Passierschlag: Demonicon

Demonicon LogoAuf der Ratcon 2013 hatten verschiedene Nanduriaten die Gelegenheit, das kommende DSA-Actionrollenspiel Demonicon anzuspielen. Ihre ersten Eindrücke formulieren Sedef, Curima und Vibarts Voice.

Vibart: Erster Gedanke – besser als sein Ruf! Der Einstieg ist stimmungsvoll, die Dialoge sind erstaunlich lang und storybasiert, der Molchenberg zu Warunk ist hübsch gemacht und voller DSA-Hintergrund.

Demonicon_Screens_gamescom_2013_13Gut, das Regelsystem ist seeeehr den Erfordernissen eines Action-Rollenspiels angepasst, und Regelpuristen werden vieles kaum wiedererkennen. Und die Grafik ist nun nicht gerade Playstation 4-nextgen-acht-Prozessoren, aber auch ohne Partikeleffekt-Lichtdistortion-Oberflächenreflektion-Krimskrams ganz hübsch anzusehen. Für ein DSA-Rollenspiel brauche ich auch keine Highend-Grafik.

Fazit: Demonicon scheint einen zweiten Blick durchaus wert zu sein. Was lange währt wird endlich … besser als erhofft?

Curima: Viel hatte ich bis zur RatCon gar nicht mitbekommen von Demonicon – halt nur, dass es schon seit gefühlt 10 Jahren entwickelt und einfach nicht fertig wurde. Aber nun konnte man bereits einen Blick auf das so gut wie fertige Spiel werfen und mehrere Quests spielen. Mein Eindruck: Ich bin positiv überrascht. Das Spiel ist grafisch doch ziemlich schick, wenn es auch nicht mit High-End-Grafiken wie der von Skyrim mithalten kann. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Komplettvertonung der Figuren, inklusive des eigenen Charakters. Die Dialoge sind sehr ausführlich und man kann schon in den wenigen Quest sehen, dass man tatsächlich Entscheidungen treffen muss, die weitreichende Folgen haben.

Demonicon_Screens_gamescom_2013_07Gekämpft habe ich jetzt nicht allzuviel und ich war davon auch ein wenig überfordert. Es gibt diverse Tastenkürzel, man kann angreifen, parieren, Sondermanöver einsetzen, zaubern, Tränke nehmen….aaaah! Außerdem bin ich eher ein First-Person-Spieler und muss mich an die vorgegebene Third-Person-Perspektive erst gewöhnen. Ich denke, man findet sich da irgendwie rein, in den etwa 40 Minuten, die ich gespielt habe, war es mir noch alles ein bisschen zu hoch.  Das System ist aber sicher eine gute Sache für alle, die in Kämpfen auch gerne taktieren und strategisch vorgehen. Zum Steigern bin ich während meines Testspiels nicht gekommen. Im Spielmodus „leicht“ kriegt man übrigens auch alle interessanten Stellen im Spiel durch ein Leuchten angezeigt, so dass man nichts wichtiges übersieht.

Vom Spielgefühl her erinnert mich Demonicon ein wenig an DragonAge – inklusive der schönen gezeichneten Sequenzen zwischen den Leveln. Anders als bei den meisten Rollenspielen kann man hier allerdings keinen Einfluss auf den Spielcharakter nehmen, lediglich die Weiterentwicklung durch das Steigern liegt in den Händen des Spielers. Ich finde das aber in diesem Fall aber nicht weiter schlimm, da die Geschichte sehr um den Hauptcharakter zentriert zu sein scheint.

Fazit: Ich bin durchaus angetan und werde mir das Spiel wohl zulegen.

Sedef: Ein positiver erster Eindruck. Die Grafik ist ordentlich, und – viel wichtiger für mich – vermittelte im Zusammenwirken mit der Sprachausgabe und der Story das düstere Setting der Warunkei. Die Steuerung bereitete nach kurzem Eingewöhnen keine nennenswerten Probleme, und auch die Kämpfe machten dank den verschiedenen nutzbaren Manövern und Zaubern durchaus Spaß. Ich hatte auch die Gelegenheit, einen größeren Endgegner plattzumachen, bei dem man sich durchaus etwas mehr einfallen lassen musste, als stumpf auf ihn einzuschlagen.

Demonicon_Screens_gamescom_2013_11Über das Steigerungssystem habe ich in der kurzen Zeit keinen vollständigen Überblick gewinnen können, aber nach dem ersten Eindruck ließen sich die Talente, Zauber und Manöver gut nutzen – etwa, um sich mittels Alchimie eigene Heiltränke herzustellen. Dabei ist alles, wie auch bei anderen DSA-Spielen, an die Spielmechaniken angepasst. Aventurien-Puristen sollten sich darauf einstellen, dass etwa borbaradianische Zauber allenfalls an die bestehen Zauber angelehnt sind, und das Manöver Hammerschlag II wird sich vermutlich auch in DSA5 nicht in der Pen&Paper-Version finden. Curimas Vergleich zu Dragon Age schließe ich mich an, wobei das Kampfsystem deutlich actionlastiger und etwas weniger taktisch auf mich wirkte.

Fazit: Nach der langen Zeit und den bekannten Schwierigkeiten hatte ich Demonicon zwischenzeitlich bereits abgeschrieben. Der erste Eindruck war aber ziemlich gut, so dass ich das Spiel nach Erscheinen jedenfalls anspielen werde und hoffe, dass sich der erste Eindruck auch im gesamten Spiel bestätigt.

Über Vibarts Voice

1986 entwickelte Michael Gorbachow den Begriff "Glasnost" und die Raumfähre Challenger explodierte beim Start. Im selben Jahr wurde DSA Teil meines Lebens, und obwohl die UdSSR und das Space-Shuttle-Programm längst Geschichte sind, ist DSA noch immer zentraler Aspekt meiner Existenz. Ich spiele und meistere regelmäßig. Seit Mai 2012 bin ich darüber hinaus hier bei Nandurion tätig.
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8 Kommentare zu Passierschlag: Demonicon

  1. Cifer sagt:

    Dem kann ich mich so anschließen. Bei einer längeren Testrunde konnte ich mein Fazit mit „Es ist nicht DSA, aber es ist Aventurien“ zusammenfassen.

    • Josch sagt:

      Ist zwar schon ein wenig her, dass ich angespielt habe, und ich hab diesmal nur über die Schulter geschaut, aber das Fazit trifft es m.E. ziemlich gut. Ich freu mich drauf.

    • Curima sagt:

      @Cifer: Jetzt sag bloß, du warst auch auf der RatCon und hast uns nichmal guten Tag gesagt? – Ich bin entsetzt *g*

      • Cifer sagt:

        Falls das an mich ging: Nö, ich hab das Spiel schon ne Weile früher in den Noumena-Studios bei einem Testevent angespielt. In der gleichen Stadt wie die Entwickler zu leben hat Vorteile. *g*
        Zur Ratcon wär ich sehr gern gegangen, aber nach der GamesCom war’s dann leider von Zeit&Geld nicht mehr drin – obwohl ich ja im Prinzip gleich in der Gegend hätte bleiben können…

      • Cifer sagt:

        (Und bla, das mit dem @Cifer klärt das „Falls das an mich ging“ irgendwie…)

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