Interview: Aventurisches Herbarium

Interview mit Zoe Adamietz, Katja Reinwald, Christian Nehling, Alex Spohr und Johannes Kaub zur Spielhilfe Aventurisches Herbarium die am 30.01.2020 erscheinen soll.

Nandurion: Hallo, vielen Dank, dass ihr für das Interview zur Verfügung steht. Ihr seid ja wieder eine Gruppe von Leuten, die zusammen an den beiden Herbarien arbeiten. Die meisten von euch haben sich ja grade zuletzt im Aranien-Interview schon vorgestellt. Katja Reinwald, dich kennen vielleicht nicht alle, obwohl du schon seit 2006 als Autorin dabei bist. Magst du dich kurz vorstellen und erzählen, wie du zu DSA & Ulisses gekommen bist?

Cover Aventurisches Herbarium gezeichnet von Nele Klumpe

Katja: Ich spiele schon seit den Tagen des 2. Regelwerks DSA und das tatsächlich noch immer mit fast denselben lieben Leuten. Inzwischen sind wir deutlich entspannter als in unseren Anfangstagen und auch weniger regelversessen. Irgendwann, vor inzwischen auch schon langer Zeit, bin ich zum Briefspiel gekommen, wo ich auch heute noch, vor allem in Weiden, aktiv bin. Hier lernte ich schließlich Daniel Simon Richter kennen, kam über ihn mit der DSA-Redaktion, damals noch bei Fanpro, in Kontakt und bekam erste Schreibaufträge. Auch nach dem Wechsel zu Ulisses blieb ich als Autorin tätig und konnte an einigen sehr spannenden Projekten, Spielhilfen, wie Abenteuer, mitarbeiten.

Abseits der phantastischen Pfade lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren Katzen in Mannheim, bin Diplom Ingenieurin für Raum- und Umweltplanung und arbeite in einem Unternehmen für Garten- und Landschaftsbau. Auch privatim habe ich es mit Grünzeug und verbringe viel Zeit in unserem Garten. Was dann noch an Zeit übrig bleibt investiere ich gerne in das gemeinsame Schreiben von Briefspielgeschichten, in gute Bücher und ebensolche Serien, in Reisen und in Zeit mit Freunden und Familie.

Nandurion: Was hat euch dazu gebracht für ein Herbarium zu schreiben? Seid ihr auch außerhalb von Aventurien Pflanzenliebhaber_innen und habt ihr eine aventurische Lieblingspflanze?

Johannes: Ich mag Pflanzen, habe sie gern um mich, bin auch immer wieder Gast in botanischen Gärten, aber ich selbst habe leider eher einen aschgrauen Daumen … Botanik fand ich aber immer schon immer spannend, vor allem in Bezug auf Taxonomie, aber auch (wissenschaftlich fundierte) Kräuterheilkunde und “Alchimie” 😉 Deshalb freue ich mich besonders, dass viele der kleinen “Hausmittelchen”, die auch auf der Erde funktionieren, es ins Aventurische Herbarium geschafft haben. In der Rolle des Spielleiters ist meine Lieblingspflanze wohl das Blutblatt, viele meiner Gruppen neigen nämlich dazu, einfach ganz ohne magische Fähigkeiten auskommen zu wollen. Denen kann man sowas ganz gut zuspielen, um Sackgassen zu vermeiden ^_^

Alraune gezeichnet von Sebastian Watzlawek

Zoe: Im Gegensatz zu Johannes habe ich keine Ahnung von Botanik und Taxonomien in diesem Bereich, dafür leben meine Pflanzen in der Regel lange und entfalten sich prächtig. Für Alchimie, jedoch im philosophischen Sinne, interessiere ich mich schon seit einigen Jahren und beschäftige mich mit deren Ideen, und allegorischen Darstellungen solcher, privat in meiner “Kunst” (manchmal male ich noch, wenn ich die Zeit finde…). Als meine aventurische Lieblingspflanze muss ich aufgrund des Homunculus die Alraune wählen. Wobei die ja nicht strikt aventurisch ist…hmm… dann nenne ich ergänzend mal noch den Nemezijn (clever und fies – find ich gut), Blutblatt (hat was symbiotisches, auch spannend). Auf das zweite Herbarium vorgreifend seien noch die Schwarzäugige Canyzeth (hilft bei Lug und Trug, sehr nützlich) und Tarnblatt (hilft beim Verändern von Körpern, fantastisch für improvisierten und langfristigen Schabernack) erwähnt.

