Als ich vor einiger Zeit die Hinterlassenschaften meiner Jugend im elterlichen Keller durchforstete, um Ordnung in das Chaos zu bringen und für künftige Strapazen gewappnet zu sein, fielen mir natürlich auch wieder Boxen mit Miniaturen in die Hände. Darunter war auch eine der letzten interessanten Miniaturen aus der Brettspiel-Reihe des Schwarzen Auges. Das Pendant zum beeindruckenden Mantikor aus der Burg des Schreckens war im vom Grauen befallenen Dorf des Tyrannen Turak ein untoter Troll. Diesen hatte ich trotz seiner Größe seinerzeit zugunsten eines Minotaurus links liegen lassen. Doch nun weckte die ungewöhnliche Miniatur aus meiner Hobbyistenjugend mein Interesse.
Idee

Gefesselte Wut, der Dorftroll wartet auf seine Bemalung
Tatsächlich bietet der Troll eher wenig innovative Ansätze. Es handelt sich offensichtlich um eine untote Kreatur, zudem in Ketten geschlagen und wie ein Wachhund vor die Tür gesetzt. Der Troll war gewissermaßen der Torwächter im Spiel und die Helden mussten ihn passieren, um zum Tyrannen vorzudringen. Gleichwohl habe ich die Konfrontation im Brettspiel mit ihm nicht in interessanter Erinnerung. Das faulige Fleisch bot jedoch Gelegenheit für einen interessanten Untoten. Als Kontrast sollten die Haare dienen, mit deren Farbgebung ich auch die nichtmenschliche Natur des Riesen betonen wollte. So machte ich also die Airbrush startklar und begann die Farben vorzubereiten.
Bemalung

Die Grundierung mit der Airbrush verleiht dem Troll sein fauliges Aussehen
Die erste Schritte wurden, wie so oft bei größeren Miniaturen, mit der Airbrush gemacht. Auf eine Grundierung schichtete ich Grün und Knochentöne um den Eindruck faulenden Fleisches im Zombielook zu erzeugen. Damit war die Kreatur insgesamt wieder recht hell, was aber meinen Erwartungen an den Gesamteindruck eines nackten Untoten entgegenkam. In einem weiteren Schritt brachte ich dann die verschiedenen Details mit einem Pinsel auf. Dazu gehörten Haare, Ketten und der Lendenschurz. Außerdem finden sich auf der Kreatur noch kleine Knubbel, welche wohl die subdermale Knochenbildung von Trollen kennzeichnen, die jedem Shadowrun-Spieler wohlbekannt vorkommen muss. Die offenen Wunden ließ ich zu diesem Zeitpunkt noch aus, weil ich etwas unschlüssig war, wie diese aussehen sollten.
Nach der violetten Grundfarbe wollte ich den Haaren einen Rotton verleihen und damit einen farblichen Kontrast zu den bleichen Tönen des verrotteten Körpers. Mein Versuch den Haaren mit Tinte einen roten Schimmer zu verleihen scheiterte jedoch. Statt dessen waren die Haare nun völlig rot, so dass ich die Grundfarbe erneut auftragen musste. Statt dessen wurde nun rote Farbe vorsichtig aufgeschichtet, um das Volumen und die Farbverläufe zu gestalten.
- Die Grundfarben sind aufgetragen. Nur die offenen Wunden harren noch einer Idee.
- Mit den verschiedenen Schichten wirkt der Troll schon fast komplett. Jetzt sind Details gefragt.
- Was für ein Rücken. Hier treten besonders die Knochen in Erscheinung.
- Die Highlights sind gesetzt. damit darf der Troll sein Base in die Werkstatt bringen.
Eine Zeitlang kämpfte ich mit den Wunden in denen wohl Muskel und auf der Rückseite Knochen zu sehen waren. Sobald das aber geschafft war, mussten nur noch einige letzte Akzente und Details ergänzt werden. Das Base erhielt dieses Mal keine besondere Aufmerksamkeit, da der riesige Troll ohnehin kaum Platz darauf findet. So ging das Projekt untoter Troll einem schnellen Ende entgegen.
Fazit
Auch wenn ich laut meinen Aufzeichnungen gar nicht viel weniger Zeit für die Bemalung dieser Miniatur investiert habe als für andere, so kam mir die Zeit doch kürzer vor. Da der Troll über weniger fitzelige Details verfügt, konnte ich mich hier mehr auf den Gesamteindruck konzentrieren. Eventuell werde ich dem Troll in Zukunft noch mal ein größeres Base verpassen aber fürs erste ist hier schon mal ein beeindruckendes neues Monster spielbereit.
- Wer zuletzt die Zähne fletscht, der grinst am Besten. Turaks Troll ist spielbereit
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