Söldner, Skalden, Steppenelfen

„Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen.“ (Wolf Haas, Der Brenner und der liebe Gott)

„Jedes Ding ist, was es ist, und nicht ein anderes Ding.“ (Dajin VII.)

„Was interessiert mich mein Kladj von gestern?“ (Hachmuthziber der Fröhliche)

Söldner-Skalden-Steppenelfen-CoverMit Söldner, Skalden, Steppenelfen ist inzwischen der dritte Band einer Reihe erschienen, deren erstes Exemplar, wie so oft in unserem Hobby, Aufruhr und Fassungslosigkeit nach sich zog. Diesmal war es bereits die bloße Existenz eines Buches wie Krieger, Krämer und Kultisten, die bei manchen für zumindest amüsierte Verwunderung sorgte. Wie Kollege Emerald es in seiner Rezension des Bandes vor gut zwei Jahren so schön formulierte: 

 „Der Band ist ein wenig, wie wenn man beim Zwerg seines Vertrauens ein Breitschwert bestellt hat und stattdessen eine Laute bekommt: Man kann zwar nur bedingt Köpfe damit einschlagen, aber die Melodien haben unverhofft ihren eigenen Reiz.“

Und auch wir konnten der Versuchung in der Vergangenheit nicht immer widerstehen, unsere Chelmereien mit dieser Reihe zu treiben, wie unsere nur halb kaum ernstgemeinte Spielhilfe Schnitzer, Schlitzohr, Schlittenlenker im letzten Adventskalender zeigt.

Inzwischen sind zwei Jahre seit KKK ins Land gezogen, und mit Granden, Gaukler und Gelehrte (Nandurion rezensierte) gab es zwischendurch den 2. Band der purpurnen Meisterpersonenreihe, der das Konzept aufnahm und manche Fehler des ersten Exemplars vermied. Waren bei KKK die kleinen Erzählungen rund um die NSCs eher zum Selbstzweck mutiert, die Infokästen teils gefährlich nahe an Tautologien der Form „Der Abilachter Binsenschneider kann der Gruppe als Antagonist, Verbündeter oder Auftraggeber begegnen“, nicht ganz korrekte Wertekästen eher die Regel als die Ausnahme und manche der Illustrationen auch eher zum Weggucken, wurde im Folgeband GGG in allen wichtigen Hinsichten nachgebessert. Mit SSS wurden die Kinderkrankheiten des Konzepts nun fast gänzlich abgelegt. Um es kurz zu machen: Der Band gefällt mir. Die Spielhilfe erfüllt eine Reihe von Funktionen, und das macht sie mehr als ordentlich (welche genau das sind, werde ich gleich noch sagen).

Konzept

Söldner, Skalden, Steppenelfen beschreibt die geheiligte Anzahl von insgesamt 64 Meisterpersonen, welche diesmal allesamt aus dem Norden Aventuriens inkl. des schattigen Teil Tobriens stammen. Das Spektrum reicht von obligatorischen NSCs, die bei Abenteuern in dieser Region zum Inventar gehören und sich für den Einsatz förmlich aufdrängen (Nachtalben, Ritter, Trollzacker-Stammeskrieger etc.) über solche, die normalerweise eher zum Nebenpersonal gehören (Wirte, Händler, Quacksalber) bin hin zu solchen, denen am Spieltisch eher selten ein Primetime-Auftritt in Abenteuern vergönnt ist (Schweinehirten, Flößer, Deichbauern) oder die bei weniger gnädigen Rollenspielsystemen gleich ins Monsterhandbuch als wandelndes Abenteuerpunktepaket verbannt würden (Yeti, Goblin-Rattenfänger, Orkkrieger, Andergaster). Zu jedem dargestellten Typus von Meisterperson wird dann Folgendes geboten: 

  • ein Bild (insgesamt sind 12 Illustratorinnen und Illustratoren vertreten – für deren Namen verweise ich jetzt mal faul auf die Wiki Aventurica, schließlich müssen wir ja alle morgen früh wieder arbeiten)
  • eine kurze Erzählung, die uns die Person in einer für sie typischen Szene präsentiert (die notorischen Kurzgeschichten, die der Meisterpersonen-Reihe bei selbsternannten bösen Zungen den Vorwurf einer bebilderten Erzählsammlung eingetragen haben)
  • Wertekästen für normale, erfahrene und Veteran-Varianten (ja, es gibt tatsächlich Veteranen-Schweinehirten, auch wenn die wohl kaum dieselben Arten von Veteranen-Treffen machen wie etwa diese hier) 
  • Allgemeine Darstellungshinweise, u.a. mit Infos zum Konfliktverhalten und möglichen Rollen in der Interaktion mit Helden (ja, auch für Yetis und Schweinehirten)
  • Infos zu möglichen Varianten
  • zwei typische Zitate (besonders schön und Bachmann-Wettbewerb-verdächtig: „Wenn Himmel bunt, Frostgeister tanzen.“ – Yeti)
  • Beispiele für Seelentiere
  • einige Namen für männliche und weibliche Vertreter
  • einige Anregungen für kleine Abenteuer (fast immer zwei), die man um die Person herumbauen kann
  • eine Art FYI-Kasten mit weiteren nützlichen Informationen verschiedener Art.

Sch Sch Sch Zapfensammler_Rahfoth

Vollkommen unverständlicherweise nicht Teil des Bandes: Der Nostrische Zapfensammler aus SchSchSch (von Diana Rahfoth).

Im Anhang gibt es dazu noch die aus Band 1 und 2 der Reihe bekannten Informationen zu Seelentieren, eine Liste mit Charaktereigenschaften, einen „Aussehen von Meisterpersonen“-Generator sowie eine auf den Inhalt des Bands angepasste Namensliste. Das alles in Farbe, wenn auch ohne unseren nostrischen Zapfensammler aus der oben schon penetrant beworbenen Spielhilfe. Dafür 7 Punkte. Vielen Dank, dass Sie Nandurion besucht haben, und schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn Vibart, Salaza und Josch versuchen, das Elementare Gewalten-Puzzle zusammenzufriemeln, ohne dabei die Schnabeltasse fallen zu lassen.

Na gut, einverstanden, ein wenig mehr geht schon noch. In bewährter Manier gehen wir dafür nach den harten Fakten zunächst auf ein paar Vor- und Nachteile ein, bevor dann die bei dieser Art von Rezension unvermeidlichen Listen ihren Auftritt haben.

Gut, Gefällig und Gelungen

Allem voran stechen die Illustrationen diesmal positiv heraus, und zwar (fast) durchgehend. Nicht alle sind gleich gut, und manches trifft meinen Geschmack auch eher als anderes, aber wirkliche Ausreißer nach unten gibt es diesmal für mein Empfinden nicht. Im Unterschied zu bspw. KKK merkt man diesmal nicht nur, dass der Band hübsch aussehen soll, es sieht auch wirklich (fast) alles sehr hübsch aus.

Meine besonderen Favoriten:

  • Die Ifirngeweihte: einfach beeindruckend – überzeugt euch selbst im nächsten Absatz!
  • Die Rabenhexe: Hier wird weder das „Jung und sexy“ noch das „Alt und miesepetraig“-Klischee bedient.
  • Die Nostrische Ritterin: Julija Timoschenko trifft Brienne of Tarth trifft Claire Danes.
  • Die Zibilja: Genau so hatte ich mir die immer vorgestellt. Außerdem sieht sie aus wie meine Oma. Genehmigt.
  • Der Schattenlandebürger: Selten sah ungesunde Gesichtsfarbe so gut aus.
  • Der Sumupriester: Im Radagast-Stil mit Vogelhaus am Stab und Eichhörnchen auf der Schulter. Süß.
  • Der Yeti: Extrasüß

SSS_Ifirngeweihte_Steingraeber

Da lacht das Schwanenherz! Die Ifirngeweihte (von Mia Steingräber).