Alex: Ich für meinen Teil hatte die Aufgabe, die Pflanzen mit Werten zu versehen und mich um die regeltechnische Umsetzung zu kümmern. Zwar bin ich kein so großer Spezialist für Pflanzen wie Katja oder Zoe, aber ich kümmere mich um die verwaisten Büropflanzen. 😊

Katja: Als ich vor einigen Jahren meinen Hut für das Herbarium in den Ring geworfen habe, habe ich das auch getan, weil mein beruflicher Hintergrund mir dafür hinreichend geeignet schien ;-). Vor allem habe ich es aber getan, weil ich die Natur sehr mag und gerne Spielhilfen schreibe. Das Herbarium erschien mir quasi als mein natürlicher Tummelgrund. Denn letztlich ist die Natur der größte Abenteuerspielplatz Aventuriens. Diesen ein bisschen mit aufzumischen, fand ich sehr verlockend.
Eine Lieblingspflanze? Das ist recht wenig, aber da ich Spaß hatte, ihn zu beschreiben, drängelte sich der Nemezijn nach vorne. Ich habe es zwar nicht so mit Maraskan, mit dem ich vor allem die dortigen, nachgerade traumatischen Erlebnisse meiner Rondrageweihten während der G7-Kampagne verbinde. Aber wenige Pflanzen haben mehr „Charakter“, als dieser Baum.

Christian: Mit Pflanzen, Kräutern, Früchten und Arzneidrogen habe ich mich als Apothekarius bereits im Studium intensiv beschäftigt. Dazu gehörten auch Taxonomien, äußerliche Merkmale und vor allem die Inhaltsstoffe, die sehr verschiedene Aufgaben und Wirkungen besitzen. Dementsprechend durfte ich mich auch mit Fachbegriffen wie Habitus (Erscheinungsbild), Sammelnussfrucht (Beispiel: Frucht der Fragaria vesca, Rosaceae, Wald-Erdbeere) oder Phyllotaxis (=Blattstellung) herumschlagen. Im realen Leben mag ich die Vanille-Orchidee. Meine Helden bevorzugen hilfreiche Substanzen wie Thonnys oder Quasselwurz.

Nandurion: Und wer war für welchen Teil des Herbariums zuständig?

Rauchwerk, Dagmar Matuszak

Alex: Mein Part waren ausschließlich die Regel- und Crunch-Elemente.

Zoe: Ich habe das gute Stück konzipiert, geplant und redaktionell betreut, Regeln designt, die ganzen neuen Kastenformate bzw. Wertemasken entwickelt, einen großen Teil der Tabellen erstellt, die Wertekästen ausgefüllt, einige Texte geschrieben (zum Beispiel den Abschnitt über den Alraunigen Homunculus und die Alchimistische Äquivalenzlehre), Rezepte zusammen mit Alex aus früheren Editionen konvertiert, aktualisiert und einige neu erdacht. Außerdem habe ich unseren fantastischen Layouter Thomas Michalski mit meinen Sonderwünschen belästigt, aber er hat es gut weggesteckt. 😀

Johannes: Ich hab als Lektor am Ende nochmal feucht durchgewischt 😀 Außerdem habe ich den einen oder anderen Flufftext beigesteuert, was sich stilbruchbedingt sicher leicht entdecken lässt!

Katja: Sowohl in Band I, als auch in Band II habe ich die Hälfte der Pflanzenbeschreibungen verfasst. In Band I stammen zudem die Landschaftsbeschreibungen mit ihren zahlreichen aventurisierten Pflanzen (samt Hausmittelchen 😉 von mir. Bei Band II arbeite ich gerade an einigen Settingbeschreibungen und auch hier werde ich wieder Landschaften, diesmal mit Fokus auf Kulturlandschaften, beschreiben.

Christian: Bei der zweiten Hälfte der Beschreibungen könnt ihr auf mich zeigen. Interessant waren die Querverbindungen zu typischen Abenteurer-Situationen und völlig neue Pflanzen. Die Ausgestaltung und Wirkung der bisher unbekannten Exemplare hat besonders Spaß gemacht.

Nandurion: Kaum ein anderes Rollenspiel hat eine ausführlichere Beschreibung der Tier- und Pflanzenwelt als DSA. Was denkt ihr heute über die alte Zoo-Botanica Aventurica. Hattet ihr für eure Recherchen Kontakt zu einigen der zahlreichen damaligen Autor_innen?

