Rezension: Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit

Eine Gast-Rezension von Siebenstreich

Nachdem es eine Zeitlang eher mau aussah, kamen in letzter Zeit wieder mehr und mehr DSA‑Romane heraus. Neben der bekannten Phileasson-Saga des Heyne-Verlags macht hier insbesondere der FanPro-Verlag von sich reden. 2018 begann FanPro damit, (wieder) eine eigene Reihe von DSA‑Romanen zu publizieren, wobei die Inhalte nicht-kanonisch sind, also keinen Einfluss auf die offizielle DSA-Geschichtsschreibung haben. Den Auftakt der neuen Reihe machte Konrad Gladius mit seinem Erstlingswerk Da’Jin’Zat, die Kampfkunst der Achtsamkeit.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es von einem Kampfkünstler für Kampfkünstler geschrieben wurde. Das war auch ein Grund, wieso ich diese Rezension schreibe, denn ich begeistere mich in meiner Freizeit ebenfalls für Kampfkünste. Daher bin ich genau die gewünschte Zielgruppe und der Zufall wollte es, dass ich den Autor über ein Kampfkunst-Forum kennenlernte, als er Werbung für seinen Roman machte. Ich war sehr gespannt auf die Geschichte und habe das Buch damals in einem Rutsch an einem heißen Sommertag gelesen, als man nichts Anstrengenderes tun konnte, als auf dem Balkon zu sitzen und sich in phantastische Welten zu flüchten. Heute sorgt ein sattsam bekanntes Virus für denkbar ähnliche Bedingungen.

Konrad Gladius in seiner Bibliothek.

Ich hatte bereits nach Erscheinung des Werkes eine (kurze) Rezension für einen Onlinehändler verfasst. Eine detaillierte Kritik für Nandurion war bereits in Planung, aber da das Buch zu diesem Zeitpunkt noch nicht so viele Bewertungen hatte, entschied ich mich letztlich dagegen. Ich fand es irgendwie anmaßend, dass meine subjektive Meinung zu diesem Werk auf mehreren Internetseiten populär vertreten sein sollte… Konrad Gladius und ich haben sporadisch Kontakt gehalten, und als er mir Anfang des Jahres schrieb, dass es eine zweite Auflage geben würde, erklärte ich mich sehr gerne bereit, die geplante Rezension für Nandurion doch noch zu verfassen. Damit bringe ich diese zweite Rezension nach mehr als zwei Jahren zu einem Ende, was ein gutes Zeichen ist für die zweite Auflage eines Romans, der von einem Maraskaner handelt.

Die Geschichte spielt größtenteils 995-997 BF, also vor fast 50 aventurischen Jahren (Kinder, wie die Zeit vergeht!). Damals war die Welt noch in Ordnung, könnte man sagen: Kaiser Hal regierte ein Mittelreich, das noch nicht von Orks oder Dämonen heimgesucht worden war, und von einem Sternenfall oder der Entdeckung Uthurias konnte man ebenfalls nur (alp)träumen. Nun, ganz so rosig war es damals dann wohl doch nicht, immerhin hatten die Mittelreicher Maraskan besetzt, und genau hier setzt die Erzählung ein.

Es geht um den maraskanischen Bauernsohn Dajin, der bei seinem verwitweten Vater lebt und dessen einfaches Leben eines Tages jäh aus dem Trott gerissen wird, als seine Tante Aurelia erscheint. Sie ist eine Elite-Kriegerin des Mittelreichs und fordert ihn auf, mit ihr zusammen dem Schwarzmagier Egwan das Handwerk zu legen, den schon Dajins verstorbene Mutter gejagt hat. Auf ihrer Reise quer durch Aventurien sammeln Aurelia und Dajin in klassischer Heldenmanier tapfere Gefährten um sich, bis sie schließlich dem finsteren Zauberer gegenüberstehen… Die Geschichte folgt damit zugegebenermaßen eher Schema F, aber das Hauptaugenmerk des Romans liegt eindeutig auf einer anderen „Reise“: nämlich wie Dajin von einem einfachen Bauernjungen zu einem der besten Kampfkünstler des Kontinents wird. Genau darauf möchte ich im Folgenden eingehen.