Manches ist auffällig, ohne zu stören (wie bspw. der Grolm, der ein wenig vom Standardbild abweicht, was aber auch mal ganz gut tut). Kurios hingegen finde ich, dass man das Stilmittel „Oh wie süß“ an mancher Stelle ein wenig überreizt hat. Besonders die Herren und Damen zur See hat es hierbei erwischt. 

Der Kapermagier ist bspw. eine putzige und etwas schmalbrüstige Mischung aus Ron Weasly und Jaime Lannister. Für die Piratin gilt, dass Klein-Alrik sich sicher gerne einmal von ihr entführen lassen würde. Beim Swafnirkind haben wir dann das nächste Mitglied der Familie Wiesellyson, und der Junge sieht in etwa so furchteinflößend aus wie Mario Götze nach dem 1:0 im WM-Finale. Womöglich ist das aber auch gerade der Sinn der Sache, denn wenn erst mal die Zeit für „Nu e skoera!“ gekommen ist, dürfte die Überraschung ziemlich groß sein. Ganz so zuckrig muss es aber auch nicht sein.

Wirklich nicht gefallen haben mir aber eigentlich nur zwei Illustrationen: Die Steppenelfe und der Svellttaler Orkbesatzer. Auch wenn ich es gut finde, dass der übetriebene Katzenalienmangalook mancher DSA4-Elfen-Illustrationen inzwischen wieder zurückgefahren wird, fehlen mir bei hiesigem Exemplar die typisch elfischen Züge. Hoch auf der Katzenartig-Skala positioniert ist dafür der Svelltaler Orkbesatzer, der zum Rahjanal sicherlich auch als Halb-Amaunir durchgehen könnte. Derlei Miezeorks finde ich grenzwertig. („Ja, such das Wollknäuel, Pussy-Aikar! Ja such! Da drüben ist es ja! Ja, spring, hopps!)

Was nach meinem Eindruck diesmal sehr gut funktioniert, ist das Ineinandergreifen von Erzählungen, Infokästen und Abenteueraufhängern, die eng miteinander verzahnt wurden. Wie schon in den vorigen Bänden tauchen viele der Personen in mehreren Geschichten auf, was beim Lesen einen netten „Aha“-Effekt gibt, und, bedeutend wichtiger, es auch erleichtert, den Einsatz der verschiedenen NSCs am Spieltisch zu verklammern. Loben möchte ich in diesem Zusammenhang vor allem auch die Kästen mit zusätzlichen Informationen, die fast immer wirklich Nützliches zur jeweiligen Profession, Region oder Kultur und teils auch echte Perlen enthalten (wie etwa die Artefakte beim Schattenlande-Bürger). Ganz nebenbei entsteht beim Lesen auch schnell ein plastischer Eindruck vom bunten Kulturgemisch des Nordens, der gerade Neueinsteigern sogar einen besseren Ersteindruck vom Flair der Regionen bieten könnte als manche ausufernde Regionalbeschreibung, auch wenn der Band für diese natürlich kein Ersatz ist.

Die Abenteueraufhänger sind von der Qualität her zwar schwankend, aber meist hilfreich und nur sehr selten auf dem Niveau von „Der Telefondesinfizierer hat seinen Lappen verloren, vielleicht können findige Helden seinen Mindestlohn retten?“. Auch der Umfang der bei einer gründlichen Ausarbeitung resultierenden Abenteuer schwankt zwischen „Machen selbst Anfängergruppen nebenbei“ bis hin zu „Sollte man einige Wochen für einplanen.“ Im Fall der Waldelfe ist der Aufhänger bspw. eine Anregung für eine kleinere Kampagne, und dass bei der Schweinehirtin tatsächlich die Karte „Helden müssen entlaufenes Schwein suchen gespielt wird, ist so unfassbar DSA-ig und potentiell hartwurstig, dass es schon wieder zum Knuffen ist. Oink!

SSS_Nostrische_Ritterin_Klumpe

Einer der Gründe, warum wir der andergaster Kanaille immer überlegen sein werden! Die Nostrische Ritterin (von Nele Klumpe).

Die meisten Abenteuerskizzen eignen sich dafür, um mit wenig Aufwand als Oneshots für kürzere Spielabende aufbereitet zu werden. Insbesondere Meistern, deren Gruppen, wie z.B. meine Gurkentruppe, nur noch für kurze Spielsessions zusammenfinden, dann aber trotzdem jeden Kleinkrams ausspielen wollen, dürfte dies entgegenkommen. Auch Meister, die gerade erst mit dem Spielleiterhandwerk beginnen und erst einmal kleine Brötchen backen möchten, dürften hier einige gelungene Anregungen finden. (Mir ist natürlich bewusst, dass Du, geschätzter Leser, so etwas zu Beginn Deiner Meisterkarriere nicht gebraucht hättest, denn Du hättest selbstredend auch aus dem Stegreif mit 14 Jahren bereits die Kastration des Namenlosen als epische Großkampagne meistern können. Aber es gibt nun mal auch noch den gemeinen und normalbegabten DSA-Pöbel, und es ist schön, dass auch an diesen manchmal gedacht wird.) Nach meinem Leseeindruck müsste es auch möglich sein, um zahlreiche der NSCs herum eine kleinere, episodisch aufgebaute Kampagne im Norden Aventuriens zu bauen bzw. die einzelnen Aufhänger und Anreize als Wegmarken für eine solche zu verwenden. 

Doofer, Dürftig, und Daneben (mit Ausnahme des Yetis)

Die Kästen zum Konfliktverhalten sind teils sehr uneinheitlich, was Gestaltung und Qualität angeht, und überwiegend eher uninformativ. Dass Nicht-Kämpferprofessionen in der Regel den Kampf vermeiden, versteht sich von selbst, und bei Kämpferprofessionen sind Spezialbegriffe (bspw. für Manöver) und Zahlen (für Proben) deutlich sinnvoller als vage Beschreibungen zum Kampfverhalten. Besonders negatives Exemplar seiner Art ist der ansonsten eigentlich gut gelungene Dunkle Ritter. Denn dieser ist „ein ernst zu nehmender Gegner, der um jeden Preis gewinnen will. Dazu sind ihm neben seinen guten Waffenfähigkeiten im Schwertkampf mit Langschwert oder Anderthalbhänder auch unlautere Mittel oder Schmutzige Tricks recht. In Nahkampfsituationen wird er versuchen, möglichst großen Schaden zu verursachen. Gnade hat sein Gegner nur bei einem lukrativen Angebot oder Nutzen zu erwarten.“ Er will also gewinnen, er will Schaden machen, und er kann es auch. Dafür ein Dankeschön.

Das Korrektorat ist diesmal überwiegend annehmbar und besser, teils wirken kleinere Kästen aber immer noch, als hätte jemand sie in allerletzter Sekunde unter Einsatz seines Lebens ergänzt, als das Buch schon durch die Druckerpresse lief. Es sind zwar diesmal wirklich nur sehr wenige, aber überflüssig und ärgerlich ist so etwas immer noch. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir aber noch eine klitzekleine Stilkritik, liebe Autorinnen und Autoren: Auch wenn man laut reformierter neuer Rechtschreibung inzwischen auf viele Kommata verzichten darf, ist das nicht immer auch eine gute Idee, insbesondere dann nicht, wenn die Sätze sehr lang werden. Also bitte entweder mehr Kommata setzen oder aber kürzere Sätze schreiben, das wohl! Sonst kommt demnächst mal der Dunkle Kritikritter vorbei und will richtig Schaden machen.

SSS_ Yeti_Schneider

Den muss man einfach mögen! Seine Freunde dürfen ihn übrigens Nrhuk nennen. Der Yeti (von Verena Schneider).