Das besagte Cover gezeichnet von Andreas Adamek

Zoe: Schlimmes Cover, überragender Inhalt. Ich liebe die Zoo-Botanica Aventurica und habe etliche Stunden mit ihr verbracht. Vor meiner Tätigkeit als Redakteurin habe ich bewusst wenig in Regel- und Quellenbüchern gelesen, um im Spiel möglichst viel überrascht zu werden und das Gefühl zu haben, tatsächlich auf Reisen zu gehen, und Neues zu entdecken. Die Zoo-Botanica war da früher allerdings eine Ausnahme, da ich oft Charaktere spiele, die entweder sehr gebildet im Bereich von Tier- und Pflanzenkunde sind, oder aber zumindest über ein beträchtliches Anwendungswissen verfügen, z. B. in der Alchimie. Kontakt zu den Autoren des Buches habe ich nicht gesucht, da meine Aufgabe zwar darin besteht Pflanzen aus früheren Editionen inhaltlich aufzugreifen, vor allem aber in eine neue Regeledition zu transportieren. Rein vom Umfang der Beschreibung wurde zu vielen Pflanzen damals tatsächlich nicht allzu viel gesagt, was über regeltechnisch relevante Informationen hinausgeht. Soll heißen: Die Zoo-Botanica sagt mir zwar, wo eine Pflanze wächst und wie sie wirkt, aber doch manchmal recht wenig darüber, wozu sie von Aventuriern genutzt wird. An eben dieser Stelle wollte ich die Regelkonvertierung als Chance nutzen, mit Regeln, sowie dem erhöhten Umfang jeder Pflanzenbeschreibung, gezielter auf Anwendungsmöglichkeiten und Folklore einzugehen. Dabei wollte ich dieser Generation von DSA durchaus auch etwas Neues geben, ohne aus Pflichtgefühl gegenüber den “Altvorderen” jede Kreativität zu verlieren.

Katja: Zoo-Botanica ist eine Schwarte, die bei meiner Arbeit an den beiden Herbarien unverzichtbar war. Auch bei den Vorbereitungen als Spielleiterin ist dies die Spielhilfe, die ich am regelmäßigsten konsultiere, um ein Gefühl für die Region zu bekommen, in der wir spielen. Das Buch ist ungemein detailliert und auch heute kann es mir passieren, dass ich etwas „Neues“ (wieder)entdecke. Nichtsdestotrotz ist es kein Buch, das ich als Einschlaflektüre wählen würde, denn es ist über weite Strecken recht trocken.
Der Wunsch, möglichst alles abzudecken, ging meinem Empfinden nach leider zu Lasten der Übersichtlichkeit und nicht alle Sortierungen, die die geschätzten Kollegen damals vorgenommen haben, halte ich für geglückt. Nichtsdestotrotz gehört diese Spielhilfe für mich, als Natur-Nerd, zu den besten, die DSA 4 hervorgebracht hat. So gut, dass das Werk für sich selbst spricht und ich darum auch keinen Kontakt zu den damaligen Autor_innen aufnehmen musste. 😉

Auch früher gab es ein Herbarium

Christian: Als Recherche zum Umfang und den Wirkweisen der Flora ist die ZooBot unerlässlich. Trotzdem fühlte sich die Spielhilfe an einigen Stellen fast wie ein Fachbuch zum Lernen an. Dabei hat die Pflanzenwelt auch einiges an Spiel-Generierung und interessanten Begegnungen zu bieten. Einen Kontakt habe ich nicht aufnehmen müssen, da der Band sehr detailliertes und nützliches Material bietet. Zur Übersicht und Anwendung am Spieltisch ist schon alles gesagt :).

Nandurion:  Was wollt ihr mit dem Herbarium grundsätzlich anders machen als im Vorgänger_innenwerk und warum?