Sogenannte „Zwillingsmesser“, wie man sie auf Maraskan vermutlich nicht findet… (Foto von Konrad Gladius)

Dajins Ausbildung beginnt bereits früh: wenn er nicht gerade Shatakknollen pflanzt, lernt er von seinem Vater die uralten Techniken des Rur’Uzat. Auf seiner Reise durch Aventurien muss sich der junge Mann mehr als einmal seiner Haut erwehren und durch eigene Erfahrungen sowie die Anleitung durch verschiedene Lehrmeister entwickelt er das Rur’Uzat weiter zu seinem persönlichen Stil Da’Jin’Zat. Wie die meisten Leser*innen vermutlich wissen, gibt es in der Welt von DSA neben Rur’Uzat noch weitere Kampfstile, und so kommt es natürlich, dass Dajin sich mit Vertretern anderer Kampfkünste messen muss. Es wäre für den Autor also ein Leichtes gewesen, das Da’Jin’Zat als „den heißesten Scheiß seit geschnitten Brot“ (wie Ex-Nanduriat Josch es bestimmt nennen würde) darzustellen, wenn ein maraskanischer Bauernjunge seine Gegner (teils gestandene Kämpfer) durch plötzliche Meisterschaft in der von ihm selbstentwickelten Kampfkunst spielend leicht in die Schranken weisen würde. Konrad Gladius hat dagegen bewusst einen anderen Weg gewählt: er betont mehrmals, wie Dajin gerade durch den Kontakt und Austausch mit anderen Kämpfern seinen eigenen Stil verfeinert oder sich sogar den ein oder anderen Trick abschaut. Sehr deutlich zeigt sich das auch bei Dajins Waffen, den beiden Zwillingsmessern, deren Aufbau er mehrmals optimiert, und sich dabei von den Fechtwaffen des Lieblichen Feldes inspirieren lässt – für diese sportliche Haltung möchte ich dem Autor an dieser Stelle gerne Respekt zollen.

Dajin entwickelt seinen Stil größtenteils autodidaktisch: teilweise noch während eine Auseinandersetzung im Gange ist, analysiert der Maraskaner mit geradezu übermenschlicher Präzision, welchen Fehler er gerade macht (z.B. zu viel Schwung geholt), und wie er es in Zukunft vermeiden kann – das war in meinen Augen nicht ganz glaubwürdig (Stichwort Tunnelblick). Insbesondere, wenn Dajin scheinbar noch nie von relativ banalen Prinzipien wie „Ein gerader Schlag trifft sein Ziel schneller als ein kurviger Schlag“ (S. 198, sinngemäß) gehört hat. Es wäre glaubwürdiger (und zielführender), wenn seine kampferprobte Tante Aurelia ihn besonders am Anfang mehr angeleitet hätte. Gerade in einer Welt, in der ein Großteil der Kämpfe potentiell tödlich endet, sollte man nämlich besser nicht darauf vertrauen, dass der Schüler selbst schnell genug lernt. Obwohl sich hierüber bestimmt streiten lässt…

Es ist immer von Vorteil, wenn ein Autor weiß, wovon er schreibt, und auch Konrad Gladius hat alle Kämpfe choreographiert. Das Problem ist jedoch, dass man Kampfhandlungen in einem Roman nicht so gut transportieren kann (im Gegensatz etwa zu einer Serie im Fernsehen) – ich merke das oft selbst, wenn ich mir nach dem Training Notizen machen will. Man verliert sich beispielsweise leicht in Fachbegriffen wie „Oberhau“ oder „Redondo“, oder man versucht, die Gesten und Schrittfolgen sehr detailliert zu beschreiben, was aber den Lesefluss hemmt. Gerade in einem Roman ist es ein schwieriger Balanceakt, einerseits die Kampfkunst-affinen Leser*innen durch realitätsnahes Schreiben bewusst anzusprechen, und andererseits die diesbezüglich unerfahrenen Leser*innen nicht abzuschrecken. Ich finde, dass Konrad Gladius hier gute Arbeit geleistet hat. Zum Einen greift er auf relativ bekannte Muster, z.B. „Heaven 6“, zurück, was sicher vielen Kampfkünstlern ein Begriff ist. Zum Anderen verwendet er sehr einfache Begriffe wie „Vorhand“ und „Rückhand“, mit der auch kriegerische Laien etwas anfangen können.