Schlussendlich noch ein paar Worte zum leidigen Thema „Werte“: Ich bin bekennender Werte-Ignorant, daher fallen mir Probleme in dieser Kategorie eigentlich nur auf, wenn sie bereits zur Forenfolkore gehören oder einfach nicht zu übersehen sind. Dennoch finde ich, dass bei manchen Kämpferprofessionen sinnvolle Kampf-SF fehlen und dass der Firungeweihte im Vergleich bspw. mit der Abenteuererin einen überraschend niedrigen Wildnisleben-TaW hat.  Wer lang genug sucht, wird auch noch weitere Anlässe zum Nörgeln finden. So richtig ärgern kann ich mich darüber aber nicht, da ich eh daran gewohnt bin, Werte konsequent (wenn auch erfolglos) an meine Gruppe und an die Erfordernisse des Plots anzupassen. Für Einsteiger, die ich mit zur Kernzielgruppe des Bandes zähle, wäre es aber wichtig, sich auf die Angaben im Band verlassen zu können, um nicht als Meister aus Versehen ihre unerfahrene Gruppe von Azubi-Rondrageweihten durch einen Veteranenschweinehirten auszulöschen.

Soweit also zu den wichtigsten Vor- und Nachteilen. Kommen wir nun zum Abschluss noch zu einigen persönlichen Tops, Flops sowie zu einem kleinen Exkurs ins Kuriositätenkabinett.

Tops 

  1. Die Skaldin: Weil hier einfach alles stimmt, bis hin zum Saga-Auszug in der Erzählung.
  2. Der Yeti: Weil der immer noch ultrasüß ist, und weil bei Namen wie „Krhnkark“ eh nichts schief gehen kann.
  3. Diesen Platz teilen sich der Schattenlandebürger (vor allem wg. des Artefakt-Kastens und der Gesichtsfarbe, die mich an meinen Sitznachbar auf dem letzten Easy-Jet Flug erinnert) und der Engasaler Pikenier (bei dem ist die Erzählung zwar etwas lahm geraten, aber der Rest des Eintrags hat mich mehrfach zum Lachen gebracht). 

Flops

So richtig mies fand ich eigentlich keinen NSC, meine beiden Flops betreffen daher eher Enttäuschungen der Form „Da wäre deutlich mehr drin gewesen.“ Besonders in Erinnerung geblieben sind mir:

  1. Der Ork-Krieger (denn die Abenteueraufhänger sind hier viel zu belanglos).
  2. Die Trollzacker Stammeskriegerin (auch hier aufgrund der Abenteueraufhänger: ein Abenteuer-Aufhänger ist lahm, der andere nur ein Aufguss der Erzählung).

Varia und Kuriosa

  1. Nostrische Namen: Die Bürger meines geliebten Nostrias haben diesmal erstaunlich holländisch klingende Namen. Alle Gracht dem Volke!
  2. Der Andergaster Ritter: Die unleidige Antipathen-Kanaille wird hier endlich mal genau so kompetent dargestellt, wie es sich ziemt. Vivat Kasparbald!
  3. Der Zimmermann: Ein Lowanger Dualist wie aus dem Lehrbuch. Besonders schön der Kasten mit Dienstleistungen: „Religiöse Dienste – gratis.“ Es gibt Dinge, die braucht man nicht zu kaufen. Für alles andere gibt es die Meisterkarte.

Fazit

Nandurion Xeledons Spottgesang Logo kleinAlles in allem haben sich diesmal nur zwei Einhörner bei der Lektüre des Textes verwirrt. Eines hätte sich noch mehr und spannendere Abenteueraufhänger gewünscht (denn eine solche Spielhilfe sollte einfach maximal auf den Einsatz am Spieltisch ausgerichtet sein), ein besonders empfindliches wurde durch die Summe kleinerer Ungenauigkeiten und lässlicher Sünden verscheut.

Alles in allem verbleiben daher sieben, die es sich derweil bei den Yetis der Hrm Hrm gemütlich machen und darauf hoffen, dort ein entlaufendes Schwein zu finden oder von sexy Piraten kielgeholt zu werden. [*]

Bewertung Einhorn 7

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.
[*] Um nicht missverstanden zu werden, bedarf es vielleicht noch einmal einer besonderen Betonung: 7 von 9 Punkten sind keine uneingeschränkte Kaufempfehlung, sondern nur eine Empfehlung für alle diejenigen, die mit dem, was der Band anzubieten hat, grundsätzlich etwas anfangen können oder sich zumindest probeweise darauf einlassen wollen. Alle anderen sollten einen Bogen um das Produkt machen, wussten das aber vermutlich schon vorher. Danke Bruderschwestern, dass ihr trotzdem bis hierhin gelesen habt.
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36 Kommentare zu Söldner, Skalden, Steppenelfen

  1. Pingback: Rezension zu “Söldner, Skalden, Steppenelfen” | Nandurion

  2. Christian sagt:

    So so, das entlaufene Schwein zu suchen ist also hartwurstig?

    *den Rezensenten an den Stuhl kettet & ihm mit der Blendlaterne ins Gesicht leuchtet*

    Herr Josch, was haben sie mit der armen Sau gemacht? Raus mit der Sprache!

    *hüstel* Ansonsten bleibt zu sagen, dass die Illustrationen und die Rezension Lust machen das Ding zu kaufen, auch wenn ich es wohl eigentlich nicht brauche …

  3. Josch sagt:

    Und ich hatte schon befürchtet, der Ausdruck „hartwurstig“ sei so sehr zum rollenspieltheoretischen Fachbegriff verkommen, dass dieses ultraschlechte Wortspiel unbemerkt bliebe 🙂

  4. Nirka sagt:

    Jetzt bin ich doch mal versucht etwas zu dieser gesamten lila Reihe zu sagen…
    Das ist meine persönliche Meinung und ich bin selbst langjährige Spielerin (Zweistellig)…

    Diese ganze Reihe halte ich persönlich für sehr sinnfrei.
    Macht es nicht eigentlich einen guten Meister aus, der es schafft eine Magd oder einen Söldner eben mal selbst aus dem Ärmel zu schütteln? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man öfters mal NSCs braucht, auch mal spontan!, aber die sind schnell im Kopf selbst gemacht und dafür muss ich nicht Unmengen von Geld ausgeben!

    • Salaza sagt:

      Da liegt vielleicht schon der Hase im Pfeffer. Du hast lange Erfahrung. Für jemanden, der mit dem Hobby erst anfängt und mit dem Meistern noch nicht so viel Erfahrung hat, mag es aber durchaus eine Erleichterung sein, solche Charaktere mit Hintergrund und Werten als Vorlage zu bekommen. Zum direkten Einsatz und als Inspiration. Zudem unterscheiden sich Gruppen auch darin, wie detailliert sie NPC festgelegt haben wollen. Bei mir reichen da in der Regel auch grobe Rahmenbedingungen mit spontanen Entscheidungen dazu, welche SF beherrscht werden (und wenn eine Eigenschaft dann mal einen Punkt zu niedrig ist – egal!). Ich kenne aber Gruppen, wo das deutlich anders aussieht. Und je präziser der NPC gefragt ist, desto schwieriger wird es auch für einen „guten Meister“ mit dem widerspruchsfreien aus-dem-Ärmel-schütteln.
      Grundsätzlich sind ansonsten eh alle Spielhilfen sinnfrei, da sich ein „guter Meister“ ja all diese Infos aus dem Ärmel schütteln könnte. Ging zu DSA1-Zeiten ja auch – damals musste man mangels Hintergrundbänden jede Menge Sachen improvisieren, ob man wollte oder nicht. Aber dennoch ist es mMn schön, manche Sachen jetzt aus der fertigen Spielhilfe nehmen zu können.

      • Josch sagt:

        Genau. Selbst wenn Du recht haben solltest: Es ist schön, dass auch an die schlechten, unerfahrenen und mit wenig Zeit gesegneten Meister gedacht wird (für die hatte ich aus eigener Erfahrung schon immer einen Platz im Herzen).

        • Captain Charisma sagt:

          Wäre es für schlechte, unerfahrene und mit wenig Zeit gesegnete Meister nicht sinnvoller gewesen, ihnen regelkompatible und stimmige Meisterpersonen zur Verfügung zu stellen?