Johannes: Trotz ihrer unheimlichen Informationsfülle hat die ZoBo es zumindest bei mir nie geschafft, einen emotionalen Bezug zu den dort vorgestellten Pflanzen und Tieren herzustellen. Sie las sich eher wie ein Lehrbuch, das genug Informationen gibt, um sie an passender Stelle abzurufen und einfließen zu lassen, aber richtige Angriffsflächen für Abenteuer und echten aventurischen Kontext haben mir zumindest bei den Pflanzen irgendwie gefehlt. Das Herbarium verzichtet in erster Instanz auf den Rundumschlag, den die ZoBo bewerkstelligte, ist im Gegenzug aber eine viel interessantere Lektüre. Beim Lesen der Pflanzenbeschreibungen entstehen sofort Ideen und Geschichten in meinem Kopf. So wünsche ich mir meine Rollenspielliteratur 🙂

Außerdem empfinde ich in meiner Funktion als bekennender Zwangsneurotiker in puncto Systematiken und Sortierungen die Übersichtstabellen und Orientierungshilfen im Buch als ziemlich gut gelungen!

Katja: Wichtig war mir, die Landschaftsbeschreibungen übersichtlicher und damit für Spielleiter leichter zugänglich zu machen. Darum habe ich Zoe anfangs auch damit genervt, eine Entsprechung der in ZooBot enthaltenen Landschaftstabellen einzuplanen. Dem Gedanken der Übersichtlichkeit, vor allem am Spieltisch – denn wer kennt es nicht, das wilde Geblättere im Buch, weil man etwas nicht findet – folgten weitere Tabellen. Ich glaube, es sind am Ende ziemlich viele Tabellen geworden, die beispielsweise Pflanzen aus dem Fließtext aufgreifen und ihre Wirkung direkt benennen.
Ich habe außerdem versucht, jede Beschreibung so zu verfassen, dass die Pflanze sich als Abenteuerbestandteil oder -aufhänger eignet, oder sogar empfiehlt. Mir selbst kamen jedenfalls einige Ideen und ich schätze, meine Gruppe wird es in nächster Zeit häufiger mit Pflanzen zu tun bekommen.

Nandurion: Erwartet uns im Herbarium eine Gesamtbeschreibung der Pflanzenwelt, wie es der Anspruch der Zoo-Botanica war, oder wird eher eine Reihe einzelner Pflanzen beschrieben analog zum Bestiarium?

Eitriger Krötenschemel gezeichnet von Sebastian Watzlawek

Zoe: Beides! Ich habe zwei Typen von Pflanzen definiert: 1. Pflanzen mit Regeln und 2. Alltagspflanzen. Die Pflanzen mit Regeln werden jeweils auf einer Seite im ersten Kapitel des Buches vorgestellt, wie man es vom Aufbau her auch aus den Bestiarien oder dem Pandämonium kennt. Diese Pflanzen sind detailliert verregelt, mit Angaben zur Wirkung bei Berührung, Verzehr und Einatmung, Rezeptverweisen, Haltbarkeitsverweisen, Wuchsorten usw. Außerdem sind die Pflanzen und Rezepte einem oder mehreren von 7 Typen zugeordnet und mit Symbolen übersichtlich markiert. Zusätzlich gibt es im Wertekasten den Punkt “Alltagsarzneien und Volksbrauchtum”, unter dem Sagen & Legenden zu Wirkungen ohne feste Regeln angedeutet werden. Manche schwören zwar auf jene Wirkungen, oder “man hat da etwas gehört”, aber eine konstante Wirkung, die sich innerweltlich und outgame in Form von Regeln zuverlässig beschreiben ließe, gibt es dabei nicht. Alltagspflanzen werden quasi nur in dieser Form beschrieben, da es sich um Gewächse handelt, die keine verlässliche oder eine nur vage überlieferte Wirkung haben. Konkret findet sich zu Alltagspflanzen ein langer Abschnitt im zweiten Kapitel, in dem jeweils für jeden Landschaftstyp Aventuriens die Flora beschrieben wird. Dabei werden viele Pflanzen namentlich genannt und in ihrem Aussehen und vermuteten Wirkungen umrissen, danach folgen reichlich Tabellen, um die Information zum bequemen Nachschlagen zusammenzufassen.

Nandurion: Das Herbarium sollte ja ursprünglich im Oktober erscheinen. Jetzt sollen es zwei Bände werden, deren erster für Februar angekündigt ist. Wie ist jetzt der aktuelle Erscheinungsplan? Wie viele Seiten werden die Bände haben? Wie sind sie thematisch aufgeteilt und ist die Pflanzenwelt Aventuriens damit abschließend beschrieben?