Jede Heldengeschichte ist nur so gut wie der Bösewicht. Dajins Erzfeind ist der Zauberer Egwan, der nach Unsterblichkeit und uneingeschränkter Macht strebt – ambitionierte, aber auch sehr beliebte Ziele vieler Schwarzmagier – , und dazu gerne auf die Hilfe magischer Artefakte zurückgreift. Bis hierhin unterscheidet sich Egwan nicht nennenswert von vielen anderen Schurken, die DSA‑Helden das Leben schwer machen. Er hat jedoch ein Steckenpferd, mit dem er aus der Masse heraussticht, denn der Magier ist ein versierter Schwertkämpfer, der mit seinem zum Flammenschwert umgewandelten Zauberstab meisterlich umzugehen versteht. Damit ist er ein eher ungewöhnlicher Vertreter seiner Zunft, der wenig zu tun hat mit den Stubenhockern, die in ihrem Elfenbeinturm hochtheoretische Traktate verfassen. Das macht ihn als Gegner natürlich doppelt gefährlich, da er sich sowohl auf magische Weise, als auch mit profanen Mitteln zu verteidigen weiß. Obwohl dies ein interessanter Ansatz für einen Antagonisten ist, konnte ich mich nicht gänzlich damit anfreunden. Als magisch begabter Schwertmeister (mit Kenntnissen uralter, echsischer Rituale) ist Egwan so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau, und damit ein Gegner, der rein von der Hintergrundgeschichte (Limbusreisender, Güldenlandfahrer, Fechtmeister) sogar Borbarad Konkurrenz machen könnte. Anstelle eines einzelnen Romans hätte der Magier daher auch eher eine eigene Kampagne im Stil der G7 verdient. Natürlich sollte der Bösewicht nicht so einfach von einer Horde dahergelaufener Abenteurer umgemacht werden und ein paar Asse im Ärmel haben, aber hier wäre weniger vermutlich mehr gewesen.

Obwohl: in früheren DSA-Publikationen gab es ja z.B. auch Magierinnen mit Kettenhemden – vielleicht hat sich der Autor davon inspirieren lassen, denn Konrad Gladius beschreibt Aventurien zwar sehr stimmungsvoll, folgt dabei jedoch eher einem älteren und damit simpleren Bild der DSA‑Welt, als Setzungen noch nicht so strikt waren, wie sie es heute sind (ob das jetzt besser oder schlechter ist, sei dahingestellt). Einen zur See fahrenden Utulu – dessen Volk abergläubische Angst vor dem Meer hat –, kann man wohl am Ehesten mit den zwergischen Seefahrern in der frühen DSA-Geschichte vergleichen, und auch die Kameradschaft zwischen einem Angroschim und einem Drachen ist heutzutage bestenfalls ungewöhnlich. Der Meckerdrache ist übrigens ein sehr origineller und illustrer Einfall, aber leider gewinnt der Eber Ork von mir den Preis für den Besten Tiergefährten der FanPro‑Romanserie.

Gerade durch diese unkonventionellen Setzungen fühlte ich mich an vielen Stellen jedoch auch positiv an die gute alte DSA-Zeit erinnert, als ich gerade damit begonnen hatte, Aventurien zu entdecken. Wenn Dajin also auf die Blutzwillinge mit ihren Eternium-Schwertern trifft oder sich mitten hinein in die Schrecken der Dämonenbrache wagt, kommen bei mir Erinnerungen an damals hoch. Auch die Beschreibung des Orklandes hat mich sehr daran erinnert, wie ich seinerzeit die gleichnamige Box (!) eifrig studiert habe. Nostalgie pur!

Bei der ersten Auflage war die Rechtschreibung zu bemängeln, doch hier hat sich in der zweiten Auflage einiges verbessert. Größere inhaltliche Änderungen zur ersten Auflage sind mir übrigens nicht aufgefallen.

Zur Wertung: Da der Roman explizit für Kampfkünstler geschrieben wurde, gibt es von mir dementsprechend auch keinen Punktabzug für die detaillierten Kampfbeschreibungen, eher im Gegenteil. Von neun Einhörnern, die sich aufgemacht haben, Egwan das Handwerk zu legen…

  • konnte eines bei der raschen Wandlung des Bauernburschen in einen Großmeister des Da’Jin’Zat nicht mithalten,
  • wurde ein weiteres von dem schier übermächtigen Schurken erschlagen,
  • strauchelte eines zunächst (in der ersten Auflage) über die Rechtschreibung, doch durch hartes Training (aka zweite Auflage) konnte es sich dann doch behaupten

Somit begeben sich 7 Einhörner auf eine stimmungsvolle, nostalgische Reise zurück in Kaiser Hals Zeiten, auch wenn Sieben bekanntlich nicht durch Zwei teilbar ist, aber so hat Rur die Welt geschaffen. Preise die Schönheit, Bruderschwester!