          • Josch sagt:

            @ Captain Charisma: Klar, hab ich das bestritten? Zu Werten habe ich ja oben konkret was gesagt, ein Problem mit der Stimmigkeit sehe ich allerdings nicht. Wo siehst du denn eins ?

          • Captain Charisma sagt:

            @Josch: Z.B. beim Bronnjaren. Der Archetyp eines Menschenschlags, der seine Hunde besser als seine Leibeigenen behandelt, hat als Prinzipientreue „Schutz der Schwachen“. Passt nicht. Oder beim Brobo, der die SF Spießgespann hat, aber keine passende Waffe, um sie einzusetzen. Oder der Fallensteller, der gerne Fremde bewirtet, obwohl er Vorurteile gegen diese hat.

          • Salaza sagt:

            Naja, in meinem Bornland ist der Bronnjar schon grundsätzlich dazu verpflichtet und tut das auch mehr oder weniger. Der „böse Bronnjar“ sollte mMn auch nicht die Regel sein. Die Prinzipientreue deckt sich, wie ich finde, schon mit der Beschreibung aus Land des Schwarzen Bären S. 42.
            Dass der Brobo Spießgespan hat, aber keine passende Waffe: Ja nu. Ist ja nicht so, dass ein richtiger Drachenkämpfer-Zwerg mit eine solchen Fähigkeit die ganze Zeit einen Drachentöter dabei hätte – dennoch kann das interessant werden, dass er zum entsprechenden Kampf in der Lage ist. Vielleicht hat ja einer der Helden eine solche Waffe dabei. Dann gibt es da schöne Interaktionsmöglichkeiten. Also: so what?
            Und „Vorurteile“ heißt nicht „hasst Fremde“. Das heißt nur: „Der Held hat gegenüber einer bestimmten Gruppe […] feste (Fehl-)Meinungen, von der er sich auch durch vernünftige Argumente und selbst durch Erlebnisse kaum abbringen lässt.“ (WdH S. 273). Ist ja nicht so, dass US-Amerikaner mit Vorurteilen gegen Deutsche (tragen Lederhosen und trinken die ganze Zeit Bier) nicht dennoch auch gerne aufs Oktoberfest in München gehen wollen können. 😉

    • Tapo sagt:

      Wenn ich mir den Artikel als auch die Kommentare hier durchlese, muss ich Nirka meine Zustimmung aussprechen.

      Ich kann es nicht verstehen, warum ein Ergänzungsband nicht als solcher bewertet wird, sondern nur unten mit einem kleinen Sternchen vermerkt wurde, dass es sich bei dieser Bewertung um keine Kaufempfehlung handle. Ich verlange natürlich keinen großen leuchtenden Banner der mir sagt: Achtung Gimmick, aber es wäre journalistisch besser wenn im Artikel selbst auf diesen Umstand eingegangen wäre. Noch mal zum auf der Zunge zergehen lassen: der Band kostet 35 Tacken, Fünfunddreißig! Das ist ein Batzen Geld, für eine meiner Meinung nach Ausformulierung einer Archetypen Tabelle…

      Warum der publizierende Verlag seine Kapazitäten mit Gimmicks auslastet und sich nicht mehr um eine gute Story mit schlüssigen Hintergründen kümmert bleibt mir schleierhaft. Daher kommt es mir schon länger so vor als würde man bei DSA nur noch auf nette Gimmicks setzen, sich aber nicht um eine neue Kampagne in der Qualität und Umfang der Phileasson Sage, der G7 Kampagne oder auch der Königsmacher Kampagne wagen, sondern wie schon gesagt sich auf nette, teure Extras Beschränken.

      Ich verfolge den Block schon länger, vermisse jedoch zunehmend den anfangs neutral kritischen Kanon, der sich im laufe der letzten Jahre sehr zu einer indoktriniert positiven Grundmeinung geändert hat. Produkte werden nicht mehr aufgrund ihres Zwecks hinterfragt, sondern es erfolgt nur noch eine Art „Umsetzungsbewertung“ des vom Verlag publizierten. Es macht den Eindruck, dass der Blog mehr und mehr zu einem „Ulisses Fanboy Treff“ wird. Das ist meine Meinung und muss natürlich NICHT die Wahrheit widerspiegeln.

      Auch wenn man jetzt die Einführung des neuen Regelsystems als großen Verdienst von Ulisses benennen könnte, so muss dabei bedacht werden, dass diese Aktualisierung zwar dringend nötig geworden war, aber die Vorgenommenen Änderungen zum größten Teil nicht tief greifend genug bzw. nur eine offizielle Verschriftlichung von Hausregeln (Community Beteiligung) darstellen. Zumindest sind sie unkomplizierter und eindeutiger als noch bei DSA 4.1.

      Soviel von mir.

      • Salaza sagt:

        Deine Meinung ist deine Meinung, aber zur Klarstellung ist vielleicht folgendes interessant:
        Ich für meinen Teil rezensiere Bände entsprechend ihrer Zielsetzung. In wieweit diese Zielsetzung für den jeweiligen Leser interessant ist, überlasse ich jedem bzw. jeder selbst. Alles andere fände ich unsinnig, zumal ich nicht in die Köpfe der Leser hineinschauen kann. Ich würde auch keinen Krimi-Roman abwerten, nur weil ich Krimis nicht mag. Eine Haltung im Sinne von: Finde ich für meinen Bedarf unsinnig, also ist der Band grundsätzlich Quatsch! halte ich im übrigen für eine eher engstirnige Bewertungshaltung.
        Was den Preis eines Bandes angeht: Dieser ist für jeden direkt einsehbar, aber für jeden von anderem Gewicht. Deshalb sehe ich auch hier kaum eine sinnvolle Bewertungsgrundlage. Für den einen sind 35 Ocken kein Geld, der andere kann sich vielleicht ein 15 € Abenteuer nicht leisten. Das kann aber ebenfalls nur jeder Leser und jede Leserin für sich entscheiden, weshalb ich keinen Sinn darin sehe dies in die Bewertung einfließen zu lassen. Ein geile Abenteuer für 40 € bleibt ein geiles Abenteuer, ein mieses für umsonst bleibt ein mieses. Eine Verwässerung der Qualitätsaussage auf Grund des Preises dünkt mir wenig zielführend.
        Schließlich zu allgemeinen Qualität: Ich selber empfinde diese im Schnitt auf hohem Niveau, nehme aber durchaus auch Ausreißer wahr. Ist ja nicht so, dass ich die Erben des Schwarzen Eises-Kampagne in den Himmel gelobt hätte oder bei Schleierfall und Firuns Flüster nur Jubelstürme von mir gekommen wären. Deswegen befremdet mich dieser „Ulisses Fanboy Treff“ Vorwurf schon. Damit wir uns richtig verstehen: Ich mag Ulisses durchaus, da ich das Gefühl habe, dass da Leute arbeiten, denen etwas am Spiel liegt. Dass diese Meinung nicht jeder teilt ist mir dabei klar. Aber die Fanboy-Aussage unterstellt ein unreflektiertes Gutfinden und ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass du eine nennenswerte Anzahl an Rezensionen dieses Jahr auf unserer Seite wirklich gelesen hast, wenn du tatsächlich dieser Meinung bist.

        • Tapo sagt:

          @ Salaza: Mit dem Preis war mir zum größten Teil der Kosten/Nutzen Faktor im Kopf. Es gibt im Netz mittlerweile massig kostenlose qualitativ ansprechende NSC-Generatoren, auch für DSA (diarium.eu als Beispiel). Warum brauche ich dann drei Bände mit exemplarischen Meisterpersonen? Sind zwar nette Bildchen drin, ein paar Abenteuer Ideen und wie Captain Charisma schon aufführt einige fast schon “geniale“ Logikfehler, aber das war’s auch schon.
          Wäre es da nicht besser, wenn der Verlag mit seiner Arbeitsleistung das Lektorat verbessern würde?
          Ich habe ein Problem damit, dass Ihr über diese Missstände gerne mal kein Wort verliert oder es nur beiläufig erwähnt. Sie sind jedoch in allen neuen DSA Werken, seit der Übernahme des DSA Franchises von Ulisses 2011, gehäuft vertreten. Wir sind zwar alle Menschen aber so eine Vielzahl an Fehlern, Sprache und Inhalt und teilweise sogar Format und Verarbeitung, sind mMn nicht vertretbar.

