langer Tradition und starkem Ritus zwischen Alb und Bodensee recht verbreitet.

      Was ich mit Schwaben verbinde? „Heimat“ – das ist positiv. War aber auch immer ein bissle eine enge Heimat …

      • Xeledon sagt:

        Ja, das „Viertele“ ist in jedem Fall schon ein eindeutiger Hinweis aufs Musterländle. 🙂

        Ansonsten danke für die Klarstellung, man muss ja wissen, wie man solche Aussagen einzuordnen hat. Heutzutage weiß man immer nicht so recht, ob die Nennung gewisser Volksgruppen automatisch als Beleidigung verstanden werden soll oder nicht… ^o^

  10. Josch sagt:

    @Xeledon: Ist es eigentlich besser, wenn der Disput möglichst zeitgleich mit dem Boten selbst erscheint, oder besser, wenn zwischen Erscheinen und Disput so 1-3 Wochen liegen? Nachdem wir uns in der Vergangenheit immer mehr Zeit mit dem Disputieren gelassen haben, haben wir diesmal hier sehr viel Zuckerbrot und Peitschenhiebe verteilt, um den Zeitabstand drastisch zu verkürzen. Gute oder schlechte Idee?

    @Atreju: Die „Der ringende Herr“ Spielhilfe und die Baronien müssen einen natürlich nicht interessieren, aber wenn man auf so was steht, bekommt man für den Gegenwert von 8 Euro in den zwei Aussgaben auf knapp 20 Seiten eine vollwertige Spielhilfe. Das alleine ist schon recht ordentlich, und dazu kommt dann noch allerlei Zusatzmateril. Es ist bei so einem Format wie dem Boten unvermeidbar, dass es schwächere und bessere Ausgaben gibt, aller alles in allem kann ich wirklich keinen Qualitätsrückgang im Vergleich zu den Zeiten der Aventurischen Gala erkennen, auch wenn die aktuelle Ausgabe sicher nicht in meiner persönlichen Top 10 Liste landen wird.

    • Atreju sagt:

      Klar, wer das mag und nutzt, für den ist es eine feine Sache, keine Frage. Kennst du jemanden? ;o)
      „Allerlei Zusatzmaterial“ ist bei drei Themen allerdings nicht wirklich vorhanden. Oder meintest du die drei Seiten Apfelfestbericht?
      Ich stelle halt für mich fest, daß der Bote seit mehreren Ausgaben immer weniger interesante Themen bringt: Uthuria, Myranor-irgendwas-mit-Blut, gefühlte zehn Seiten Eigenwerbung, überflüssige Dinge wie die „sonstigen Belohnungen“ (nett, aber nicht wirklich innovativ oder augenöffnend). Juckt mich halt wenig bis gar nicht.

      • Josch sagt:

        Ja, kenne ich. Allerlei Zusatzmaterial ist z.B. der gesamte Ingame-Teil. Und ich finde den Schluss von „ist nicht meine Tasse Tee“ auf „ist uninteressant“ gewagt. Der Bote ist von der ganzen Anlage her nach dem „Ein Kessel Buntes“-Prinzip konzipiert und ein Ort, wo sich eine wechselnde Autorenriege an verschiedenen Themen ausprobieren darf. (Selbst Nandurion hat sich da schon auf zwei Seiten präsentiert – ich glaube kaum, dass sich das jeder ausgeschnitten und vor Begeisterung an die Wand gehängt hat.) Da bleibt es einfach nicht aus, dass es Ausgaben gibt, deren Inhalt einen mehr interessiert und Ausgaben, die einem eher egal sind. Gerade angesichts der Tatsache, dass der Bote bei dem Preis und der Auflage eher eine Serviceleistung denn ein gewinnträchtiges Produkt sein dürfte, würde ich hier im Zweifel auch eher zu Nachsicht neigen. Was die Werbung angeht: Wieviel Seiten das insgesamt oder im Vergleich zum Gesamttext sind, ist letztendlich doch unerheblich. Entscheidend ist doch vielmehr, wieviel Seiten Nicht-Werbung man bekommt. Da zähle ich 34 – und das ist angesichts des Preises, wie ich finde, wirklich ordentlich.

        • Atreju sagt:

          Den „Kessel“ braucht du mir als langjährigem Abonnenten nicht erklären, ich meine aber, daß die Abwechslung schonmal eine reichhaltigere war, lieber Statler, und daß die „uninteressante Phase“ nun schon gefühlt zu lange andauert. Was ich vom Ingame-Teil halte, habe ich oben schon gesagt.
          Und ja, wenn es nicht meine Tasse Tee ist, ist es für mich uninteressant. Für andere außer mich kann ich ja nicht sprechen, also, wie ist das gewagt?
          Ich bleibe auch dabei, daß seitenweise Eigenwerbung des Verlages über andere Systeme für mich ein Ärgernis sind. John Sinclair in einem DSA-Magazin? Oder WaMa-RPG? Danke, ich verzichte. Von mir aus auf der letzten Seite, wenn denn schon Werbung sein muß. Die Seitenzahl hat damit durchaus etwas zu tun, denn mehr Seiten bedeuten mehr Druck bedeuten mehr Kosten.