Eine ordentliche Keilerei gehört in diesem literarischen Genre ja zum guten Ton, daher ist es nicht überraschend, dass (DSA-)Autoren mit einem eigenen Kampfkunst-Hintergrund ihre persönlichen Erfahrungen in ihre Werke mit einfließen lassen. Spontan fallen mir hier Judith & Christian Vogt sowie Bernhard Hennen ein, die alle drei HEMA (Kampfkunst des Mittelalters, meist mit Fokus auf dem Waffenkampf) betreiben. Auch den viel zu früh verstorbenen André Wiesler möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen: seine Kenntnisse im (waffenlosen) Kampfsport MMA (Mixed Martial Arts) hat er u.a. in der Uthuria‑Trilogie Die Rose der Unsterblichkeit verarbeitet, und bei einer Convention sogar live nachgestellt.

Übrigens hat eine (sicher nicht repräsentative) Umfrage in meinem Familien- und Freundeskreis ergeben, dass viele DSA‘ler sich zwar an den „korgefälligen Diskussionen“ in Büchern erfreuen, aber keine wirkliche Affinität zu Kampfkünsten haben oder sich die Kampfhandlungen nicht wirklich detailliert vorstellen wollen. Auch DSA-Rezensent Engor hat sich bekannt, kein großer Freund von Kampfkünsten zu sein. Für mich war das schon ein wenig überraschend – daher würde es mich auch freuen, wenn die Leser*innen dieses Textes einen Kommentar hinterlassen würden, ob sie sich selbst als Kampfkunst-affin bezeichnen oder vielleicht sogar selbst eine Kampfkunst trainieren.

Vielen Dank an Konrad Gladius für das Rezensionsexemplar!

Über sirius

Sirius heißt im wahren Leben Moritz und wuchs mitten im Ruhrgebiet auf. Seit Anfang der 90er bereist er nicht nur Aventurien, sondern auch andere fantastische Welten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Pen&Paper, PC-Games, Hörbücher oder Kartenspiele handelt. Unterwegs erkennt man ihn daran, dass er fast immer ein gutes Buch dabei hat, das nicht dem Mainstream entspricht.
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17 Antworten zu Rezension: Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit

  1. Der löbliche Pilger sagt:

    Ich habe keine besondere Affinität zu Kampfsport, fand den Roman aber dennoch sehr kurzweilig zu lesen. Für die DSA-Bubble auch von mir eine Empfehlung!

  2. FRAZ sagt:

    Äh, die Wertung verwirrt mich. Nandurion starten in der Regel mit 9 Einhörnern. So zeigt es auch die Grafik. Wenn davon im Eifer des Gefechts drei auf der Strecke bleiben, präsentieren am Ende sechs stolz ihr Horn, nicht sieben.

    Ansonsten bin ich noch immer unschlüssig, ob ich den Roman auf die zu-lesen-liste setzten soll. Du beschreibst die Handlung als eher geradlinig, die Figurenentwicklung als wenig authentisch und den Antagonist als Mary-Sue.
    Dem gegenüber steht ein Hauch von Nostalgie (was man auch von Karl May Romanen sagen könnte) und eine Kampfbeschreibung für Liebhaber.
    Interessant finde ich noch die Andeutungen einer Weltreise. Ohne auf den Inhalt näher einzugehen erwähnst du Episoden im Süden (seereisender Utulu), im Horasreich und im Orkland. So recht überzeugt bin ich aber noch nicht.