          Nein ich lehne diese Gimmicks nicht grundsätzlich ab, nur werden sie auf Kosten der inhaltlichen und formalen Qualität als auch zugunsten von mMn wichtigeren Aspekten einer Fantasywelt, nämlich spannenden und schlüssigen Abenteuern sowie nachvollziehbaren Regeln, produziert. Es ist ja schon fast so wie die DLC Seuche bei den Computerspielen…

          Zur allgemeinen Qualität: Ich arbeite in der Wissenschaft und daher habe ich eventuell andere Ansprüche als Ihr an die Aussage eines Artikels. Ich vermisse bei Euch einen festen nachvollziehbaren, jederzeit einsehbaren Bewertungsrahmen an dem sich jeder Artikel zumindest orientiert und runter brechen lässt. Es besteht zwar eine Gliederung jedes einzelnen Artikels, jedoch existiert kein übergeordnetes Gerüst für alle Rezensionen. Ihr benutzt Euer Punktessystem (Einhörner), doch ist dieses nicht unter den verschiedenen Publikationen vergleichbar, denn alle Werke werden in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlicher Gewichtung beleuchtet. Warum bekommt die Quanionsqueste 9 Einhörner Unter dem Sternpfeiler aber nur 8? Subjektive Meinung. Deshalb finde ich es fragwürdig aus dieser subjektiven Beurteilung eine Kaufempfehlung auszusprechen.

          Zu den Ulisses Fanboy vorwürfen: Es sind genau diese Umstände, die mir dieses Bild vermitteln… Ihr gebt nur einen subjektiven Blick auf das Produkt wieder, in dem Ihr oft nur die Meinung eins Rezensenten einfließen lasst.
          Vielleicht seid Ihr Euch Euer Verantwortung nicht ganz bewusst: Seitdem Alvaran.org nicht mehr unter Uns weilt, seit Ihr mit Arkanil und Orkenspalter die letzten unabhängigen DSA-Online Communitys, und bei Euch finden sich mit abstand die meisten und aktuellsten Rezensionen. Da liegt der Kasus Knaktus. Wenn man im Netz nach DSA Werken sucht, kommt man mit einer großen Wahrscheinlichkeit auf Eure Seite und dort befinden sich Bewertungen und Kaufempfehlungen, die aus besagten Gründen nicht als Kaufgrundlage hergenommen werden sollten.

          Warum Ihr nicht genauer auf den Preis eines Produktes und dem damit verbundenen Kosten/Nutzen eingeht bleibt ebenfalls schleierhaft. Der Preis eines Gutes repräsentiert direkt die Arbeit, die das Produkt dem Verlag gekostet hat. Also sollte ein Produkt mit einem höheren Preis auch eine höhere Qualität oder einen größeren Umfang besitzen.
          Momentan sind viele DSA-Publikationen leider nicht auf einem hohen Niveau, was die Sprache angeht, ich möchte zumindest kein oder weniger Geld in ein Produkt investieren welches nicht ausgereift ist.

          Gute Nacht

          • Xeledon sagt:

            Muss man jemandem, der „in der Wissenschaft arbeitet“, also ernsthaft den Unterschied zwischen einer Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und einer Rezension erklären? Traurig, aber offensichtlich wahr…

            Eine Rezension ist eine – hoffentlich begründete und durch das Liefern von Argumenten im Idealfall nachvollziehbare – Meinungsäußerung des Rezensenten, nicht mehr und nicht weniger. Damit ist sie immer in höchstem Maße subjektiv und die Forderung nach einem allgemeingültigen, objektivierbaren Bewertungsmaßstab spätestens an dem Punkt, wo mehrere verschiedene Personen Rezensionen schreiben und diese womöglich sogar gleichzeitig als Informationsquelle, Unterhaltungslektüre und kreative Ausdrucksform verstehen, ziemlich sinnlos und in meinen Augen noch nicht einmal in irgendeiner Weise erstrebenswert. Zu bemängeln, dass eine Rezension subjektiv ist, ist jedenfalls ungefähr genauso sinnvoll, wie darüber zu jammern, dass Wasser nass ist.

  5. Xeledon sagt:

    Ich mag die Bände trotz langjähriger Spielleid-Erfahrung. Weniger, weil ich auf die Werte der NSCs angewiesen wäre, sondern eher weil ich beim Lesen die ein oder andere Inspiration für Randbegegnungen abseits des eigentlichen Abenteuerplots rausziehen kann und teilweise (also da, wo nicht nur Offensichtlichkeiten wiedergegeben werden) auch mal Ideen kriege, NSCs in einen Kontext zu stellen, der mir sonst nicht in den Sinn gekommen wäre. Neben dem reinen Unterhaltungswert sehe ich die Lektüre daher als hilfreich dabei an, meine NSCs ein wenig variantenreicher und plastischer darstellen zu können. Und ich schäme mich auch nach mehr als anderthalb Dekaden als Spielleiter nicht, zuzugeben, dass ich da nach wie vor nicht perfekt bin und immernoch viel dazulernen kann.

    Ein „Must-Have“ sind die drei Meisterpersonen-Bände sicherlich nicht und ich käme auch ohne mühelos klar. Den Kauf der ersten beiden (drei folgt demnächst) habe ich aber keineswegs bereut. Wie immer gilt halt: Wer’s mag, kauft’s, wer nicht, lässt die Finger davon. Aber letztlich taugt die Rezi deswegen auch gut für mich, weil im Grunde genau das auch drinnen steht und darüber hinaus relativ deutlich wird, was potentielle Käufer bei dem Teil erwartet. Besten Dank dafür, Josch! Achja, und natürlich ein herzliches EVIVA NOSTRIA, nieder mit den Eichelfressern!!! 😉

    [Und für alle, die der Meinung sind, man müsse jedes Produkt besitzen, auf dem „DSA“ drauf steht, kann es gar nicht genug Bände geben, mit denen sie nix anfangen können und über die sie sich dann künstlich aufregen dürfen, damit sie von diesem irrwitzigen Alleskäufer-Fanatismus baldestmöglich geheilt werden! ;)]

    • Captain Charisma sagt:

      Dein letzter Absatz in Gottes Ohr, aber die meisten Alleskäufer dürften sich nicht über den Inhalt aufregen, weil sie ihn nicht kennen – meiner Erfahrung nach ist für die meisten davon ein neuer Band nur ein weiterer Rücken im Buchregal.

      • Xeledon sagt:

        Auch damit habe ich überhaupt kein Problem, die „Qualitätskontrolle“ wird halt nicht von den reinen Sammlern übernommen, sondern von denjenigen, die die Bücher auch lesen. Und wenn ein Produkt ausschließlich von Sammlern gekauft würde, wäre das ohnehin eine Win/Win/Win-Situation: Die Sammler haben was schönes, das sie im Regal verstauben lassen können, Ulisses hat Geld, mit dem sie weiterhin Rollenspielprodukte veröffentlichen können, und der qualitätsbewusste DSA-Spieler hat sich das Geld für „unnützen Quatsch“ gespart. 😉

        Trotzdem gehe ich davon aus, dass es neben den „Sammlern“ durchaus auch „Spieler“ da draußen geben wird, die letztlich auch über den Erfolg eines Produkts entscheiden. Denn wenn die Sammler eh alles kaufen, dann ist umso spannender, ob noch hinreichend viele andere Leute sich finden, die die Verkaufszahlen weiter steigern oder ob man nur den festen Grundstock an Ware an die Alleskäufer bringt. Schon alleine dadurch bin ich davon überzeugt, dass sich – ungeachtet gelegentlicher Ausreißer in die eine oder andere Richtung – ein gewisses Maß an Qualität letztlich durchsetzen wird.