          • Josch sagt:

            Es macht schon einen Unterschied, ob man sagt „interessiert mich nicht“ oder „ist uninteressant“. Darauf wollte ich hinaus. Dass Du den Ingame-Teil doof findest, hatte ich schon begriffen, ich hatte ihn nur noch mal erwähnt, weil Du gefragt hattest, was denn das Zusatzmaterial jenseits der beiden Spielhilfen war, von dem ich sprach. Anyway, ist vermutlich eine müßige Diskussion, Interessen sind halt verschieden, und wir sind ja auch keine Online-Drückerkolonne, die Abonnenten wirbt bzw. bei der Stange hält.

  11. Xeledon sagt:

    Es hat ja beides seinen Reiz, sowohl den Disput vor dem eigentlichen Boten zu lesen, als auch erst ganz unvoreingenommen den Boten gelesen zu haben, bevor man sich eure Meinung dazu mal durchliest. Für mich als Abonnent spielt halt der „Lohnt sich die Ausgabe für mich?“-Aspekt praktisch keine Rolle, wenn dem so wäre, würde ich natürlich gerne möglichst früh lesen, was ich erwarten kann und ob ich nach dem neuen Boten Ausschau halten sollte. Insofern ist es mir zumindest lieber, wenn ich die Ausgabe wenigstens schon vorliegen hab, damit ich beim Lesen eures Disputs gleich mal anblättern kann, worüber ihr eigentlich redet. 1-2 Wochen nach dem Erscheinen fände ich da für den Disput wohl ziemlich optimal, wobei ich ihn auch früher oder später mit unverminderter Begeisterung lesen werde – nur wenn dann mal 4 Wochen nach der Erscheinung des Boten ins Land gegangen sind, tritt halt der Effekt ein, dass man den Boten schon quasi archiviert und abgehakt hat und dem Disput dann die aktuelle Basis (beziehungsweise ein Bezug zum vorübergehend noch stark im Bewusstsein verankerten eigenen Eindruck vom neuen Boten) fehlt, zuuuu spät solltet ihr den Disput also auch nicht liefern.

  12. Fieser Meister sagt:

    Ihr seid echt hart – besprecht den Boten zwei Tage BEVOR er bei mir im Briefkasten liegt… Da komme ich nicht mit.

    Danke für den zustimmungswürdigen Disput!

  13. Theaitetos sagt:

    @Vibart und @Salaza:
    Der „Sternengeist“ mag dem Aventurier mysteriös erscheinen, ist aber dem Myraner bekannt. Es handelt sich um einen ganz normalen Stellaren Genius der Quelle Wahnsinn.

  14. Salaza sagt:

    Ja, stimmt, Stellare sind über Myranor bekannt. Wo ich jetzt das ganze nochmal recherchiert habe, passt es dennoch in der Form nicht.
    Laut Text im AvBo heißt es: „Es ist bekämpfbar, jedoch unsichtbar (+8 auf AT […]).“ Da als Resistenzen nur gegen magischen und geweihten Schaden angegeben wurden habe ich fälschlicherweise daraus den profanen Angriff als zielführend erachtet. Da es aber auch noch die Fähigkeit Körperlosigkeit II bekommen hat sind die Kampfwerte völlig sinnlos, s. WdZ S. 234: Es kann nur mittels Besessenheit oder Zaubern mit der derischen Umwelt interagieren und ist vor jeglichem Schaden geschützt. Da hilft wohl nur ein Exorzismus…

  15. Sindajin sagt:

    Positiv finde ich, dass sich der Farbteil diesmal auf wenige größere Artikel konzentriert. Mit den Baronienteil, Uthuria und den Artefarkten sind es eigentlich nur drei Themen. Wenn man den ganzen Quatsch am Ende und das unselige Vorwort weglassen würde, wär noch Platz für ein viertes gewesen. Negativ daran war dann nur, dass ich außer der Baronie Wutzenwald eigentlich alles recht langweilig fand.

    Im aventurischen Teil fand ich dann die Reise der Kaiserin und den Zug der albernischen Edlen ganz interessant, aber das war leider ja nur der kleinere Teil der Ausgabe. Der Rest fand ich einfach eher unspannend, nur das Apfelfest ging überhaupt nicht.

  16. Seb sagt:

    Also für mich war das Apfelfest ein absolutes Highlight. Da kann ich so viel mehr Abenteuer herum stricken als um diesen ganzen Schmu mit Al’Anfa. Warum muss man eigentlich immer bei jenen Gegenden ohne Lobby wildern? Aber das ist eigentlich Kritik an Rabenblut… (http://www.orkenspalter.de/board117-das-schwarze-auge-aventurien/board96-spielleitertips/board97-abenteuerbesprechungen/p562815-rabenblut-mi/#post562815)

    Große Klasse war der Optolith und die Kleinanzeigen.

    Den OT-Teil fand ich schwach. Die Lehensspielhilfe finde ich unsinnig. Der eine Teil der Spielerschaft findets zu kompliziert und unsinnig, dem anderen Teil ist es zu vereinfacht und unausgegoren. Unbalanciert und unlogisch ist es hingegen für alle Gruppen. An der Stelle kann man es in diesem Bereich der Gesamt-Spielerschaft einfach nicht recht machen.

    Aber danke für eure tollen Botendispute immer wieder: Es ist ein großer Genuss euch zu lesen!

    LG

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