    • Siebenstreich sagt:

      Hallo FRAZ
      a) Auch ich gehe von einer maximalen Punktzahl von 9 aus, und ziehe davon 2 Punkte ab, bleiben 7. Der dritte Absatz bei der Wertung ist ein +/- 0, das ist zugegebenermaßen ein wenig verwirrend dargestellt…
      b) Ich kann den Roman wärmstens empfehlen, und möchte vielleicht noch folgendes hinzufügen:
      – Die Handlung ist zwar gradlinig, aber handwerklich gut gemacht.
      – Punkto Figurenentwicklung war es primär Dajins autodidaktisches Training, das mich nicht wirklich überzeugt hat. Aber sowas kommt bei Heldengeschichten ja gerne vor (z.B. bei „Fluch der Karibik“, wo der Schmied Will Turner 3 Stunden am Tag mit seinen Klingen trainiert).
      c) Zur Weltreise: ja, Dajin kommt ganz schön weit herum in Aventurien, wobei die Gewichtung grob „Liebliches Feld > Maraskan > Orkland > Mittelreich > Bornland > Khunchom“ ist

  3. Engor sagt:

    Kurze Anmerkung: Als „Ulisses-Haus und Hof-Rezensent“ sehe ich mich jetzt nicht gerade, zum Verlag weise ich keine Verbindung auf und lege da auch Wert auf eine klare Distanz (zumal der vorliegende Roman ja auch gar nicht von Ulisses ist).

    Zum Thema Kampfkunst: Ganz grundsätzlich sind Kampfszenen ja durchaus wichtig für Fantasy-Romane, um Spannung und Abwechslung zu generieren. Hier ziehen sie sich für mich aufgrund der Ausführlichkeit der Schilderungen etwas zu sehr in die Länge. Umgekehrt ist das aus meiner Sicht nicht unbedingt ein gravierender Negativaspekt, ich hab mich mit der Geschichte insgesamt gut unterhalten gefühlt. Was ich halt auch schön finde, ist dass der Autor sichtbar in Aventurien zuhause ist und man den Kontinent da gut wiederfindet. Das ist längst nicht bei allen DSA-Romanen so.

  4. Siebenstreich sagt:

    Hallo Engor,
    ich wollte dir damit keinerlei Voreingenommenheit o.ä. unterstellen, sondern vielmehr betonen, dass du in deinem „Dereblick“ quasi alle DSA-Produkte (von Büchern über Hörspiele bis hin zu „Lego“) unter die Lupe nimmst – es war als Kompliment gemeint. 🙂

    Die aventurische Stimmung ist eindeutig vorhanden, da kann ich nur zustimmen.

    • Engor sagt:

      Alles klar, kein Problem, hab mich nur in dem Begriff nicht wiedergefunden, vor allem weil ich da auch eine Trennlinie zwischen DSA und Ulisses ziehe.

      Insgesamt aber nochmal: Schöne Rezension, finde da meine persönliche Meinung oft wieder, auch wenn es bei mir 1-2 Einhörner weniger wären, das ist aber sicher eher persönlicher Geschmack.

      • sirius sagt:

        Ein bisschen war es auch mein Fehler. Ich hatte mit Siebenstreich schon über den Begriff gesprochen und wollte ihn dann ändern. Das hatte ich gestern eigentlich getan, aber mein Laptop ist mir wohl in den Rücken gefallen. Dafür bitte ich um Entschuldigung!
        LG
        Moritz

        P.S.
        Ich habe den Wortlaut nun auch angepasst.

        • Siebenstreich sagt:

          Was mir gerade auffällt: irgendwie ist in meinem Text aus Ewgan Egwan geworden. Ein peinlicher Fehler meinerseits… :-/

  5. Pingback: Rezension zu Da’Jin’Zat bei Nandurion – Nuntiovolo.de

  6. Konrad Gladius sagt:

    Dankeschön

    Ein Dankeschön an Sirius und Siebenstreich für das Veröffentlichen und Verfassen der Rezension. Besonders schön finde ich die Leseempfehlung im Nachgang.

    Als Schriftsteller freut man sich naturgemäß darüber, wenn das eigene Werk Beachtung findet. Mit dem lieben Siebenstreich habe ich bereits so manchen Gedanken zum Roman ausgetauscht. Einige davon möchte ich demnächst noch gerne mit Euch teilen.