      • Pallien sagt:

        Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich mir auch viele DSA-Bücher kaufe, die ich erstmal überhaupt nicht brauche, aber in die ich dann eines Tages doch mal reinschaue und dann sehr froh bin, sie zu haben. So zuletzt mit „Angroschs Kinder“ – vor zig Jahren gekauft, praktisch originalverpackt weggelegt und gestern zum Meistern benötigt, weil zum ersten Mal Zwerge im Fokus standen.

        Auch bei den Meisterbänden kann ich mir das vorstellen – irgendwann ist die Gruppe mal im Norden, und dann hätte ich gerne mal ein paar typische Zeitgenossen auf die Schnelle, ohne bis dahin das Bornland komplett verinnerlicht zu haben.

  6. Hellerkönig sagt:

    Was soll das hier heißen? Gurkentruppe?!
    Wenn ich das mal kurz zitieren darf: „abwertend, oft Fußballjargon: für subjektiv als minderwertig, hässlich einzuschätzende und/oder hinsichtlich des Zusammenhaltes nicht von Dauer seiende Gruppe von Menschen, Personen oder Mannschaft“
    Weil das ist doch wirklich die Höhe! Wir… wir…
    Wir spielen gar kein Fußball.
    (Sorry für die Gruppeninterna, aber Josch ist böse. Böse!)

    • Josch sagt:

      Ich hatte dabei v.a. ganz fußballfrei an die Bedeutungskomponente „Gruppe ohne einheitliche Strategie oder Führung“ gedacht – dass wir schon anfangen, über Nandurionkommentare miteinander zu kommunizieren, spricht jetzt auch nicht unbedingt dagegen, oder? Und warum liest Du hier überhaupt mit? Kann man nicht mal mehr wahllos im Internet Interna ausplaudern, ohne dass es wer mitbekommt? Was ist mit meinem Recht auf Vergessen, Google? Nrhuk, hilf!

  7. Tapo sagt:

    Es ist schon sehr bezeichnent für einen Blog, wenn es den Followern nicht gestattet ihre Meinung kund zu tun. (Der Mod der meinen Vorherigen beitrag nicht freigeschaltet hat weiß, dass ich ihn meine…)

    • Salaza sagt:

      Langsam, langsam. Solange hier niemand beleidigt wird schalten wir alles frei, also bitte nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, sondern auch mal einplanen, dass Dinge aus völlig harmlosen Gründen passieren oder halt nicht passieren. Auch uns Einhörnern sei bitte gestattet nicht immer innerhalb kürzester Zeit alles neue an Kommentaren zu sichten. Wir machen das hier schließlich in unserer Freizeit und manchmal ist das echte Leben da draußen auch ein paar Stunden mal wichtiger.

  8. Adalariel sagt:

    Danke für die konstruktive Kritik und das Lob ;-).

  9. Josch sagt:

    @Tapo: Fragen wir uns doch mal ganz wissenschaftlich: Was soll eine Rezension eigentlich leisten? Doch wohl dies: Eine Rezension soll dem Leser v.a. möglichst klar und verständlich einen Eindruck davon geben, inwieweit ein Produkt bestimmte, sinnvoll ausgewählte Kriterien erfüllt.

    Ein Wutanfall über verfehlte Verlagsstrategien macht daher weder eine gute Rezension, noch hat er in einer solchen wirklich etwas verloren. Ich kann mich darüber ärgern, dass Ulisses einen Abenteuerband im Bornland statt einer Artefakt-Spielhilfe oder einen LARP-Schlafsack statt einer Regionalspielhilfe zu Uthuria herausbringt, aber wenn ich das zum Maßstab meiner Bewertung mache, statt zu schauen, ob das Abenteuer etwas taugt oder der Schlafsack das kann, was Schlafsäcke normalerweise tun können, bin ich nicht besonders kritisch, sondern mache mich lächerlich. Also ist der einzig vernünftige Umgang mit einem Band wie SSS der, sich zunächst zu fragen, was man von so einem Produkt sinnvollerweise wollen kann, sich dann zu fragen, inwiefern der Band das leistet und die Leser schlussendlich transparent darüber zu informieren.

    Egal, wie oft man jetzt auch mit dem Fuß aufstampft und auf Wissenschaftlichkeit und Objektivität pocht – bei der Auswahl der Kriterien werden immer auch die persönlichen Interessen und Präferenzen des Rezensenten eine Rolle spielen. Aufgabe der Rezension ist nicht, das zu verschleiern, sondern statt dessen gerade, deutlich zu machen, dass und wo solche Entscheidungen durch den Rezensenten getroffen werden. Wenn ich dem Leser klar mache, wo ich bei meiner Bewertung stehe, helfe ich ihm eher weiter als wenn ich mich hinter pseudo-objektiven Phrasen verstecke.

    Aus diesem Grund verzichten wir i.d.R. auch bewusst auf Preis-Leistungsüberlegungen bei der Bewertung, denn hiermit wird Objektivität suggeriert, wo doch nur bestimmte Präferenzen am Werk sind. Damit man halbwegs seriös komparative Preis-Leistungsurteile über Produkt X abgeben kann, braucht man eine Klasse von äquivalenten Produkten, d.h. von solchen, die in den relevanten Hinsichten ung. gleich gut abschneiden. Wenn man die relevanten Bewertungshinsichten für SSS so wählt, wie ich das in der Rezension getan habe, enthält die einschlägige Vergleichsklasse genau zwei weitere Bücher: KKK und GGG. Dass ein Preis/Leistungsvergleich relativ hierzu wenig ergiebig ist, erfordert nun kaum eine ausgiebige wissenschaftliche Untersuchung.

    Mir scheint, diese Punkte sind bei etwas genauerem Nachdenken über Sinn und Unsinn von Rezensionen und Produktbewertungen leicht einsehbar, und ich hatte gerade diese Rezension auch mehr als hinreichend deutlich mit entsprechenden Hinweisen gespickt (ebenso wie auch mit Hinweisen auf das Korrektorat, die Du anmahnst und die sich in so gut wie jeder unser Besprechungen finden). Nach Lektüre Deiner Kommentare drängt sich mir daher der Verdacht auf, dass der Text bestenfalls oberflächlich gelesen wurde.

    Wirklich ärgerlich ist aber, dass hier auch noch unsere Ernsthaftigkeit und Integrität in Frage gestellt wird. Egal, mit wie viel Pathos man derlei Vorwürfe auch einkleidet und wie sehr man sich dabei in das Gewand des besorgten Lesers und engagierten Fans kleidet, wenn man von einer „indoktriniert positiven Grundmeinung“ spricht, uns unterstellt, wir würden nur noch „Umsetzungsbewertung“ machen und uns pauschal als „Ulisses Fanboy Treff“ diffamiert, bleibt am Ende nur eine schnöde Beleidigung übrig. Und wenn man dazu nicht mehr anzubieten hat, als zu sagen „Das ist meine Meinung und muss natürlich NICHT die Wahrheit widerspiegeln.“, dann sollte man es besser lassen, so dick aufzutragen. Je stärker die Vorwürfe, desto besser sollten die Gründe dafür sein. Das hat zwar wenig mit Wissenschaft zu tun, aber viel mit elementaren Normen des höflichen Miteinanders.

    Wenn Nandurion nicht unsere Herzensangelegenheit wäre und wir unsere Aufgabe hier nicht sehr ernst nehmen würden, würden wir kaum derart viel Zeit in unsere Rezensionen stecken, wie wir das tun. Es wäre nämlich ein Leichtes, statt dessen regelmäßig Halbseiter rauszuhauen, die den Klappentext des Produkts zusammenfassen, ein paar Phrasen dreschen und am Ende eine Punktwertung enthalten, die in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit dem Text steht, wenn es uns nur um die Rezensionsexemplare gehen würde.