Dornrose gezeichnet von Sebastian Watzlawek

Zoe: “Abschließend” ist gegenüber dem Anspruch einer lebendigen Spielwelt ein schwieriger Begriff. Mein Anspruch an das Doppelpack “Herbarium & Herbarium II” ist, dass Spieler*innen, die schon mehrere Regeleditionen miterlebt haben, nach diesen beiden Bänden nichts vermissen müssen, das sie im Laufe der Jahre im Spiel genutzt haben. Dies bezieht sich vor allem auf die Pflanzen, die in Regel- und Quellenbänden vorgestellt wurden, aber eben auch auf die Rezepte, die man prominenterweise aus pflanzlichen Zutaten bzw. Ingredienzien herstellen kann. Dass in Abenteuern von tapferen Helden und gewieften Schurken noch die ein oder andere neue Pflanze entdeckt werden könnte, soll dabei nicht ausgeschlossen sein. Allerdings wird es sich dann nicht nur für die Leser*innen um eine neue Entdeckung handeln, sondern auch für die Bevölkerung Aventuriens (mindestens im akademischen oder volkstümlichen Sinne – wächst vielleicht schon ewig irgendwo, wurde aber nie von Kulturschaffenden beachtet oder wahrgenommen). 

Zum Erscheinungsplan kann ich sagen, dass Herbarium 1 fertig und in finaler Produktion ist, sodass eine Erscheinung im Januar/Februar nur noch vom Drucker verhindert werden kann. Herbarium 2 habe ich zeitgleich mit Teil 1 geplant, sodass wir uns dabei mitten in der Umsetzung befinden. Voraussichtlich wird es wenige Monate nach Teil 1 erscheinen. Beide Bände haben jeweils 160 Seiten.

Alex: Nur kurz zum Erscheinungsdatum: Wir haben die Erscheinung des ersten Teils leicht verschoben, um unseren gesamten Produktplan etwas zu entzerren. Das gibt uns zudem auch Zeit, bei den Büchern weitere Checks durchzuführen. 🙂

Nandurion: Göttergefällige Pflanzen konnten u.a. in der G7 und der Vampirjagd eine große Rolle spielen, doch selbst in der Zoo-Botanica wurden nicht alle beschrieben. Widmet sich das Herbarium diesem Thema?

Johannes: Welche Pflanzen im Kult welcher Gottheit als heilig angesehen wird, findet sich primär in den Bänden zum Aventurischen Götterwirken. Eine Zusammenstellung dazu würde ich mir aber im zweiten Herbarium wünschen 😀

Katja: Wir greifen das Thema immer wieder auf und thematisieren heilige Pflanzen. Bislang haben wir aber noch keine Zusammenstellung eingeplant, aber das ist eine tolle Idee, Johannes. Zoe, was meinst du, kriegen wir das noch unter?

Christian: Da das Aventurische Götterwirken 2 kurz vor der Tür steht (bzw. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Interviews seit kurzem Erschienen ist, Anmerkung der Red.), würde ich mich auch über eine entsprechende Ergänzung zu göttergefälligen Pflanzen freuen. Da fallen mir direkt einige Aspekte zu weiteren Anwendungen ein. 

Nandurion: Auf welche anderen Inhalte können wir uns freuen?

Alraunen Homunculi gezeichnet von Maja Wrzosek

Johannes: Haben wir schon über den Alraunigen Homunculus gesprochen? Damit gibt es ein ausgezeichnetes neues Zeitgrab für alle jene skrupellosen, ambitionierten Alchimisten, die der frustrierenden Suche nach der Formel für ein Alkahest überdrüssig sind 😉

Zoe: ↑↑↑↑↑ Was er sagt. Da es nie Regeln für den Wesenstyp Homunculus gab, hatte ich die Freiheit damit etwas völlig neues in DSA einzubringen. Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich unglaublich darauf zu sehen, ob ich damit ebenso den Geschmack von meinen Mit-Alchimist*innen da draußen getroffen habe. Abgesehen davon finde ich tatsächlich die Fokusregeln zur Haltbarmachung ziemlich spannend, obwohl das zunächst sehr geradlinig und unspektakulär klingt. Zum einen haben wir die bekannte Fokusregel aus dem Kompendium, die ganze Pflanzen gegen Probe und kleine Münze am Stück haltbar macht, zum anderen eine für die Haltbarmachung spezifischer Pflanzenteile, also z. B. nur die Wurzel der Alraune, nur die Blätter des Zwölfblatts usw. An dieser Stelle zeigt sich nämlich, wer wirklich Ahnung von Pflanzenkunde und Alchimie hat! Eine Reihe von speziellen Haltbarmachungsmethoden führt nämlich zu alternativen Wirkungen bei bestimmten Pflanzen… Wer das noch mit dem Spezialwissen der alchimistischen Äquivalenzlehre verbindet, kann durch Wissen Aufwand und Geld sparen und dabei besonders potente Effekte erzielen. 