  7. Konrad Gladius sagt:

    Zielgruppe contra Zielperson

    Es ist etwas kurzgegriffen zu sagen, dass „Da’Jin’Zat“ ein Roman für Kampfkünstler ist. Vom Genre aus betrachtet, würde ich ihn gerne als DSA-Eastern bezeichnen. Zur Entstehungsgeschichte sei verraten, dass ich 1998 damit begann, die Geschichte des maraskanischen Bauernsohns Dajin in kurzen Episoden für meine damalige Freundin, jetzige Ehefrau, zu schreiben. Ziel war es, sie für DSA zu begeistern. Als ich die Geschichte vor vier Jahren endlich fertigstellte, tat ich das in erster Linie für sie. Die Idee, eine Heldenreise zu verfassen, in der man viel von Aventurien mitbekommt, behielt ich bei. Der Roman ist also auch gerade für DSA-Einsteiger gedacht.
    Mein Anspruch als Schriftsteller für Kampfkunstbelletristik, hiermit auch Experten anzusprechen, soll bitte nicht falsch verstanden werden. Der Detailreichtum der Auseinandersetzungen ist mir ein besonderes Anliegen gewesen. Für mich kommt das in vielen Romanen einfach zu kurz. Glücklicherweise bin ich bei dem Versuch nachvollziehbarer Kämpfe und Taktiken nicht ganz alleine, wie Siebenstreich hier ebenfalls eindrücklich präsentiert hat. Mein Ziel ist es, dass man aufgrund der Beschreibungen in der Lage ist, jeden Kampf nachzustellen. Sollten durch die gezeigten Techniken und Taktiken Kampfkünstler Anregungen für ihr Training erhalten, würde mich das natürlich besonders freuen.

  8. Konrad Gladius sagt:

    Ewgan, der Bösewicht, der Einhörner tötet

    Bei der Entwicklung des Antagonisten unseres Helden Dajin wollte ich meiner Erstleserin ein Konzept bieten, welches Althergebrachtes mit neuen Ideen verknüpft. Der Schwarzmagier als klassischen DSA-Bösewicht sollte es sein. Ich entschied mich bewusst gegen einen Dämonologen oder Nekromanten. Ein Erzmagier in der Artefakterschaffung wurde deshalb von mir gewählt, weil die DSA-Regeln hier zwar grundsätzlich viele Möglichkeiten boten (Stand 4. Edition), diese jedoch zumindest in den mir bekannten Spielrunden (bewusst) nie ausgereizt wurden, auch um das Gleichgewicht nicht zu gefährden. Ewgan gab das volle Ausschöpfen der Artefaktmagie die Möglichkeit, ohne wirkliche Verbündete seine Pläne gegen Angriffe des Helden und seiner Gefährten zu verteidigen. In der Tradition eines Eastern musste der Schurke natürlich selbst kämpfen können und dabei eine wirkliche Gefahr für den Helden darstellen, sodass jener gezwungen ist, seine Kampfweise wegen der zwangsläufigen Konfrontation anzupassen. Der souveräne Umgang mit dem Flammenschwert war hier der Schlüssel, wobei angemerkt sei, dass Ewgan gegenüber seinen profanen Gegnern dadurch keine Überlegenheit erringt. Die Kombination aus drei nahkampfverstärkenden, meisterlichen, artefaktgebundenen Zaubern (Axelleratus, Sensattacco, Standfest) geben ihm jedoch genau dies. Für einen Erzschurken, der die Familie des Helden im Roman insgesamt vier Generationen lang in Atem hält, erscheint mir dies passend.
    Ich gebe Siebenstreich recht, Ewgans Geschichte hätte eine eigene Romanreihe verdient, reicht seine Suche nach dem absoluten Artefakt ja über ein ganzes Menschenleben. Auch wenn er definitiv nicht in der Liga der ganz großen DSA-Schwarzmagier mitspielen kann, so ist er dennoch eine Dramatis Personae, die sicherlich für einiges an fantastischer Spannung gut wäre. Da’Jin’Zat ist nicht seine Geschichte, sondern die jenes Helden, der auszog, um ihn zur Strecke zu bringen und dabei ein ums andere Mal scheiterte.
    Bei allen Schandtaten, die Ewgan begangen hat, kann ich jedoch ein Verbrechen ausschließen: Einhornmord sollte ihm nicht zur Last gelegt werden. … Wobei … Sind die Hörner und das Blut dieser Wesen nicht für die Artefaktherstellung interessant …? 😉

    • Siebenstreich sagt:

      Das Konzept an sich stimmt (und ist auch, wie Konrad richtig anmerkt, aventurisch gesehen möglich, aber verständlicherweise selten).
      Jedoch: auf S. 291 brüstet Ewgan sich damit, „in den vergangenen beiden Jahren zur Leibesertüchtigung recht intensiv bei verschiedenen Schwertmeistern und auch des Güldenlands gelernt“ zu haben. Das kann sicherlich kaum ein Aventurier von sich behaupten. Könnte natürlich aber auch nur ein Bluff des Bösewichts sein. 😉