    • Pallien sagt:

      Ich würde mir da keinen Kopp machen. Die Aufgabenstellung wurde geschildert, auf vorangegangene Untersuchungen zu ähnlichen Themen verwiesen, alle Punkte unter benannten Aspekten beleuchtet und am Ende eine begründete Bewertung abgegeben. Selbst wenn eine Rezension kein Paper ist, kann ich als ebenfalls wissenschaftlich ausgebildeter Mensch sagen, dass hier selbst aus wissenschaftlicher Sicht ordentlich gearbeitet wurde.

      Und als Rezension ist der Text natürlich super, weil er genau das erfüllt, was ich möchte, nämlich einen Überblick und eine Bewertung von einer fachkundigen Person zu liefern.

  10. Adalariel sagt:

    Wo hat denn die Abenteurerin einen höheren Wildnisleben-TaW als die Ifirngeweihte?
    In meiner Ausgabe ist das Verhältnis genau umgekehrt…

  11. Josch sagt:

    @Adalariel: Stimmt, da bin ich beim Ausformulieren irgendwie durcheinander gekommen. Hab mir meine Notizen noch mal angeschaut und gesehen, dass ich ursprünglich was über den Firungeweihten sagen wollte, aber auch da würde der Vergleich mit der Abenteuererin so nicht stimmen (weil 1 Punkt mehr beim Geweihten). Seltsam. Vielen Dank auf jeden Fall für den Hinweis, ich hab die Formulierung entsprechend angepasst und abgeschwächt.

  12. Tapo sagt:

    @ Nandurion: Erst einmal ein dickes Lob an Euch, dass Ihr so viel Mühe in die Beantwortung und Bearbeitung meiner Kritik gelegt habt. Das freut mich und zeigt mir, dass Euch mein Anliegen zumindest interessiert. Nach einer Nacht schlaf über das erste und zweite von mir verfasste Kommentar, muss ich mich bei Euch in aller Form für den doch teilweise sehr scharfen und die zum Teil subtil beleidigenden Aussagen entschuldigen. Es war wahrscheinlich dem Umstand verschuldet, dass ich mich ein wenig in Rage geschrieben habe.

    @ Xeledon: Es ist wahrscheinlich einfach nur mein Wunsch einen öffentlich einsehbaren Bewertungsrahmen für euere Rezensionen zu finden. Dass eine Rezension genau wie ein wissenschaftlicher Artikel immer subjektiv ist, ist mir klar. Wie gesagt ich würde mich einfach über einen verschriftlichten Bewertungskatalog freuen, was natürlich auch in Form eines „Making off“ geschehen könnte 😉
    Dazu: Ihr habt ja schon den Leitfaden für die Gastrezensionen online gestellt. An dieser Stelle vermisse ich das Gerüst für eure eigenen Rezensionen.

    @ Josch: Du hast es erkannt ich bin mit der Verlagsstrategie von Ulisses mehr als unzufrieden. Diese Massenpublikation von Werken, die nicht in meine persönliche Erwartungshaltung fallen macht mich traurig, wütend und ein wenig verbittert. Das Ihr dazu nichts könnt, ist natürlich logisch…
    Nur leider seid ihr bis jetzt, zumindest in einem eigenständigen Artikel, noch nicht auf den Kurs des Verlages eingegangen. Dieser Umstand vermittelt mir persönlich den Eindruck, dass es Euch weniger kümmert in welche Richtung DSA wandert, was ich nicht glaube, aber der Eindruck bleibt zumindest für mich bestehen.

    Zu den Fanboy Vorwürfen, der eine große Punkt der sich für mich dahinter verbirgt ist Eure zurückhaltende Art was die Bewertung der groben Fehler innerhalb der Publikationen angeht. Ihr seht das gerne auch mal nicht so eng. Ihr könnt aber auch anders wie in der Rezension zu Auf gemeinsamen Pfaden mit viel Witz und Humor gezeigt wird nur leider ist dies nicht der Regelfall.
    Der andere Punkt, ist wie schon erwähnt die mangelnde Auseinandersetzung mit dem Quo Vadis DSA. Natürlich finden sich in eurem Blog diverse Interviews, die den Werdegang von DSA beschreiben, nur leider fehlt mir dabei ein Diskurs.
    Dazu: Ihr habt zwar ein Thema zum DSA 5 Beta Regelwerk, erwähnt dass Ihr Verbesserungsvorschläge eingereicht habt, erwähnt nur leider nicht um welche es sich dabei handelt. Vielleicht kommt das ja noch, da die Einreichfrist bis Ende Oktober war. Eventuell ist diese Art der Ausführlichkeit auch zuviel von Euch verlangt, denn Ihr betreibt den Blog in Eurer Freizeit. Ich kann es gut nachvollziehen, wenn man aufgrund von Zeitmangel nicht das schafft was man gerne würde. In Zukunft fände ich es für mich schön, wenn man Euch das ein oder andere Statement zur aktuellen Entwicklung entlocken könnte, um eure Rezensionen besser einordnen zu können.

    Zu den Kosten/Nutzen Bewertungen: Ihr habt dargelegt warum Euch die Aufstellung dieses Punktes nicht als sinnvoll erscheint. Auch wenn ich es weiterhin anders sehen werde, bin ich gewillt Eure Meinung nachzuvollziehen und in zukünftigen Kommentaren nicht mehr darauf einzugehen.

    Sollten noch Nachfragen Eurerseits bestehen oder ich mich in einem Punkt unverständlich ausgedrückt haben, vermerkt dies bitte und ich werde mich bemühen darauf einzugehen.

    Schönen Abend von mir.

    • Xeledon sagt:

      Den Punkt, einen Rezensions-Leitfaden einsehen zu können, an dem sich die Autoren orientieren sollen, kann ich zwar nachvollziehen, ich teile ihn aber nur sehr bedingt. Irgendwo engt das halt immer auch die Kreativität ein und ich finde den teilweise regelrecht anarchistischen Stil der Nandurion-Rezensionen ziemlich großartig, grade weil sie für mich doch immer nachvollziehbar bleiben. Dazu mag auch beitragen, dass ich als Stammgast hier praktisch alle Rezensionen gelesen habe und mir daher auch ein Bild von den jeweiligen Autoren, die hier öfter schreiben, gemacht habe, anhand dessen ich die Texte einzuordnen versuche. Auch das ist vermutlich ein Phänomen, dass man bei jeder Art von Magazin erlebt, bei den Printmagazinen, die ich regelmäßig lese (aktuell vor allem die „Gamestar“ und das „Rock Hard“, um mal ein bisserl Schleichwerbung anzubringen), weiß ich auch, den Aussagen welcher Redakteure ich eher geneigt bin zuzustimmen und welche in meinen Augen regelmäßig Stuß verzapfen. Ich würde sogar sagen, dass man „anonyme“ Rezensionen (also solche von Menschen, die einem vollkommen fremd sind) praktisch nie völlig korrekt wird einordnen können – da schlägt der Fluch der Subjektivität zu.

      Letztlich habe ich auch den Leitfaden für die Gastrezensionen (der ja auch nur einen sehr groben Rahmen absteckt) immer auch als genau jene Richtlinien empfunden, an die sich auch der feste Nandurion-Redakteurs-Stamm in seinen Rezensionen zu halten versucht. Mir reicht das auch. Der andere Punkt, den du ansprichst, ist vielleicht der entscheidendere: Meinungen zur Verlagspolitik von Ulisses findet man auf Nandurion tatsächlich eher spärlich und wenn dann noch am ehesten in irgendwelchen Kommentar-Diskussionen. In einer Rezensionen fände ich da alles, was über eine knappe Randbemerkung hinausgeht, aber auch wirklich fehl am Platz. Dergleichen würde eher in einer wie-auch-immer-gearteten Kommentarrubrik Sinn ergeben, die aber auch nur dann funktioniert, wenn potentielle Autoren auf sowas Bock haben. Dass die News- und Rezensions-Abteilung hier bei Nandurion bezüglich der Ulisses’schen Firmenpolitik eher neutral bleibt, halte ich sogar für eine Stärke der Seite. Denn auch hier müsste man auf stark subjektivem Terrain operieren.