Katja: Ui, da ich mich für reichlich befangen halte, ist das schwierig zu beantworten. Der Alraunige Homunculus ist ein sehr nettes Gimmick und wird sicher einige Begehrlichkeiten wecken. In Band II wird es waldschratig, worauf ich mich, als Kind der nördlichen Wälder, besonders freue, denn allzu stereotype Zufallsbegegnungen haben wir doch alle satt, oder?

Nandurion: Und was wird regelseitig enthalten sein?

Alex: Zum einen werden Pflanzen allesamt die üblichen DSA5-Werte bekommen. Zum anderen wird es jede Menge Rezepte geben, also Angaben, was man alles aus den Pflanzen machen kann. Das allein ist schon sehr umfangreich, aber wir haben als Fokusregeln noch Kräutersuche (auch nach Unterregionen), Haltbarmachung von Pflanzenteilen und Regeln zur Sucht (viele Rauschmittel haben einen pflanzlichen Ursprung) im ersten Herbarium drin. 

Purpurner Lotos gezeichnet von Sebastian Watzlawek

Zoe: “Sehr umfangreich” meint in diesem Fall um die 80 Rezepte,  rund 70 Regelpflanzen und viel viel mehr Alltagspflanzen. Teil 2 wird nochmal so viele dieser drei Dinge enthalten und noch einiges mehr, das ich jetzt noch nicht verraten möchte. Vielleicht etwas für ein zweites Interview, nachdem Teil 1 erschienen ist? 😉 Ergänzend möchte ich hier noch den Abschnitt zu Alltagsarzneien erwähnen, in dem simple Regeln für improvisierte Rezepte aus Alltagspflanzen vorgestellt werden. Dabei sollen die Spieler*innen bzw. Ihre Charaktere explizit dazu ermuntert werden, eigene Rezepte nach den Sagen & Legenden ihres Aventuriens zu entwickeln. Eine nützliche und unterhaltsame Tabelle zu Risiken und Nebenwirkungen sowie alternativen Wirkungen vergammelter Pflanzen bieten wir ergänzend ebenso an. Bei den “Pflanzlichen Rezepten” (abgegrenzt von “Alchimistischen Rezepten”) sind zudem sehr viele Rezepte dabei, die wirklich jeder Charakter mit minimalem Aufwand und Wissen umsetzen kann, schließlich ist der Band nicht speziell für 1W6 Professionen entworfen worden, sondern soll universell nützlich sein.

Nandurion: Wenn ihr eine aventurische Pflanze wärt, was würden wir vor uns sehen?

Johannes: Wenn die Alveranie doch nur eine dreizehnte Blütenfarbe aufweisen würde … Aber so entscheide ich mich stattdessen lieber für einen Rattenpilz!

Alex: Eine Praiosblume.

Cover Aventurisches Herbarium Deluxe von Nadine Schäkel

 

Zoe: Eine Pflanzenchimäre … Oh, war das ein Teaser? ;> Oder kann ich mich nur nicht entscheiden? :’D

Katja: Gut, dass die Pflanzenchimäre zwischen uns steht ;), denn ich wäre wohl ein Satuariensbusch. Er ist ortstreu, wehrhaft und eine potente Heilpflanze mit starker Bindung zu Sumu.

Christian: Ein Schneeglöckchen, das das Ende des kalten Winters und den Beginn des Frühlings zeigt. Dazu ist es außerhalb von Aventurien leicht giftig und enthält einen hilfreichen Wirkstoff zur Behandlung von Demenz ;).

Nandurion: Vielen Dank für das Interview! Und vielen Dank an Ulisses für die zur Verfügung gestellten Bilder.

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4 Kommentare zu Interview: Aventurisches Herbarium

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  3. Nottel sagt:

    Wieder mal ein sehr lesenswertes Interview mit vielen schönen Illustrationen. Vor allem natürlich Alrauni, von Elfenfreunden auch Mandragor genannt. Danke, Queery!

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