      • Konrad Gladius sagt:

        Ich denke, hier sollte jeder Leser selbst entscheiden, wie er diese Ansage in der entsprechenden Szene wertet. Salopp gesagt: Ewgan ist schon ein würdiger Endgegner für einen echten Meister der Kampfkunst. 😉

  9. Konrad Gladius sagt:

    Der seefahrende Utulu

    Der Roman „Da’Jin’Zat“ wurde mit extrem viel Aufwand auf aventurische Stimmigkeit ausgerichtet und von zwei Experten mit weit mehr Erfahrung als mir geprüft. (Hier ist noch ein Dankeschön in Richtung von Carolina Möbis ausstehend, welches ich hiermit ausspreche.) Zugunsten der Handlung habe ich mir erlaubt, an einigen wenigen Stellen Setzungen in der Spielwelt freier zu interpretieren. Hierzu gehört auch der Utulu-Matrose, der ein Meister des „Nackten Tods“ ist und unseren Helden in einem eskalierenden Freundschaftskampf an Bord eines Schiffes arg zusetzt.
    Inspiriert wurde diese Figur vom Tischrollenspielcharakter eines Mitspielers, meiner Interpretation des beschriebenen Kampfstils sowie eines real existierenden Profikämpfers. Ich verstehe Hinweise zu Kulturen in den Regelwerken immer als die existierende Normalität. Ein zwergischer Grobschmied sattelt deshalb eben nicht so ohne Weiteres auf Rahjapriester um. Dennoch gibt es immer wieder Individuen, welchen das Leben durch Schicksalsschläge, Neigungen oder Zufälle einen anderen Weg beschert. Uns fallen zusammen sicherlich eine ganze Reihe von möglichen Szenarien ein, warum ein Utulu zum Seefahrer wird. Wer keine Idee hat, lasse sich von Disneys „Vaiana“ inspirieren.
    Beim Lesen sollte man auch eine Idee davon bekommen können, warum ein zwergischer Rausschmeißer und ein Meckerdrache Freunde werden. Leider habe ich diese Episode aus verschiedenen Gründen recht kurz gehalten. So viel sei jedoch hier verraten: Ich habe schon länger die Idee für einen weiteren DSA-Roman, welchen ich genau jenen beiden so gegensätzlichen Charakteren widmen würde. 😉

    • Siebenstreich sagt:

      Zunächst einmal fand ich es sehr stimmungsvoll, dass die Matrosen den Kampfstil des Utulus nicht Hruruzat nennen – fachlich korrekt, aber sicherlich schwierig auszusprechen – , sondern salopp „Nackter Tod“. 🙂

      Wenn es sich bei dem Utulu um einen Waldmenschen gehandelt hätte (was die Geschichte ja auch nicht nennenswert verändern würde), wäre ich sicher nicht drüber gestolpert.
      Aber ja, ein seefahrender Utulu ist sicher denkbar – und so hat Rur die Welt nunmal geschaffen!

      Und auf die Geschichte mit dem Zwergen-Drachen-Duo bin ich mal gespannt. 🙂

  10. Konrad Gladius sagt:

    Dajin, der größte Autodidakt … seit Bruce Lee

    Siebenstreich und ich bleiben unterschiedlicher Meinung, inwiefern die Entwicklung des Da’Jin’Zat realistisch und nachvollziehbar im Roman ausgearbeitet wurde. Im Kampfkunstbord (www.kampfkunst-board.info) habe ich hierzu bereits einige Überlegungen verfasst. Da diese Punkte nichts mit DSA zu tun haben, kommt hier zum Abschluss nur ein Hinweis: Bruce Lees Entwicklung des Jeet Kune Do war eine wichtige Inspiration für mich bei der Beschreibung von Dajins Weg zum Da’Jin’Zat. Und dies ist eine mit nachprüfbaren Fakten beschriebene Stilentwicklung.

    Weiterführende Gedanken zum Da’Jin’Zat findet Ihr hier:

    https://www.kampfkunst-board.info/forum/showthread.php?186196-Fantasy-Roman-Da%C2%92Jin%C2%92Zat-%C2%96-Die-Kampfkunst-der-Achtsamkeit&p=3804901#post3804901

    Herzliche Grüße,

    Konrad Gladius

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