      Am Ende des Tages bin ich halt wirklich strikter „leben und leben lassen“-Hippie: So lange mich niemand zwingt irgendwas bestimmtes zu kaufen, können Ulisses veröffentlichen, was sie wollen. Die Sachen, die mir interessant erscheinen, kaufe ich, alles andere wird im Zweifelsfall ignoriert. Den Sinn, darüber groß zu lamentieren, sehe ich nicht wirklich, was sich gut verkauft, werden sie weiterverfolgen, was nicht läuft halt nicht. Denn letztlich kann ich mit meinem Geldbeutel ein viel deutlicheres Statement darüber abgeben, welche Produkte ich für mein Hobby als sinnvoll erachte, als ich es durch langes Lamentieren jemals könnte – was nicht heißen soll, dass ich darüber hinaus nicht auch einen konstruktiven Dialog mit den Verantwortlichen für möglich halte.

      Grade das Lektorat ist ja ein sehr leidiges Thema und da rennst du bei mir offene Türen ein. Ich finde nur, dass das Problem nicht erst seit 2011 existiert und die Wurzel allen Übels in der Übernahme durch Ulisses zu suchen ist, sondern sich das viel längerfristig entwickelt und zwischenzeitlich wahrhaft katastrophale Dimensionen angenommen hat. Allerdings glaube ich, dass die Kritik inzwischen beim Verlag auch angekommen ist und sich die Lage hier wieder langsam aber sicher verbessert. Insofern will ich da aktuell nicht zu heftig schimpfen, sondern Ulisses einfach mal eine Chance geben und erstmal abwarten. Ein wichtiger Benchmark dürfte das finale DSA5-Basisregelwerk sein. Auf dessen Fehlerquote bin ich wirklich gespannt.

      • Feyamius sagt:

        „Dass die News- und Rezensions-Abteilung hier bei Nandurion bezüglich der Ulisses’schen Firmenpolitik eher neutral bleibt, halte ich sogar für eine Stärke der Seite. Denn auch hier müsste man auf stark subjektivem Terrain operieren.“

        Vor allem sind wir uns bei Nandurion auch nicht über auch nur einen der folgenden Unterpunkte vollkommen einig:
        – Auftritt und Wirkung von Ulisses als Verlag per se
        – Einzelaktionen (z.B. Promo) von Ulisses
        – Publikationsstrategie von Ulisses bzgl. DSA-Produkten
        – formale Qualität der DSA-Produkte
        – inhaltliche Ausrichtung der DSA-Produkte
        Jeder der Nanduriaten hat hier seine ganz persönliche Meinung zu jedem der Punkte und auch seine ganz eigene Relevanzgewichtung zwischen ihnen.

        Egal, wer etwas schreiben würde, es wäre nur eine Momentaufnahme und nur eine Facette, aber in diesem Moment, so allein stehend, würde es womöglich als Nandurion-Gesamtmeinung aufgefasst werden und damit vieles verzerrt darstellen. Schwierig.

        Eine Art organisiertes „Nandurion urteilt über Ulisses“ wäre nicht nur viel Arbeit (man müsste es sowohl koordinieren als auch sehr überlegt formulieren), sondern auch konzeptionell fragwürdig. Was soll das bringen? No good would come out of it.

        Achja, wie Josch unten anspricht, haben wir etwas, was dem nahe kommt, mit den jährlichen Hesindedisputen. Allein das Thema DSA 5 wird da deutlich zeigen, dass von uns Eulen jeder seinen eigenen Kopf hat. 😉

  13. Josch sagt:

    @Tapo: Ok, Schwamm drüber. Was Kommentare zur allgemeinen Verlagsstrategie angeht: Da so was in den Rezensionen unserer Ansicht nach eher nichts zu suchen hat, müsste man dafür halt eine extra Kolumne der Form „Was ist der von der aktuellen Verlagsstrategie zu halten?“ schreiben. Da wir schon mit dem Versuch, halbwegs zeitnah möglichst viel zu rezensieren, alle Hände voll zu tun haben, bleibt kaum noch Zeit und Energie übrig, so ein kontroverses Thema auch noch mit abzuhandeln, zumal man das auch möglichst ausgewogen machen und verschiedene Meinungen zu Wort kommen lassen sollte. Was wir aber machen, ist, einmal im Jahr im Dezember das Jahr im „Hesindedisput“ Revue passieren zu lassen und dort klar zu machen, was wir jeweils gut und schlecht fanden und wie gut uns die aktuelle Richtung der Entwicklung gefällt. Meines Erachtens reicht das vollkommen aus, zumal das Interesse der meisten Leser sich eher auf konkrete Produktbewertungen und News richten dürfte und weniger auf offizielle Stellungnahmen Nandurions zur aktuellen DSA-Entwicklung.

    P.S. Was die „zurückhaltende Art was die Bewertung der groben Fehler innerhalb der Publikationen“ angeht: Mein Leseeindruck bei Rezensionen wie bspw. der von Salaza zu „Tauwetter“ ist da anders. Was SSS konkret angeht, habe ich nicht verhalten auf grobe Fehler reagiert, sondern nach meinem Verständnis keine solchen gefunden. Die Wertung ist daher der Idee nach nicht zurückhaltend, sondern sachangemessen.

    • Salaza sagt:

      Da es mich selbst auch interessiert vergleiche ich alle paar Monate mal den Schnitt unserer Bewertungen mit denen des DSA4-Forums. Um diese vergleichen zu können, schaue ich mir die durchschnittliche Bewertung des DSA4-Forums an und mittle auch unsere Bewertungen, sofern es mehrere sind, bzw. bei gemeinsamer Bewertung einer Buchreihe bei uns gebe ich allen Teilen die Bewertung der Reihe.

      Zum Angleich der unterschiedlichen Skalen setzte ich unsere niedrigst mögliche Wertung von 0 Einhörnern gleich der niedrigst möglichen DSA4-Forum-Wertung von 1 Punkt und entsprechend unsere 9 Einhörner gleich den 5 Punkten. Ein Abstand von einem Punkt entspricht danach dem Abstand von 2,25 Einhörnern.

      Das aktuelle Ergebnis sieht so aus, dass es weiterhin so ist: Unsere Bewertungen liegen gesamt und für Aventurien etwa ein halbes Einhorn über der DSA4-Forums-Bewertung, bei Myranor etwas weniger. Diesen Abstand halte ich für kaum signifikant. Eine Übersicht in Diagramm-Form findet sich hier.

      Zur Erklärung: als Jahreszahlen habe ich das Jahr der ersten Rezension bei uns genommen, das teilweise vom Erscheinungsjahr leicht abweicht. Nicht enthalten sind Computerspiele und Musik, da das DSA4-Forum diese nicht bewertet und Myranische Geheimnisse, da hier die DSA4-Forumsbewertung auch noch nicht existiert (bis gestern zumindest). Die Zahl der enthaltenen Titel ist für Myranor natürlich viel kleiner. Von 117 Gesamt entfallen 89 auf Aventurien (ohne Uthuria und Dunkle Zeiten) und 17 auf Myranor.

  14. Tapo sagt:

    @ Nandurion: Vielen, vielen Dank für die Antworten und Kommentare. Jetzt habe ich zumindest die Art einer Vorstellung davon wie es intern abläuft und kann mir dann auf Basis dessen, eine präzisere Meinung bilden.

    @ Salaza: Ob die Unterschiede wirklich nicht signifikant sind, könnte mittels t-Test bestimmt werden 😉

    • Cifer sagt:

      > @ Salaza: Ob die Unterschiede wirklich nicht signifikant sind, könnte mittels t-Test bestimmt werden

      Alle notwendigen Daten sollten öffentlich zugänglich sein – viel Vergnügen!

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